Puppenhaus für Kinder

Wer ein Puppenhaus zum Leben erwecken will, braucht Fantasie. Wer eines bauen möchte, nur gutes Werkzeug und diese Anleitung.
Wenn Sie wissen, wie es geht, bauen Sie so ein hübsches kleines Eigenheim in Rekordzeit. Auch Anfänger können das Puppenhaus innerhalb eines halben Tages fertigstellen. Die Kosten liegen zwischen 50 und 100 Euro.


Anleitung als Video

Projektdetails

Schwierigkeitsgrad: Anfänger Dauer: ca. 1/2 Tag
Verwendungsort: Kinderzimmer / sonst. Preis: 50 bis 100 €
Verwendungszweck: Spielzeug Konstruktionsplan als PDF

Was Sie benötigen

Bearbeitungshinweise:

Die folgende Bauanleitung ist auf Birke-Multiplexplatten in 15 mm Stärke ausgelegt. Lassen Sie sich die benötigten Platten im Baumarkt oder bei Ihrem Tischler zuschneiden. Wenn Sie andere Materialien oder Stärken verwenden, passen Sie die Stückliste entsprechend an.

Das Puppenhaus wird komplett verschraubt, das Dach verleimt. Eine kleine Herausforderung sind die Gehrungsschnitte, die Sie vornehmen müssen, um das Dach passend aufzusetzen. Mit dem richtigen Werkzeug schaffen Sie das aber mit links.

Materialliste

Pos. Stk. Bezeichnung Länge (mm) Breite (mm) Stärke (mm) Material
Holz-Zuschnitte etc.
1 1 Fassade 633 473 15 Birke-Multiplex
2 2 Grundplatten 603 345 15 Birke-Multiplex
3 1 Grundplatte oben 455 345 15 Birke-Multiplex
4 2 Außenwände 336 350 15 Birke-Multiplex
5 2 Innenwand 190 310 15 Birke-Multiplex
6 2 Dach 531 410 15 Birke-Multiplex
7 Senkkopfschrauben, 3 x 25 mm
8 ca. 1 l Weiße Farbe für Wände und Böden Dispersionsfarbe
9 ca. 0,5 l Rote Farbe fürs Dach Dispersionsfarbe

Benötigte Werkzeuge:

Werkzeugliste

Ausstattung Werkzeug /Maschine Verwendung Details
Elektrowerkzeuge, Werkzeugmaschinen und Zubehör dazu
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minimal Stichsäge Holzzuschnitt im Shop ansehen
minimal Multischleifer Oberflächen schleifen im Shop ansehen
minimal Akkubohrschrauber Montage im Shop ansehen
optional Feinsprühsystem Oberflächenbehandlung im Shop ansehen
Handwerkzeuge, Meßgeräte, Hilfsmittel und Zubehör
minimal 50 mm Bohrer Bohrungen / Montage im Shop ansehen
minimal Schleifpapier, Körnung 120 & 240 Oberflächenbehandlung im Shop ansehen
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Die Arbeitsschritte zum Bau des Puppenhauses

1. Schritt - Fenster und Türen aussägen
Überlegen Sie sich als erstes, wie viele Fenster die Fassade erhalten soll. Zeichnen Sie die Öffnungen für die Fenster genau mit Geodreieck und Bleistift ein.

Zum Ausschneiden der Fenster verwenden Sie das Multifunktionsgerät. Um nicht aus Versehen in die Arbeitsplatte zu schneiden, legen Sie Leisten unter und spannen die Platte mit Zwingen an Ihrer Arbeitsplatte fest.

Vergessen Sie nicht, zum Sägen die Schutzbrille und den Gehörschutz aufzusetzen.

Nachdem Sie die Fenster ausgesägt haben, zeichnen Sie die Türöffnung in eine der beiden Außenwände ein, und sägen Sie diese auf die gleiche Weise aus.

So sägen Sie spielend die Kurve

Sie bauen eine Seifenkiste und müssen das Lenkrad in Form sägen. Oder Sie möchten in eine Holzkiste Aussparungen sägen, damit sie sich besser tragen lässt. Für solche und ähnliche Arbeiten, bei denen Sie um die Kurve sägen müssen, greifen Sie am besten zur Stichsäge.

Vorgehen:

Damit beim Sägen von Kurven alles rund läuft, folgen Sie einfach diesen Ratschlägen:

Legen Sie ein Kurvensägeblatt in Ihre Stichsäge ein. Achten Sie bei der Auswahl des Sägeblatts auch auf die Beschaffenheit des Werkstücks – handelt es sich zum Beispiel um hartes Holz oder um Sperrholz, um ein Brett oder um eine Platte.

