Bauanleitung für einen puristischen Waschtisch

Eine Idee, die sich gewaschen hat: Mit unserem Waschtisch in puristischem Look zieht angesagtes Design in Ihr Badezimmer. Ganz nach dem Motto: Weniger macht mehr her!

Tragende Elemente sind zum einen die Seiten, zwischen denen die Böden verschraubt sind; die Abdeckplatte liegt darauf. Die andere tragende Rolle spielt ein Kantholz als Befestigungsleiste: Es wird an die Wand gedübelt und mit der Abdeckplatte verschraubt.

Projektdetails

Schwierigkeitsgrad: Könner Dauer: 1 - 1 1/2 Tage
Verwendungsort: Badezimmer Preis: 150 - 200 €
Verwendungszweck: - Konstruktionsplan als PDF

Was Sie benötigen

Bearbeitungshinweise:

Die folgende Bauanleitung ist auf Buche-Leimholzplatte in 20 mm Stärke ausgelegt. Sollten Sie andere Materialien oder Stärken verwenden, müssen Sie die Stückliste entsprechend anpassen. Lassen Sie sich die benötigten Teile möglichst im Baumarkt oder bei Ihrem Tischler zuschneiden.

Materialliste

Pos. Stk. Bezeichnung Länge (mm) Breite (mm) Stärke (mm) Material
Holz-Zuschnitte etc.
1 1 Korbus Abdeckplatte 1200 480 20 Buche-Leimholzplatten
2 2 Korbus Seiten 675 460 20 Buche-Leimholzplatten
3 1 Korbus Mittelseite 240 160 20 Buche-Leimholzplatten
4 3 Korbus Böden 1160 240 20 Buche-Leimholzplatten
5 1 Korbus Rückwand 1160 495 20 Buche-Leimholzplatten
6 1 Korbus Blende 593 190 20 Buche-Leimholzplatten
7 1 Korbus Befestigungsleiste 1150 45 45 Fichte-Kantholz
8 6 Korbus Stuhlwinkel 40 40 1
9 1 Korbus Stangengriff 500 64
10 2 Schubkasten Seiten 400 131 12 Mitteldichte Faserplatte (MDF)
11 2 Schubkasten Vorder-/Rückenteil 543 131 12 Mitteldichte Faserplatte (MDF)
12 1 Schubkasten Boden 567 400 4 Mitteldichte Faserplatte (MDF)
13 1 Schubkasten Front 593 190 19 Mitteldichte Faserplatte (MDF)
14 ca. 20 Senkkopfschrauben 4 x 45 mm
15 ca. 4 Senkkopfschrauben 4 x 35 mm
16 ca. 30 Senkkopfschrauben 3 x 25 mm
17 ca. 24 Senkkopfschrauben 4 x 17 mm

Benötigte Werkzeuge:

Werkzeugliste

Ausstattung Werkzeug /Maschine Verwendung Details
Elektrowerkzeuge, Werkzeugmaschinen und Zubehör dazu
minimal Stichsäge Holzzuschnitt im Shop ansehen
minimal Schleifer Oberflächen schleifen im Shop ansehen
minimal Bohrmaschine Bohrungen / Montage im Shop ansehen
minimal Akkuschrauber Montage im Shop ansehen
optional Feinsprühsystem Oberflächenbehandlung im Shop ansehen
minimal Holzbohrer Bohrungen / Montage im Shop ansehen
minimal Senker Bohrungen / Montage im Shop ansehen
Handwerkzeuge, Meßgeräte, Hilfsmittel und Zubehör
minimal weicher Bleistift, Filzstift, Zollstock messen / markieren
minimal Schleifpapier, Körnungen 120 – 240 Holzoberflächen schleifen im Shop ansehen
minimal Holzleim Verkleben einzelner Elemente im Shop ansehen
minimal Beize, Pinsel oder Stofflappen Oberflächenbehandlung

Die Arbeitsschritte zum Bau des puristischen Waschtisches

1. Schritt - Obere Böden und Mittelseite miteinander verbinden
Stellen Sie die beiden oberen Böden und die Mittelseite auf ihren Vorderkanten zu einem Doppel-T so zusammen, wie Sie sie miteinander verschrauben möchten. Markieren Sie nun die rückwärtigen Kanten mit Bleistift, sodass Sie bei der weiteren Arbeit immer wissen, welches Teil wohin gehört. Tischler setzen dazu ein Dreieckssymbol.

