Bauanleitung für ein Sideboard als Raumteiler

Was ist aus massivem Holz und hat trotzdem nur Schokoladenseiten? Richtig: unser Raumteiler! Sie können ihn als beidseitig offenes Regal nachbauen, als Regal mit Rückwand oder als Sideboard mit Rückwand und Türen. Doch egal wie – dieses Möbelstück macht in jedem Raum eine gute Figur.

Die Konstruktion besteht im Wesentlichen aus zwischen den Seiten verschraubten Böden. Das Ganze steht auf einem auf Stoß verschraubten Sockel.

Projektdetails

Schwierigkeitsgrad: Könner Dauer: über 2 Tage
Verwendungsort: Wohnzimmer / sonst. Preis: 400 € - 450 €
Verwendungszweck: - Konstruktionsplan als PDF

Was Sie benötigen

Bearbeitungshinweise:

Die folgende Bauanleitung ist auf Buche-Leimholzplatte in 20 mm Stärke ausgelegt. Sollten Sie andere Materialien oder Stärken verwenden, müssen Sie die Stückliste entsprechend anpassen.

Lassen Sie sich im Baumarkt oder bei Ihrem Tischler die benötigten Platten zuschneiden.

Materialliste

Pos. Stk. Bezeichnung Länge (mm) Breite (mm) Stärke (mm) Material
Holz-Zuschnitte etc.
1 2 Korpus - Außenseiten 720 300 20 Buche-Leimholzplatten
2 2 Korpus - Untere Mittelseiten 460 300 20 Buche-Leimholzplatten
3 2 Korpus - Obere Mittelseiten 200 300 20 Buche-Leimholzplatten
4 3 Korpus - Lange Böden 1390 300 20 Buche-Leimholzplatten
5 3 Korpus - Fachböden 450 280 20 Buche-Leimholzplatten
6 1 Korpus - Abdeckplatte 1440 350 20 Buche-Leimholzplatten
7 12 Korpus - Bodenträger 5
8 4 Korpus - Stuhlwinkel
9 ca. 36 Korpus - Senkkopfschrauben4 x 50 mm
10 ca. 36 Korpus - Senkkopfschrauben3 x 17 mm
11 ca. 12 Korpus - Senkkopfschrauben4 x 35 mm
12 1 Rückwand - Rückwand 1430 720 20 Buche-Leimholzplatten
13 4 Rückwand - Stuhlwinkel
14 ca. 32 Rückwand - Senkkopfschrauben3 x 17 mm
15 2 Türen - Türen 490 464 20 Buche-Leimholzplatten
16 4 Türen - Topfbänder für Mittelanschlag 7
17 4 Türen - Grundplatten
18 2 Türen - Möbelknöpfe 52
19 ca. 16 Türen - Senkkopfschrauben5 x 16 mm
20 2 Sockel - Lange Blenden 1420 100 20 Buche-Leimholzplatten
21 3 Sockel - Kurze Blenden 250 100 20 Buche-Leimholzplatten
22 3 Sockel - Verbindungsleisten 150 27 27 Buche-Leimholzplatten
23 6 Sockel - Schraubleisten 100 45 45 Fichte Kantholz
24 ca. 24 Sockel - Senkkopfschrauben4 x 60 mm
25 ca. 12 Sockel - Senkkopfschrauben4 x 40 mm

Benötigte Werkzeuge:

Werkzeugliste

Ausstattung Werkzeug /Maschine Verwendung Details
Elektrowerkzeuge, Werkzeugmaschinen und Zubehör dazu
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Handwerkzeuge, Meßgeräte, Hilfsmittel und Zubehör
minimal weicher Bleistift, Filzstift, Metermaß messen / markieren
minimal Schleifpapier, Körnungen 120 – 240 Holzoberflächen schleifen im Shop ansehen
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Die Arbeitsschritte zum Bau eines Sideboards

1. Schritt - Lochreihen in die Seiten bohren

Bohren Sie je zwei Reihen mit Löchern von 5 mm Durchmesser in die Innenfläche der linken Außenseite, in alle Flächen der unteren Mittelseiten sowie in die Innenfläche der rechten Außenseite.

Dazu zeichnen Sie mit Bleistift in jeweils 37 mm Abstand von der vorderen und der hinteren Kante eine Linie, auf der die Lochmittelpunkte liegen. Setzen Sie alle 32 mm (Abstand von Mittelpunkt zu Mittelpunkt) eine Markierung. Das erste Loch sitzt ca. 70 mm vom unteren Rand.

