Schneefräsen zum Schneeräumen

Bereits vor dem Wintereinfall sollten sich Hauseigentümer und Vermieter mit der Frage beschäftigen, wie aufwendig das gegebenenfalls täglich mehrfach notwendige Schneeräumen werden könnte. Hier spielt in erster Linie die Größe der zu räumenden Fläche eine entscheidende Rolle: Auffahrten, an das Grundstück anschließende Gehwege und Pfade zu Briefkästen oder Mülltonnen müssen für Anwohner und Passanten tagsüber gefahrlos passierbar bleiben. Das bedeutet, dass diese Flächen von Schneemassen und Eis befreit werden müssen.

Während kleinere Bereiche sich recht einfach mit Schneeschiebern und robusten Besen freiräumen lassen, stellen große Parkflächen, besonders lange Gehwege oder breite Auffahrten die Verantwortlichen vor Probleme: Der mehrfach täglich anfallende Aufwand ist zeitraubend, die Arbeit kräftezehrend und ermüdend.

Hier können Sie sich durch leistungsstarke Schneefräsen unterstützen lassen. Die Maschinen werden lediglich über die zu räumende Fläche geschoben und erledigen die Räumarbeiten ganz ohne großen Kraftaufwand durch den Anwender. Dennoch gilt es im Umgang mit Schneefräsen einige Sicherheitsaspekte zu beachten und wichtige Fragen vor dem Kauf zu klären. Im Folgenden erfahren Sie Wissenswertes zu unterschiedlichen Schneefräsenmodellen und ihren Vor- als auch Nachteilen.

Wichtige Fragen vor dem Schneefräsenkauf

Im Gegensatz zu handlichen Schneeschaufeln oder -schiebern zählen Schneefräsen zu den kostspieligen Räumgeräten. Vor dem Kauf einer Schneefräse ist es daher von Vorteil, sich wichtige Fragen zum Einsatzzweck und Nutzen zu stellen.

Schneefräsen erleichtern das Schneeräumen und kommen auf großen Flächen zum Einsatz.

1. Zu räumende Fläche

Schmale, gewundene Gartenwege oder steile Treppen lassen sich nur schlecht oder gar nicht mithilfe einer Schneefräse räumen. Hier kommen handlichere und leichtere Räumgeräte zum Einsatz, die auch Ecken problemlos erreichen. Wenn Sie jedoch für das Räumen großer Bereiche, etwa Parkflächen, Garagenhöfen oder langen Gehwegen, verantwortlich sind, kann eine Schneefräse gute Dienste leisten. 

2. Welches Räumgerät passt zum Einssatzort?

Schneeräumen ist eine unliebsame Aufgabe, die Vermieter im Mietvertrag gerne auf Anwohner übertragen. Dennoch ist der Vermieter für die Bereitstellung benötigter Geräte verantwotlich. Die Grundausstattung besteht häufig aus einer Schneeschaufel oder einem Schneeschieber sowie Rollsplitt für eine spätere Rutschsicherung. Doch bereits handgeführte Schneefräsen überzeugen durch einen hohen Bedienkomfort und erzielen schnelle Ergebnisse bei geringem Kraftaufwand. Ist die Fläche größer, helfen motorbetriebene oder elektrische Modelle.

Übrigens: Auch wenn große Schneefräsen unhandlich und gewaltig wirken, können sie natürlich problemlos von zierlichen Frauen bedient und sicher geführt werden.

3. Strom oder Benzin?

Der Großteil der Schneefräsen wird mit Benzin betrieben, da sie vorwiegend auf weiten Flächen zum Einsatz kommen, in denen nicht immer eine Stromversorgung gewährleistet werden kann. Zudem liegen Stromkabel schnell ungünstig im Weg oder sind nach dem Einsatz durch den Schnee nass und dreckig. Es hat sich daher bewährt, auf eine Benzinvariante zurückzugreifen.

