Richtig kompostieren, mulchen und düngen im Garten

Für ein gutes Pflanzenwachstum mit prachtvollen Blüten und einer reichen Ernte benötigen die Pflanzen im Garten viele Nährstoffe, Sauerstoff und Wasser. Fehlen Stickstoff und Mineralien, treten Mangelerscheinungen auf und das Wachstum wird gehemmt. Guter Humus sowie regelmäßiges Düngen verbessern die Nährstoffversorgung und eine dünne Mulchschicht reduziert die Verdunstung von Wasser. Dabei können Sie Humus selber herstellen, indem Sie Schnittgut und gesunde Pflanzenreste kompostieren. Beim Anlegen des Komposts gilt es ein paar Grundregeln zu beachten, damit die Gartenabfälle weder faulen noch Pilze oder Pflanzenkrankheiten übertragen werden.

Pflanzenreste und Schnittgut von Rasen, Hecken und Stauden können ebenfalls klein gehäckselt und zum Mulchen auf Beete verteilt werden. Sie hemmen lichtkeimende Unkräuter im Wachstum und schützen im Winter die Wurzeln in Blumen- und Gemüsebeeten vor Frostschäden.

Neben dem Kompostieren und Mulchen erfahren Sie hier Wissenswertes zum richtigen Düngen von Rosen, Obstbäumen und anderen Pflanzen im Garten, wie sich organische von mineralischen Düngemitteln unterscheiden und was bei Düngergaben zu beachten ist. Auf diese Weise helfen Sie Ihrem Garten bei einem guten Start im Frühling über Trockenperioden im Sommer bis hin zu frostigen Wintertagen.

Kompost anlegen

Auf dem Kompost werden Gartenabfälle und Schnittgut zu wertvollem Humus.

Ein guter Kompost versorgt die Blumen, Bäume und das angebaute Gemüse im Garten mit frischen Nährstoffen und verbessert die Qualität sowie die Struktur und Fruchtbarkeit des Bodens. Bis die Komposterde jedoch vollständig gereift ist, vergehen einige Monate. Aufgrund dessen sollten Sie mit der Kompostierung möglichst frühzeitig beginnen.

Wann den Kompost anlegen?

Ein guter Zeitpunkt zum Anlegen eines neuen Komposthaufens sind der Spätsommer und frühe Herbst, da sich im Garten Laub von den Bäumen und verwelkte sowie abgestorbene Pflanzenteile ansammeln. Ebenso kann liegen gebliebenes Fallobst aufgesammelt und zum neuen Kompost gegeben werden, sofern es frei von Krankheiten und Pilzen ist. Grundsätzlich können Sie jedoch von Frühling bis Herbst mit dem Kompostieren beginnen. Bedenken Sie, bis der wertvolle Humus entstanden ist, können – je nach Zusammensetzung – zwischen ein und zwei Jahre vergehen, in denen die organischen Materialien verrotten.

Tipp: Im Sommer sind die Organismen besonders aktiv, weshalb die Rotte in diesem Zeitraum schneller abläuft, dagegen arbeiten sie im Winter langsamer oder stellen den Prozess bei Frost sogar fast gänzlich ein.

Der richtige Standort

Damit der Rotteprozess unter idealen Bedingungen abläuft, spielt der richtige Standort eine wichtige Rolle. Wählen Sie einen geschützten Platz im Halbschatten, der gut zugänglich ist und eine entsprechende Größe hat. Allerdings darf er nicht auf Steinplatten oder Betonböden angelegt werden. Zu viel Sonne lässt den Kompost austrocknen, während sich bei zu viel Schatten die Feuchtigkeit staut und er zu faulen beginnt.

Wie unterscheiden sich Kompostbehälter und Miete?

Bei einem Lattenkomposter lässt sich eine Seite vollständig öffnen, um den Kompost umzuschichten oder zu entnehmen.

Ein trapezförmiger Kompost, bei dem die verschiedenen Materialien frei aufgeschichtet werden, wird als Miete oder Kompostmiete bezeichnet. Er sollte höchstens 1 m hoch und 1,5 m breit sein, damit er sich problemlos umschichten lässt. Die genaue Größe hängt zudem von der anfallenden Menge des Schnittguts ab. Darüber hinaus beansprucht ein solcher Komposthaufen viel Raum und bedarf regelmäßig anfallende Gartenabfälle. Steht für kleine Mengen an Gartenabfällen und Schnittgut zu wenig Platz zur Verfügung oder mögen Sie den Geruch nicht, empfiehlt sich ein Kompostbehälter. Dieser erleichtert das Auf- und Umsetzen der Schichten und schützt den Kompost ebenfalls vor Nässe, Wind und Nagetieren. Ein weiterer Vorteil: Kompostbehälter sind in unterschiedlichen Größen und Ausführungen erhältlich, weshalb es für kleine und große Gärten ein passendes Modell gibt.