Zeichnen Sie mit Bleistift auf beiden Böden die Mittel-Querlinie ein. Auf dieser Linie liegen die Löcher für die Verschraubung der Mittelseite. Setzen Sie die Zentrierspitze des Holzbohrers genau darauf an. Bohren Sie in jeden Boden zwei Löcher und senken Sie sie jeweils von außen an. Montieren Sie nun mit Akkuschrauber und Schrauben 4 x 45 mm das Doppel-T.

Tipp zum Verschrauben zweier Holzteile:
Bohren Sie das Teil, durch das zuerst geschraubt wird, stets 0,5 bis 1 mm größer vor, als der Schraubendurchmesser ist; das Loch sollte für den Schraubenkopf angesenkt werden. Das Teil, in das als Zweites gebohrt wird, bohren Sie stets 1 mm kleiner vor, als der Schraubendurchmesser ist.

2. Schritt - Korpusteile miteinander verbinden

Vorweg: Erfahrene Heimwerker können natürlich besonders die sichtbaren Schraubverbindungen als unsichtbare (relativ aufwendige) Leimverbindungen ausführen. Wir beschreiben hier die verschraubte Version. Wie Sie mit Leim und Holzdübeln arbeiten, erfahren Sie im Arbeitsschritt vier beim Nachbauen des Schubkastens.

Bauen Sie zunächst das Doppel-T und den dritten Boden mit den Seiten zusammen. Dazu stellen Sie die genannten Teile auf ihren Sichtkanten so zusammen, wie sie montiert werden sollen. Markieren Sie wieder ihre Lage zueinander mit dem Dreieck. Zeichnen Sie nun vorsichtig die Umrisse aller drei Böden auf die Innenflächen der beiden Seiten.

Mittig in diese Umrisse bringen Sie mit Bohrmaschine und Holzbohrer je drei Löcher zur Verschraubung der Böden in die Seiten ein. Senken Sie sie von außen an und montieren Sie Seiten und Böden mit Akkuschrauber und Schrauben 4 x 45 mm. Beachten Sie dabei die Hinweise des Tipps zum Verschrauben zweier Holzteile im vorigen Arbeitsschritt.

Um die Rückwand zu verschrauben, stellen Sie das entstandene Regal auf die Arbeitsfläche. Schieben Sie die Rückwand von hinten so ein, wie Sie sie montieren wollen. Von vorn zeichnen Sie nun mit Bleistift die Umrisse des unteren und des mittleren Bodens auf der Rückwand ein und nehmen diese wieder heraus. Bohren Sie mittig in den Umrissen je fünf Löcher vor. Nun können Sie die Rückwand mit Senkkopfschrauben 4 x 45 mm montieren – und fertig ist der Korpus. Beachten Sie dabei die Hinweise des Tipps zum Verschrauben zweier Holzteile im vorigen Arbeitsschritt.

3. Schritt - Abdeckplatte und Blende montieren

Die Abdeckplatte wird von unten durch den obersten Boden verschraubt. Bohren Sie wieder zunächst vor und senken Sie die Bohrlöcher von unten an. Richten Sie die Abdeckplatte auf dem Korpus genau aus und montieren Sie sie mit Akkuschrauber und Senkkopfschrauben 4 x 35 mm. Im hinteren Bereich schrauben Sie die Abdeckplatte mit Stuhlwinkeln an die Seiten. Beachten Sie dabei wieder die Hinweise des Tipps zum Verschrauben zweier Holzteile. Berücksichtigen sollten Sie auch den Sitz des Beckens und dessen Ausschnitt in Abdeckplatte und eventuell oberstem Boden. Diese Öffnung schneiden Sie am Ende dieses Arbeitsschritts ein.

Nun fehlt noch die Blende, die die Abflussinstallation des Beckens verdeckt. Die Blende wird mit Befestigungswinkeln montiert, so genannten Stuhlwinkeln. Schrauben Sie diese dazu mit Akkuschrauber und Linsenkopfschrauben 3 x 17 mm bündig zu den Vorderkanten jeweils möglichst weit oben und unten an die Mittelseite und die Seite.