4. Zusatzausstattung gewünscht?

Die einmalige Investition in eine hochwertige Schneefräse lohnt sich besonders in schneereichen Gebieten und bei großen Grundstücken. Wer auf zusätzlichen Komfort nicht verzichten möchte, greift zu vollausgestatteten Schneefräsen mit praktischen Zubehören für einen schnellen und bequemen Einsatz bei widriger Witterung. Je umfangreicher die Ausstattung ist, umso kostspieliger wird natürlich auch das Gerät – der Einsatz im Schnee wird aber auch zum Erlebnis für die ganze Familie.

Bedenken Sie also bereits vor dem Kauf, auf welche Produktmerkmale Sie Wert legen und welche Zubehöre, wie etwa zusätzliche Scheinwerfer oder einen Elektrostarter, für Sie entscheidend sind.

Einstufige oder zweistufige Schneefräse?

Schneefräsen lassen sich als Vorsatz an Rasenmäher montieren und räumen so weitläufige Parkflächen schnell und zuverlässig.

Schneefräsen gibt es in unterschiedlich umfangreichen und konstruktiv aufwendigen Versionen zu erwerben. Für den Privatgebrauch reichen häufig kleinere Modelle bereits aus. Diese werden von einem Elektro- oder Benzinmotor angetrieben und arbeiten dabei einstufig. Das bedeutet, dass die sogenannte Frässchnecke den Schnee sowohl aufnimmt und in einem Arbeitsschritt auch direkt wieder aus dem seitlich ausgerichteten Kamin hinausbefördert. Weiterhin sorgt die Drehrichtung der Schnecke für eine Fortbewegung des Räumgerätes.

Ist der Aufbau einer Schneefräse komplexer, kommt häufig auch eine zweistufige Arbeitsweise zum Einsatz. In einem ersten Schritt wird der Schnee durch die Schneefräse aufgeschnitten, gelöst und aufgenommen. Im Inneren der Schneefräse wird der Schnee dann an ein gegenläufig arbeitendes Turbinenrad übergeben, das die Schneemasse auswirft.

Obwohl große Schneefräsen auch deutlich teurer sind, überzeugt die hier zum Einsatz kommende Zweistufentechnik mit ihrer Räummenge und Wurfweite. Größere Schneefräsen sollten daher immer dann genutzt werden, wenn besonders große Flächen geräumt werden müssen. Auch bei sehr festen Schneemassen stoßen kleinere Modelle schnell an ihre Grenzen.

Besonderheit: Dreistufige Schneefräsen

Erst seit dem Jahr 2013 sind auch sogenannte dreistufige Schneefräsen im Handel erhältlich. Hier wird der Schnee in einem ersten Schritt in das Gehäuse geführt, dort in einem zweiten Schritt nach hinten abtransportiert und hier im letzten Schritt durch den Kamin nach außen befördert.

Rad- oder Raupenantrieb?

Bereits einstufige Modelle sind mit breiten, profilierten Gummireifen ausgestattet, die auch auf rutschigem Schnee bereits eine gute Traktion erzielen, sodass die Schneefräse sicher zu führen ist. Zudem können Sie bei widriger Witterung zusätzlich Schneeketten aufziehen, um eine bessere Griffigkeit auf glatten Flächen zu fördern. Der Radantrieb wird vorwiegend bei flachem Gelände genutzt, da sich diese Schneefräsen besonders leicht manövrieren lassen.

Eine gängige Alternative ist der Raupenantrieb. Hier umläuft auf jeder Seite der Schneefräse ein profiliertes Gummiband zwei Räder, die separat angetrieben werden. Ein Abspringen des Gummibandes ist nicht zu befürchten. Die Vorteile dieser Antriebstechnik liegen in der hohen Traktion, Kraftübertragung und einem sehr guten Vortrieb. Der entscheidende Nachteil einer Schneefräse mit Raupenantrieb ist in ihrer schweren Manövrierfähigkeit zu finden, sodass solche Modelle vorwiegend in steilem Gelände und auf großen Flächen ohne Hindernissen zum Einsatz kommen.

Kamin und Auswurfweite

Die Motorleistung nimmt Einfluss auf die Auswurfweite.

