Bäume und Sträucher schneiden

Der Rückschnitt einer Pflanze verleiht ihr nicht allein eine schöne Form, er hält sie zudem gesund und fördert ihr Wachstum. Zier- und Nutzpflanzen dürfen jedoch nicht zu beliebigen Zeitpunkten unbedacht eingekürzt werden: Ein unprofessioneller Rückschnitt kann sich negativ auf die Pflanzengesundheit auswirken, sodass eventuell nur die diesjährige Blüte ausbleibt oder sogar die gesamte Pflanze im nächsten Winter eingeht.

Generell wird eine Gartenpflanze einmal jährlich zurückgeschnitten. Kleinere Korrekturschnitte sind auch zwischendurch möglich: Kranke Triebe werden etwa umgehend entfernt, um eine Ausbreitung der Erreger zu vermeiden. Zudem verbessern bewusste Schnittmaßnahmen die Luftzirkulation zwischen großen Ästen, kleinen Trieben und Blättern, sodass einer Pilzinfektion vorgebeugt wird. Auch welke Blüten werden vorsichtig abgeknipst, um auf diese Weise die Samenentwicklung zu unterdrücken und die Zierblume zur Bildung neuer Blüten anzuregen. Hier spricht man vom sogenannten Ausputzen von Pflanzen.

Beim Pflanzenschnitt muss mit sauberen, gut geschärften Garten- oder Astscheren gearbeitet werden, um ungesunde Quetschungen zu vermeiden und gleichzeitig glatte Schnittflächen zu erzielen, die schnell und gut verheilen. Erfahren Sie mehr zum Rückschnitt von Bäumen, Sträuchern und Hecken im Garten.

Richtiges Werkzeug für einen sauberen Schnitt

Scharfes Werkzeug erzielt saubere Schnittflächen, die gut verheilen.

Bewusst durchgeführte Schnittmaßnahmen sind elementarer Bestandteil der jährlichen Pflanzenpflege und fördern die generelle Pflanzengesundheit, wenn sie richtig durchgeführt werden. Zunächst ist auf scharfes und sauberes Schneidwerkzeug zu achten, das vor dem Gebrauch zusätzlich desinfiziert wird. Bei Trieben mit einer Breite von bis zu 30 Millimetern finden handliche Gartenscheren Verwendung, während bei breiteren Trieben zu einer Ast- bzw. Baumschere gegriffen werden sollte, um Quetschungen zu vermeiden. Wenn Äste für Scheren zu dick werden, kommen Hand- oder elektrische Heckensägen zum Einsatz. Der Griff sollte gut in der Hand liegen und ergonomisch geformt sein, um eine Entlastung der Muskeln und Sehnen zu erzielen und somit ein ermüdungsfreies Arbeiten zu ermöglichen. Zudem sorgt eine Spezialzahnung mit gegenläufigen Schneidezähnen für einen leichten Sägebeginn und glatte Sägeschnitte ohne ausgefranste Sägeränder.

Dies ist besonders wichtig, da glatte, kleine Wundflächen schneller und besser verheilen und von der Pflanze selbstständig verschlossen werden können. Blutende, also nässende Wunden werden mit Wundverschlussmitteln behandelt. Hierbei kann es sich um einen Pflanzensprühverband, sogenannte Baumpflaster, oder streichfähige Balsampasten für Pflanzen handeln. Wichtig ist, dass die Fläche ausreichend vor eindringenden Keimen und Feuchtigkeit geschützt wird.

Wann und wie werden Pflanzen zurückgeschnitten?

Der beste Zeitpunkt für einen Pflanzenrückschnitt ist der Herbst oder das milde Frühjahr. Vor der kalten Jahreszeit wird dabei weniger radikal zurückgeschnitten, da zusätzliche Halme und Blätter der Pflanze als natürlicher Winterschutz dienen. Ein grober Pflanzenschnitt ist daher erst im Frühjahr zu empfehlen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wann eine Pflanze beschnitten werden sollte, gibt Ihnen die Blütezeit einen entscheidenden Hinweis: Frühblüher werden unittelbar nach der Blüte eingekürzt, während spätblühende Pflanzen erst im folgenden Frühjahr zurückgeschnitten werden.

