Sessel mit Hocker

Besser als in diesem selbst gefertigten Lounge-Sessel können Sie nicht entspannen. Also erstmal ran an die Arbeit!
Der Bau dieses schönen Möbels ist etwas für Könner. Sie sollten sich dafür 3 bis 4 Tage Zeit nehmen. Die Kosten ohne Oberflächenbehandlung liegen bei ca. 500 Euro.


Anleitung als Video

Projektdetails

Schwierigkeitsgrad: Könner Dauer: 3 bis 4 Tage
Verwendungsort: Wohnzimmer Preis: ca. 500 €
Verwendungszweck: Möbel Bauanleitung als PDF
Konstruktionsplan als PDF

Was Sie benötigen

Bearbeitungshinweise:

Die folgende Bauanleitung ist auf Birke-Multiplexplatten in 21 mm, 40 mm und 9 mm Stärke ausgelegt. Lassen Sie sich die benötigten Platten im Baumarkt oder bei Ihrem Tischler zuschneiden. Wenn Sie andere Materialien oder Stärken verwenden, passen Sie die Stückliste entsprechend an.

Die Sitzschalen des Sessels und des Hockers bestehen aus vielen einzelnen Formteilen, die aneinandergeleimt werden. Zur Herstellung dieser Formteile benötigen Sie eine Oberfräse.

Die detaillierte Materialliste und die Konstruktionszeichnung finden Sie unter dem Link „Downloads zum Projekt“.

Materialliste

Pos. Stk. Bezeichnung Länge (mm) Breite (mm) Stärke (mm) Material
Holz-Zuschnitte etc.
1 1 Frässchablone rot 970 316 10 MDF
2 1 Frässchablone blau 970 304 10 MDF
3 2 Fußplatten Sessel 700 357 40 Birke-Multiplex
4 2 Zargen-Platten Sessel 500 120 21 Birke-Multiplex
5 1 Grundplatte Fuß Sessel 547 514 9 Birke-Multiplex
6 1 Aufkantung Grundplatte Sessel 514 27 21 Birke-Multiplex
7 2 Sitzflächen Sessel 590 115 21 Birke-Multiplex
8 2 Zuschnittplatten Sitzflächen-Formteile Sessel 1000 970 40 Birke-Multiplex
9 1 Lehne Sessel 800 640 21 Birke-Multiplex
10 1 Platte Polster Sessel 600 640 9 Birke-Multiplex
11 1 Platte Polster Sessel 800 560 9 Birke-Multiplex
12 2 Platte Polster Sessel 530 175 9 Birke-Multiplex
13 2 Platte Polster Sessel 530 120 9 Birke-Multiplex
14 2 Fußplatten (vorn/hinten) Hocke 700 357 40 Birke-Multiplex
15 2 Zargen-Platten Hocker 279 110 21 Birke-Multiplex
16 1 Platte Fußgestell Hocker 512 300 9 Birke-Multiplex
17 2 Sitzflächen Hocker 590 110 21 Birke-Multiplex
18 1 Zuschnittplatte Sitzflächen-Formteile Hocker 1000 970 40 Birke-Multiplex
19 2 Platte Polster Hocker 600 510 9 Birke-Multiplex
20 2 Platten Polster Hocker 290 120 9 Birke-Multiplex
21 2 Dübelstangen Sessel, Ø 8 mm 520
22 2 Dübelstangen Hocker, Ø 8 mm 280
23 8 Eckwinkel 60 30 2
24 1 Klettband
25 Senkkopfschrauben, 3,5 x 25 mm
26 Senkkopfschrauben, 3,5 x 20 mm
27 Senkkopfschrauben, 3,5 x 35 mm
28 Senkkopfschrauben, 4 x 40 mm
29 1 Dose Sprühkleber
30 ca. 0,7 l Beize 1
31 ca. 0,7 l Hartwachsöl 1
32 2 Polster 600 510 70 Polyätherschaum
33 2 Polster 600 640 70 Polyätherschaum
34 2 Polster 800 560 40 Polyätherschaum
35 4 Polster 290 120 20 Polyätherschaum
36 4 Polster 530 175 20 Polyätherschaum
37 1 Vlies 6000 1500 Polyestervlies, 100 g/m2
38 1 Möbelstoff 6500 1400 z.B. Trevira CS

Benötigte Werkzeuge:

Werkzeugliste

Ausstattung Werkzeug /Maschine Verwendung Details
Elektrowerkzeuge, Werkzeugmaschinen und Zubehör dazu
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minimal Handkreissäge Holzzuschnitt im Shop ansehen
minimal Stichsäge Holzzuschnitt im Shop ansehen
minimal Multischleifer Oberflächen schleifen im Shop ansehen
minimal Akkubohrschrauber Montage im Shop ansehen
optional Feinsprühsystem Oberflächenbehandlung im Shop ansehen
Handwerkzeuge, Meßgeräte, Hilfsmittel und Zubehör
minimal 50 mm Bohrer Bohrungen / Montage im Shop ansehen
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Die Arbeitsschritte zum Bau des Sessels

1. Schritt - Frässchablonen erstellen

Die Frässchablone ist definiert für die Bosch-Oberfräsen POF 1400 ACE und POF 1200 AE mit einer Kopierhülse von 24 mm Durchmesser und einem Nutfräser von 12 mm Durchmesser.

Falls Sie anderes Zubehör verwenden, müssen Sie die Frässchablone neu errechnen. Der Rücksprung der Frässchablone zum Frästeil errechnet sich nach folgender Formel:

Durchmesser Kopierhülse – Durchmesser Nutfräser = x/2

Laden Sie sich die Frässchablonenzeichnungen herunter und drucken Sie sie aus. Übertragen Sie dann die Kontur inklusive der Bohrlöcher mit Hilfe des Blaupausepapiers und eines Bleistiftes auf die jeweilige MDF-Platte (970 x 316 x 10 mm und 970 x 304 x 10 mm).

Jetzt sägen Sie die Schablonen mit der Stichsäge präzise entlang der Linie. Um die Radien gut sägen zu können, bohren Sie vorab Löcher oder verwenden Sie ein Kurvensägeblatt. Bohren Sie außerdem die angezeichneten Löcher. Diese dienen teilweise zum Festschrauben der Frässchablone und teilweise zum Anreißen oder Anzeichnen der Dübellöcher. Anschließend schleifen Sie die Schnittkante präzise eben.

Um den Überblick zu behalten, markieren Sie jetzt die Schablonen farbig: Die rote Schablone dient zur Fräsung der inneren Kontur, die blaue Schablone zur Fräsung der äußeren Kontur. Die fertigen Schablonen werden sowohl für das Fußteil als auch für den Sessel verwendet.

So sägen Sie spielend die Kurve

Sie bauen eine Seifenkiste und müssen das Lenkrad in Form sägen. Oder Sie möchten in eine Holzkiste Aussparungen sägen, damit sie sich besser tragen lässt. Für solche und ähnliche Arbeiten, bei denen Sie um die Kurve sägen müssen, greifen Sie am besten zur Stichsäge.

Vorgehen:

Damit beim Sägen von Kurven alles rund läuft, folgen Sie einfach diesen Ratschlägen:

Legen Sie ein Kurvensägeblatt in Ihre Stichsäge ein. Achten Sie bei der Auswahl des Sägeblatts auch auf die Beschaffenheit des Werkstücks – handelt es sich zum Beispiel um hartes Holz oder um Sperrholz, um ein Brett oder um eine Platte.

Zeichnen Sie die Schnittlinie exakt mit Bleistift, Zirkel und Lineal auf Ihrem Werkstück ein. Falls Sie eine Aussparung sägen, bohren Sie ein Loch, das die eingezeichnete Linie berührt und das groß genug ist, um das Sägeblatt Ihrer Stichsäge einführen und wenden zu können.

Kurven mit sehr kleinem Radius bohren Sie am besten mit einem Bohrer des entsprechenden Durchmessers vor. Sägen Sie nun mit der Stichsäge bis an den Rand des Lochs und von dort aus weiter immer entlang der vorher eingezeichneten Linie.

Achten Sie auf die richtige Führung der Säge. Je mehr Ihre Hand über dem Sägeblatt liegt, desto präziser und leichter können Sie Kurven und Geraden sägen.

2. Schritt - Formteile für die Sitzschalen erstellen

Die Formteile für den Sessel und für den Hocker werden in einem Schritt hergestellt. Die Grundform ist bei beiden gleich. Da der Hocker keine waagrechten Armlehnen hat, werden diese in einem späteren Schritt einfach abgesägt.