Ob der Kompost in einer Miete, in einem Behälter oder Schnellkomposter reift, wirkt sich relativ wenig auf die Qualität des Humus aus. Entscheidender ist die Zusammensetzung sowie die Menge der Materialien und die Pflege des Komposts. Wer sich für eine Miete entscheidet, aber den Kompost optisch verbergen möchte, umgibt ihn beispielsweise mit einem Lattengestell.

Tipp: Ein Lattenkomposter kombiniert die Miete mit einem Kompostbehälter. Achten Sie bei diesen Modellen darauf, dass sich die Latten auf einer Seite entfernen lassen. Dadurch wird der Komposthaufen leichter zugänglich und lässt sich besser umsetzen. Außerdem empfiehlt es sich, eine haltbarere Holzart zu wählen, die langsamer verrottet, wie Lärchenholz oder Eiche. Darüber hinaus nehmen Lattenkomposter nur eine Fläche von ca. 1 x 1 m in Anspruch und eignen sich deshalb auch für kleine Gärten.

Was darf auf den Kompost?

Frische ungekochte Gemüseabfälle, Obstreste und gesundes Fallobst auf dem Komposthaufen.

Damit die Rotte, d. h. der Abbauprozess, bei dem die biologischen Materialien am Ende zu Humus abgebaut werden, unter guten Bedingungen abläuft und keine Ratten anzieht, sollten Sie einige Regeln bei der Wahl der Materialien beachten. Grundsätzlich dürfen Sie Schnittgut von Sträuchern, Bäumen und Rasen kompostieren, sofern sie nicht von erkrankten Pflanzen stammen. Andernfalls besteht das Risiko, dass die Erreger oder Pilze im Kompost überdauern und über den Humus zurück in den Boden gelangen und erneut Pflanzen befallen. Generell können folgende Garten- und Küchenabfälle auf den Kompost gebracht werden:

  • Schnittgut von Bäumen, Hecken und Rasen

  • Gesunde Pflanzenreste und Zweige

  • Laub

  • Eierschalen

  • Blumenerde

  • Rohe Gemüse- und Obstreste

  • Tee sowie Kaffeesatz

Tipp: Die Verrottung von Laub hängt von der Baumart ab, beispielsweise sind Blätter von Walnuss, Eiche, Kastanie und Pappel vergleichsweise robust und enthalten Gerbsäure. Für eine bessere Rotte vermischen Sie es mit schneller verrottendem Laub von Ahorn, Birke, Buche, Esche, Hasel, Linde, Ulme, Erle oder Kern- und Steinobst.

Was gehört nicht auf den Kompost?

Fleisch, Fisch, Knochen sowie Essensreste ziehen Ratten an, weshalb sie im Restmüll entsorgt werden. Ebenso wenig gehören Zitrusfrüchte, Schnittgut erkrankter Pflanzen sund entfernte Pilze sowie gejätete Samen- und Wurzelunkräuter oder Asche und Steine auf den Kompost.

Richtig kompostieren

Beim Umsetzen wird der äußere Kompost nach innen geschichtet.

Für einen optimalen Verrottungsprozess sollte der Aufbau der einzelnen Schichten gut durchdacht sein. Grundsätzlich beginnt der Kompost mit einer breiten Grundfläche und wird nach oben hin schmaler. Außerdem sollte er auf dem Boden stehen, damit Nützlinge, wie Regenwürmer, aus dem Boden hineingelangen können. Die unterste Schicht entsteht aus Rindenmulch oder gehäckseltem Gehölzschnitt und sollte ca. 10 cm dick sein. So verhindern Sie Staunässe, indem Regenwasser und Flüssigkeit aus den Materialien abfließen kann.