Die Art des Rückschnitts fällt dabei je nach Gewächs unterschiedlich aus: Während eine Vielzahl an Stauden für einen guten Neuaustrieb stark eingekürzt werden, müssen Gehölze häufig nur einem Formschnitt unterzogen oder gezielt ausgelichtet werden. Im Zweifelsfall wird die Pflanze nicht gestutzt, sondern lediglich ausgelichtet. Speziell schnellwachsende Heckenpflanzen werden hingegen mindestens zweimal jährlich geschnitten, um ein dichtes Wachstum und somit einen ausreichenden Blickschutz zu erzielen.

Der optimale Rückschnitt hängt somit vom individuellen Wachstumsverhalten der Pflanze ab. Generell sorgen regelmäßige Schnittmaßnahmen jedoch für gesunde, kräftige Pflanzen und höhere Ernteerträge im Nutzgarten.

Schnitttechniken: Auslichtungs-, Verjüngungs- und Erhaltungsschnitt

Obstgehölz, hier ein Apfelbaum, wird nach der Ernte zurückgeschnitten.
Alte Äste werden nah am Stamm abgeschnitten.

Ein Auslichtungsschnitt soll die Blühfreudigkeit von Sträuchern und Gehölzen aufrecht erhalten und wird in einem zwei- bis dreijährigem Abstand durchgeführt: Nach der Blüte werden verästelte Triebe und alte, blühfaule Äste entfernt. Bei Sommerblühern werden zudem im Februar alle Triebe bis auf einen kleinen Stummel eingekürzt, die im Vorjahr Blüten getragen haben.

Im Gegensatz dazu steht der Verjüngungsschnitt, der nur durchgeführt wird, wenn jahrelang nicht oder falsch geschnitten wurde: Der gesamte Strauch wird bis auf 40 cm über dem Boden zurückgeschnitten und alte Triebe entfernt. Die neue Krone soll sich aus jungen, kräftig wachsenden Jungtrieben zusammensetzen, um stärker austreiben zu können.

Beim Auslichtungs- oder Erhaltungsschnitt werden alle zwei Jahre alte Triebe nach der Blütephase auf Bodenhöhe entfernt, um die Sträucher blühfreudig und jung zu halten. Auf diese Weise kann die Pflanze ihre gesamte Energie in neue, kräftige Triebe investieren und sich gut entwickeln. Zugleich werden unverzweigte Äste auf ein Drittel eingekürzt, um ein dichtes Wachstum und eine formschöne Krone zu erzielen. Beerensträucher bilden beim Auslichtungsschnitt eine Ausnahme: Sie werden bereits im Frühjahr ausgelichtet, um kräftige Triebe für eine reiche Ernte zu fördern.

Schnittführung und Wundheilung

Ein sauberer Schnitt an der richtigen Stelle fördert den gesunden Neuaustrieb. Wählen Sie für Schnittarbeiten im Garten einen bewölkten, milden Tag, an dem es laut Wetterbericht weder zu starkem Sonnenschein noch zu Regenfällen kommen soll, um die frischen Schnittwunden nicht unnötig zu belasten.

Auch die Schnittführung nimmt Einfluss auf die Wundheilung und Pflanzengesundheit: Führen Sie die Schnitte daher immer in einem Winkel von 45° schräg nach unten aus, sodass Regenwasser abtropfen und nicht in die offene Wunde einziehen kann. Zudem wird ein Zweig immer möglichst dicht am Stamm entfernt. Anders sieht es bei Knospen tragenden Pflanzen aus: Hier wird der Schnitt immer unmittelbar über einer Knospe durchgeführt – Experten sprechen bei jungen Triebknospen auch von einem Auge, die Pflanzen werden also "auf Auge" geschnitten.

Wenn Sie schwere Äste, etwa alte Triebe von hohen Bäumen, entfernen möchten, muss zunächst eine Kerbe in die Unterseite des Astes geschnitten werden, bevor Sie ihn schließlich von oben durchsägen. Diese Methode ist besonders pflanzenschonend, da nahezu keine Rinde abgerissen wird und saubere Wundflächen entstehen.

Tipp: Generell können Sie sich beim Pflanzenrückschnitt daran orientieren, dass radikale Schnittmaßnahmen für wenige, aber starke neue Triebe sorgen. Starke Äste sollten dabei immer mäßig, schwache Triebe kräftig gestutzt werden.