Schrauben Sie als erstes die rote Frässchablone bündig mit den unteren Kanten auf die Zuschnittplatte für die Sitzflächen-Formteile. Dazu verwenden Sie 3,5-x-20-mm-Schrauben. Achten Sie darauf, dass die Schraubenköpfe sauber versenkt sind. Gegebenenfalls verwenden Sie dafür einen Versenker.

Dann übertragen Sie die Dübellöcher auf die Zuschnittplatte. Reißen Sie mit einem 6-mm-Zentrierbohrer die Löcher nur an. Die exakte senkrechte Bohrung führen Sie später mit der Tischbohrmaschine aus.

Nun kopieren Sie mit der Oberfräse die Kontur auf das Werkstück. Tauchen Sie mit dem Nutfräser nicht mehr als 10 mm ein. Fräsen Sie also in mehreren Bahnen. Es bleiben automatisch ca. 8 mm stehen, da der Nutfräser nur eine Arbeitslänge von 32 mm hat. Auf diese Art und Weise bleiben die Zuschnittplatten für die Sitzflächen-Formteile im Ganzen bestehen.

Schrauben Sie die Schablone wieder ab und verschieben Sie sie um 10 cm nach oben. Dann die Schablone wieder festschrauben, die Dübellöcher anreißen, die Kontur in mehreren Bahnen fräsen, wieder abschrauben und um 10 cm nach oben verschieben. Diesen Vorgang wiederholen Sie jetzt noch sieben Mal.

Danach arbeiten Sie mit der blauen Schablone für die äußere Kontur weiter. Hierbei starten Sie jedoch bündig mit der oberen Kante der Zuschnittplatte für die Sitzflächen-Formteile. Nach jeder Fräsung verschieben Sie diese um 10 cm nach unten.

Auf die gleiche Weise bearbeiten Sie nun auch die zweite Zuschnittplatte für die Sitzflächen-Formteile des Sessels und die Zuschnittplatte für die Sitzflächen-Formteile des Hockers.

Wenn alles gefräst ist, legen Sie die Platten mit der Fräsung nach unten und vollenden die Formteile rückseitig mit der Oberfräse und dem Bündigfräser.

 

So haben Sie schnell den richtigen Dreh raus

Schraubverbindungen sind im Möbelbau eine schnelle und einfache Alternative zu Leimverbindungen. In Holz zu bohren ist allerdings anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick scheint. Hier erfahren Sie, worauf es beim Schrauben und Bohren in Holz ankommt.

Vorgehen:

So sorgen Sie für feste und schöne Schraubverbindungen:

1. Verwenden Sie einen Holzbohrer mit Zentrierspitze. Für normale Löcher von kleinem bis mittlerem Durchmesser können Sie einen Spiralbohrer benutzen. Für tiefe Bohrungen ab 8–10 mm Durchmesser empfiehlt sich ein Schlangenbohrer. Für flache Bohrungen bis 30 mm Durchmesser ist der Forstnerbohrer geeignet. Die Lochsäge ist ideal, um Durchgangslöcher ab 30 mm Durchmesser zu bohren.

2. Verwenden Sie immer Holzschrauben. Diese haben ein Gewinde mit großer Steigung und eine ausgeprägte Spitze. Der Schaft ist zylindrisch oder konisch.

3. (Akku-)Schrauber und (Akku-)Bohrschrauber sind zum Schrauben ideal. Bei nur gelegentlichem Bedarf kann auch auf Bohrmaschinen zurückgegriffen werden.

4. Achten Sie darauf, den exakt zur Schraube passenden Bit (Schraubereinsatz) in Ihr Werkzeug einzusetzen. Sonst kann es passieren, dass Sie beim Schrauben abrutschen. „Torx“-Schrauben bieten den besten Halt, „Kreuz“-Schrauben (Fachbegriff Pozidriv oder Philips) sind generell besser geeignet als Schlitz-Schrauben.

5. Das beste Ergebnis erzielen Sie, wenn Sie längs zum Verlauf der Holzfasern bohren. Stellen Sie die Drehzahl richtig ein. Ist die Drehzahl zu gering, wird die Bohrung unsauber. Bei zu hoher Drehzahl besteht die Gefahr, dass das Werkstück überhitzt und Brandflecken entstehen. Setzen Sie den Bohrer sauber an.