Nun wird die Blende montiert. Dazu legen Sie das Möbel auf den Rücken und richten die Blende am Korpus aus: mit 5 mm Abstand zur Außenkante der Seite rechts und 5 mm Abstand zur Unterkante des Mittelbodens unten. Fixieren Sie die Blende in dieser Lage mit Zwingen und verschrauben Sie sie von hinten mit Akkuschrauber und Senkkopfschrauben 4 x 17 mm.

Schneiden Sie zuletzt mit der Stichsäge die Öffnung für das Waschbecken und die notwendigen Installationen in die Abdeckplatte – je nach Modell und Anschlusssituation.

4. Schritt - Schubkastenteile miteinander verbinden

Natürlich können Sie die Teile des Schubkastens auch mit Schrauben 3 x 25 mm montieren. Gehen Sie dabei so vor wie in den vorigen Arbeitsschritten beschrieben.

Beim Verleimen von Eckverbindungen wie bei unserer Schublade ist die Benutzung einer Bohrschablone und von Markierungsspitzen, so genannten Dübelfixen, unbedingt zu empfehlen. Allein mit Messen und Anzeichnen lassen sich die Dübellöcher nicht so genau positionieren, dass Sie später exakt übereinander liegen!

Eine Bohrschablone ist eine Einbohrhilfe, die mittels Schraubvorrichtung an dem Werkstück fixiert wird. Sie führt den Bohrer durch eine Metallmanschette senkrecht ins Holz.

Ein Dübelfix ist ein Metallstift mit einer Markierungsspitze. Diesen stecken Sie in die Bohrungen der Stirnseite, deren Positionen Sie übertragen möchten. Dazu drücken Sie das vorgebohrte Werkstück exakt kantenbündig an seiner Position auf die Fläche des Gegenstücks.

Richten Sie zunächst alle Schubkastenteile auf der Arbeitsfläche so aus, dass der Kasten – Oberseite nach unten – vor Ihnen steht. Vorder- und Rückenteil stehen zwischen den Seiten. Markieren Sie die Teile mit dem Dreieckssymbol, damit Sie immer wissen, welches wohin gehört.

Bohren Sie jetzt in die Stirnseiten von Vorder- und Rückenteil jeweils zwei 6-mm-Löcher für die Dübel. Stecken Sie Dübelfixe in die Löcher und übertragen Sie deren Positionen auf die Innenflächen der Schubkastenseiten.

Geben Sie Leim in die Dübellöcher von Vorder- und Rückenteil und stecken Sie 6-mm-Holzdübel ein. Geben Sie dann Leim in die Löcher der Seiten und auf deren Leimflächen. Stecken Sie die Schubkastenteile zusammen und pressen Sie die Verbindungen mit Zwingen, bis der Leim getrocknet ist; beachten Sie dazu die Angaben des Leimherstellers. Wischen Sie eventuell austretenden Leim sofort mit dem feuchten Lappen ab. Prüfen Sie beim Pressen die genaue Rechtwinkligkeit des Schubkastens.

Hat der Leim abgebunden, legen Sie den aus Vorder-, Rückenteil und Seiten entstandenen Rahmen mit der Oberseite nach unten auf die Arbeitsfläche. Richten Sie den Boden darauf bündig aus und montieren Sie ihn durch vorgebohrte Löcher mit Akkuschrauber und Senkkopfschrauben 4 x 17 mm. Beachten Sie dabei die Hinweise des Tipps zum Verschrauben zweier Holzteile im Arbeitsschritt eins.

Zu guter Letzt montieren Sie die Front des Schubkastens. Zunächst müssen Sie ihre genaue Lage auf dem Kastenvorderteil festlegen. Versehen Sie das Vorderteil dazu mit Doppelklebeband und schieben Sie den Kasten in sein Korpusfach ein. Nun können Sie die Front auf dem Korpus exakt ausrichten, den Schubkasten von hinten fest andrücken und dann zusammen mit der nun angeklebten Front vorsichtig nach vorn wieder herausziehen.

Verschrauben Sie die Front von innen mit Akkuschrauber und Schrauben 4 x 35 mm. Beachten Sie dabei die Hinweise des Tipps zum Verschrauben zweier Holzteile im Arbeitsschritt eins.

Zu guter Letzt bohren Sie nach den Angaben des Herstellers die Löcher für den Stangengriff in die Front und montieren diesen mit den mitgelieferten Schrauben. Fertig ist der Schubkasten!