Die nachfolgenden Schichten dürfen weder zu trocken noch zu feucht sein. Deshalb empfiehlt es sich, einzelne Materialien miteinander zu mischen. Sogenannte "feuchte" Materialien gelten als stickstoffreich, zu ihnen gehören beispielsweise Obst- und Gemüsereste und Rasenschnittgut, dagegen zählen Äste, Zweige, Laub, Stroh und Reisig als trockene, stickstoffarme Abfälle. Ebenso sollten gröbere Stücke mit feineren Gartenabfällen vermischt werden. Die dadurch entstehenden Hohlräume sorgen für eine gute Belüftung und senken das Risiko der Fäulnis.

Tipp: Große, sperrige Äste von Bäumen und Sträuchern sollten zuvor mit einem Häcksler zerkleinert werden. Ebenfalls sollten Sie große Gemüsestücke, wie Salatköpfe, klein schneiden. Auf diese Weise bieten sie den Organismen mehr Angriffsfläche, sodass sie schneller zersetzt werden.

Nach dieser Schicht folgt eine Lage Erde, reifer Kompost oder Kompostbeschleuniger. Durch reifen Kompost gelangen zudem wichtige Organismen in den Haufen, die für die Rotte eine essentiell wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus folgt die nächste gut gemischte Schicht. Zum Schluss wird der Kompost mit einer Grabegabel oder einem Kompostlüfter gründlich umgegraben. – Die unterste Schicht bleibt jedoch unverändert.

Um eine Geruchsbelästigung einzudämmen und zu verhindern, dass Fliegen in Küchen-, Obst- und Gemüseabfällen Eier legen, wird die oberste Schicht wiederum mit Kompost oder gehäckselten trockenen Materialien abgedeckt. Im Laufe des Zersetzungsprozesses steigt die Temperatur im Komposthaufen an, sodass Dämpfe aufsteigen können.

Den Kompost umsetzen

Für einen gleichmäßigen Verrottungsprozess sollten Sie den Kompost in den ersten Monaten umsetzen. Dabei wird der Haufen von außen nach innen umgeschichtet. Dadurch werden nasse Bereiche im Inneren des Komposts wieder mit trockenen Stellen vermischt. Zugleich verbessert das Umsetzen die Belüftung und Sauerstoffversorgung des Komposts.

Reifer Kompost als Dünger für Blumen und Gemüseanbau

Reifer Kompost versorgt als Zusatz für Pflanzenerde den Garten mit wichtigen Nährstoffen.

Abhängig von der Größe, den Materialien und der Häufigkeit des Umsetzens hat der Kompost nach neun bis zwölf Monaten seine Reife erreicht und kann als Dünger für Blumen- und Gemüsebeete, Bäume oder Rasen verwendet werden. Für besonders feinen Kompost werden größere Stücke mit einem speziellen Kompostsieb aussortiert und wieder zurück auf den Komposthaufen gebracht. Reifer Kompost wird während der Wachstumsphasen im Frühling und Sommer oberflächlich auf den Beeten verteilt, jedoch nicht mit dem Boden vermengt.

Mit einem Kressetest lässt sich der Reifegrad des Komposts feststellen: Dafür entnehmen Sie in ca. 25 cm Tiefe eine Probe aus dem Komposthaufen und sieben sie. Füllen Sie sie in eine Gefrierdose und säen Kressesamen ein, bevor die Probe angefeuchtet und mit Haushaltsfolie abgedeckt wird. Bei gut ausgereiftem Kompost geht die Saat nach etwa einer Woche auf und entwickelt weiße, kräftige Wurzeln. Wenn die Samen später keimen und dünne Wurzeln bilden sowie vergilbte oder verfärbte Keimblätter sprießen, deutet dies auf eine mangelnde Rotte hin. In diesem Fall muss der Kompost noch länger reifen, da er sich im halbreifen Zustand nicht für Keimlinge und Jungpflanzen eignet. Ebenso empfiehlt sich ein Unkrauttest: Geben Sie eine Probe in eine Schale und gießen Sie diese an. Wachsen nach einer Woche Keimlinge, enthält der Kompost noch zu viele Unkrautsamen. Sprießen jedoch selbst nach zwei Wochen keine Unkräuter, lässt er sich bedenkenlos verwenden.

Tipp: Reife Komposterde stellt eine ausgezeichnete Ergänzung für Blumenerde dar. Vermischen Sie beim Umtopfen oder bei Neupflanzungen den Humus mit der Erde, damit die Pflanze optimal mit Nährstoffen versorgt wird.

Mulchen

Eine dünne Mulchschicht reduziert die Wasserverdunstung im Boden.
Mulch auf Gemüsebeeten nimmt den Unkräutern das Licht.