6. Befestigen Sie das Werkstück mit Zwingen, damit es beim Bohren nicht verrutscht. Um Ihre Arbeitsplatte nicht zu beschädigen, legen Sie eine Resteplatte unter, in die Sie hineinbohren können. Dies verhindert zudem das Ausreißen von Fasern beim Durchbohren.

7. Um zwei Holzteile mit Schrauben zu verbinden, bohren Sie das Teil, durch das zuerst geschraubt wird, stets 0,5 bis 1 mm größer vor als der Schraubendurchmesser ist. Das Teil, in das hineingeschraubt wird, sollten Sie hingegen stets 1 mm kleiner vorbohren. So kann das Gewinde gut greifen.

8. Falls Sie Senkkopfschrauben benutzen, senken Sie das Bohrloch so tief an, dass der Schraubenkopf ganz darin verschwindet.

3. Schritt - Dübellöcher in die Formteile bohren

Um im nächsten Arbeitsschritt die Formteile mit Dübelstangen verbinden zu können, müssen Sie nun noch die entsprechenden Dübellöcher bohren. Verwenden Sie dazu die Tischbohrmaschine und durchbohren Sie die bereits angezeichneten Dübellöcher mit einem 8-mm-Zentrierbohrer.

Lediglich die beiden Formteile, die jeweils am Ende der Sitzschalen platziert werden, bohren Sie im Bereich der Armlehnen nicht durch, sondern nur an. So bleiben die Verbindungen mit den Dübelstangen von außen unsichtbar. Die Dübellöcher im Sitzbereich bohren Sie hingegen bei allen Formteilen durch. So können Sie diese Löcher später auch zur Verbindung mit den Sitzplatten verwenden.

Kleines Detail, große Wirkung

Möbel wirken oft gefälliger, wenn die Ecken und Kanten gebrochen, also im 45-Grad-Winkel geschliffen werden. Diese Aufgabe ist wie geschaffen für den handlichen und vielseitigen Multischleifer oder die Spezialisten für schwer zugängliche Stellen: Deltaschleifer und Varioschleifer.

Vorgehen:

So schleifen Sie Ecken, Kanten und Winkel ohne Mühe:

1. Zum Brechen von Holzkanten wählen Sie ein Schleifpapier mit Körnung 120 bis 180.

2. Schalten Sie das Schleifgerät ein, setzen Sie es im 45-Gradwinkel an und ziehen Sie es langsam über die Kante des Werkstücks.

3. Um in schwer zugänglichen Winkeln zu schleifen, sind Deltaschleifer und Varioschleifer ideal. Mit dem richtigen Aufsatz können Sie für diese Aufgabe auch den Multischleifer verwenden.

4. Schritt - Formteile zu Sitzschalen verleimen

Nun stellen Sie aus den Formteilen die Sitzschalen des Sessels und des Hockers her. Damit die Teile beim Verleimen nicht verrutschen, werden sie zusätzlich mit den Dübelstangen verbunden. Sollten sich die Dübelstangen nur schwer durch die vorgebohrten Dübellöcher führen lassen, ziehen Sie sie mit einer Ziehklinge etwas ab.

Solange der Leim trocknet, pressen Sie die Teile mit Hilfe von Zwingen und Zulagen gut zusammen. Den überschüssigen Leim, der beim Verpressen herausquillt, wischen Sie einfach mit einem feuchten Stofflappen ab. Beachten Sie bezüglich der Trocknungszeit die Angabe des Leimherstellers.

Wenn der Leim trocken ist, schleifen Sie die Unebenheiten der fertigen Sitzschalen grob ab.

So läuft beim Schleifen alles glatt

Für Heimwerker gehört das Schleifen von Holzoberflächen zu den häufigsten Arbeiten. Zum Beispiel, um Unebenheiten und Farbreste zu entfernen oder um das Holz für weitergehende Oberflächenbehandlungen vorzubereiten.

Vorgehen:

Hier lesen Sie, wie Sie insbesondere gewölbten Flächen den richtigen Schliff verleihen.

1. Der Einsatz des richtigen Geräts entscheidet auch über das Arbeitsergebnis. Der Exzenterschleifer eignet sich aufgrund seiner runden Schleifplatte besonders gut für gewölbte Flächen.

