Gemüse anbauen und ernten

Der Frühling beginnt bereits im zeitigen Frühjahr: In manchen Jahren locken schon jetzt strahlender Sonnenschein und milde Temperaturen in die Natur. Doch die Tage sind noch kurz und der Boden ist selbst während anhaltender Schönwetterperioden noch kalt. Deshalb sollte man sich nicht verführen lassen, das Gartenjahr zu früh zu starten. Erfahrene Gärtner wissen: Erst ab Mitte bis Ende Mai ist der Winter endgültig vorbei.

Wer schon im April oder Mai vorgezogenes, kälteunempfindliches Gemüse auspflanzt, sollte es nachts noch mit einem wärmenden Vlies schützen. Dies betrifft besonders Kohlrabi, anderen Kohlarten und Sellerie: Bei starker Kälte, selbst ohne Frost, entwickeln diese Gemüsearten Blüten, die sich dann bereits im Frühsommer zeigen, woraufin die Pflanze keine Frucht mehr bildet. Daher gilt: Ausgepflanzt wird erst nach den Eisheiligen.

Doch wie gestalten Sie ein optimales Gemüsebeet im Hausgarten und welche Fruchtfolge muss eingehalten werden, sodass Ihre Pflanzen gut gedeihen und reichlich Früchte tragen? Worauf kommt es bei einer sogenannten Mischkultur an und wann wird Wintergemüse eigentlich geerntet und wie optimal gelagert?

Wir geben Ihnen wissenswerte Tipps zur Anbauplanung im Gemüsegarten.

Gemüsegarten planen

Bevor Sie mit der eigentlichen Anbauplanung im Gemüsegarten beginnen, müssen Sie zunächst die Lage sowie die Größe Ihres Nutzgartens festlegen. Ein großer Gemüsegarten liefert zwar viel frisches Gemüse, bedeutet aber zeitgleich auch viel Arbeit: Der Boden muss aufbereitet und von Unkraut befreit, die Pflanzenfolge geplant, der Anbau umgesetz und die tägliche Pflanzenpflege durchgeführt werden. Egal, ob Sie sich für ein kleineres Gemüsebeet oder einen großflächigen Nutzgarten entscheiden – planen Sie bereits vorab, wo und wie Sie die Anbaufläche gestalten. Experten empfehlen beispielsweise für ein kleines Gemüsebeet eine Breite von rund 1,30 Metern, da Sie auf diese Weise noch bequem vom Rand aus die Beetmitte erreichen können, um Gemüse zu bewässern und ernten oder Unkraut zu jäten.

Tipp: In kleinen Gärten können Sie alternativ auf platzsparende Hochbeete oder Kräuterspiralen zurückgreifen, die eine vielfältige Gemüse- und Kräuterkultur ermöglichen.
 
Ist ein großes Beet mit unterschiedlichen Anbaubereichen geplant, können Sie natürlich Wege zwischen den einzelnen Beetabschnitten einplanen. Hier hilft eine Skizze bei der Beetplanung. Die Pfade sollten dabei mindestens 30 Zentimeter breit sein, sodass Sie mit Arbeitsgeräten und Gießkannen mühelos arbeiten können. Wenn Sie hingegen für aufwendige Pflegemaßnahmen beispielsweise auch eine Schubkarre abstellen möchten, sollten Sie rund 80 Zentimeter Wegbreite einplanen, um weiterhin ausreichend Platz für die Beetbearbeitung zu haben. Zudem kann es helfen, wenn Sie einzelne Hauptwege mit Natursteinen pflastern oder unbefestigte Wege bewusst mit Rindenmulch oder Holzhäckseln bestreuen, sodass Sie auch bei Regen problemlos den Gemüsegarten durchschreiten können. Besonders schön sind Beeteinfassungen aus witterungsbeständigen Holzbohlen oder Beton-Kantsteinen: Sie sorgen für Struktur und Ordnung und ermöglichen zugleich eine leicht erhöhte Beetfläche.