Eine Mulchschicht aus Laub und Schnittgut gesunder Pflanzen schützt die empfindlichen Wurzeln vor Frostschäden und wird im Oktober auf Beeten und unter Sträuchern aufgebracht. Darüber hinaus hat das Mulchen weitere Vorteile: Während die Mulchschicht im Winter vor Kälte schützt, bildet sie im Sommer eine isolierende Schicht, sodass der Boden nicht so stark austrocknet. Im Durchschnitt verdunstet ein mit Mulch bedeckter Boden etwa ein Drittel weniger Wasser als unbedecktes Erdreich, dadurch müssen Sie ihn bei hohen Temperaturen weniger wässern.

Außerdem werden durch das Mulchen wichtige Mikroorganismen, die sich im Schnittgut befinden, wieder dem Boden zugeführt. Wie beim Kompost bauen Sie organisches Material ab und bilden wichtigen Humus. Auf diese Weise verbessert sich die Bodenstruktur. Durch die wärmende Schicht erhöht sich die Bodentemperatur und die Organismen werden aktiver. Zudem nimmt eine dünne Mulchschicht Unkrautsamen das notwendige Licht und hindert sie so am Sprießen. Schließlich verschlammt gemulchter Boden langsamer, denn die Mulchschicht mildert den Aufprall des Wassers ab.

Aber Vorsicht: Eine zu dichte und undurchlässige Mulchschicht kann beispielsweise Pilzkrankheiten verursachen, z. B. Schneeschimmel und Typhula-Fäule beim Rasen.

Was eignet sich zum Mulchen?

Grundsätzlich sollte nur gesundes und unkrautfreies organisches Material verwendet werden, andernfalls gelangen die Krankheitserreger und Unkrautsamen zurück in den Boden. Trockener Rasenschnitt darf jedoch nur dünn aufgebracht werden, sonst verkleben die Gräser und bilden eine verdichtete Schicht, die die Licht- und Sauerstoffversorgung einschränkt.

Daneben können Sie fein gehäckselten Pflanzen- und Heckenschnitt mit einem geringen Holzanteil sowie Kompost verwenden. Übrigens, Rindenmulch sollte wegen seines Cadmiun-Gehaltes nicht auf Gemüsebeeten verwendet werden. Zusätzlich besteht er aus fein zerkleinerter und gesiebter Rinde verschiedener Nadelhölzer und bindet bei seiner Zersetzung Stickstoff, der flachwurzelnden Pflanzen daraufhin fehlen kann. Als Faustregel eignen sich härtere, schwer zersetzbare Materialien besser für Baumscheiben und Sträucher, während weiches Material für Gemüse- und Staudenbeete empfehlenswerter ist. Dünn aufgetragen, kann ebenfalls eine gemischte Mulchschicht aus harten und weichen Pflanzenteilen geeignet sein.

Tipp: Manche Rasenmäher besitzen eine integrierte Mulchfunktion, die das Schnittgut fein zerkleinert. Danach kann es in einer dünnen Schicht auf den Rasen oder im Garten verteilt werden. Detaillierte Informationen, warum und wann der Rasen gemulcht wird, erfahren Sie im Beitrag Rasenpflege: Warum den Rasen mulchen?.

Häufiges dünnes Mulchen für Gemüse und Beete

Zum Mulchen werden Schnittgut und Pflanzenreste mit dem Häcksler fein zerkleinert und auf Obst-, Gemüse-, Blumenbeeten sowie Rasen und Baumscheiben verteilt. Damit die Schicht nicht verklebt, ist mehrmaliges Mulchen in dünnen Schichten besser als einmaliges Mulchen mit einer dicken Lage Mulchmaterial. Ähnlich wie Kompost sollte der Mulch nicht in den Boden tief eingearbeitet, sondern oberflächlich aufgebracht werden. Bei Jungpflanzen und Setzlingen sollten die Blätter unbedeckt bleiben, damit sie ausreichend Licht erhalten.

Bietet der Garten zu wenig organisches Schnittgut zum Mulchen, hilft ein Mulchvlies. Dieses wird über die gewünschte Fläche ausgebreitet, mit Erdnägeln befestigt und wirkt wie eine natürliche Mulchschicht. An Stellen, an denen bereits Pflanzen wachsen oder sprießen sollen, wird es kreuzweise eingeschnitten. Durch seine Struktur lässt es Nährstoffe, Wasser und Luft ungehindert durch und nimmt Unkräutern trotzdem das erforderliche Licht zum Wachsen. Auf Wegen lässt es sich mit einer dünnen Schicht Rindenmulch oder Kies bedecken. So fungiert es als schützende Lage vor Unkraut und trennt das Erdreich von dem Wegmaterial.

