Bauanleitung für ein Klappbaren Stehtisch

Wer kennt diese Situation nicht: Eine Feier, egal ob zuhause oder im Garten, wird geplant. Benötigte Stühle lassen sich oft auftreiben bei Nachbarn oder Freunden. Was fehlt, sind meist geeignete Tische. Und dann ist da noch die Sache mit der Gemütlichkeit. Zuviele "feste" Sitzplätze an schweren Tischen können schnell die aufgelockerte Atmosphäre einer fröhlichen Feier verderben, weil alle nur noch satt herumsitzen.

Ein solider und stabiler Stehtisch, der so groß dimensioniert ist, daß daran mehrere Personen ihr Grillwürstchen verspeisen können, der dennoch klein und leicht genug ist, um überall aufgestellt werden zu können, und der zudem noch mit möglichst geringem Platzbedarf verstaut werden kann, wenn das Fest vorbei ist - das wäre ideal.

Und für einen solchen Party-Klapp-Stehtisch ist dies hier die Bauanleitung.

Projektdetails

Schwierigkeitsgrad: fortgeschritten Dauer:  
Verwendungsort: Wohnzimmer/Garten/Terrasse Preis: ca. 20 Euro
Verwendungszweck: Ablage Bauanleitung als PDF


Was Sie benötigen


Materialliste: Wir haben versucht, den Klapptisch in der kostengünstigsten Variante zu bauen. Deshalb haben wir Fichtenleimholz mittlerer Qualität verwendet, welches in jedem Baumarkt erhältlich ist. Die Tischplatte ist mit einer Stärke von 18 mm etwas schwach, aber ausreichend dimensioniert. Stabiler, aber auch schwerer und erheblich teurer, ist Leimholz in der Stärke 28 mm. Die verwendeten Scharniere zählen ebenfalls zum Standardsortiment jedes Baumarktes. Die Größenangaben der Scharniere beziehen sich auf die Abmaße im aufgeklappten Zustand.

Pos. Stk. Bezeichnung Länge (mm) Breite (mm) Stärke (mm) Material
Holz-Zuschnitte
1 4 Beine der äußeren Rahmen 1223 60 18 Holzleiste
2 2 obere Querstreben der äußeren Rahmen 328 60 18 Holzleiste
3 2 untere Querstreben der äußeren Rahmen 605 60 18 Holzleiste
4 4 Beine der inneren Rahmenteile 850 60 18 Holzleiste
5 2 obere Querstreben der inneren Rahmenteile 111 60 18 Holzleiste
6 2 untere Querstreben der inneren Rahmenteile 230 60 18 Holzleiste
7 2 Anschlagleiste 200 60 18 Leimholzplatte
8 2 Tischplatte 800 400 18 Leimholzplatte
9 6 Verbindung der klappbaren Tischbeine 50 50 3 Scharniere
10 2 Verbindung der klappbaren Tischbeine 160 40 3 Scharniere
11 2 Verbindung der Tischbeine mit der Tischplatte 80 80 3 Scharniere
12 1 Verriegelung der aufgeklappten Tischbeine 18 60 3 Sperrriegel
13 24 Verbindung der Rahmenleisten 100 5 - Holzschrauben
14 2 Montage der Anschlagleiste 70 5 - Holzschrauben
15 76 Montage der Scharniere 16 4 - Holzschrauben
16 8 Verbindung der Tischplatte 35 - - Holzdübel
weitere Materialien
17 2 Verbindung der Tischplatte - - - Holzleim
18 - Oberflächenbehandlung des Holzes - - - Lack oder Lasur

Benötigte Werkzeuge:
Die folgenden Hand- und Elektrowerkzeuge benötigen Sie zum Bau Ihres klappbaren Stehtischs. Die als minimal gekennzeichneten Werkzeuge sind unbedingt erforderlich. Mit den als optimal oder optional gekennzeichneten Werkzeugen lassen sich einzelne Arbeits-schritte schneller oder komfortabler ausführen, sie sind aber nicht unbedingt erforderlich.

Werkzeugliste

Ausstattung Werkzeug /Maschine Verwendung Details
Elektrowerkzeuge, Werkzeugmaschinen und Zubehör dazu
minimal Akku-Bohrschrauber/Bohrmaschine Bohrungen der Löcher für Holzdübel und Verschraubungen im Shop ansehen
minimal Pendelhub-Stichsäge Zuschnitt der Leisten und der Tischplatte im Shop ansehen
minimal Holzsägeblatt für Stichsäge Zuschnitt der Leisten und der Tischplatte im Shop ansehen
minimal Holzbohrer 6 mm mit Begrenzung Bohrungen der Löcher für Holzdübel im Shop ansehen
minimal Holzbohrer 4 mm Bohrungen für Verschraubungen
optimal Oberfräse Kantenbearbeitung und Tischplattenausschnitt im Shop ansehen
optimal Frästisch für Oberfräse Kantenbearbeitung im Shop ansehen
optimal Fräser für Oberfräse Kantenbearbeitung und Tischplattenausschnitt im Shop ansehen
Handwerkzeuge, Meßgeräte, Hilfsmittel und Zubehör
minimal Feilen Bearbeitung von Schnittkanten im Shop ansehen
minimal Holzraspel Bearbeitung von Schnittkanten im Shop ansehen
minimal Schraubendreher Montage der Scharniere und des Rahmens im Shop ansehen
optimal Holzdübel-Lehre Bohrungen der Löcher für Holzdübel im Shop ansehen
optimal Leim- oder Schraubzwingen Verleimung der Tischplatte im Shop ansehen
optional Lackierpinsel Lackieren der Bauteile im Shop ansehen