2. Führen Sie das Schleifgerät langsam, und ohne Druck auszuüben, über die Holzoberfläche.

3. Bei Naturholz sollten Sie die Sichtflächen stets in Richtung der Holzmaserung schleifen. So erzielen Sie das beste Ergebnis.

4. Schleifen Sie zunächst mit gröberem (150er, 180er), dann mit feinerem (bis 240er) Schleifpapier. Wechseln Sie verbrauchtes Schleifpapier rechtzeitig aus.

5. Tragen Sie sicherheitshalber eine Schutzbrille.

5. Schritt - Die Armlehnen der Sitzschale des Hockers absägen

Da der Hocker keine Armlehnen benötigt, werden diese nun abgesägt. Zeichnen Sie mit einem Anreißwinkel und einem spitzen Bleistift die Sägekante an. Dann sägen Sie mit der Handkreissäge und der dazugehörigen Führungsschiene die Armlehnen sauber ab.

6. Schritt - Die Sitzflächen vorbereiten

An den Sitzschalen werden vorne und hinten jeweils Sitzplatten angeleimt. Diese müssen zuerst noch in Form gebracht werden.

Dazu zeichnen Sie mit einem Zirkel die Radien an den Platten „Sessel Sitzflächen“ und „Hocker Sitzflächen“ an. Damit die Rundung mit der Stichsäge einfacher zu sägen ist, verwenden Sie ein Kurvenblatt.

Die Platte „Sessel Sitzfläche“, die hinten an der Sitzschale angeleimt wird, benötigt noch eine Aussparung für die Lehne. Zeichnen Sie den Ausschnitt entsprechend der Konstruktionszeichnung auf der Platte ein. Bohren Sie anschließend in allen vier Ecken mit mindestens 10 mm Durchmesser durch, damit das Sägeblatt der Stichsäge eintauchen und sich um 90 Grad drehen kann. Die Ecken arbeiten Sie von Hand mit dem Stecheisen nach.

Alternativ kann der Ausschnitt auch mit der Handkreissäge ausgeführt werden.

7. Schritt - Die Sitzflächen mit den Sitzschalen verleimen

Die Sitzflächen werden mit den Sitzschalen verleimt und zusätzlich für sicheren Halt mit langen Dübelstangen verbunden. Dazu übertragen Sie die Positionen der Dübellöcher in den Sitzschalen mit Dübelnadeln auf die Sitzflächen.

Falls Sie die Löcher für die Dübelstangen noch nicht durchbohrt haben, müssen Sie erst noch Dübellöcher seitlich in die Sitzschale bohren. Halten Sie dafür die Sitzfläche an die Sitzschale und zeichnen Sie vier Löcher in ungefähr gleichem Abstand an. Verwenden Sie zum Bohren eine Bohrschablone.

Anschließend bohren Sie die entsprechenden Dübellöcher mit der Tischbohrmaschine in die Sitzflächen.

Verwenden Sie zum Verleimen wieder Zulagen und Zwingen. Wischen Sie überschüssigen Leim mit dem feuchten Lappen ab. Lassen Sie sich Zeit: Verleimen Sie die Teile nacheinander und nicht auf einmal.

8. Schritt - Lehne für den Sessel in Form sägen

Nun sägen Sie die Sessellehne in die richtige Form. Übertragen Sie dazu die Kontur entsprechend der Konstruktionszeichnung mit dem Bleistift auf die Platte für die Lehne. Zeichnen Sie die Radien mit dem Zirkel an und sägen Sie mit der Stichsäge präzise entlang der Linie. Verwenden Sie dazu ein Kurvensägeblatt.

9. Schritt - Die Platten der Fußgestelle in Form sägen

Die Fußgestelle sowohl des Hockers als auch des Sessels bestehen aus je zwei Fußplatten und zwei Verbindungszargen. Die Grundformen der Fußplatten sind gleich. Die Sesselfußplatte weicht lediglich in der Schräge und in der Höhe ab.

Starten Sie nun mit einer der Fußplatten des Hockers. Übertragen Sie die Kontur entsprechend der Konstruktionszeichnung mit einem Bleistift auf die Platte. Sägen Sie als erstes mit der Kreissäge die Schrägen oben und unten im 20-Grad-Winkel. Anschließend sägen Sie die Kontur mit der Stichsäge heraus. Bohren Sie die Innenecken vorab mit einem 20-mm-Bohrer vor.