Tipp: Wenn Sie Ihre Gemüsebeete vor einem Schneckenbefall schützen wollen, können Sie stabile Schneckenzäune als Einfassung nutzen. An ihrer Oberseite befindet sich eine kleine Kante, die Schnecken nicht überwinden können.

Viele kleine Beete wirken durch eine ansprechende Beeteinfassung strukturiert und besonders ordentlich.
Bei großen Nutzflächen helfen breite Wege und Pflanzabstände bei der regelmäßigen Beetpflege und der anschließenden Ernte.
Kleine Tomatensorten entwickeln auf sonnigen Balkonen aromatische Früchte.

Keinen Garten? Trotzdem müssen Sie nicht auf selbst angebautes Obst und Gemüse verzichten. Denn in großen Kübeln, Pflanz- und Balkonkästen lassen sich Pflücksalate, Paprika, Tomaten und Chilis und sogar Beeren und Obst kultivieren. Frostempfindliche Pflanzen werden dabei bereits im Frühjahr in kleinen Töpfen in der Küche oder auf der Fensterbank vorgezogen, bis die Jungpflanzen stark genug sind, um draußen in die größeren Gefäße gesetzt zu werden. Wer sich die mühsamen Vorarbeiten ersparen möchte, greift statt zum Saatgut zu größeren Jungpflanzen, die direkt draußen eingepflanzt werden, sobald kein Frost mehr zu erwarten ist.

In unserem Ratgeber erfahren Sie, welche Gemüsesorten für den Anbau auf dem Balkon geeignet sind, wie Sie die Pflanzen vor Staunässe und Schädlingen schützen, sie richtig pflegen und wann sie erntereif sind. Außerdem stellen wir Ihnen Möglichkeiten für den Obstanbau auf Balkon und Terrasse vor. Mehr dazu in unserem Ratgeber: Urban Gardening: Obst und Gemüse vom Balkon.

Fruchtfolge und Mischkultur – welches Gemüse möchte ich anbauen?

Vor der Neupflanzung wird der Boden aufbereitet und von Unkräutern befreit.
Salat und viele andere Nutzpflanzen lassen sich problemlos und platzsparend in Reihe pflanzen.

Flächenbedarf und Pflanzabstand

Sobald Sie Ihren Gemüsegarten in einer Grundrisszeichnung zu Papier gebracht haben, können Sie mit der eigentlichen Anbauplanung beginnen. Die erste Frage, die Sie sich stellen sollten, lautet: Welches Gemüse möchte ich in meinem Garten anbauen? Die Antwort auf diese Frage beeinflusst den Abstand zwischen den geplanten Pflanzreihen. Dieser sollte dabei mindestens so breit ausfallen, dass Sie dort bequem mit der Hacke arbeiten können, um etwa bei langsam wachsenden und länger stehenden Kulturen Unkräuter regelmäßig mühelos zu entfernen. Auch die Fruchtbarkeit des Bodens oder der Erntetermin beeinflussen die einzuhaltenden Abstände im Gemüsebeet. Zudem kommt es natürlich auf das individuelle Wachstumsverhalten und somit den benötigten Platz einzelner Pflanzenarten an. Frühe Sorten, beispielsweise Weißkohl, Wirsing, Kohlrabi oder Möhren, für den Frischverzehr benötigen weniger Platz als späte Sorten oder Lagersorten, da diese kleiner bleiben – viele Bohnensorten benötigen zudem eine Rankhilfe, während Lauch oder Spargel angehäufelt werden.

Tipp: Fertigen Sie eine Liste mit gewünschten Gemüsesorten und Kräutern an und notieren Sie sich den jeweiligen Flächenbedarf.

