Anzucht und Aussaat von Pflanzensamen

Die eigenständige Aussaat von Pflanzensamen für den privaten Nutzgarten bringt nicht nur finanzielle Vorteile mit sich, sondern ermöglicht auch den Anbau von alten, unbekannten Gemüsesorten, die es als vorgezogene Jungpflanze nahezu nirgendwo zu erwerben gibt. Zudem erfüllt es Hobbygärtner mit Stolz und Freude, wenn die Anzucht gelingt und die Jungpflanze im Frühbeet gedeiht und wächst, bis sie schließlich kräftig genug ist, um ins freie Gemüsebeet umzuziehen.

Bei der Aussaat und Anzucht von Gemüsesamen müssen je nach Pflanzenart unterschiedliche Voraussetzungen geschaffen werden, sodass die Keimung einsetzt. Hier unterscheidet man zwischen sogenannten Licht-, Dunkel- und Kalt- sowie Frostkeimern. Doch welche Pflanzen sind besonders kälteempfindlich und müssen gezielt im geschützten Innenbereich vorgezogen werden und worin besteht der Vorteil eines Frühbeetes?

Wir erklären Ihnen, wie Sie die einzelnen Keimbedingungen für ein gesundes Pflanzenwachstum realisieren können und geben nützliche Hinweise für eine erfolgreiche Vorkultur im Innen- und Außenbereich. Zudem finden Sie hier generelle Tipps zum Säen von kleinen und großen Samenkörnern sowie zum richtigen Pikieren einzelner Jungpflanzen. Viel Freude beim eigenen Gemüseanbau aus Pflanzensamen!

Frühstart für Nutzpflanzen durch Vorkultur

Viele unserer Gartenpflanzen stammen aus wärmeren Zonen, wo weder Kälte noch kurze Tage ihre gesunde Entwicklung einschränken. Damit sie in unseren Breiten rechtzeitig Früchte tragen, unterstützt man sie durch eine gezielte Vorkultur. Diese Maßnahme lohnt sich aus zwei Gründen: Zunächst sparen Sie Geld, denn Pflanzensamen sind in der Regel preisgünstiger als entsprechende Setzlinge aus der Gärtnerei oder vom Markt – dort ist zudem die Setzlingsauswahl an Arten und Sorten vergleichsweise begrenzt. Viel größer ist das Angebot im – teils auf seltene, alte Sorten spezialisierten – Samenhandel und -versand, beispielsweise bei Tomaten. So ergibt sich des Weiteren durch die eigene Vorkultur die Möglichkeit, auch seltene und ausgefallene Gemüsesorten im eigenen Garten anzubauen.

Ab Mitte Februar können Sie die Voranzucht von Gemüse starten. Die Vorkultur lohnt vor allem bei wärmeliebenden, empfindlichen Arten, die im Freiland erst spät ausgesät werden können. Besonders geeignet für die Vorkultur sind daher etwa Paprika, Auberginen, Tomaten, Knollensellerie, Knollenfenchel, Gurken, Wirsing, Porree, diverse Salate, Monatserdbeeren, Melonen und auch Kräuter, wie Rosmarin, Salbei und Thymian. Wenn Sie zudem auf handliches Aussaat-Zubehör zurückgreifen, erfolgt die Gartenarbeit im Gemüsebeet rückenschonend und besonders präzise.

Bei der Aussaat beachten: Hell-, Dunkel- oder Frostkeimer

Viele Samen keimen sowohl im Hellen als auch im Dunklen. Dennoch gibt es einige Pflanzenarten, die zu einer dieser Arten zählen – dies ist in der Regel auf den Samentütchen vermerkt. Ausgeschriebene Dunkelkeimer treiben besser aus, wenn sie gut mit Erde bedeckt sind. Die Erdschicht sollte dabei mindestens drei- bis viermal so breit wie der Samendurchmesser sein, um eine ausreichende Dunkelheit zu ermöglichen. Beliebte Dunkelkeimer sind etwa Tomaten oder Schnittlauch.

Lichtkeimer brauchen hingegen Sonnenlicht zum Keimen: Ihre Samen entwickeln sich nur oder wesentlich besser, wenn sie nicht bzw. kaum mit Erde bedeckt sind. Zudem sind Lichtkeimer häufig deutlich kleiner als Dunkelkeimer – für eine sichere und leichtere Verteilung auf dem Saatbett können Sie die Samen mit feinem Quarzsand mischen. Wenn Sie eine Anzucht auf der Fensterbank planen, muss das Saatgut empfindlicher Lichtkeimer jedoch vor der prallen Mittagssonne geschützt werden. Besonders gegen Ende März kann an warmen Tagen die Strahlung so stark sein, dass der Gemüsenachwuchs unter Verbrennungen leidet oder ganz eingeht. Ein typischer Lichtkeimer ist beispielsweise die Kresse, die auf einer lichtdurchfluteten Fensterbank optimal gedeiht.

