Bauanleitung für ein Kinderhocker

Kinder leben in ihrer eigenen Welt. Und dazu gehören auch die richtigen Möbel. Wir steuern einen leicht nachzubauenden Kinderhocker bei, den Sie nach Lust und Laune in den buntesten Farben bemalen können. Oder – damit’s noch mehr Spaß macht – gemeinsam mit Ihren Kindern!

Projektdetails

Schwierigkeitsgrad: Anfänger Dauer: 1/2 - 1 Taq
Verwendungsort: Kinderzimmer Preis: unter 50 €
Verwendungszweck: - Konstruktionsplan als PDF

Was Sie benötigen

Bearbeitungshinweise:

Die folgende Bauanleitung ist auf mitteldichte Faserplatte (MDF) in 19 mm Stärke ausgelegt. Sollten Sie andere Materialien oder Stärken verwenden, müssen Sie die Stückliste entsprechend anpassen. Lassen Sie sich die benötigten Teile möglichst im Baumarkt oder bei Ihrem Tischler zuschneiden.

Der eigentliche Hocker besteht aus Stabilitätsgründen aus zwei Teilen, die übereinander sitzen: einem tischförmigen Unterbau aus Unterplatte und Schraubenleisten und der nach außen sichtbaren Konstruktion mit Beinwinkeln und Sitzplatte. Die Frontplatte dient nur der Gestaltung; ihre Form ist frei wählbar.

Materialliste

Pos. Stk. Bezeichnung Länge (mm) Breite (mm) Stärke (mm) Material
Holz-Zuschnitte
1 1 Sitzplatte 400 200 19 MDF
2 1 Unterplatte 362 162 19 MDF
3 4 Beinplatten, breit 181 80 19 MDF
4 4 Beinplatten, schmal 181 61 19 MDF
5 4 Schraubleiste 150 45 45 MDF
6 1 Front-/Konturplatte 300 220 19 Fichte Kantholz
7 2 Motivplatte 370 270 19 MDF
8 ca. 16 Holzschrauben 3,5 x 40 mm
9 ca. 12 Holzschrauben 4 x 50 mm
10 ca. 8 Holzschrauben 3,5 x 35 mm

Benötigte Werkzeuge:

Werkzeugliste

Ausstattung Werkzeug /Maschine Verwendung Details
Elektrowerkzeuge, Werkzeugmaschinen und Zubehör dazu
minimal Stichsäge Holzzuschnitt im Shop ansehen
minimal Schleifer Oberflächen schleifen im Shop ansehen
minimal Bohrmaschine Montage im Shop ansehen
minimal Akkuschrauber Montage im Shop ansehen
minimal Set Bohrer Montage im Shop ansehen
minimal Senker Montage im Shop ansehen
optional Feinsprühsystem Oberflächenbehandlung im Shop ansehen
Handwerkzeuge, Meßgeräte, Hilfsmittel und Zubehör
minimal Schleifpapier, Körnungen 120 – 240 Holzoberflächen schleifen im Shop ansehen
minimal Tischböcke Unterplatte und Schraubleisten miteinander verbinden
minimal Walze für Füllerauftrag Oberflächenbehandlung im Shop ansehen
minimal Grundierfüller Oberflächenbehandlung im Shop ansehen
minimal Holzspachtelmasse oder Autokitt Oberflächenbehandlung im Shop ansehen

Die Arbeitsschritte zum Bau vom Kinderhocker

1. Schritt - Beinwinkel zusammenschrauben
Bohren Sie die breiten Beinplatten zur Verschraubung mit den schmalen Beinplatten mittels Bohrmaschine und 4-mm-Holzbohrer vor. Senken Sie die Bohrlöcher auf der Außenseite in Schraubenkopfgröße an, dann lassen sich die Schraubenköpfe später zuspachteln, sodass sie nach der Oberflächenbehandlung unsichtbar sind. Schrauben Sie nun je eine breite und eine schmale Beinplatte winkelförmig mit Senkkopfschrauben 3,5 x 40 mm zusammen.