Schnittmaßnahmen im Frühling

Im zeitigen Frühjahr stehen viele Schnittarbeiten im Garten an. Der große Vorteil: Die Schnittwunden können während der Vegetationsperiode deutlich schneller und besser verheilen als im feuchten Herbst, wenn die Pflanzen ihr Wachstum einstellen und schließlich Winterschlaf halten. Wenn sie zum Jahresende von zahlreichen offenen Wundflächen betroffen wären, könnten Krankheitserreger ungehindert eindringen und der Frost die geschwächte Pflanze zusätzlich belasten oder sogar zum Absterben bringen. Einziger Nachteil eines Frühjahrsschnitts sind die zahlreichen kahlen Stellen, die häufig das gesamte Jahr über sichtbar bleiben.

Rosen werden im milden Frühjahr auf Auge zurückgeschnitten.

Nach der langen Winterpause werden an einem sonnigen Tag sämtliche Sträucher und Gehölze ausgeputzt, also von vertrockneten oder abgestorbenen Pflanzenteilen sowie frostbedingten Schäden befreit. Dies ermöglicht eine gesteigerte Luftdurchlässigkeit und macht die überwinterten Pflanzen weniger anfällig für nässebedingte Krankheiten und Pilzinfektionen. Immergrüne Gräser und Ziergräser, die über den Winter zum Blickfang wurden und zahlreichen Kleintieren als Unterschlupf oder Nahrungsquelle dienten, sowie sommer- oder winterblühende Sträucher werden jetzt zurückgeschnitten.

Da Hecken zwischen dem 1. März und dem 30. September nicht radikal geschnitten werden dürfen, sollten Sie im Februar Ihre Gartenhecke noch rechtzeitig stutzen und in Form bringen. Zudem werden nun die sommerblühenden Obstbäume im Nutzgarten beschnitten und von sehr alten Zweigen befreit, die nach vielen Standjahren nur noch wenige Früchte bilden. Hier gilt es zu beachten, dass Obstbäume immer vor Beginn des Austriebs zurückgeschnitten werden, um eine reiche Ernte zu erhalten.

Lesetipp: In unserem Beitrag zum Obstbaumschnitt erfahren Sie weiterführende Details zur richtigen Obstbaumpflege.

Rosen schneiden

Beetrosen dürfen im Herbst auf rund 40 cm eingekürzt werden, Experten raten hiervon jedoch ab, da mit starken Frostschäden zu rechnen ist. Bewährt hat sich ein Rückschnitt im trockenen Frühling, wenn nicht länger mit Nachtfrösten zu rechnen ist. Rosen werden dabei mit einer speziellen Rosenschere auf Auge geschnitten: Setzen Sie den Schnitt über einer jungen Knospe die nach außen zeigt und kürzen Sie den Trieb so weit ein, dass mindestens vier Triebknospen erhalten bleiben. Reduzieren Sie zudem die Triebanzahl auf maximal sieben starke Seitentriebe pro Rosenstock. Neben abgestorbenem und krankem Holz entfernen Sie zudem sogenannte Wildtriebe, die nur blasse und kleine Blätter bilden – es ist daher wichtig, dass Sie Ihren Rosenstrauch auch während der Vegetationsperiode gut beobachten und schwache Triebe für den Frühjahrsrückschnitt vormerken oder sogar bunt markieren.

Tipp: Während der Blütezeit werden welke Blüten gezielt entfernt. Dabei gilt es zu beachten, dass die Blüte samt Stiel entfernt wird, um den Austrieb neuer Blütenstiele zu fördern.

Mäßiger Sommerschnitt

Nach dem gezielten Rückschnitt im Frühjahr treiben die Äste im Frühsommer wieder aus.

Zur heißen Jahreszeit werden keine radikalen Rückschnitte, sondern lediglich mäßige Form- und Korrekturschnitte durchgeführt, welche die Pflanzenform positiv beeinflussen, die Blütezeit verlängern oder zu besseren Ernteerträgen führen. Zum Sommerbeginn stehen daher zunächst Aufräumarbeiten im Blumenbeet an: Abgeblühte Pflanzen werden ausgeputzt und abgefallene Blüten sowie vergilbte Blätter von Frühjahrsblühern aufgesammelt oder abgeschnitten, um eine Pilzinfektion bei anhaltender Feuchtigkeit und zunehmender Wärme zu vermeiden. Zudem werden Sommerstauden von verblühten Trieben befreit, sodass eine weitere Blütephase im Herbst erfolgt.