Kaltkeimer benötigen zum Keimen keine spezielle Lichteinwirkung, sondern eine Kälteperiode, um ihre hartnäckige Keimhemmung zu überwinden. Ausgeschriebene Frostkeimer müssen dabei Temperaturen unter 0 °C ausgesetzt sein. Wenn Sie die Anzucht solcher Pflanzen planen, wird vorab eine gezielte Kältebehandlung durchgeführt – Experten sprechen in diesem Zusammenhang auch von einer Stratifikation. Diese Behandlung kann im kalten Garten oder im Kühlschrank erfolgen, wobei die Temperaturen idealerweise zwischen 0 °C und -4 °C liegen. Geben Sie die Samen zum Vorquellen für zwei Wochen in feuchten Sand und lassen Sie das Gefäß vorerst bei Zimmertemperatur stehen, bevor es im Anschluss in den Kühlschrank oder Garten gestellt wird, bis die Keimung beginnt. Ausgesprochene Kalt- und Frostkeimer sind Dill, Spinat und Möhren.

Kresse zählt zu den Lichtkeimern.
Schon bald beginnt die Keimung.
Die ersten Sämlinge zeigen sich.
Frische Kresse von der Fensterbank.

Optimales Substrat und geeigneter Anzuchttopf

Mit beschrifteten Anzuchttöpfen behalten Sie stets den Überblick.
Im freien Beet erfolgt eine jährliche Bodenaufbereitung.

Die Voranzucht erfordert etwas Geduld und Zeit, gelingt aber gut, wenn Sie einige generelle Regeln beachten. Wichtig bei der Frühanzucht ist, neben Wärme und Licht, die richtige Erdmischung. Weil die Samen ein eigenes Nährstoffdepot haben, muss die Aussaaterde nährstoffarm sein, ansonsten vergeilen die Sämlinge und bilden nur wenige Wurzeln aus. Gewöhnliche Blumenerde ist aufgrund ihres hohen Düngergehaltes nicht geeignet – ebenso wenig Garten- oder Komposterde, welche oft mit Pilzen und Bakterien belastet sind und Unkrautsamen enthalten. Aus jeweils einem Drittel Gartenerde, Torf und Sand lässt sich eine gut geeignete Mischung selbst herstellen. Ganz auf der sicheren Seite ist man mit spezieller Aussaaterde, die entsprechend behandelt und keimfrei ist.

Ideal geeignet für die Voranzucht sind kleine Zimmer-Gewächshäuser mit transparenter Abdeckhaube und Belüftungsklappen. Es gibt diese auch mit passenden Einsätzen aus Torftöpfchen oder Torfplatten, was sehr praktisch beim späteren Pikieren der Sämlinge ist. Alternativ können die Anzuchttöpfe mit durchsichtiger Haushaltsfolie bespannt werden, um optimale klimatische Bedingungen zu realisieren.

Bodenvorbereitung im Freiland

Ein gut vorbereiteter Boden ist entscheidend für die erfolgreiche Aussaat im Freiland und mit den richtigen Gartengeräten geht diese Arbeit leicht von der Hand. Wenn der Boden im März gut abgetrocknet ist, kann er für die Aussaat von unempfindlichen Pflanzensamen vorbereitet werden. Wurde das tiefgründige Lockern der Beete nicht bereits im Herbst erledigt, ist das Lüften des Bodens im Frühjahr der erste Arbeitsschritt.

Leichte, sandige Böden werden lediglich mit einer kleinen Harke oder einem Handgrubber aufgelockert, wobei man die Zähne des Arbeitsgerätes kreuz und quer durch die obere Schicht des Bodens zieht. Leichte bis mittelschwere Böden lassen sich durch hackende Bewegungen mit einem Krail oder einer speziellen Bodenhacke optimieren. Fällt die zu bearbeitende Fläche größer aus, können Sie hier auch auf benzinbetriebene Hacken zurückgreifen.

