Schneidbretter selber bauen - so geht's

Sie kennen es, man hat ein Projekt fertig und nun ist ein Stück einer Holzplatte übrig. Die meisten Menschen würden es jetzt wahrscheinlich in den Keller stellen, wo es dann verstaubt und vergessen wird. Aber dafür sind die Holzplattenreste viel zu schade, denn man kann mit ihnen noch viele kreative Ideen umsetzten. Wie zum Beispiel ein nützliches Schneidebrett für die Küche. Wie Sie das ganz einfach selber machen und was Sie dafür brauchen zeigen wir Ihnen in dieser Bauanleitung.

Was benötigen Sie für die Herstellung eines Schneidebrettes?

 

Rest einer Holzplatte (möglichst Hartholz)

Maßband

90° Winkel (Empfohlener Anschlagwinkel)

Kreissäge

Oberfräse

Abrundfräser

Nutfräser

Forstnerbohrer (Empfohlen ist ein Tischbohrmaschiene)

Multischleifer oder Exzenterschleifer

Lebensmittelechtes Arbeitsplatten Öl

Pinsel

Bleistift

Mikrofaser- oder Baumwolltuch

4x Schrauben aus Edelstahl (optional)

4x Gummifüße (optional)

4x Unterlegscheiben aus Edelstahl (optional)

Akku-Bohrschrauber

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Helfer für die Herstellung eines Schneidbrettes


Videoanleitung Schneidbrett selber machen
Das Holzbrett wird mit einem Maßband abgemessen. Hierbei werden für den nächsten Schritt Makierungen gemacht.

Abmessungen machen

Zuerst einmal müssen Sie sich für eine Maße entscheiden. Die optimale Größe zum Schneiden von Fleisch oder zum Pizza essen ist ca. 31-32cm breit und 40-45 cm lang. Nehmen Sie sich hierzu ein Maßband zu Hand und messen Sie die gewünschte Größe ab. Machen Sie sich kleine Markierungen mit dem Bleistift, diese werden Ihnen später beim Zuschneiden helfen. Kontrollieren Sie auch die Winkel des Brettes mithilfe eines 90° Winkels. Suchen Sie sich eine Ecke mit einem Winkel von 90° und messen Sie von hier aus die gewünschte Länge und Breite des Brettes ab.

Das Brett wird mit einer Kreisäge zugeschnitten. Die gemachten Markierungen dienen als Hilfe.

Schneidbrett zuschneiden

Wenn Sie mit allen Ausmessungen fertig sind, kann es auch schon fast mit dem Zuschneiden weitergehen. Aber einen Moment noch, setzten Sie vor der Arbeit einen Gehörschutz auf und tragen Sie beim Schneiden des Brettes unbedingt eine Schutzbrille. Stehen Sie während des Schneidens auch unbedingt neben der Säge, nie hinter oder vor der Säge. So verhindern Sie Verletzungen durch abfliegende Holzstücke und Splitter. Wenn nun alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen sind, kann es losgehen. Verwenden Sie für diese Arbeit eine Handkreissäge mit Führungsschiene oder eine Tischkreissäge. Um die Kanten so sauber wie möglich zu sägen. Stellen Sie die Säge auf die gewünschte Maße ein und platzieren Sie das Brett an der Säge. Achten Sie hierbei darauf, dass Sie den vorher ermittelten 90° Winkel als Orientierungspunkt nehmen. Danach können Sie mit dem Zuschnitt beginnen. Schneiden Sie das Brett mit Hilfe Ihrer gemachten Markierungen zurecht. Halten Sie ihre Hände dabei immer weit genug vom Sägeblatt entfernt.

Die Kanten werden mit einer Abrundfräse abgerundet. Dannach werden die Griffmulden eingefräst.

Griffmulden einfräßen und Kanten abrunden

Um das Brett nachher gut greifen zu können brauchen Sie Griffmulden. Wie Sie diese nun in das Brett bekommen, erklären wir Ihnen jetzt. Verwenden Sie für diesen Schritt erst einmal einen Abrundfräser. Runden Sie mit dem Abrundfräser zunächst alle umlaufenden Kanten ab. Im nächsten Schritt wählen Sie eine Größe für die Mulden und zeichnen diese an. Haben Sie das gemacht können Sie nun die Griffmulden mit einem Nutfräser einfräsen.

Mit einem Forstner Bohrer werden Sacklöcher für die Gummifüße gebohrt. Die Tiefe wird an das Brett angepasst.

Löcher für die Gummifüße bohren

Um das Rutschen auf glatten Arbeitsplatten wie zum Beispiel Fliesen oder Naturstein zu verhindern, können Sie Gummifüße anbringen. Die Gummifüße an einem Schneidbrett gewährleisten eine gute Luftzirkulation. Feuchtes Holz kann schnell schimmeln und Flecken bekommen. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern die Feuchtigkeit bietet auch ein optimales Klima für die Vermehrung von Bakterien. Das Anbringen der Gummifüße ist optional - sollten Sie sich jedoch dazu entschließen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt zum Bohren der Sacklöcher für die Gummifüße gekommen. Um die Füße später an die richtige Stelle zu bringen, zeichnen Sie zuerst die Stellen an, an denen die Füße später sitzen sollen. Zum Bohren der Sacklöcher eignet sich am besten eine Tischbohrmaschine. Passen Sie die Tiefe der Löcher an die Dicke der Bretter an, damit sie noch etwas herausstehen.