Tipp zum Verschrauben zweier Holzteile:
Bohren Sie das Teil, durch das zuerst geschraubt wird, stets 0,5 bis 1 mm größer vor, als der Schraubendurchmesser ist; das Loch sollte für den Schraubenkopf angesenkt werden. Das Teil, in das als Zweites gebohrt wird, bohren Sie stets 1 mm kleiner vor, als der Schraubendurchmesser ist.

2. Schritt - Schraubleisten vorbohren

Die vier Schraubleisten werden in den Beinwinkeln von hinten mit den breiten und den schmalen Beinplatten verschraubt. Bohren Sie dazu die Schraubleisten mit der Bohrmaschine und dem 5-mm-Holzbohrer jeweils von zwei Seiten vor. Achten Sie darauf, dass Sie die Löcher kreuzweise abwechselnd, aber nie auf gleicher Höhe bohren, damit die Schrauben in den Leisten nicht aufeinander treffen.

3. Schritt - Unterplatte und Schraubleisten miteinander verbinden
Legen Sie die Unterplatte auf Tischböcke und richten Sie die Schraubleisten bündig mit den Ecken abschließend darauf aus. Markieren Sie die Innenseiten der Schraubleisten auf der Unterplatte mit Bleistift; die quadratischen Flächen, auf denen die Schraubleisten unter der Unterplatte sitzen, sind nun eingezeichnet. Ermitteln Sie die Mittelpunkte, indem Sie die Ecken mit Diagonallinien verbinden.

Bohren Sie die Unterplatte mit Bohrmaschine und 4-mm-Holzbohrer durch die Mittelpunkte vor und senken Sie die Löcher an, damit die Schraubenköpfe später nicht über die Oberfläche herausragen. Nun richten Sie die Schraubleisten wieder an den Ecken aus und verschrauben Sie durch die Unterplatte mit Senkkopfschrauben 3,5 x 40 mm.

4. Schritt - Beinwinkel und Unterbau miteinander verbinden

Platzieren Sie den Unterbau aus Unterplatte und Schraubleisten so auf der Arbeitsfläche, dass die Leisten nach oben zeigen. Nun legen Sie die in Arbeitsschritt eins gefertigten Beinwinkel an die Schraubleisten. Dort verschrauben Sie die Beinwinkel durch die vorgebohrten Löcher hindurch mit Akkuschrauber und Senkkopfschrauben 4 x 50 mm mit den Schraubleisten. Für die zwei Schrauben an der Innenseite der Schraubleisten müssen Sie diese wieder von der Unterplatte lösen, da der Zwischenraum für das Bedienen des Akkuschraubers nicht ausreicht.

5. Schritt - Sitzplatte aufschrauben

Bohren Sie mit Bohrmaschine und4-mm-Holzbohrer vier Löcher in die Unterplatte und senken Sie diese auf ihrer Unterseite an. Legen Sie die Sitzplatte auf eine glatte Fläche und richten Sie das Fußgestell an den Ecken bündig darauf aus. Dann verschrauben Sie Platte und Gestell mit Akkuschrauber und Senkkopfschrauben 3,5 x 40 mm. Der eigentliche Hocker ist nun fertig.

6. Schritt - Kontur aus der Frontplatte ausschneiden

Den besonderen Pfiff erhält unser Kindermöbel durch die Frontplatte, die an eine Schmalseite des Hockers montiert wird. Im PDF-Dokument (Download) finden Sie Schablonen zur Dekoration. Aber auch Ihrer eigenen Kreativität sind hinsichtlich der Schablonen keine Grenzen gesetzt!

Fixieren Sie die Frontplatte mit der übertragenen Kontur mittels Zwingen auf der Arbeitsfläche. Verwenden Sie dabei wie immer Zulagen, um Druckspuren auf dem Werkstück zu vermeiden. Nun schneiden Sie mit Stichsäge und Kurvensägeblatt die Kontur aus.