Bei mittelschweren bis schweren Böden erzielen Sie mit einem Spaten oder einer Spatengabel gute Ergebnisse, während tonige Böden am schwierigsten zu optimieren sind. Hier ist es besonders wichtig, dass sie im Frühjahr vor der Bearbeitung gründlich abgetrocknet sind. Idealerweise erfolgt die Bodenoptimierung hier bereits im Herbst, sodass der Boden starken Frösten ausgesetzt ist, die ihn erneut auflockern.

Nachdem die grobe Arbeit erledigt ist, wird die oberste Bodenschicht möglichst fein zerkrümelt. Bei leichten Böden leistet ein Rasenrechen mit gebogenen, eng stehenden Zinken gute Dienste. Er wird so lange auf dem Beet hin- und hergezogen, bis eine plane und feinkrümelige Erdoberfläche entsteht. Schwere oder grobklumpige Böden werden mit einem robusten Gartenrechen bearbeitet. Ein Rollkultivator optimiert leichte bis mittelschwere Böden mit Hilfe vieler sternförmiger Rädchen, die die obere Schicht auflockern.

Aussaat der Pflanzensamen

Mit Samenmischungen erhalten Sie ein abwechslungsreiches Gemüsebeet.

Nach dem Befüllen der Gefäße wird die Erde leicht angedrückt und befeuchtet, das Substrat darf aber nicht nass sein. Nutzen Sie hierzu idealerweise eine Sprühflasche mit kalkarmem Wasser. Nun streuen Sie die Samen gleichmäßig und nicht zu dicht aus: Wird zu eng gesät, behindern sich die Sämlinge gegenseitig im Wuchs. Im Anschluss wird über ein feinmaschiges Sieb gerade soviel Substrat darüber gestreut, dass die Samen mit einer dünnen Erdschicht bedeckt sind. Achten Sie darauf, dass die Samen von Lichtkeimern nahezu unbedeckt auf der Erdoberfläche liegen.

Tipp: Zarte Samen werden mit sehr feinem Quarzsand vermischt, um die Samen leichter gleichmäßig zu verteilen. Häufig handelt es sich bei diesen kleinen Samen um Lichtkeimer, die durch den Sand zusätzlich stabilisiert werden. Für größere Samen bieten sich Saatschalen mit einem Einsatz aus Einzeltöpfchen oder Torfquelltöpfe an. Diese werden vorab zum Aufquellen in Wasser gelegt. Nach der Keimung kommen die Torftöpfchen in einen mit Erde gefüllten Blumentopf und bauen sich hier vollständig ab.

Während der Keimphase dürfen die Samen niemals austrocknen, optimal ist ein Handdrucksprüher, der mit seinem feinen, nebligen Strahl selbst ganz zarte Keimlinge nicht beschädigt. Zudem benötigen die zarten Keimlinge stets genügend Luftfeuchtigkeit – öffnen Sie für einen Sauerstoffaustausch die Abdeckung täglich für einige Minuten. Sobald sich Sämlinge zeigen, werden die Folienanabdeckungen entfernt. Ein guter Platz für die Zimmer-Gewächshäuser sind helle Fensterbänke in Südausrichtung über der Heizung, da die Temperatur der Anzuchterde etwa bei 18 °C bis 20 °C liegen sollte. Für die weitere Entwicklung werden die Jungpflanzen zur Abhärtung an einen kühleren, hellen Platz gebracht.

Tipp: Mit elektrischen Wärmeunterlagen lassen sich Temperaturschwankungen leicht ausgleichen.

Pikieren junger Sämlinge

Schon bald nach der Keimung wird es den Sämlingen in den Aussaatschalen zu eng und sie müssen pikiert, also vereinzelt werden. Der ideale Zeitpunkt für dieses Umsetzen in Einzeltöpfchen ist erreicht, sobald das zweite Blattpaar erscheint. Die kräftigsten Pflänzchen werden vorsichtig mit einem dünnen Stab, einem sogenannten Pikierstab, gelockert und in kleine, mit gewöhnlicher Einheitserde gefüllte Pflanzgefäße umgesetzt. Besonders bequem sind hier sogenannte Torftöpfchen auf Zellulosebasis: Diese lassen sich später einfach in größere Gefäße oder ins Freiland umsetzen und bauen sich vollkommen unschädlich im Boden ab. Nach dem Pikieren ist auf eine regelmäßige Düngung und Bewässerung zu achten, Staunässe gilt es zu vermeiden.

Tipp: Da die Pflänzchen in der Keimphase oft kaum zu unterscheiden sind, sollten Sie nicht vergessen, die Anzuchtgefäße zu beschriften. Außerdem lohnt es sich, Notizen über Erfolge oder Misserfolge anzufertigen, um sich im nächsten Jahr unnötige Mühen zu ersparen.