Setzen Sie die Zentrierspitze des Holzbohrers exakt im Schnittpunkt der Markierungskreuze an. Bohren Sie nicht durch; jedes Loch sollte 10 mm tief sein. Benutzen Sie daher einen Tiefenstopp; das ist ein Anschlagring mit Gewindestift zur Befestigung direkt am Bohrer; mit dessen Hilfe Sie die Bohrtiefe einstellen können.

Tipp 32er-Lochreihen:
Wenn Sie häufiger Möbel bauen, lohnt sich die Anschaffung einer System-32-Lochschablone (der Name ist von dem genormten Lochabstand abgeleitet). Die Schablone wird auf das Werkstück aufgespannt, und Sie brauchen nur noch durch die Metallmanschetten hindurchzubohren. So gelingen die Löcher genau im richtigen Abstand und perfekt senkrecht.

2. Schritt - Teile der oberen Fächer miteinander verbinden

Stellen Sie die Außenseiten sowie die oberen und unteren Mittelseiten jeweils mit der Sichtkante nach unten so nebeneinander, wie sie später beim Zusammenbau angeordnet sein sollen. Markieren Sie nun die rückwärtigen Kanten mit Bleistift, sodass Sie bei der weiteren Arbeit immer wissen, welches Teil wohin gehört. Tischler setzen dazu ein Dreieckssymbol.

Markieren Sie die Böden in der gleichen Weise.

Stellen Sie als Nächstes die beiden oberen durchgehenden Böden und die beiden oberen Mittelseiten so auf ihren Hinterkanten auf, wie Sie sie verschrauben möchten. Die genauen Maße der Abstände finden Sie in unserer Zeichnung. Fixieren Sie die Anordnung vorsichtig mit Zwingen, damit nichts verrutscht. Verwenden Sie dabei Zulagen aus Holzresten, um hässliche Druckspuren auf den Werkstücken zu vermeiden.

Nun können Sie die Lage der Mittelseiten auf den Böden mit Bleistift einzeichnen. In der Mitte der Mittelseiten-Umrisse auf den Böden platzieren Sie je zwei 4-mm-Löcher so, dass die äußeren mindestens 30 mm von den Außenkanten entfernt liegen. Senken Sie jeweils die Außenseiten der Löcher in den Böden an. (Bohren Sie bei dieser Gelegenheit in gleicher Weise die Löcher zur Verschraubung der Abdeckplatte vor und senken Sie sie von unten an.)

Montieren Sie die Mittelseiten und Böden mit Akkuschrauber und Senkkopfschrauben 4 x 50 mm.

Tipp zum Verschrauben zweier Holzteile:
Bohren Sie das Teil, durch das zuerst geschraubt wird, stets 0,5 bis 1 mm größer vor, als der Schraubendurchmesser ist; das Loch sollte für den Schraubenkopf angesenkt werden. Das Teil, in das als Zweites gebohrt wird, bohren Sie stets 1 mm kleiner vor, als der Schraubendurchmesser ist.

3. Schritt - Korpusoberteil und Außenseiten miteinander verbinden

Legen Sie das fertig montierte Oberteil auf seine Rückkanten. Richten Sie nun die Außenseiten und den unteren langen Boden so daran aus, dass der Korpus vor Ihnen liegt, wie er montiert werden soll. Übertragen Sie wieder die Umrisse der Böden mit Bleistift auf die Innenflächen der Außenseiten.

Bohren Sie je zwei 4-mm-Löcher mittig in die Umrissmarkierungen ein. Senken Sie die Löcher von außen an; dabei sollten Sie besonders sorgfältig arbeiten, da diese Verschraubungen außen sichtbar bleiben.

Montieren Sie nun die Korpusteile mit Akkuschrauber und Senkkopfschrauben 4 x 50 mm. Beachten Sie dabei die Hinweise im Tipp zum Verschrauben zweier Holzteile im vorigen Arbeitsschritt.

4. Schritt - Korpusinnenteile montieren

Wieder markieren Sie wie in den Arbeitsschritten vorher mit Bleistift zuerst die Lage der unteren Mittelseiten auf den Böden. Diesmal bohren Sie aber nur den unteren Boden mit jeweils zwei 4-mm-Löchern pro Mittelseite mittig innerhalb des Umrisses vor. Senken Sie die Löcher von unten an. Dabei liegt der Korpus nach wie vor auf den Rückkanten.