Zeichnen Sie die Schnittlinie exakt mit Bleistift, Zirkel und Lineal auf Ihrem Werkstück ein. Falls Sie eine Aussparung sägen, bohren Sie ein Loch, das die eingezeichnete Linie berührt und das groß genug ist, um das Sägeblatt Ihrer Stichsäge einführen und wenden zu können.

Kurven mit sehr kleinem Radius bohren Sie am besten mit einem Bohrer des entsprechenden Durchmessers vor. Sägen Sie nun mit der Stichsäge bis an den Rand des Lochs und von dort aus weiter immer entlang der vorher eingezeichneten Linie.

Achten Sie auf die richtige Führung der Säge. Je mehr Ihre Hand über dem Sägeblatt liegt, desto präziser und leichter können Sie Kurven und Geraden sägen.

2. Schritt - Bullaugen bohren

Bohren Sie nun die Bullaugen in die Seitenwände. Dazu müssen Sie lediglich jeweils vorher den Kreismittelpunkt genau einzeichnen. Spannen Sie das Seitenteil zusammen mit einer Resteplatte gut ein. Zum Bohren können Sie eine normale Bohrmaschine verwenden – am besten eignet sich aber eine Tischbohrmaschine. Setzen Sie den Bohrer im Kreismittelpunkt an und bohren Sie die Löcher sauber aus.

 

Kleines Detail, große Wirkung

Möbel wirken oft gefälliger, wenn die Ecken und Kanten gebrochen, also im 45-Grad-Winkel geschliffen werden. Diese Aufgabe ist wie geschaffen für den handlichen und vielseitigen Multischleifer oder die Spezialisten für schwer zugängliche Stellen: Deltaschleifer und Varioschleifer.

Vorgehen:

So schleifen Sie Ecken, Kanten und Winkel ohne Mühe:

1. Zum Brechen von Holzkanten wählen Sie ein Schleifpapier mit Körnung 120 bis 180.

2. Schalten Sie das Schleifgerät ein, setzen Sie es im 45-Gradwinkel an und ziehen Sie es langsam über die Kante des Werkstücks.

3. Um in schwer zugänglichen Winkeln zu schleifen, sind Deltaschleifer und Varioschleifer ideal. Mit dem richtigen Aufsatz können Sie für diese Aufgabe auch den Multischleifer verwenden.

3. Schritt - Gehrungen und Dachschrägen sägen

Als nächstes sägen Sie mehrere Gehrungen im 45-Grad-Winkel: An den beiden Dachplatten, wo diese später im Giebel aufeinandertreffen, an den Oberkanten der Seitenteile sowie an beiden Seiten der oberen Grundplatte, wo das Dach aufliegen wird.

Zum Sägen der Gehrungen fixieren Sie die Platte mit Schraubzwingen. Stellen Sie an der Handkreissäge einen 45-Grad-Winkel ein und befestigen Sie die Führungsschiene. Nun können Sie ganz einfach entlang der Kante eine saubere Gehrung sägen.

Jetzt sägen Sie noch die beiden Dachschrägen der Fassade. Markieren Sie die Schnittkanten gemäß der Konstruktionszeichnung. Fixieren Sie die Platte mit Zwingen und stellen Sie die Handkreissäge auf 0 Grad ein. Mit Hilfe der Führungsschiene gelingt Ihnen ein schöner, gerader Schnitt.

So haben Sie schnell den richtigen Dreh raus

Schraubverbindungen sind im Möbelbau eine schnelle und einfache Alternative zu Leimverbindungen. In Holz zu bohren ist allerdings anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick scheint. Hier erfahren Sie, worauf es beim Schrauben und Bohren in Holz ankommt.

Vorgehen:

So sorgen Sie für feste und schöne Schraubverbindungen:

1. Verwenden Sie einen Holzbohrer mit Zentrierspitze. Für normale Löcher von kleinem bis mittlerem Durchmesser können Sie einen Spiralbohrer benutzen. Für tiefe Bohrungen ab 8–10 mm Durchmesser empfiehlt sich ein Schlangenbohrer. Für flache Bohrungen bis 30 mm Durchmesser ist der Forstnerbohrer geeignet. Die Lochsäge ist ideal, um Durchgangslöcher ab 30 mm Durchmesser zu bohren.