Die gedeihenden Sämlinge wachsen schnell und benötigen nach einigen Wochen deutlich mehr Platz.
Mit einem Pikierstab werden die Sämlinge gelockert und in Einzeltöpfe umgepflanzt.

Frühbeetkasten, Folientunnel und Minigewächshaus

In einem Frühbeet können kälteunempfindliche Gemüsesorten bereits ab Februar vorgezogen werden.

Viele Gründe sprechen für die Nutzung von Frühbeeten. Der Anbau kann nicht nur einige Wochen früher starten, sondern wird zum Ende der Gemüse-Saison auch verlängert. Zudem fallen die Erträge deutlich höher aus als im Freiland: bei Salaten, Blumenkohl und Kohlrabi bis zur doppelten, bei Gurken, Zucchini und anderen wärmeliebenden Gemüsesorten sogar bis zur achtfachen Menge. Hinzu kommt ein gesundheitlicher Aspekt: Frühgemüse enthält nur sehr wenig Nitrat, da die Nährstoffe von der Pflanze optimal genutzt werden.

Wichtig ist, dass der Frühbeetkasten ausreichend isoliert ist und die Wärme gut hält. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Fenster aus bruchsicheren, gut isolierenden Thermo-Hohlkammerplatten bestehen. Damit auch schwache Wintersonne optimal genutzt wird, beträgt die Lichtdurchlässigkeit mindestens 95 Prozent. Zudem sollte sich der Kasten windfest im Boden verankern lassen. Die Rahmenkonstruktion besteht optimalerweise aus witterungsbeständigem Aluminium und die einzelnen Teile sind so stabil, dass sie auch eine dicke Schneeschicht tragen. Besonders praktisch sind abnehmbare Dachfenster, da es sich so beim Bepflanzen und Gießen leichter arbeiten lässt.

Auch bei der Vorkultur in Frühbeetkästen spielt die Wärme eine entscheidende Rolle, sodass Sie als erste Maßnahme die Frühbeete mit der Fensterneigung nach Süden ausrichten, um möglichst viel Sonnenenergie aufzufangen. Zudem werden nachts die Fenster mit Noppenfolie oder Schilfmatten abgedeckt, um die tagsüber eingefangene Wärme länger zu halten. Zusätzlich können die Wände mit Herbstlaub, Torf oder Mist isoliert werden. Eine weitere Voraussetzung für den Erfolg ist die Bodenwärme: Je nach Witterung ist der Boden nach etwa zwei bis drei Wochen warm genug, um mit der Aussaat zu beginnen. So können in einem Frühbeet schon ab Ende Februar bis Anfang März beispielsweise Salate, Kohlrabi, Radieschen und andere Gemüsearten oder Sommerblumen für das Freiland vorgezogen werden.

Tipp: Wichtig ist, dass regelmäßig belüftet wird. Praktisch sind sogenannte Fensterautomaten: Mit ihnen wird das Frühbeet automatisch bei Wärme geöffnet und, wenn es wieder kühler wird, geschlossen.

Ein Folientunnel besteht hingegen aus biegsamen Federstahlstäben, die bogenförmig in der Erde verankert und mit spezieller Folie oder Vlies bespannt werden. Achten Sie auf eine ausreichende Breite der Folie: Ist das Beet beispielsweise 1,20 m breit, sollte die Folie mindestens 1,60 m breit und die Stäbe zwei Meter lang sein. Ein weiterer Vorteil eines Frühbeet-Folientunnels ist seine Vielseitigkeit: Zunächst wird er, mit Folie bespannt, für die Frühanzucht genutzt. Im späteren Frühjahr wird die Folie durch ein Vogelschutznetz ersetzt, das dabei hilft, die Setzlinge vor hungrigen Vögeln zu schützen und im Sommer wird der Tunnel mit einem sogenannten Insektenschutznetz bespannt, um etwa Gemüsefliegen, Blattläuse, Raupen und andere Schädlinge von den Kulturen fernzuhalten.

Der Traum eines jeden Gärtners ist das eigene Gewächshaus. Da es oft sehr groß ausfällt und in vielen kleineren Gärten zu wenig Platz für einen permanente Aufbau vorhanden ist, kann man auf sogenannte Folien-Gewächshäuser als handliche Alternative zurückgreifen. Sie lassen sich temporär aufbauen und beanspruchen nur wenig Stellfläche – einige Modelle sind sogar in einer senkrechten Ausführung erhältlich und eignen sich daher besonders gut für hochwachsende Pflanzen, wie Tomaten oder Bohnen. Für den Innenbereich haben sich zudem spezielle Minigewächshäuser etabliert, die mit einer passenden, durchsichtigen Abdeckhaube optimale Wachstumsbedingungen ermöglichen.