Tipp: Bei Schnittarbeiten gilt es im Sommer generell zwischen Pflanzen zu differenzieren, die im Früh-, Hoch- und Spätsommer Blüten tragen, da viele Sommerblüher ihre Knospen und somit Blüten an diesjährigem Holz bilden.

Nach der Ernte werden die Beerensträucher im Nutzgarten zurückgeschnitten, sodass sich die Pflanzen vor der Winterruhe ausreichend erholen und ihre Wunden verschließen können. Diese Schnittmaßnahmen betreffen etwa Himbeersträucher oder rote und schwarze Johannisbeeren. Exotische Obstbäume, z. B. Aprikosen- oder Pfirsichbäume, erhalten erst im Spätsommer einen Verjüngungsschnitt, bei dem ihre Krone ausgelichtet, also von alten, schräg oder steil wachsenden Ästen befreit, und in Form gebracht wird. Wenn Sie sich die Ernte erleichtern möchten, können Sie bereits vor dem Absammeln der Früchte zum Ausdünnen vorgesehene Äste samt Fruchtbehang abschneiden.

Pflanzen schneiden im Herbst

Vor dem Winter werden Gehölze von alten und blühträgen Ästen befreit.

Auch im Herbst wird vorwiegend mäßig beschnitten, damit die Pflanzen während frostiger Perioden nicht unnötig leiden müssen. Wenn Sie bewusst einige Triebe, Blätter und Ziergräser stehen lassen, wirken sie als natürlicher Frostschutz. Frostempfindliche, ausladend wachsende Sträucher und Gräser, wie etwa Pampasgras, werden nicht geschnitten, sondern mit weichen Bändern leicht zusammengebunden, um das empfindliche Herz der Pflanze vor eindringender Feuchtigkeit und Frostschäden zu schützen. Zudem finden kleine Gartenbewohner unter so überwinternden Pflanzen ein optimales Versteck vor Fressfeinden und einen Schutz vor der Kälte. Wie Sommerblüher tragen auch die Herbstblüher ihre Knospen an diesjährigen Zweigen, sodass Sie auch hier auf die ausgeschriebene Blühzeit der einzelnen Pflanzen achten sollten, um ein versehentliches Entfernen schon bald blühender Seitentriebe zu vermeiden. Neben Beetpflanzen werden nun auch Balkon- und Kübelblumen zurückgeschnitten und wild wuchernde Kletterpflanzen gekappt und somit optimal auf die Vegetationspause vorbereitet.

Der Vorteil von Herbstschnitten liegt in der Tatsache begründet, dass viele Pflanzen sich bereits in der Ruhephase befinden und die Schnittwunden dadurch deutlich weniger bluten. Dennoch dauert es auch etwas länger, bis sich das Wundgewebe wieder geschlossen hat – in dieser Zeit sind die Pflanzen deutlich anfälliger für Erreger und Schädlinge.

Winterschnitt

Kahle Triebe mit saftigen Beeren dienen Vögeln im Winter als Nahrungsquelle und Versteck.

Nach erfolgtem Herbstschnitt dürfen sich die Pflanzen erholen und wieder zu Kräften kommen – im Winter werden Nutz- und Zierpflanzen im Außen- als auch Innenbereich daher nicht beschnitten. Eine Außnahme bilden extrem winterharte Sträucher und Bäume, die einen winterlichen Rückschnitt ohne Frostschäden überstehen können. Die meisten Pflanzen würden bei Schnittmaßnahmen im Winter erfrieren oder absterben. Während der Vegetationspause können Sie die gewonnene Zeit dafür nutzen, die über das gesamte Jahr häufig genutzten Gartenscheren und Sägen zu reinigen und schärfen, sodass im Frühjahr die Schnittarbeiten im Garten wieder beginnen können.