Dübeltipps:
Bohren Sie die beiden zu verbindenden Teile mit einem Holzbohrer im Durchmesser der Dübel an. Beide Bohrtiefen müssen zusammen die Dübellänge plus 2 mm ergeben. Verwenden Sie daher am besten Bohrer mit Zentrierspitze und einen Tiefenstopp; das ist ein Anschlagring mit Gewindestift, der für die gewünschte Bohrtiefe am Bohrer fixiert wird. Bohren Sie in die Fläche nie tiefer als zwei Drittel der Materialstärke!

5. Schritt - Holzoberflächen schleifen

Um die Oberflächen so gut wie möglich hinzubekommen, sollten Sie sich ihrer Behandlung vor dem Zusammenbau widmen.

Brechen Sie zunächst alle Kanten, indem Sie sie mit 120er oder 180er Schleifpapier im 45°-Winkel bearbeiten, sodass eine kleine Fase entsteht. Die Sichtflächen schleifen Sie mit Ihrem Schleifer stets in Richtung der Holzmaserung zunächst mit gröberem (120er, 180er), dann mit feinerem (bis 240er) Schleifpapier.

Danach werden die Flächen mit einem Schwamm gewässert, also feucht abgerieben. Beim Trocknen stellen sich vereinzelt lose Holzfasern auf, die Sie dann mit 180er Schleifpapier sachte entfernen. Danach ist das Holz bereit zur Oberflächenbehandlung. Kleiner Tipp: Achten Sie darauf, dass das Schleifpapier nicht zu stumpf ist, damit die Holzfasern abgeschnitten und nicht nur angedrückt werden.

6. Schritt - Oberflächen beizen

Mit Beizen bezeichnet man das Färben von Holz. Beize wird in der Regel mit einem Beizepinsel aufgetragen. Das Holz hat nach dem Auftrag der Beize noch keinen Oberflächenschutz; den erhält es erst durch Wachsen oder Lackieren.

Lesen Sie zunächst die Verarbeitungs- und Sicherheitsratschläge des Herstellers sorgfältig durch. Arbeiten Sie in einem gut belüfteten Raum und vermeiden Sie dort Rauchen, Essen und Trinken.

Tipp Beizen:
Arbeiten Sie auf senkrechten Flächen stets von unten nach oben. Da Beize dünnflüssig ist und die Holzoberfläche stark saugt, kann die Beize sonst nach unten laufen und so genannte Nasen bilden, die sich nicht mehr überstreichen lassen und damit sichtbar bleiben.

7. Schritt - Oberflächen klar lackieren

Lacke sind in vielen Varianten und Preislagen erhältlich. Ausschlaggebend für die Auswahl sind Verarbeitbarkeit, Ihre technische Ausstattung daheim und der Anspruch an Qualität und Haltbarkeit der Oberfläche. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten. Und wenn Sie keine größere Erfahrung mit dem Lackieren haben, empfiehlt es sich, auf einem Probestück ein wenig zu üben.

Die einfachste Lösung ist Lack aus der Sprühdose.

Eine hochwertigere Variante ist z. B. Polyurethanlack, ein aus zwei Komponenten bestehender Farblack, der mit der Spritzpistole aufgetragen wird. Dazu mischen Sie Farblack und Härter nach Herstellerangaben und füllen die Mischung in die Spritzpistole. Stellen Sie an einer Versuchsplatte die Düse und damit die Lackmenge ein. Stellen Sie den Sprühkegel bei Flächen breiter und bei Kanten schmaler ein. Lackieren Sie am besten zuerst die Innenkanten, dann die äußeren Kanten und zuletzt die Flächen; diese in gleichmäßigen, parallel verlaufenden Bahnen.

Auch dabei können sich – wie schon beim Wässern – nochmals Holzfasern aufstellen, die Sie nach Trocknung des Lacks in Maserungsrichtung mit 220er oder 240er Schleifpapier sachte entfernen.

Verwenden Sie für die zweite Lackschicht den gleichen Klarlack wie bei der Grundierung. Diesmal können Sie den Lack etwas satter auftragen. Beginnen Sie wieder mit den Kanten und widmen Sie sich dann in gleichmäßigen, parallel verlaufenden Bahnen den Flächen.



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uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von bosch-do-it.de.

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