Die Grundkonstruktion des klappbaren Party-Stehtischs

Mit einer Höhe von 120 Zentimetern und einem Durch-messer von 80 Zentimetern sollte der Tisch die vorge-gebenen Anforderungen an die gewünschten Dimensio-nen erfüllen. Mit einem dreibeinigen Untergestell, wel-ches sich soweit zusammenfalten läßt, daß die Tisch-platte vertikal umgeklappt werden kann, ergibt sich ein Staumaß von 80 Zentimetern in der Breite und 10 Zentimetern in der Tiefe. In jeder Nische neben einem Schrank, oder einer freien Ecke im Keller, könnten also leicht zwei bis drei dieser Tische untergebracht werden.

Um eine gute Standfestigkeit des Tisches zu gewähr-leisten, wird das klappbare Untergestell so konstruiert, daß es ein gleichseitiges Dreieck bildet, welches im Be-reich der Aufstandpunkte dem Durchmesser der Tisch-platte entspricht. Nach oben hin verjüngt sich dieses Dreieck soweit, daß ausreichender Abstand zum Rand der Platte entsteht, und doch eine stabile Auflage er-reicht wird. Zwei der Seitenteile bilden eine feste Ein-heit, das dritte ist geteilt und durch Scharniere klapp-bar. Es faltet sich beim Zusammenlegen nach innen.

Konstruktionszeichnung und Stehtisch-Bauplan als PDF-Dokument

Die Bauanleitung für den Klappbaren- Stehtisch besteht aus zwei Teilen. Die Konstruktionszeichnung des Stehtisches mit detaillierten Maßblättern und mit exakter Materialliste und Werkzeugliste haben wir im PDF-Format vorbereitet, die Sie hier als Stehtisch-Bauplan downloaden und ausdrucken können. Diesen Bauplan benötigen Sie, um das entsprechende Material zu beschaffen und die Bauteile zuzuschneiden und zu bearbeiten.