Im Winter: Steckholz gewinnen

Ein Steckholz ist der verholzte, kahle Trieb eines Gehölzes, der im Winter geschnitten und gesteckt wird. Viele Laubgehölze lassen sich auf diese Weise vermehren, vor allem Blütensträucher, wie z. B. Falscher Jasmin, Geissblatt, Holunder, Johannis- und Stachelbeere, Liguster, Forsythie oder Sanddorn. Steckhölzer von Johannisbeere, Liguster und Geissblatt können Sie bereits im November schneiden, bei den anderen Gehölzen werden die Schnittmaßnahmen erst nach den ersten Frösten durchgeführt. Letzter möglicher Termin für den Steckholzschnitt ist das zeitige Frühjahr vor dem Neuaustrieb. Steckholz wird sofort nach dem Schnitt gesteckt – falls der Boden gefroren ist, lassen sie sich in einem kühlen Keller wochenlang zwischenlagern. Für eine Lagerung werden die Triebe in einem Plastikbeutel mit feuchtem Sand verpackt.

Wählen Sie kräftige, etwa bleistiftdicke Triebe aus dem äußeren, gut belichteten Teil des Strauches. Der Schnitt an der Basis des Steckholzes wird direkt unterhalb einer Knospe angesetzt, am oberen Ende schneiden Sie einen halben Zentimeter oberhalb eines Auges ab. Wichtig ist eine präzise schneidende Gartenschere: Der Schnitt muss glatt und sauber sein, die Rinde darf dabei nicht verletzt werden. Aus einem Trieb lassen sich gleich mehrere Steckhölzer gewinnen, die jeweils drei bis fünf Knospen besitzen. Zum Anwachsen werden die Triebe in ein Beet oder einen Frühbeetkasten gepflanzt, sodass nur eine oder zwei Knospen oberirdisch verbleiben. Besonders gut bewurzeln die Triebe, wenn Sie das Beet zusätzlich mit durchlöcherter Pflanz- oder Mulchfolie abdecken.

Frühjahrsblühende und sommerblühende Sträucher schneiden

Der Seidelbast blüht an den Triebenden und muss nicht regelmäßig geschnitten werden.

Generell dürfen Sträucher ganzjährig mäßig geschnitten werden, um die Krone gezielt zu formen und die Blühfreudigkeit zu erhalten. Bei einem Sommerschnitt verheilen die Schnittwunden schneller, während im Winter das individuelle Pflanzenwachstum an kahlen Trieben besser überblickt und somit eine schöne Form leicht ermittelt werden kann.

Dennoch sollten Sie sich bereits beim Pflanzkauf über die Schnittverträglichkeit der Sträucher informieren, da beispielsweise wertvolle Sorten auch ohne eine solche Pflegemaßnahme gut gedeihen, da sie ausschließlich an den Endknospen der Zweige weiterwachsen und am mehrjährigen Holz ihre Blüten tragen. Auch immergrüne Sträucher kommen ohne einen Pflegeschnitt aus – sie sind schnittverträglich, blühen nach dem Verjüngungsschnitt jedoch nicht deutlich besser, sodass sich der Aufwand kaum lohnt. Zu den Sträuchern und Gehölzen, die nicht regelmäßig eingekürzt werden müssen, zählen beispielsweise die Zaubernuss (Hamamelis), der Schneeball (Viburnum), die Felsenbirne (Amelanchier) und der Seidelbast (Daphne).

Bei Blütensträuchern ist es für einen regelmäßigen Pflegeschnitt wichtig zu wissen, ob sie an altem oder diesjährigen Holz blühen: Frühjahrsblüher bilden ihre Knospen bereits im Vorjahr, sodass sie nicht im Frühjahr, sondern unmittelbar nach der Blüte geschnitten werden, um die Blütenpracht zu erhalten. Ziel ist es, ältere, blühfaule Astpartien zu entfernen, um so Platz für junge Triebe zu schaffen. Die kräftigen Jungtriebe, die sich in der Strauchmitte bilden, werden erhalten und auf unterschiedliche Höhen eingekürzt, um ein verzweigtes Wachstum zu fördern.