2. Verwenden Sie immer Holzschrauben. Diese haben ein Gewinde mit großer Steigung und eine ausgeprägte Spitze. Der Schaft ist zylindrisch oder konisch.

3. (Akku-)Schrauber und (Akku-)Bohrschrauber sind zum Schrauben ideal. Bei nur gelegentlichem Bedarf kann auch auf Bohrmaschinen zurückgegriffen werden.

4. Achten Sie darauf, den exakt zur Schraube passenden Bit (Schraubereinsatz) in Ihr Werkzeug einzusetzen. Sonst kann es passieren, dass Sie beim Schrauben abrutschen. „Torx“-Schrauben bieten den besten Halt, „Kreuz“-Schrauben (Fachbegriff Pozidriv oder Philips) sind generell besser geeignet als Schlitz-Schrauben.

5. Das beste Ergebnis erzielen Sie, wenn Sie längs zum Verlauf der Holzfasern bohren. Stellen Sie die Drehzahl richtig ein. Ist die Drehzahl zu gering, wird die Bohrung unsauber. Bei zu hoher Drehzahl besteht die Gefahr, dass das Werkstück überhitzt und Brandflecken entstehen. Setzen Sie den Bohrer sauber an.

6. Befestigen Sie das Werkstück mit Zwingen, damit es beim Bohren nicht verrutscht. Um Ihre Arbeitsplatte nicht zu beschädigen, legen Sie eine Resteplatte unter, in die Sie hineinbohren können. Dies verhindert zudem das Ausreißen von Fasern beim Durchbohren.

7. Um zwei Holzteile mit Schrauben zu verbinden, bohren Sie das Teil, durch das zuerst geschraubt wird, stets 0,5 bis 1 mm größer vor als der Schraubendurchmesser ist. Das Teil, in das hineingeschraubt wird, sollten Sie hingegen stets 1 mm kleiner vorbohren. So kann das Gewinde gut greifen.

8. Falls Sie Senkkopfschrauben benutzen, senken Sie das Bohrloch so tief an, dass der Schraubenkopf ganz darin verschwindet.

4. Schritt - Dach verleimen

Nachdem die beiden Dachplatten eine Gehrung erhalten haben, werden sie nun entlang der Schnittstelle miteinander verleimt. Legen Sie dazu die Platten auf die Innenseite bündig zueinander, so dass sich die Gehrungsschnitte berühren. Verbinden Sie nun die Platten mit Klebeband – auf diese Weise entsteht eine Art Scharnier.

Drehen Sie nun die Platten um, tragen Sie reichlich Leim auf die Schnittflächen auf und klappen Sie die Dachplatten zu einem Giebeldach zusammen. Den austretenden, überschüssigen Leim wischen Sie einfach mit einem Tuch ab. Spannen Sie zwei weitere Klebebandstreifen zwischen die Dachenden, um Druck auf die Verleimung zu bringen.

Tipp: Legen Sie einen Winkel oder eine rechteckige Resteplatte an, um zu prüfen, ob die Dachplatten exakt rechtwinklig zueinander stehen. Eventuell müssen Sie etwas nachbessern.

Der Leim muss nun etwa 20 Minuten trocknen. Bitte beachten Sie dazu auch die Herstellerangaben.

Der Clou mit der Gehrung

Saubere Gehrungsschnitte sind immer dann gefragt, wenn es darum geht, schöne und stabile Eckverbindungen herzustellen. Sie wollen zum Beispiel ein Puppenhaus mit Giebeldach bauen? Oder aus Kanthölzern einen Raumteiler zusammensetzen? Mit einer Kapp- und Gehrungssäge haben Sie hier leichtes Spiel. So gelingt Ihnen jeder Gehrungsschnitt.

Vorgehen:

So sägen Sie Ihr Werkstück sauber und sicher auf Gehrung:

1. Legen Sie das Werkstück ein und fixieren Sie es mit der Arbeitsklemme.

2. Stellen Sie den Gehrungswinkel an der Säge ein. Die Schnittlinie wird per Laser auf das Werkstück projiziert.

3. Setzen Sie die Säge langsam auf und führen Sie den Schnitt aus.

4. Achten Sie auf Ihre Sicherheit. Arbeiten Sie ohne Hast und tragen Sie Schutzbrille und einen Hörschutz.

5. Schritt - Puppenhaus verschrauben

Jetzt sind die Einzelteile fertig. Bauen Sie nun das Puppenhaus zusammen. Zunächst schrauben Sie die Seitenwände an die Grundplatte. Damit Sie wissen, wo Sie die Schrauben platzieren müssen, teilen Sie einfach die Materialstärke (also 15 mm) durch zwei. Nun zeichnen Sie eine Linie im Abstand von 7,5 mm von der Unterkante auf die Außenwände und markieren darauf die Positionen der Schrauben. Bohren Sie nun die Löcher in den Seitenwänden vor und senken Sie sie an. Nun können Sie die Seitenwände mit Hilfe des Akkuschraubers an der Grundplatte montieren.