Haupt-, Vor- und Nebenkulturen

In einem nächsten Schritt wird das Gemüse in Hauptkulturen mit langer Wachstumszeit sowie Vor- und Nachkulturen unterteilt. Die optimale Fruchtfolge setzt sich aus der Kombination von Haupt- und Vorkulturen oder Nachkulturen aus: Pflanzen Sie beispielsweise zunächst Gemüsesorten mit kurzer Anbauzeit, etwa Feldsalat, Spinat, Radieschen oder Buschbohnen an. Nach deren Ernte folgt die Hauptkultur im selben Beet, etwa Kartoffeln, Möhren oder Gurken. Achten Sie bei den Gemüsesorten immer auf eine optimale Fruchtfolge: Spinat ist beispielsweise eine gute Vorkultur für Möhren, während Buschbohnen als Nachkultur auf Kartoffelfelder gepflanzt werden.

Generell gilt: Eine gute Fruchtfolge zeichnet sich durch eine unterschiedlich lange Kulturzeit der einzelnen Pflanzen aus. Die Gemüsesorten sollten dabei zudem unterschiedlichen Pflanzfamilien angehören und einen abweichenden Nährstoffbedarf haben, um eine Bodenmüdigkeit zu vermeiden und ohne eine erneute Bodenaufbereitung dennoch optimal versorgt zu sein. Zu den Starkzehrern zählen beispielsweise Kartoffeln, Kürbisse, Zuckermais, Kohlarten und Zucchini. Zu den Mittelzehrern gehören etwa Gurken, Mangold, Lauch, Spinat, Tomaten und Endivien, während Erbsen, Feldsalat, Zwiebeln und Radieschen mit einem geringen Nährstoffbedarf auskommen.

Karotten und Zwiebeln sind optimale Pflanzpartner und werden gerne in Mischkultur kultiviert.

Fruchtwechsel für gesundes Gemüse

Die Fruchtfolge hängt eng mit dem wichtigen Fruchtwechsel zusammen: Wenn Sie über mehrere Jahre dieselben Gemüsesorten auf der Anbaufläche ziehen, werden dem Boden einseitig Nährstoffe entzogen, sodass ein gesundes Pflanzenwachstum unmöglich wird. Zudem locken Sie auf diese Weise sortenspezifische Schädlinge an und erleichtern Krankheitserregern ein Einnisten im Erdreich. Grundsätzlich werden Pflanzen der gleichen Familie daher nur zwei Jahre in Folge an der gleichen Stelle im Gemüsegarten kultiviert. Dies betrifft vorallem Nachtschattengewächse, etwa Tomaten und Kartoffeln, sowie Kohlgewächse und starkzehrende Pflanzen. Eine Ausnahme bilden hier mehrjährige Gemüsesorten, wie Erdbeeren, Rhabarber oder Spargel.

Gemüse in Mischkultur pflanzen

In einem gedeihenden Gemüsebeet werden nicht ausschließlich Pflanzen einer Gemüsesorte, sondern unterschiedliche Gemüsearten in Reihe gepflanzt. Diese Mischkultur fördert einerseits die Pflanzengesundheit, da die einzelnen Gemüsesorten der selben Art sich weniger Konkurrenz machen, und andererseits die Bodenqualität, da Nährstoffe besser ausgenutzt und nicht einseitig entzogen werden. Zudem wirken einige Pflanzenkombinationen als natürlicher Insekten- und Schädlingsschutz: Der Möhrengeruch hält beispielsweise unliebsame Zwiebelfliegen fern, während das Zwiebelaroma abschreckend auf die Möhrenfliege wirkt. So profitieren beide Pflanzenarten voneinander.

Tipp: Welche Pflanzen besonders gut oder schlecht miteinander harmonieren, können Sie sogenannten Mischkulturtabellen entnehmen. Neben der Kombination von Möhren und Zwiebeln sind weitere bekannte, gute Partner etwa Kohlrabi und Feldsalat sowie Paprika und Tomaten.