Die Ausrichtung des Kamins lässt sich bei einstufigen Schneefräsen manuell einstellen und so den individuellen Gegebenheiten anpassen. Die Auswurfweite bleibt bei solchen Modellen begrenzt, da sie häufig nicht über eine entsprechend hohe Motorleistung verfügen. Hier punkten zweistufige Modelle: Der Kamin lässt sich in vielen Fällen elektronisch verstellen und auch die Auswurfweite fällt deutlich weiter aus.

Das Kaminrohr lässt sich in einen gewünschten Winkel drehen und das oben angebrachte Leitblech entsprechend der Umgebung abwinkeln. Auf diese Weise wird der Schnee immer optimal weggeschleudert und der Weg sicher geräumt.

Achtung: Natürlich können Sie mit Schneefräsen auch kleine Steine, Äste oder andere Materialien aufnehmen. Werden diese aus dem Kamin getrieben, werden sie mitunter zu gefährlichen Geschossen, die vorbeilaufende Menschen und Tiere verletzen oder PKWs beschädigen können.

Nützliche Zusatzausstattung einer Schneefräse

Achten Sie vor dem Kauf auf eine leichte Bedienung und Zugänglichkeit bei erschwerten Bedingungen, wie etwa dem Tragen von Handschuhen.

Beim Einsatz von Schneefräsen herrschen in der Regel widrige Witterungen: Es schneit, ist kalt und es werden häufig dicke Handschuhe getragen. Daher sollten Sie bereits vor dem Kauf darauf achten, dass eine Bedienung auch bei erschwerten Bedingungen mühelos erfolgen kann. Hier spielen große Bedienelemente, etwa Griffe und Schalter, eine entscheidende Rolle. Doch auch eine nützliche Zusatzausstattung kann den täglichen Einsatz im Winter erleichtern.

Schneefräsen werden prinzipiell nicht mit einer fest eingebauten Batterie betrieben, da diese bei kalten Temperaturen häufig unzuverlässig arbeiten und nach der langen Standzeit im restlichen Jahr beim ersten Schneefall leer sein könnten. Stattdessen kommt ein Elektrostarter zum Einsatz. Dieser Elektrostart erfolgt über eine Verbindung mit einer gängigen 230 Volt Steckdose.

Zudem sollten Sie auf eine gute Beleuchtung achten, denn im Winter zeigt sich die Sonne nur selten und öffentliche, an das Grundstück angrenzende Wege müssen bereits vor Sonnenaufgang von Schneemassen befreit und passierbar gestaltet werden. Leistungsstarke Scheinwerfer leuchten das Arbeitsfeld optimal aus und erleichtern das Erkennen und Entdecken von möglichen Gefahrenstellen, wie Steinen oder Kanten.

Tipp: Auch eine robuste Schneefräse kann durch große Steine beschädigt werden. Wenn möglich, sollten größere Steine vorab aufgesammelt werden, um Schäden an der Frässchnecke zu vermeiden. Zudem wird die Schnecke immer genau so hoch eingestellt, dass der Unterboden nicht beschädigt wird.

Lärmentwicklung – sind Hybridschneefräsen eine Alternative?

Bitte bedenken Sie beim Einsatz einer Schneefräse, dass es zu einer nicht zu unterschätzenden Lärmbelästigung kommt. Im Gegensatz zu alten Schneefräsen müssen moderne Geräte gesetzliche Vorgaben erfüllen. Dennoch sollten Sie darauf verzichten, Schneefräsen früh morgens oder spät abends zu nutzen, um Diskussionen mit der Nachbarschaft vorzubeugen.

Achten Sie in diesem Zusammenhang bereits beim Kauf auf die Herstellerangaben bezüglich dB[A]. Hier gilt, dass eine Senkung um 3 dB[A] eine Halbierung des Lärmpegels erreicht.

Wer hier in einen erhöhten Komfort investieren möchte, kann über die Anschaffung einer modernen Hybridschneefräse nachdenken. Hier werden die Fräswelle und ein Generator über einen Verbrennungsmotor angetrieben. Der Generator erzeugt im Anschluss Strom, mit dem die Batterie geladen wird und der Fahrantrieb über zwei Elektromotoren erfolgt. Da diese zwei Elektromotoren auch gegenläufig arbeiten können, wird ein Drehen auf der Stelle möglich, sodass moderne Hybridschneefräsen auch mit Raupenantrieb manövrierfähig bleiben.