7. Schritt - Kontur-/Frontplatte mit dem Hocker verbinden

Durchbohren Sie mit Bohrmaschine und 4-mm-Holzbohrer die Beine an der Schmalseite jeweils zweimal und senken Sie diese hinten an. Fixieren Sie die Platte in der gewünschten Höhe oder nach den Angaben in unserer Zeichnung mit Zwingen. Zu guter Letzt verschrauben Sie die Platte von hinten durch die Beine mit Akkuschrauber und Senkkopfschrauben 4 x 90 mm.

8. Schritt - Oberflächen vorbereiten

Um die Oberfläche so gut wie möglich hinzubekommen, sollten Sie sich ihr vor dem Zusammenbau des Möbels widmen. Das ist besonders bei dem hier vorgestellten Zwei-Komponenten-Lacksystem sinnvoll.

Zunächst spachteln Sie alle Schraubenlöcher in den MDF-Flächen mit Holzspachtelmasse oder Autokitt zu. Nach dem Trocknen (Herstellerangaben beachten!) schleifen Sie die Stellen mit 120er Schleifpapier glatt.

Brechen Sie zunächst die Kanten aller MDF-Teile, indem Sie sie mit 180er Schleifpapier im 45°-Winkel bearbeiten, sodass eine kleine Fase entsteht. Die MDF-Flächen bearbeiten Sie mit dem Schleifer und Schleifpapier, Körnung 180.

9. Schritt - Oberflächenbehandlung

Lesen Sie zunächst die Verarbeitungs- und Sicherheitsratschläge der Hersteller sorgfältig durch. Arbeiten Sie in einem gut belüfteten Raum und vermeiden Sie dort Rauchen, Essen und Trinken.

Tragen Sie den Grundierfüller mit der Walze oder gegebenenfalls mit einer Spritzpistole auf. Lassen Sie ihn gut trocknen.

MDF-Tipps:
MDF hat stark saugende Oberflächen. Besonders den Kanten müssen Sie diesbezüglich Aufmerksamkeit – sprich: mehrere Schichten – widmen. Vermeiden lässt sich das aufwendige Füllern (so nennt man das Absperren der saugenden Flächen), wenn Sie MDF mit Grundierfolie verwenden. Diese gewährleistet einen perfekten Anstrich ohne Füllern – zumindest auf den Flächen.

Schleifen Sie die fertig grundierten Flächen und Kanten fein an; steigern Sie dabei die Körnung des Schleifpapiers von 180 über 220 bis 240.

10. Schritt - Sichtflächen lackieren

Lacke sind in vielen Varianten und Preislagen erhältlich. Ausschlaggebend für die Auswahl sind Verarbeitbarkeit, Ihre technische Ausstattung daheim und der Anspruch an Qualität und Haltbarkeit der Oberfläche. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten. Und wenn Sie keine größere Erfahrung mit dem Lackieren haben, empfiehlt es sich, auf einem Probestück ein wenig zu üben.

Die einfachste Lösung ist Lack aus der Sprühdose.

Eine hochwertigere Variante ist z.B.Polyurethanlack, ein aus zwei Komponenten bestehender Farblack, der mit der Spritzpistole aufgetragen wird. Dazu mischen Sie Farblack und Härter nach Herstellerangaben und füllen die Mischung in die Spritzpistole. Stellen Sie an einer Versuchsplatte die Düse und damit die Lackmenge ein. Stellen Sie den Sprühkegel bei Flächen breiter und bei Kanten schmaler ein. Lackieren Sie am besten zuerst die Innenkanten, dann die äußeren Kanten und zuletzt die Flächen; diese in gleichmäßigen, parallel verlaufenden Bahnen.

Was Ihnen beim Sprühen jedoch in keinem Fall erspart bleibt, wenn Sie aneinander grenzende Flächen verschiedenfarbig gestalten möchten: Sie müssen mit aufgeklebten Formschablonen arbeiten, um die Farbflächen sauber voneinander abzugrenzen.



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Abbildungen ist urheberrechtlich geschützt. Für diese Veröffentlichung wurde sie
uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von bosch-do-it.de.

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