Sind erste Pflanzen in Mischkulturen geerntet, können Sie passende, vorgezogene Jungpflanzen als Lückenfüller setzen. Hierzu wird der Boden um die Pflanzstellen gründlich aufgelockert und als Starthilfe etwas Kompost gegeben. Achten Sie darauf, dass der Gemüsenachwuchs ausreichend Platz hat – sonst besteht die Gefahr, dass die Pflänzchen nur schlecht wachsen und gedeihen, weil die kräftigen Nachbarpflanzen ihnen Licht, Luft und Nährstoffe nehmen.

Saatgut anpflanzen oder Jungpflanzen setzen?

Rote Bete kann im Innenbereich vorgezogen werden und ist dann besonders robust.
Zusätzliche Vliesstoffe schützen kälteempfindliche Pflanzen im Gemüsebeet.

In einem Nutzgarten kann Gemüse aus Pflanzen und Samen gezogen werden. Bei der Aussaat von Saatgut gilt es, individuelle Aussaattermine zu beachten. Je nach Witterung kann sich der Aussaat- oder Erntetermin verschieben – generell können Sie sich jedoch an den Herstellerangaben auf der Verpackung orientieren und sich einen vorläufigen Zeitplan erstellen. Während einige Gemüsesamen im Frühjahr im Innenbereich vorgezogen werden müssen, können winterharte Sorten bereits ins Beet gesät werden. Setzen Sie dabei auf hochwertiges, frisches Saatgut aus dem Gartencenter: Da die Samen von vielen Gemüsesorten nur eine begrenzte Zeit keimfähig sind, sollte man frisches Saatmaterial verwenden. Gewöhnlich geben die Hersteller eine Keimgarantie für drei Jahre. Bei älteren, bereits angebrochenen Samentütchen empfiehlt sich eine Keimprobe: Eine abgezählte Portion Samen wird auf Küchenpapier ausgelegt und gut feucht gehalten. Mindestens die Hälfte der Samen sollte aufgehen, dann kann das Saatgut noch verwendet werden.

Tipp: Mittlerweile können Sie spezielle Neuzüchtungen mit einer erhöhten Widerstandsfähigkeit gegen spezifische Krankheitserreger und Pilzsporen erwerben. Diese eignen sich besonders gut für einen Anbau im Freiland und sind unveredeltem Saatgut vorzuziehen. Aus Samen lassen sich zudem auch außergewöhnliche Raritäten ziehen, die es nur selten als vorgezogene Pflanze zu erwerben gibt.

Wie tief man sät, hängt von der Gemüseart und von der Größe der Samenkörner ab. Als Faustregel gilt: Säen Sie das Saatgut etwa 2-3-mal so tief, wie der Samen groß ist. Achten Sie zudem darauf, ob es sich um Dunkel- oder Lichtkeimer handelt. Spätestens, wenn die Gemüsepflänzchen fingerhoch gewachsen sind und sich gegenseitig bedrängen, werden sie ausgelichtet, Experten sprechen in diesem Zusammenhang vom Pikieren. Mit den überzähligen Jungpflanzen lassen sich unschöne Lücken im Beet ausfüllen.

Wer sich die Mühe einer langen Anzucht aus Samen ersparen möchte, kann auf vorgezogene Jungpflanzen zurückgreifen. Wenn Sie Pflänzchen aus dem Handel erwerben, sind diese in der Regel bereits abgehärtet und können ins freie Beet gesetzt werden. Stammen die Setzlinge hingegen aus dem warmen Innenbereich, handelt es sich etwa um aus Samen vorgezogene Jungpflanzen. Diese werden einige Tage an einem geschützten Ort im Freien gehalten, um sich an die frische Luft und milden Temperaturen zu gewöhnen – erst im Anschluss werden sie ins Beet gesetzt. Achten Sie hierbei auf einen gut abgetrockneten Boden, der feinkrümelig und gut durchlüftet ist – die gezielte Bodenaufbereitung des Nutzgartens sollte bereits im Spätherbst des Vorjahres erfolgen.