Nützliche Tipps zum Gemüsesaatgut

Wer im Frühjahr Saatgut-Angebote studiert, kann in Ruhe planen und findet reizvolle Neuheiten und Raritäten. Das richtige Saatgut wirkt sich entscheidend auf Erfolg, Ertrag und Freude im Garten aus. Erstellen Sie eine Liste und beachten Sie besonders die Informationen über die Ansprüche der jeweiligen Pflanzen, denn nur wenn Sie ihnen entsprechende Möglichkeiten im Garten bieten, werden sie auch gedeihen. Von vielen Gemüsearten und Salaten, die im Lauf des Jahres mehrmals ausgesät werden, gibt es Früh-, Sommer- oder Spätsorten. Es lohnt sich, darauf zu achten und die richtige Sorte zum richtigen Zeitpunkt auszusäen.

Auf der Rückseite der Samentütchen finden sich neben Kulturhinweisen weitere Informationen über Partienummer, Abfülldatum und Keimfähigkeit. Das Abfülldatum muss nur bei Gemüse angegeben werden und ist mit einem Buchstaben codiert. Bei verschweißten Keimschutzpackungen gilt das Keimfähigkeitsdatum für die verschlossene Tüte. Je nach Pflanzenart lässt die Keimfähigkeit nach Öffnen der Packung schnell oder langsam nach: Kürbisse, Tomaten, Gurken oder Kohl sind beispielsweise bis zu fünf Jahren lagerfähig, Petersilie, Schnittlauch oder Salat hingegen nur ein Jahr. Oftmals lohnt es sich daher nicht, Teilmengen der Samen aufzubewahren.

Praktisch sind Saatbänder, die es für Gemüse aber auch bunte Blumenmischungen gibt. Die einzelnen Samenkörner liegen in Abständen eingebettet in einem Gewebeband. Diese Anordnung hat den Vorteil, dass die Pflanzen sehr gleichmäßig aufgehen und nicht ausgedünnt, also pikiert werden müssen. Von einigen feinsamigen Gemüsearten sind sogenannte Pillensamen im Handel erhältlich. Die einzelnen Samenkörner sind dabei von einer speziellen Hüllmasse umgeben, die sich schließlich in der Erde auflöst. Pillensamen eignen sich daher besonders für die Einzelkornaussaat, da man sie gut mit den Fingern fassen und gezielt auslegen kann.

Kultivierungshinweise für einzelne Gemüsepflanzen

Bei einer Anzucht im Innenraum ist eine helle, warme Fensterbank der optimale Standort.
Basilikum ist ein Lichtkeimer und wird auf Saatscheiben vorgezogen.

Schlangengurken erzielen in der Regel stabile Erträge über die gesamte Vegetationsperiode. Die Aussaat erfolgt im Gewächshaus ab Mitte Februar bis Ende April, während die optimale Keimung bei 22 °C bis 26 °C und mindestens 16 °C Bodentemperatur erfolgt. Die Keimdauer beträgt ca. 8-14 Tage an einem hellen und warmen Standort im Gewächshaus oder Innenbereich. Wichtig ist ein nahrhafter Boden. Die Gurkenernte erfolgt kontinuierlich von Juni bis Oktober, wobei das Gemüse durch seine gute Lagerfähigkeit überzeugt.

Verschiedende Radieschen-Mischungen enthalten vorwiegend die Sorten Zlata, Albena, Viola, Poloneza und Saxa 2. So können Sie knackig, würzige Radieschen vom Frühjahr bis in den Herbst ernten. Die Aussaat ist von März bis September möglich, wobei die Samen direkt an Ort und Stelle im Frühbeet 0,5 cm tief ausgesät werden und nicht vorgezogen werden müssen. Die Keimung erfolgt bei ca. 10 °C Bodentemperatur in 8-15 Tagen. Der gewählte Standort sollte sonnig bis halbschattig ausfallen und über nährstoffreichen, lockeren Boden verfügen. Erntezeit ist von April bis Oktober, jeweils ca. 4-6 Wochen nach der Aussaat.