Sommerblüher werden hingegen so früh wie möglich, häufig bereits Ende Januar, und somit vor der Blütenphase in Form geschnitten. Wichtig ist, dass die Temperaturen bereits über - 5 °C liegen und die Witterungsbedingungen mild und nicht zu feucht sind. Aus den eingekürzten Trieben bilden die Pflanzen dann starke, neue Jungtriebe mit zahlreichen Knospen für die anstehende Saison. Achten Sie beim Schnitt von hochwachsenden Sommerblühern, wie etwa der Blauraute (Perovskia abrotanoides), dem Sommerflieder (Buddleja) oder der Buschmalve (Lavatera), darauf, dass an jedem Trieb nur maximal zwei alte Knospen stehen bleiben, um ein luftdurchlässiges und dennoch blickdichtes Wachstum zu erzielen. Bei sommerblühenden Zwergsträuchern, wie etwa dem Lavendel (Lavandula) oder der Sommerheide (Calluna vulgaris), fallen die Triebe deutlich schmaler und der Abstand zwischen den einzelnen Knospen entsprechend kleiner aus. Hier müssen Sie nicht auf eine akkurate Schnittführung achten, sondern dürfen die Triebe im Frühjahr bis eine Handbreit über dem Boden einkürzen. So bilden die Sträucher zahlreiche neue Triebe und blühen im Sommer besonders schön.

Hecke richtig schneiden

Bewegen Sie die Heckenschere in weiten, kreisenden Bewegungen für einen gleichmäßigen Heckenschnitt.

Beim Heckenschnitt gilt es zu beachten, ob es sich um eine als Hecke deklarierte Pflanze oder um einzelne eng zusammengepflanzte Blütensträucher handelt, die entsprechend ihres Blühzeitpunktes gestutzt werden. Eine blickdichte Struktur und ein hohes Wachstum sind Ziele, die bei der jährlichen Heckenpflege verfolgt werden. Dennoch müssen Gartenbesitzer beim Schneiden von Hecken den richtigen Zeitpunkt einhalten: Zwischen dem 1. März und dem 30. September gilt ein Bestandschutz, um Nist- und Lebensstätten von Vögeln und anderen Kleintieren nicht zu gefährden. Mäßige Form- und Pflegeschnitte sind weiterhin erlaubt, nur ein radikaler Schnitt oder das Roden der Gartenhecke sind verboten.

Das bedeutet für Hobbygärtner, dass ein kräftiger Heckenrückschnitt im Februar oder Oktober durchgeführt wird. Achten Sie hierbei auf die Außentemperaturen, da ein Rückschnitt nur bis - 5 °C sinnvoll und für die Pflanzen unschädlich ist. Bei der Schnittführung gilt der Grundsatz, dass bis zu ein Drittel der Trieblänge entfernt werden darf. Zudem werden kahle oder vergreiste Stellen ausgereinigt. Führen Sie die Heckenschere in kreisförmigen Bewegungen von unten nach oben, um eine gerade Fläche und Abschlusskante zu erzielen. Wenn Sie einen natürlichen, wild wachsenden Garten der französischen Perfektion vorziehen, dürfen einige Triebe länger bleiben, um den Gesamteindruck aufzulockern.

Bei der Neupflanzung einer Hecke werden Heckengehölze, die von Bäumen abstammen, bereits im Pflanzjahr beschnitten, um ein verzweigtes, blickdichtes Wachstum anzuregen. Hierzu zählen beispielsweise der Feldahorn (Acer campestre) sowie die Hainbuche (Carpinus betulus) oder Rotbuche (Fagus sylvatica). Nadelgehölze, wie z. B. Koniferen (Coniferales) oder Thujen (Thuja), werden erst im zweiten Standjahr gestutzt. Achten Sie bei Nadelgehölzen zudem auf eine sogenannte Trapez-Korrektur, sodass die Hecke unten deutlich breiter ist und sich nach oben verjüngt, um weniger massiv zu wirken und dennoch einen ausreichenden Blickschutz zu bilden. Meist genügt es, einzelne Äste zu kappen, um mit der Zeit die gewünschte Wuchsform herauszuarbeiten.

Buchsbaum schneiden

Durch seine Vielseitigkeit verschönert der Buchsbaum den Anblick vieler Gärten.