Die grauen Stellen werden mit einem Akku-Schleifer abgeschliffen. Dannach wird ein Akku-Exzenterschleifer verwendet um die Griffmulden ab zu schleifen.

Schneidbrett schleifen

Jetzt kümmern Sie sich wortwörtlich um den Feinschliff, denn nun schleifen Sie alle groben Stellen ab. Hierfür verwenden Sie am besten zwei verschiedene Schleif-Geräte. Wir empfehlen einen Akku-Exzenterschleifer für die Fläche und die Seiten des Brettes und einen Akku-Multischleifer für die feineren Griffkanten. Schleifen Sie das Brett gründlich ab, Sie wollen es ja später für Lebensmittel benutzen. Im Anschluss nehmen Sie ein Mikrofasertuch (oder auch Baumwolllappen) und stauben alles ordentlich ab. Dies ist eine wichtige Vorbereitung für den nächsten Arbeitsschritt.

Das saubere Schneidbrett wir nun, mithilfe eines Pinsels, mit Öl bestrichen. Nach einer Weile werden die Reste des Öls mit einem Lappen entfernt.

Das Schneidbrett ölen

Nun kommen wir zum Ölen des Brettes. Zunächst wählen wir das richtige Öl. Verwenden Sie am besten ein Arbeitsplattenöl, achten Sie dabei unbedingt darauf, dass das Öl, welches Sie verwenden wollen, lebensmittelecht ist. Wenn Sie das richtige Öl gewählt haben, kann es auch schon mit dem Bestreichen losgehen. Nehmen Sie sich hierfür einen sauberen Flachpinsel zu Hand. Sie werden sofort merken, dass das Holz in einem intensiveren Farbton erstrahlt. Wenn Sie mit dem Bestreichen fertig sind, lassen Sie das Öl für 10-15 Minuten einwirken. Danach nehmen Sie sich ein Tuch zu Hand und entfernen das überschüssige Öl. Wischen sie besonders gründlich durch die Löcher, die wir später für die Füße benötigen. Achten Sie darauf, dass das Tuch sauber und frei von Staub ist. Wenn Sie fertig sind, legen Sie das Tuch unbedingt flach nach draußen an die frische Luft oder legen Sie es ins Wasser. Achtung Brandgefahr! Bei in Öl getränkten Tüchern kann es immer wieder mal zu Selbstentzündung kommen. Das bestrichene Brett sollte über Nacht noch einmal ordentlich abtrocknen und kann gegebenenfalls am nächsten Tag nochmal eingeölt und wie zuvor beschrieben abgewischt werden.


Tipp

Warum ölen wir Holzbretter eigentlich? Wenn das Brett erstmal im Gebrauch ist, wird es häufig mit Flüssigkeiten in Kontakt kommen. Ob beim Schneiden von Lebensmitteln oder später beim Spülen. Dies schadet auf Dauer dem Holz. Außerdem ist das Brett so anfälliger für Verfärbung durch Gemüse, aber auch für das Eindringen von Keimen und Bakterien. Holzschneidbretter gehören auf keinen Fall in die Spülmaschine! In der Spülmaschine saugt sich das Holzschneidbrett mit Wasser voll. Durch langen Wasserkontakt kann das Brett aufquellen und es bilden sich unschöne Risse.

Gummifüße anschrauben

Nun müssen noch die Füße befestigt werden. Hierfür verwendet man einen Akku-Bohrschrauber.

Zu guter Letzt befestigen Sie nun noch die Füße an dem Brett. Gummifüße finden Sie in der Regel im Baumarkt. Verwenden Sie einen Akku-Bohrschrauber und bringen Sie die Füße mithilfe von 4 Schrauben und den Unterlegscheiben in den Sacklöchern an. Prüfen Sie jetzt noch ob alles festsitzt und nichts wackelt. Wenn alles passt und das Brett nun Ihren Wünschen entspricht, ist Ihr Schneidebrett jetzt fertig. Denken Sie daran das Öl noch gut einziehen zu lassen, bevor Sie das Brett später verwenden.

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Videoanleitung Werkstatt selber machen

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Bildnachweis
  1. "Schneidbrett": Media / freundlicherweise überlassen von Media / freundlicherweise überlassen von

  2. "Holzbrett abmessen": westfalia.de / westfalia.de

  3. "Schneidbrett zuschneiden": westfalia.de / westfalia.de

  4. "Kanten abrunden und Griffmulden einfräsen": westfalia.de / westfalia.de

  5. "Sacklöcher für die Füße bohren": westfalia.de / westfalia.de

  6. "Brett schleifen": westfalia.de / westfalia.de

  7. "Schneidbrett Ölen": westfalia.de / westfalia.de

  8. "Füße anschrauben": westfalia.de / westfalia.de

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