Als nächstes verschrauben Sie die untere Innenwand mit der Grundplatte. Anschließend montieren Sie die Fassade an die bereits verschraubten Teile. Danach wird die obere Innenwand mit der Grundplatte für das erste Geschoss verschraubt, diese in das Haus eingesetzt und auf gleiche Weise befestigt.

Bevor Sie die obere Grundplatte mit den Gehrungen montieren, bohren Sie auf jeder Seite zweimal im rechten Winkel durch die Gehrungen vor. Durch diese Bohrungen hindurch wird abschließend das Dach von innen mit dem Puppenhaus verschraubt.

Tipp zum Verschrauben zweier Holzteile

Bohren Sie das Loch in der Platte, durch die zuerst geschraubt wird, stets 0,5 bis 1 mm größer vor als der Schraubendurchmesser ist. Das Loch sollte so tief vorgebohrt werden, dass der Schraubenkopf ganz darin verschwindet. Das Loch in der Holzplatte, in die als Zweites gebohrt wird, sollten Sie normalerweise hingegen 1 mm kleiner vorbohren als der Schraubendurchmesser ist. So kann das Schraubengewinde gut greifen. Da für das Puppenhaus sehr kleine Schrauben und das robuste Multiplexmaterial verwendet werden, können Sie aber auch auf das Vorbohren der zweiten Platte verzichten.


So läuft beim Schleifen alles glatt

Für Heimwerker gehört das Schleifen von Holzoberflächen zu den häufigsten Arbeiten. Zum Beispiel, um Unebenheiten und Farbreste zu entfernen oder um das Holz für weitergehende Oberflächenbehandlungen vorzubereiten.

Vorgehen:

So sägen Sie Ihr Werkstück sauber und sicher auf Gehrung:

1. Der Einsatz des richtigen Geräts entscheidet auch über das Arbeitsergebnis. Der Exzenterschleifer eignet sich aufgrund seiner runden Schleifplatte besonders gut für gewölbte Flächen.

2. Führen Sie das Schleifgerät langsam, und ohne Druck auszuüben, über die Holzoberfläche.

3. Bei Naturholz sollten Sie die Sichtflächen stets in Richtung der Holzmaserung schleifen. So erzielen Sie das beste Ergebnis.

4. Schleifen Sie zunächst mit gröberem (150er, 180er), dann mit feinerem (bis 240er) Schleifpapier. Wechseln Sie verbrauchtes Schleifpapier rechtzeitig aus.

5. Tragen Sie sicherheitshalber eine Schutzbrille.

6. Schritt - Sichtfläche lackieren

Vor dem Lackieren sollten Sie das Dach noch einmal abnehmen, um es separat zu bearbeiten.

Füllen Sie den Lack in den Farbbehälter des Feinsprühsystems und verdünnen Sie ihn gegebenenfalls mit etwas Wasser. Stellen Sie an einer Versuchsplatte den Sprühstrahl an der Düse und die Farbmenge am Stellrad ein. Der Sprühstrahl kann für Flächen horizontal oder vertikal und für Kanten kegelförmig eingestellt werden.

Tipp zum Lackieren

Lacke sind in vielen Varianten und Preislagen erhältlich. Ausschlaggebend für die Auswahl sind Verarbeitbarkeit, Ihre technische Ausstattung zu Hause und der Anspruch an Qualität und Haltbarkeit der Oberfläche. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten. Wenn Sie keine größere Erfahrung mit dem Lackieren haben, empfiehlt es sich, auf einem Probestück zu üben. Das schnellste und beste Ergebnis erreichen Sie häufig mit Acryllacken. Diese sind wasserverdünnbar und lassen sich einfach und schnell mit einem Feinsprühsystem auftragen.

Fertig

Mit dem selbstgebauten Puppenhaus geben Sie der Fantasie Ihrer Kinder einen neuen Raum. Viel Spaß beim Einrichten und Spielen!



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