Pflege und Wartung

Schneefräsen eignen sich besonders gut zum Räumen großer Flächen.

Werden Schneefräsen regelmäßig gezielt gepflegt, können Sie die Lebensdauer deutlich erhöhen und eine gleichbleibende Leistung erzielen. Hier spielt die Wartung des Motors eine entscheidende Rolle: Wie auch bei allen anderen Industriemotoren sollte einmal jährlich das Motoröl getauscht und der Luftfilter gereinigt oder ersetzt werden. Im Idealfall erfolgen die Wartungsintervalle nach dem Einsatz im Winter, sodass eine aufbereitete Schneefräse sicher und trocken gelagert werden kann und beim nächsten Schneefall wieder sofort einsatzbereit ist.

Achten Sie weiterhin darauf, dass der Keilriemen optimal gespannt ist. Der Keilriemen ist für die Kraftübertragung vom Motor zur Frässchnecke verantwortlich. Ist er zu locker, wird die Kraft des Motors nicht mehr optimal in Leistung umgesetzt. Erste Anzeichen sind eine Überhitzung und quietschende Geräusche.

Ist Ihre Schneefräse verstopft, sollten Sie niemals mit der Hand in die Frässchnecke greifen. Häufig ist nasser Schnee verklumpt und blockiert die Schnecke. An den meisten Fräsen finden Sie einen Stock zum Entfernen von Fremdkörpern aus dem Innenbereich – alternativ hilft ein robuster Ast. Nachdem die Verstopfung beseitigt wurde, sollte die Fräshöhe verringert werden, um nassen Schnee besser wegschleudern zu können.

Sicherheitsaspekte beim Umgang mit einer Schneefräse

Beim Umgang mit Schneefräsen gilt es wesentliche Sicherheitshinweise zu beachten:

  1. Wenn Ihre Schneefräse verstopft ist, werden die Fremdkörper mithilfe eines Stockes aus der Frässchnecke entfernt. Bitte nicht mit den Fingern in die Nähe der Schnecke kommen.

  2. Führen Sie eine Schneefräse immer vorwärts. Beim Rückwärtsgang kann es passieren, dass Sie über ungesehene Hindernisse stolpern und mit den Füßen unter die Fräse gelangen.

  3. Arbeiten Sie immer in Windrichtung. Auf diese Weise vermeiden Sie eine eingeschränkte Sicht durch entgegenfliegenden Schnee.

  4. Die Auswurfrichtung sollte nie auf Fahrzeuge, Tiere oder Menschen zeigen, da im Schnee Fremdkörper enthalten sein könnten, die zu Schäden oder Verletzungen führen. Halten Sie einen entsprechend großen Sicherheitsabstand ein.

  5. Wenn Sie eine Schneefräse bedienen möchten, muss die Sicherheitskupplung durchgehend betätigt werden. Wird der Kupplungszug losgelassen, stoppt der Antrieb sofort.

Sobald es schneit, müssen Hauseigentümer oder Mieter, die sich im Mietvertrag dazu verpflichtet haben, ihren Räum- und Streupflichten nachkommen. Hierbei gilt es werktags, an Wochenenden und Feiertagen bestimmte Räumzeiten einzuhalten. Erfahren Sie Wissenswertes zu Pflichten während des Winterdienstes.

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Bildnachweis
  1. "Mann nutzt Schneefräse zum Schneeräumen" (Originalbild): Jill Wellington (jill111), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  2. "Schneefräse im Einsatz" (man vs snow) von liz west (Muffet), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  3. "Rote Schneefräse" (Originalbild): ECHO_D, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  4. "Spaß im Schnee" (Blizzard of 2011-109) von Eric Schmuttenmaer (akeg), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  5. "Weg wird geräumt" (2011_01_12_snowstorm_04) von Doc Searls (dsearls), https://www.flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  6. "Auffahrt wird von Schnee befreit" (Exton 2011) von Jeremy T. Hetzel (jthetzel), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  7. "Schneefall" (Originalbild): JamesDeMers, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

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