Während der Pflanzung wird das Beet möglichst nicht betreten, um das Substrat nicht wieder zu verdichten. Führen Sie die Arbeiten stattdessen vom Rand oder den angelegten Wegen aus durch. Wildkräuter und Unkraut werden zudem samt Wurzel entfernt. Sind die Setzlinge gepflanzt, werden sie reichlich angewässert, um die Erde an die Wurzeln zu schwemmen und so ein leichteres Anwachsen zu ermöglichen.

Tipp: Besonders anfällige Pflanzen, etwa Kohlrabi, Kopfkohl, Brokkoli und andere Kohlgewächse, werden nach dem Pflanzen mit einem zusätzlichen Schutznetz bedeckt, um Kohleulen, Kohlweißlinge, Kohlfliegen und andere Kohlschädlinge fernzuhalten.

Gemüse ernten

Als Alternative zum Gemüsebeet kann in kleinen Gärten auf ein praktisches Hochbeet zurückgegiffen werden.
Knoblauch aus dem eigenen Garten schmeckt besonders aromatisch.

Gemüse sollte bei der Ernte gut ausgereift, aber auch nicht überreif sein. Dies gilt besonders für Fruchtgemüse, das halbreif deutlich weniger Vitamine enthält. Während sogenanntes Frühgemüse rechtzeitig geerntet werden muss, da sich eine späte Ernte negativ auf das feine Aroma auswirkt, legt Lagergemüse durch eine späte Ernte noch deutlich an Gewicht zu und wird länger haltbar. Zur Erntezeit wird das Gemüse daher besonders engmaschig kontrolliert. Fällt die Ernte zu groß aus, kann Sommergemüse an Freunde, Nachbarn und Bekannte verschenkt oder eingefroren und Wintergemüse kühl gelagert werden.

Ernterückstände als Dünger nutzen

In den kommenden Wochen bleiben auf den Gemüsebeeten reichlich Ernterückstände liegen. Gewöhnlich werden diese kompostiert. Besser ist es, die frischen Ernterückstände unterzugraben, da der Boden durch sie deutlich stärker verbessert wird, als mit reifem Kompost. Auf einen Teil der vorgesehenen Düngung kann im kommenden Jahr sogar verzichtet werden, wenn man laub- und wurzelreiche Rückstände von Kohlarten, Sellerie oder Porree einarbeitet. Grundsätzlich können alle gesunden Ernterückstände untergegraben werden – nur kranke Pflanzen, etwa welkekranke Gurken, Tomaten mit Braunfäule und Kohlstrünke, sowie Wurzeln werden ebenso entfernt wie hartnäckige Wurzelunkräuter, etwa Giersch oder Quecke, um deren Ausbreitung im Gemüsebeet zu verhindern.

Nitratgehalt im Gemüse senken

Der bewusst gewählte Erntezeitpunkt wirkt sich auch positiv auf den Nitratgehalt des Gemüses aus. Während früher gewöhnlich am Vormittag geerntet wurde, setzen erfahrene Gärtner inzwischen auf den späten Nachmittag oder frühen Abend: Jetzt sind der Vitamingehalt und das Aroma der Gartenfrüchte besonders hoch und der negative Nitratgehalt ist am niedrigsten. Das gespeicherte, anorganische Nitrat wird tagsüber unter Einfluss des Sonnenlichtes in organische Verbindungen umgebaut. Aus diesem Grund enthält Sommergemüse auch weniger Nitrat als Frühlings- oder Herbstgemüse, das weniger Sonne abbekommt.

Tipp: Etwa eine Woche vor der Ernte sollte der Glas-, Folien- oder Vliessschutz entfernt werden, damit das Sonnenlicht die Pflanzen direkt bestrahlen kann und der Nitratanteil im Gemüse sinkt.