Während Sie die Mittelseiten wie gewohnt mit dem unteren Boden von unten verschrauben können, behelfen Sie sich oben mit Stuhlwinkeln. Montieren Sie jeweils einen oben bündig vorn auf der einen und hinten auf der anderen Seite.

Nun schieben Sie die zur Verschraubung vorbereiteten Mittelseiten zwischen den Böden ein. Montieren Sie sie mit Akkuschrauber und Senkkopfschrauben 4 x 50 mm durch den unteren Boden (beachten Sie dabei die Hinweise im Tipp zum Verschrauben zweier Holzteile im Arbeitsschritt zwei!) und Schrauben 3 x 17 mm durch die Stuhlwinkel.

5. Schritt - Sockelteile miteinander verbinden und Sockel montieren

Stellen Sie die langen und kurzen Blenden des Sockels in der Anordnung auf einer Fläche auf, wie sie später montiert werden sollen. Markieren Sie nun die Kanten mit Bleistift, sodass Sie bei der weiteren Arbeit immer wissen, welches Teil wohin gehört. Tischler setzen dazu ein Dreieckssymbol.

Bohren Sie nun die fünf Sockelblenden und die Schraubleisten vor. Da die Blenden über Kreuz durch die senkrecht in den Ecken stehenden Schraubleisten hindurch miteinander verschraubt werden, ordnen Sie die Bohrlöcher durch die Schraubleisten entsprechend versetzt an. Montieren Sie die Sockelteile wie in der Zeichnung mit Akkuschrauber und Schrauben 4 x 60 mm.

Als Nächstes bohren Sie die Verbindungsleisten vor, über die der Korpus mit dem Sockel verschraubt wird. Montieren Sie die Verbindungsleisten mit Akkuschrauber und Schrauben 4 x 60 mm waagerecht und bündig zu den Oberkanten an die kurzen Sockelblenden.

Stellen Sie den Korpus auf den Kopf und richten Sie den Sockel auf seiner Unterseite aus. Nun können Sie ihn durch die Verbindungsleisten hindurch mit Akkuschrauber und Schrauben 4 x 40 mm unter den Korpus montieren.

6. Schritt - Abdeckplatte mit dem Korpus verbinden

Sie haben bereits in Arbeitsschritt zwei den obersten Boden zur Verschraubung mit der Abdeckplatte vorgebohrt und können diese nun montieren. Um das von unten in dem nur 200 mm hohen Fach zu schaffen, können Sie den IXO-Akkuschrauber von Bosch benutzen, der dazu kompakt genug gebaut ist.

Richten Sie die Abdeckplatte zunächst auf dem Korpus aus: Links und rechts steht sie 5 mm über, nach vorn und hinten 20 mm. Dieser größere Überstand passt zur Rückwand und zu den Türen, die Sie nach Bedarf anbringen können.

7. Schritt - Rückwand bearbeiten und montieren

Die Rückwand können Sie unsichtbar und sehr aufwendig über Dübel-Leim-Verbindungen mit dem Sideboard verbinden – oder sehr viel einfacher: mit Winkelverbindern und Schrauben. Hier die einfachere Variante.

Schrauben Sie je zwei Stuhlwinkel mit Akkuschrauber und Schrauben3 x 17 mm bündig zur hinteren Kante an die Innenflächen der Korpusaußenseiten oder wie abgebildet hinten bündig jeweils links und rechts in die Innenflächen der Korpusböden.

Legen Sie den Korpus auf die Seite. Richten Sie die Rückwand auf ihrer Seitenkante so daran aus, wie sie montiert werden soll. Fixieren Sie sie dort mit Zwingen und montieren Sie sie von innen mit Akkuschrauber und Schrauben 3 x 17 mm durch die Stuhlwinkel.

8. Schritt - Topfscharniere an den Türen montieren und Türen befestigen

Legen Sie die Türen so auf die Arbeitsfläche, wie sie später an dem Möbel platziert sein sollen. Kennzeichnen Sie sie, sodass Sie während der Arbeit immer wissen, welche links und welche rechts sitzt und wo oben und unten ist.

Markieren Sie auf den Rückseiten der Türen mit Bleistift die Achsenlinien der Positionen für die Topfscharniere. Die Achsenlinien müssen exakt mittig zweier Löcher der Lochreihe liegen. Legen Sie dazu den Korpus auf die Außenseite und positionieren Sie die passende Tür als ob sie 90° geöffnet wäre. Jetzt können Sie bequem die Achsenlinien auf die Tür übertragen. Die Achsenlinien für die zweite Tür werden von der ersten Tür mittels Lineal oder Tischlerwinkel übertragen. Für unsere Türen benötigen Sie übrigens Topfscharniere für Mittelanschlag, auch gekröpfte Bänder genannt.