Auch bei den Fußplatten des Sessels erstellen Sie wieder mit der Kreissäge die Schrägen, bevor Sie die Kontur mit der Stichsäge sägen. Die unteren Schrägen betragen wie beim Hocker 20 Grad, die oberen jedoch 25 Grad und 15 Grad. Um den Überblick zu behalten, markieren Sie die Teile so, wie sie später zusammengeschraubt werden.

Zum Erstellen der Zargen übertragen Sie die Kontur wieder entsprechend der Konstruktionszeichnung auf die Platte und sägen diese mit der Kreissäge in Form.

10. Schritt - Fußgestelle zusammenbauen

Die Fußgestelle des Sessels und des Hockers sind im Prinzip gleich konstruiert: Die beiden in Form gebrachten Fußplatten werden mit den Zargen über die Eckwinkel zu Gestellen verschraubt.

Dazu müssen Sie als erstes die Eckwinkel (vier pro Gestell) zum Verschrauben je dreimal mit 4 mm Durchmesser vorbohren und ansenken. (Alu können Sie mit einem normalen Universalbohrer bohren.) Dann verschrauben Sie die Gestelle über die Eckwinkel. Am leichtesten geht das, wenn dabei die Stuhlfüße nach oben zeigen. Zur Verschraubung der Fußplatten verwenden Sie längere Schrauben (3,5 x 25 mm), zur Verschraubung der schmaleren Zargenplatten kürzere (3,5 x 20 mm).

Da die Sitzpolster später mit den Gestellen von unten her verschraubt werden, wird jeweils eine Grundplatte auf die Gestelle geschraubt. Verwenden Sie dazu 4-x-30-mm-Schrauben.

Die Grundplatte des Sessels steht hinten zum Gestell deutlich über und erhält noch eine Aufkantung. Diese stabilisiert später die Lehnenposition und die Leimfuge zwischen der Sitzschale und der hinteren Sitzfläche. Montieren Sie die Aufkantung mit Schrauben (3,5 x 25 mm). Danach befestigen Sie die beiden Grundplatten mit Schrauben (4 x 30 mm) auf den Gestellen.

11. Schritt - Polster anfertigen

Als Polsterstoff empfiehlt es sich, einen robusten Möbelstoff zu verwenden. Für die Bauanleitung wurde ein Möbelstoff mit Flachgewebe aus 100% Polyester/Trevira CS verwendet.

Für die Polster nehmen Sie am besten Polyätherschaum, den Sie in einem guten Fachgeschäft in unterschiedlicher Dicke erhalten. Da diese Schäumstoffe nur mit speziellen Schneidemaschinen geschnitten werden können, lassen Sie sich die benötigten Teile vom Polsterer zuschneiden.

Schneiden Sie zunächst die „Platten Polster“ entsprechend der Konstruktionszeichnung mit der Stichsäge aus. Bringen Sie an der Platte für das Sitzpolster vorn zwei Rundungen mit 50 mm Radius an. Brechen Sie dann alle Ecken und Kanten, indem Sie eine 45-Grad-Fase anschleifen. Nun ordnen Sie die Polster den Platten zu und markieren sie, damit Sie den Überblick behalten.

Starten Sie mit der Sitzfläche des Sessels: Kleben Sie das entsprechende Polster mit dem Sprühkleber auf die Platten.

Übertragen Sie die Maße mit dem Filzstift auf das Polyestervlies und schneiden Sie diesen mit dem Universalschneider zu. Anschließend befestigen Sie das Vlies mit Sprühkleber auf dem Polster. (Das Polyestervlies dient dazu, dass der Stoff nicht auf dem Polster reibt. Er entkoppelt sozusagen Polster und Stoff.) Führen Sie nun das Gleiche mit allen „Platten Polster“ durch.

Anschließend schneiden Sie den Stoff mit dem Universalschneider zu. Breiten Sie dazu den Stoff aus, richten Sie das Polster auf dem Stoff aus und zeichnen Sie die Schnittlinie mit etwa 5 cm Übermaß an.