Richtig düngen im Garten

Statt Düngen die Erde beim Gemüseanbau vor der Aussaat mit reifem Kompost vermischen.

Neben Wasser und Licht brauchen Pflanzen für ein gutes Wachstum Stickstoff und Mineralien. Im Herbst steigt dagegen ihr Bedarf an Kalium, der sie robuster und widerstandsfähiger in den Wintermonaten macht. Für eine optimale Nährstoffversorgung von Frühling bis Winter hat sich regelmäßiges Düngen der Gemüse- und Blumenbeete bewährt. Hierbei sollten Sie jedoch auf die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe achten und entscheiden, ob Sie einen mineralischen oder organischen Dünger nehmen.

Mineralische Dünger werden synthetisch hergestellt und enthalten unter anderem die Pflanzennährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium. Auf diese Weise enthalten sie mitunter mehr Nährstoffe als organische Dünger, können jedoch bei einer hohen Konzentration zu einer Überdüngung führen. Aus diesem Grund sind immer die Herstellerhinweise zur Dosierung und Häufigkeit zu beachten.

Als organische Dünger gelten beispielsweise Kompost sowie Mulch und Gründünger. Sie entstehen aus natürlichen, organischen Stoffen und versorgen Pflanzen sowie den Boden ebenfalls mit wichtigen Pflanzennährstoffen. Durch die unterschiedliche Zusammensetzung und Qualität der Inhaltsstoffe können sich der Stickstoff-, Kalium- und Mineralgehalt zwischen den einzelnen Düngungen unterscheiden. Hornmehl und Hornspäne gehören ebenfalls zu dieser Gruppe. Letztere entfalten ihre Wirkung jedoch erst nach ca. drei Monaten. In beiden organischen Düngern liegt der Stickstoff gebunden vor, weshalb er nicht ausgewaschen, sondern langsam freigesetzt wird. Insbesondere bei Rindenmulch sollten zusätzlich Hornspäne verwendet werden, um einem Stickstoffmangel vorzubeugen.

Tipp: Organische Langzeitdünger bzw. Volldünger geben ihre Nährstoffe über einen längeren Zeitraum konstant ab und stellen so eine gleichbleibende Nährstoffversorgung sicher, sodass häufiges Düngen auf wenige Male im Jahr reduziert wird und das Risiko einer Überdüngung sinkt.

Wann und wie oft düngen?

Zu Beginn der Wachstumsphase im März und April haben Pflanzen und Bäume einen erhöhten Nährstoffbedarf, denn das Austreiben verbraucht viel Energie. Hier hilft ein stickstoffhaltiger Dünger mit Langzeitwirkung, der ihnen während der gesamten Phase kleine Mengen an Nährstoffen abgibt. Dabei sollten Sie den Dünger sparsam unter der Blatt-Traufe, d. h. der Blattbereich der Pflanze, verteilen.

Tipp: Bei Flüssigdünger ein bisschen weniger nehmen als auf der Verpackung angegeben. So verhindern Sie eine Überdosierung.

Die nächste Düngung erfolgt nach der ersten Blüte, um die Pflanzen bei der nachfolgenden Wachstumsphase zu unterstützen und zu einer zweiten Blütenbildung anzuregen. Zum letzten Mal werden Düngergaben im frühen Herbst, beispielsweise im September, gegeben, um sie mit Kalium zu versorgen. Hier eignen sich Dünger mit einem hohen Kalium- und einem niedrigeren Stickstoff-Anteil.

Wussten Sie schon?

Die Menge des Düngers sollten Sie immer an den Nährstoffbedarf der Pflanzen und den Bodenverhältnissen anpassen. Üppig wachsende Pflanzen auf nährstoffreichen Beeten brauchen daher weniger Dünger als auf nährstoffarmen Böden. Starkzehrer, wie Kartoffeln, Blumenkohl, Tomaten, haben einen höheren Bedarf als Mittelzehrer, z. B.  Spinat, Paprika und grüner Salat. Dagegen sind Radieschen und Kräuter sehr genügsam und brauchen als Schwachzehrer normalerweise keinen zusätzlichen Dünger.