Der Abstand der Löcher für die Topfbänder zum Rand beträgt jeweils 35 + 5 mm, also 40 mm. Markieren Sie die vier Bohrmittelpunkte auf den Bleistiftlinien bzw. Achslinien. Die Löcher für die Scharniertöpfe bohren Sie mit dem 35-mm-Forstnerbohrer (Holzbohrer mit einem größeren Durchmesser als 12 mm).

Stellen Sie den Tiefenstopp am Bohrer entsprechend ein und zielen Sie mit der Zentrierspitze des Forstnerbohrers genau auf den markierten Bohrmittelpunkt.

Hinweis zur Arbeitsreihenfolge:
Damit die Oberflächenbehandlung perfekt gelingt, ist es sinnvoll, die Topfscharniere erst danach zu montieren. Wir beschreiben den Vorgang jedoch der Vollständigkeit halber hier in diesem Arbeitsschritt.

Drücken Sie die Topfscharniere in die Löcher ein und montieren Sie sie mit Akkuschrauber und den mitgelieferten Schrauben.

Die Gegenstücke der Topfbänder an den Türen sind die Grundplatten am Korpus. Diese montieren Sie als Nächstes. Drücken Sie dazu die Topfbänder in die zwei Löcher, der Lochreihe, von denen Sie vorher die Achslinien hergeleitet haben. Als Hilfe zum Einklipsen der Türen, legen Sie den Korpus auf eine Außenseite. Die dorthin gehörige Tür positionieren Sie so dazu, als sei sie um 90° geöffnet. Richten Sie die Tür nun mit Hilfe von zwei 5-mm-Distanzklötzchen parallel zur Seite aus. Führen Sie die Arme der Bänder in die Grundplatten und klipsen Sie sie dort fest.

Zu guter Letzt bohren Sie die Löcher für die Möbelknöpfe an den Türen vor. Befestigen Sie sie mit den mitgelieferten Schrauben.

9. Schritt - Holzoberflächen schleifen

Um die Oberfläche so gut wie möglich bearbeiten zu können, sollten Sie sich ihr vor dem Zusammenbau des Möbels widmen.

Brechen Sie zunächst alle Kanten, indem Sie sie mit 120er oder 180er Schleifpapier im 45°-Winkel bearbeiten, sodass eine kleine Fase entsteht. Die Sichtflächen schleifen Sie mit Ihrem Schleifer stets in Richtung der Holzmaserung zunächst mit gröberem (120er, 180er), dann mit feinerem (bis 240er) Schleifpapier.

Danach werden die Flächen mit einem Schwamm gewässert, also feucht abgerieben. Beim Trocknen stellen sich vereinzelt lose Holzfasern auf, die Sie dann mit 180er Schleifpapier sachte entfernen. Danach ist das Holz bereit zur Oberflächenbehandlung. Kleiner Tipp: Achten Sie darauf, dass das Schleifpapier nicht zu stumpf ist, damit die Holzfasern abgeschnitten und nicht nur angedrückt werden.

10. Schritt - Oberflächen wachsen

Lesen Sie zunächst die Verarbeitungs- und Sicherheitsratschläge des Wachsherstellers sorgfältig durch. Arbeiten Sie in einem gut belüfteten Raum und vermeiden Sie dort Rauchen, Essen und Trinken.

Tragen Sie das Holzwachs mit Pinsel oder Stoffballen satt auf und nehmen Sie überschüssiges Wachs mit einem Stofflappen ab. Beachten Sie die vom Wachshersteller angegebenen Trocknungszeiten.

Möchten Sie eine zweite Wachsschicht aufbringen, ist ein Zwischenschliff mit 240er Schleifpapier fällig. Schleifen Sie auch diesmal stets in Richtung der Maserung. Wiederholen Sie dann den Auftrag wie im vorigen Absatz beschrieben. Nach dem Trocknen bearbeiten Sie die Fläche mit einer weichen Bürste, bis die Oberfläche schimmert.

Sicherheitshinweis.
Lassen Sie den Wachslappen nach dem Auftrag ausgebreitet und gut belüftet trocknen. Zusammengeknüllt kann er sich sonst beim Trocknen bis zur Selbstentzündung erwärmen!



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Abbildungen ist urheberrechtlich geschützt. Für diese Veröffentlichung wurde sie
uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von bosch-do-it.de.

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