Die Arbeitsschritte zum Bau des Klappbaren Stehtisches

1. Schritt
Sie können sich die einzelnen Bauteile anhand der Maße in der Materialliste beim Holzhändler oder im Baumarkt zuschneiden lassen. Dort bekommen Sie auch eine fertige, runde Tischplatte im passenden Durchmesser. Der Tisch wird dann allerdings unverhältnismäßig teuer. Deshalb zeigen wir Ihnen hier lieber, wie Sie ihn mit geringstem Kostenaufwand bauen können. Wir verwenden deshalb sogenanntes "Hobby-Holz" oder "Low-Budget-Holz" in passender Länge.
2. Schritt
Schneiden Sie die einzelnen Leisten gemäß Materialliste selbst zurecht. Mit einer Kreissäge ist das in wenigen Minuten geschehen. Aber auch mit einer Stichsäge ist es gut möglich, vor allem, wenn Sie einen Sägetisch oder eine Führungsschiene verwenden. Zunächst erfolgt der Zuschnitt in der Breite, dann wird jede Leiste auf die benötigte Länge gekürzt. Die zugeschnittenen Leisten werden an den Schnittkanten mit einem Schleifklotz leicht gebrochen.
3. Schritt
Zeichnen Sie nun mit der Gehrungsschablone, die Sie sich auf Karton aufkleben sollten, die Gehrungswinkel an den Enden der Leisten an und schneiden Sie die Gehrungen zu. Achten Sie hierbei darauf, daß die Winkel in ihrer Ausrichtung jeweils der Maßskizze entsprechen. Da die Konstruktion des gesamten Untergestells nur auf einem Winkel basiert, kann es hier recht schnell zu ärgerlichen Verwechslungen kommen.
4. Schritt
Die Leisten können auf vielfältige Art miteinander verbunden werden. Besonders schnell und haltbar ist folgende Variante: Klemmen Sie mit Schraubzwingen die jeweils zu verbindenden Leisten auf der Arbeitsplatte oder der Werkbank fest. Bohren Sie die jeweils vordere Leiste mit einem 4mm starken, langen Holzbohrer durch, und die dahinter liegende Leiste ca. 2cm tief an. Die Bohrlöcher mit einem Senkbohrer versenken.
5. Schritt
Mit einem speziellen Holzbohrer mit Überlänge und aufgesetztem Senker, geht das in einem Arbeitsgang. Lassen Sie die Leisten eingespannt, um sie in der maßgerechten Position miteinander zu verschrauben. Verwendet werden Holzschrauben der Dimension 6 X 100 mm mit Kreuzschlitz-Senkkopf. Wenn Sie einen Akku-Schrauber benutzen, so achten Sie auf einen vollen Akku und ein möglichst neues Bit, denn zum Verschrauben ist beträchtlicher Kraftaufwand nötig.
6. Schritt
Zur Montage des Untergestells werden zunächst die beiden deckungsgleichen, äußeren Rahmenteile mit Scharnieren auf der Innenseite miteinander verbunden. Befestigen Sie mit den Holzschrauben das untere Scharnier in Höhe der unteren Querstrebe auf den Leisten. Montieren Sie das obere Scharnier etwa 12 cm unterhalb der Oberkante des Rahmens, so erhalten Sie die beste Stabilität. Zur Verstärkung kann optional noch ein drittes Scharnier montiert werden.
7. Schritt
Die beiden Elemente des inneren, klappbaren Rahmens werden bündig gegeneinander gelegt und an ihren Querstreben durch Scharniere miteinander verbunden. Auf die Außenkanten des verbundenen Innenrahmens werden ebenfalls Scharniere aufgeschraubt. Das war der leichtere Teil der Montage, der kniffligere Teil folgt jetzt, denn die Rahmenteile können nur bei aufgeklapp-tem Untergestell miteinander verschraubt werden.
8. Schritt
Um den äußeren mit dem inneren Rahmen zu verbinden, stellen Sie den äußeren Rahmen aufgeklappt auf Ihre Arbeitsplatte. Fügen Sie den inneren Rahmen bündig in den äußeren ein, und fixieren Sie die Scharniere des inneren Rahmens mit Leimzwingen auf den Leisten des äußeren Rahmens. Jetzt können Sie bequem die Schar-niere mit Holzschrauben auf dem äußeren Rahmen befestigen. Testen Sie den Sitz der Scharniere jeweils mit nur einer Schraube! Der Rahmen muß klappbar sein!
9. Schritt
Wenden wir uns nun zunächst der Tischplatte zu. Wir verbinden durch Verleimen und Verdübeln zwei Leimholzplatten der Maße 40 X 80 cm miteinander. Aus der entstandenen quadratischen Platte fräsen wir mit der Oberfräse eine runde Tischplatte heraus. Alternativ kann die Platte natürlich auch mit einer Stichsäge ausgesägt werden.
10. Schritt
Für die Arbeit mit der Oberfräse verwenden wir eine Kreisführung entsprechender Größe, wie Sie von verschiedenen Herstellern als Zubehör angeboten werden. Im ersten Durchgang wird die Platte mit einem Stiftfräser ausgeschnitten. Danach wird die Schnittkante jeweils von beiden Seiten mit einem Abrundfräser sauber geglättet. Falls Sie eine Stichsäge verwenden, muß der Schleifvorgang manuell mit einem Schleifblock durchgeführt werden.
11. Schritt
Jetzt können die faltbaren Tischbeine und die Tischplatte miteinander verbunden werden. Hierzu legen Sie die Tischplatte mit der Unterseite nach oben auf die Werkbank. Schneiden Sie die Montage-Schablone aus, zentrieren Sie sie auf der Tischplatte und fixieren Sie sie mit Klebestreifen. Stellen Sie jetzt die aufgeklappten Tischbeine mit der Oberseite auf die Schablone und richten Sie die Leisten an dieser aus.
12. Schritt
Auf der linken Seite der starren Rahmenteile sind auf der Schablone die Positionen für die Klappscharniere ge-kennzeichnet. Verbinden Sie hier die Tischplatte mit den Rahmenleisten durch Scharniere der Größe 80 X 80 mm. Bohren Sie dazu die Löcher für die Holzschrauben an den entsprechenden Positionen zunächst vor, und montieren Sie die Scharniere endgültig, wenn Sie die Montageschablone wieder entfernt haben.
13. Schritt
Auf der gegenüberliegenden Seite wird eine Anschlag-leiste zum Fixieren der Tischbeine im aufgeklappten Zustand auf die Tischplatte aufgeschraubt. Auch die Position dieser Leiste ist auf der Schablone markiert. Verschrauben Sie die Anschlagleiste parallel zur oberen Rahmenleiste in deren weitestem Öffnungswinkel. Zu-sätzlich wird ein Sperriegel so unter der Tischplatte verschraubt, daß die Rahmenleiste der Tischbeine gegen unbeabsichtigtes Einklappen gesichert werden kann.
14. Schritt
Zum Abschluß wird der gesamte Klapptisch noch einmal demontiert, die einzelnen Leisten und die Tischplatte werden gewässert, getrocknet, geschliffen und dann mit witterungsbeständiger Holzschutz-Lasur gestrichen. Nach dem Austrocknen der Lasur wird der Tisch abschließend montiert. Und wie da so das wohlverdiente Glas Bier in der Abendsonne golden auf unserem neuen Gartentisch leuchtet, kommt einem auch schon wieder die nächste Idee für eine Bauanleitung.



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Abbildungen ist urheberrechtlich geschützt. Für diese Veröffentlichung wurde sie
uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von DIY4you.

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