Der Buchsbaum ist vor allem für seinen kreativen Formschnitt bekannt und wird daher schon seit vielen Jahren als dekoratives Gartengewächs genutzt. Ob in Töpfen, als blickdichte Hecke oder einfach nur zur Dekoration im Beet, der Buchsbaum ist sehr vielseitig und kann daher auf verschiedenste Art und Weise im Garten eingesetzt werden. Da Buchsbäume immergrüne Sträucher sind und regelmäßig wachsen, müssen sie mehrmals im Jahr geschnitten und gepflegt werden. Außerdem wird der Buchs so buschiger, da sich die Struktur durch regelmäßiges Schneiden verdichtet. Es gibt jedoch einige Dinge die Sie beachten sollten, wenn Sie Ihren Buchsbaum zurückschneiden oder in eine bestimmte Form bringen wollen:

Der Grobschnitt

Grundsätzlich sollte der Buchs mindestens zwei Mal im Jahr geschnitten werden. Der erste Schnitt ist der Grob- bzw. Formschnitt, welcher zum Frühlingsbeginn vorgenommen wird. Der Buchs hat zwischen März und April noch keine Triebe ausgebildet und kann so ganz einfach in die Form gebracht werden, die er im Sommer haben soll, ohne ihm dabei zu schaden. Lassen Sie ihrer Kreativität freien Lauf und schneiden den Buchs je nach Belieben in verschiedene Formen. Hierfür können Sie eine normale, elektrische, akku- oder benzinbetriebene Gartenschere verwenden. Für präzisere Schnitte empfiehlt sich jedoch eher eine Schafsschere oder eine beliebige andere scharfe Handschere.

Tipp: Um präziser und genauer arbeiten zu können, nutzen Sie einfach eine spezielle Buchsbaum Schablone. Diese können Sie in bestimmten Fachgeschäften käuflich erwerben oder einfach selber aus Pappe basteln.

Besonders beliebt bei Buchsbäumen ist der einfache, aber dennoch dekorative Kugelschnitt.

Schablonenanleitung für einen Kugelschnitt:

  • Messen Sie den Durchmesser Ihres Buchsbaums und ziehen davon den Anteil ab, den Sie abschneiden wollen.

  • Zeichnen Sie anschließend einen Halbkreis mit dem entsprechenden Radius (Hälfte des Durchmesserwertes) auf ein Stück robuste Pappe auf und schneiden den Kreisbogen mit einer Schere aus.

  • Nun müssen Sie die Schablone nur noch von allen Seiten an Ihren Buchsbaum an halten und neben ihr her schneiden und schon bringen Sie Ihren Buchs in eine schöne Kugelform.

Diese Anleitung funktioniert auch mit vielen anderen Formen. Basteln Sie sich Ihre Schablone also ganz nach Ihrem Geschmack.

Der Feinschnitt

Zwischen den Monaten Mai und September ist es aufgrund der wachsenden Triebe Zeit für den Fein- bzw. Pflegeschnitt. Achten Sie darauf, dass Sie nicht bis in das Altholz zurückschneiden, sondern immer einen kleinen Rest der diesjährigen Triebe übrig lassen, damit der Strauch seine Form behält. Da sich außerdem die offenen Schnittstellen rechtzeitig bis Einbruch der Frostzeit schließen müssen, sollte dieser Schnitt bis spätestens Anfang September vorgenommen werden. 

Achtung! Nehmen Sie den Buchsbaumschnitt an einem bewölkten Tag vor, da durch die Sonne sonst an den frischen Schnittstellen Flüssigkeit verloren geht und sich die Blätter braun färben können.

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Bildnachweis
  1. "Heckenschnitt" (Originalbild): Alexandra (Alexas_Fotos), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  2. "Astschere im Einsatz" (Originalbild): Michael Schwarzenberger (blickpixel), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  3. "Apfelbaum zurückgeschnitten" (Apple tree pruned) von Koos van den Hout (kvdhout), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten

  4. "Ast absägen mit Schutzbrille" (IMG_9707) von kathryn (djprybyl), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  5. "Rose zurückgeschnitten" (pruned rose) von Bob Jenkins (bob_jenkins), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  6. "Junge Triebe" (Originalbild): Andreas Lischka (webandi), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  7. "Schnittgut" (Originalbild): konceptkasprzak, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  8. "Vogel mit Winterbeeren" (winter berries) von Matt MacGillivray (qmnonic), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  9. "Seidelbast" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  10. "Schnittführung beim Heckenschnitt" (Originalbild): Manfred Antranias Zimmer (Antranias), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  11. "Buchsbaum" (Originalbild): cocoparisienne, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  12. "Buchsbaum Kugelschnitt" (Originalbild): claude05alleva, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

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