Eine Kultivierung von Busch- und Balkontomaten ist bereits auf engstem Raum möglich, beispielsweise in Töpfen und Kästen auf Balkon und Terrasse. Die Aussaat beginnt Anfang März, wenn das Pflanzgefäß im warmen Zimmer steht. Die Saattiefe beträgt bei dieser Pflanzenart rund 1,5 cm. Für die Keimung ist eine Bodentemperatur von mindestens 20 °C bis 25 °C erforderlich. Nach rund 18 Tagen werden die Sämlinge pikiert und in Einzeltöpfen bei 18 °C bis 20 °C hell gestellt. Nach den Eisheiligen, also ab Mitte Mai, gedeihen die jungen Tomatenpflanzen im Freiland an einem sonnigen, windgeschützten, nahrhaften Standort. Die Erntezeit beginnt im August und reicht bis in den Oktober hinein.

Die großblättrige, glatte Blattpetersilie verfügt über einen sehr starken Wuchs und erinnert im Geschmack an würzigen Sellerie. Die Aussaat erfolgt ganzjährig auf der Fensterbank oder von März bis Juli im Freiland. Die Keimung dauert im Freiland bei mindestens 14 °C Bodentemperatur rund 14 bis 20 Tage. Wird die Blattpetersilie im Topf auf der Fensterbank kultiviert, sollte der Standort möglichst hell und warm ausfallen. Im Freiland bevorzugt die Pflanze eher halbschattige Plätze mit nährstoffreichem Boden, um ein Verbrennen der ersten Blätter zu vermeiden. Achten Sie bei der Petersilien-Pflege besonders auf einen gesunden Wasserabfluss, sodass es nicht zu wurzelschädigender Staunässe kommt. Die Ernte kann bei einer Kultivierung im Innenraum bedarfsorientiert und ganzjährig erfolgen. Im Freiland beginnt die Haupternte im Juni und reicht bis in den November.

Basilikum ist ein klassisches Gewürz aus dem Mittelmeerraum und wird gerne zur Abrundung südländischer Speisen verwendet. Dabei zeichnet es sich durch schöne, glänzend dunkelgrüne, gewölbte Blätter mit aromatischem Duft und Geschmack aus. Die Aussaat erfolgt in unseren Breitegraden ganzjährig auf der Fensterbank. Legen Sie hierzu spezielle Saatscheiben in Töpfen mit einem Durchmesser von mindestens 9 cm aus und halten Sie das Substrat stetig feucht. Wählen Sie im Anschluss einen hellen Fensterplatz und decken Sie die Saatscheibe nicht ab, da es sich bei Basilikum um einen ausgesprochenen Lichtkeimer handelt. Im Freiland werden warme Temperaturen benötigt, daher erfolgt die Aussaat hier erst ab Ende Mai. Die Keimung setzt hier bei einer Bodentemperatur von 16 °C bis 25 °C ein und dauert ca. 10 bis 15 Tage, wenn der Standort sonnig und das Substrat nährstoffreich ausfällt. Freilandkulturen können schließlich ca. 5 Wochen nach Auslegen der Saatscheibe geerntet und in der Küche weiterverarbeitet werden.

Wer sich mit der Anzucht von Kräutern und Gemüse beschäftigt, freut sich bestimmt auch über Tipps zur Vermehrung, Vorkultur oder Pflege von Zierblumen. Dabei stellen sich Hobbygärtner auch oft die Frage, ob Wildpdlanzen ausgegraben, oder doch nur Samen gesammelt werden dürfen. Hier finden Sie Wissenswertes zur Aussaat und Pflanzenpflege im Ziergarten.

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  6. "Beschriftete Anzuchttöpfe" (seed pots) von peganum, http://flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  7. "Bodenaufbereitung" (Originalbild): condesign, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  8. "Saatgutmischung" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  9. "Tomatensämlinge werden pikiert": Tomatensämlinge werden pikiert, Nils E. (gardenfriend) / Wikimedia Commons, Lizenz: Gemeinfrei

  10. "Tomatensämlinge in neuen Töpfen": Tomatensämlinge Pikieren, Nils E. (gardenfriend) / Wikimedia Commons, Lizenz: Gemeinfrei

  11. "Frühbeet" (Large Cold Frame With Props) von Ofer El-Hashahar (best4garden- wood products), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  12. "Rettichsämlinge am Fenster" (Rettichkeimlinge am Fensterbrett) von lebenswandeln - Veränderung, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  13. "Basilikumsämlinge" (Originalbild): Kian MJ (Kianmjl), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  14. "Bunte Bodendecker" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

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