Jetzt breiten Sie den Stoffzuschnitt auf dem Arbeitstisch aus und richten das Polster mit der Platte nach oben darauf aus. Schlagen Sie den Stoff an einer Seite ein und fixieren Sie ihn mit ein bis zwei Tackernägeln mittig auf der Platte. Dann das Polster aufrichten, den Stoff glattstreichen und die gegenüberliegende Seite ebenfalls mittig mit ein bis zwei Tackernägeln fixieren. Entsprechend verfahren Sie mit den anderen zwei Seiten. Anschließend tackern Sie den Stoff auf jeder Seite von der Mitte nach außen zum Rand hin fest. Jetzt ist das Polster bis auf die Ecken fertig.

Falten Sie an den Ecken den Stoff ein. An den großen Rundungen mit 50 mm Radius machen Sie je zwei offene Falten pro Ecke, ansonsten nur eine. Tackern Sie die Falten rückseitig an.

12. Schritt - Alle Teile zum fertigen Sessel und Hocker verbinden.

Als Erstes werden die Sitzflächen, sowohl des Hockers als auch des Sessels mit den Sitzpolstern von unten her verschraubt (mit 4-x-30-mm-Schrauben). Die Armlehnenpolster des Sessels werden ebenfalls von unten verschraubt. Die restlichen Polster werden mit Klett befestigt. Tackern Sie dafür jeweils am Rand der Polster den Klett fest. Befestigen Sie nun spiegelbildlich Klett an den Lehnen des Hockers und des Sessels.

Weiter geht’s mit dem Sessel: Richten Sie die Sitzfläche mit dem Polster entsprechend der Konstruktionszeichnung auf dem Sesselgestell aus und befestigen Sie sie von unten mit Schrauben (3,5 x 35 mm und 4 x 30 mm).

Wichtig ist, jetzt von oben durch die Sitzplatte in die Aufkantung der Grundplatte des Gestells zu schrauben (mit 3,5-x-40-mm-Schrauben). Nun noch die Lehne einstecken und die restlichen Polster mit dem Klett anhaften.

Jetzt geht es weiter mit dem Hocker: Richten Sie die Sitzfläche mit dem Polster auf dem Gestell des Hockers entsprechend der Konstruktionszeichnung aus und befestigen Sie sie von unten her mit Schrauben (3,5 x 35 mm und 4 x 30 mm). Die restlichen Polster des Hockers haften Sie mit dem Klett an.

Sessel und Hocker sind nun bis auf die Oberfläche fertig.

13. Schritt - Oberfläche der Gestelle, der Sitzflächen und der Lehne bearbeiten.

Zur Bearbeitung der Oberflächen nehmen Sie die Polster wieder ab und lösen Sie die Lehne, die Sitzflächen und die Gestelle wieder voneinander.

Schleifen Sie die Kanten und die Flächen mit Körnung 120 bis 180. Dabei auch alle Kanten brechen, d.h. mit dem Schleifpapier im 45-Grad-Winkel eine kleine Fase anschleifen. Danach wässern Sie die Oberfläche mit einem feuchten Lappen. Dies bewirkt, dass sich die Fasern des Holzes aufstellen. Nach dem Trocknen schleifen Sie alles noch einmal mit Körnung 180. Die aufgestellten Fasern werden dadurch abgeschnitten.

Jetzt folgt der Beizauftrag. Denken Sie an Handschuhe für Ihren persönlichen Schutz. Mit dem Pinsel die Beize satt auftragen und überschüssige Beize mit dem Lappen abwischen. Lassen Sie die Holzeile anschließend gut trocknen.

Danach können Sie die Teile gegebenenfalls mit einem sehr feinen Schleifpapier, Körnung 240, vorsichtig anschleifen. Anschließend mit einem Pinsel das Öl-Wachs-Gemisch auftragen, das überschüssige Öl mit dem Lappen wieder abtragen und die Teile trocknen lassen.

Achtung: Öl im Lappen kann sich von selbst entzünden. Deshalb nie den Lappen zusammengeknüllt in den Müll werfen, sondern immer ausgebreitet trocknen lassen oder luftdicht in einer Dose oder in einem Glas verschließen.

14. Schritt - Sessel und Hocker fertigstellen

Nach der Oberflächenbearbeitung bauen Sie wieder alle Teile zusammen. Zum Schluss können Sie unten an die Füße noch Gleiter (bei Teppichboden) oder Filze (bei Parkett) anbringen.

Fertig

Jetzt haben Sie sich wirklich eine Ruhepause verdient. Eine gute Gelegenheit, Ihr neues Möbel auszuprobieren!



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