Obstbäume düngen

Obstbäume auf der offenen Baumscheibe düngen, um weit verzweigte Wurzeln zu versorgen.

Obstbäume haben durch die Bildung neuer Triebe, Blüten und Früchte einen hohen Energieverbrauch. Für eine ertragreiche Ernte erfolgt die Düngung deshalb unmittelbar vor dem Zeitpunkt, wenn sie den höchsten Nährstoffbedarf haben. Je nach Baumsorte kann dies im frühen oder späten Frühling, beispielsweise im April oder Mai zutreffen. Als Richtlinie sollten Sie in einem Intervall von zwei Jahren Düngergaben erhalten. Eine gute Kombination bietet Kompost, der mit einem stickstoffhaltigem Dünger gemischt gleichmäßig auf die Baumscheibe aufgetragen und leicht eingearbeitet wird.

Für die Neupflanzung eines Obstbaumes verbessert Komposterde, die mit Pflanzenerde vermengt und über die Wurzeln gegeben wird, die Nährstoffaufnahme und -versorgung. Zusätzliches Düngen ist nicht notwendig. Nach dem Düngen mulchen Sie die offene Baumscheibe, um zu verhindern, dass sich Gräser und Pflanzen ansiedeln, die vor allem jungen Bäumen die Nährstoffe entziehen.

Tipp: Zu viel Dünger führt zu einem schnellen Wachstum alter und neuer Triebe mit einem mäßigen Fruchtertrag. Mit einer Bodenuntersuchung im Abstand von zwei Jahren lässt sich der Nährstoffgehalt des Bodens überprüfen und die Zusammensetzung und Wahl des Düngers optimal bestimmen.

Rosen düngen

Bei Rosen gelten ähnliche Faustregeln wie beim Düngen von Pflanzen: Im April fördert die Gabe eines Volldüngers die Bildung neuer Triebe und Blüten. Unmittelbar nach der Blüte, meistens im Juni, wird sie wiederholt, sodass die Rosen erneut in ihrem Wachstum und der Blütenbildung unterstützt werden.

Ab August sollten Sie jedoch auf stickstoffreichen Dünger verzichten, da die Triebe sonst nicht vollständig ausgereift sind und im Winter erfrieren. Empfehlenswerter ist hier ein kaliumhaltiger Dünger, der die Rosen in den folgenden Wochen bis zum Herbstende für die kalten Wintermonate stärkt.

Tipp: Wässern Sie die Rosen unmittelbar nach dem Düngen, damit die Nährstoffe schneller in den Boden gelangen und von den Pflanzen aufgenommen werden.

Grundsätzlich hängt auch hier die Menge und Häufigkeit der Düngung von der Bodenqualität und den Nährstoffen ab. So kann bei nährstoffreichen Böden eine Düngung mit Kompost bereits ausreichen. Grundsätzlich sollte alle zwei bis drei Jahre eine Bodenuntersuchung stattfinden, um einer Überdüngung vorzubeugen.

Das Kompostieren und Mulchen ist Basis eines natürlichen Kreislaufs, der in einer naturnahen Gartengestaltung verfolgt wird: Aus Gartenabfällen wird nährstoffreicher Biodünger gewonnen, der Pflanzen optimal versorgt. Wir erklären Ihnen, mit welchen Pflanzen und Elementen Sie eine naturnahe Gartengestaltung umsetzen. Naturgarten anlegen

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Bildnachweis
  1. "Kompostieren von Gemüseabfällen" (Originalbild): Ben Kerckx (Ben_Kerckx), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  2. "Kompost anlegen im Garten" (IMG_0026) von Rachel Tayse, Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  3. "Lattenkomposter" (Compost Bin) von daryl_mitchell, Flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten

  4. "Frische Gemüseabfälle kompostieren" (Compost behind 1426) von Collin Anderson, Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  5. "Kompost umschichten" (better compost) von normanack, Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten

  6. "Reifer Kompost" (better compost) von normanack, Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten

  7. "Gemulchte Blumenbeete" (Fresh Mulch, Red Garden) von F. D. Richards, Flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  8. "Gemüsebeete mulchen" (Lettuce, more courgettes and Romanesco) von hardworkinghippy, Flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  9. "Junger Blattsalat" (Lettuce Seedlings) von Ula Gillion, Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten

  10. "Obstbaum mit offener Baumscheibe" (Sugar Tyme Stand) von F. D. Richards, Flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  11. "Naturgarten" (Originalbild): Hazi54, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

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