Am Erntetag, vor allem bei Wurzelgemüse, können Sie die Erde zudem mit einem Spaten oder einer Grabgabel auflockern. Dabei reißen viele der feinen Haarwurzeln ab, wodurch die Pflanzen nur noch wenige Nährsalze, also auch deutlich weniger Nitrat, aus dem Boden aufnehmen. Auch durch eine bedarfsgerechte Düngung lässt sich der Nitratgehalt beeinflussen: Wenn die Erntezeit naht, sollten die Pflanzen möglichst alle Nährstoffe verbraucht haben. Etwa drei Wochen vor der Ernte wird daher nicht mehr gezielt gedüngt.

Erntetipps für verschiedene Gemüsesorten

Zwiebeln sind erntereif, sobald sie sich fest anfühlen.
Kartoffeln schmecken erntefrisch besonders gut.

Zwiebeln sollten ab August möglichst trocken stehen und notfalls unter einem Folientunnel vor Regen geschützt werden. Geerntet wird, sobald das Laub weitgehend abgestorben ist und die Zwiebeln sich fest anfühlen. Die Lagerung erfolgt idealerweise draußen an einem kühlen, luftigen und trockenen Ort.

Möhren sind erntereif, wenn sie eine abgerundete Spitze bekommen haben und sollten für eine optimale Lagerfähigkeit voll ausreifen. Das Grün der Möhre nicht abschneiden, sondern abdrehen, damit keine Reste an der Möhre verbleiben, die während der Lagerung faulen könnten. Als Zwischenlager für einige Wochen eignet sich feuchter Sand, etwa in einem großen Eimer, in den die Möhren gelegt und kühl aufbewahrt werden.

Zuckermais schmeckt nur im Stadium der Milchreife süß, die erreicht ist, wenn die heraushängenden Fäden anfangen, sich braun zu färben. Pflücksalat wird immer Blatt für Blatt geerntet, während das Herz stehenbleibt und so laufend frische Deckblätter nachbildet.

Tomaten schmecken am besten, wenn sie voll in der Sonne ausgereift sind. Dann sind sie jedoch, etwa für einen frischen Salat, oft nicht mehr schnittfest genug. Werden späte Tomaten zum Ausreifen zimmerwarm und sonnig gelagert, entwickeln sie selbst im Herbst noch ein gutes Aroma.

Kartoffeln sind reif, wenn sich das Laub gelblich verfärbt und zu welken beginnt. Dann müssen jedoch nicht alle Kartoffeln sofort ausgegraben werden: Sie lassen sich gut portionsweise ernten und schmecken frisch aus dem Boden am besten. Achten Sie darauf, dass die Knollen mit Erde bedeckt sind, damit sie nicht grün werden, wobei sich giftiges Solanin bildet.

Bei Zucchini ist es besser, wenn Sie mehrmals in der Saison kleinere Exemplare pflücken, anstatt sie alle zu ernten, nachdem sie zu voller Größe herangewachsen sind. Dies gilt auch für Gurken. Am besten schmecken etwa 15 bis 20 cm lange Zucchini. Die laufende Ernte fördert zudem den Ertrag: Der Verlust der jungen Früchte, die noch wenige Samen ausgebildet haben, regt die Pflanzen dazu an, immer wieder neu Blüten und Fruchtansätze nachzubilden. Lässt man die Früchte hingegen zu groß werden, wird die Blütenbildung gestoppt. So kann es passieren, dass die Pflanze nach der Ernte voll ausgebildeter, großer Zucchini mitten im Sommer die Fruchtbildung einstellt.

Bei der Ernte von Kräutern gilt generell: Vor der Blüte ist der Gehalt an Aroma- und Duftstoffen am höchsten. Küchenkräuter werden, im Gegensatz zum Gemüse, um die Mittagszeit geerntet, möglichst an einem warmen, sonnigen Tag: Dann ist der nächtliche Tau gut abgetrocknet und das Aroma hat sich voll entfaltet. Die Kräuter werden gebündelt und zum Trocknen an einen luftigen Platz gehängt. Einen Teil der Ernte, etwa von Basilikum, Minze, Thymian, Oregano und Majoran, können Sie frisch konservieren, indem sie klein gehackt und in Eiswürfelbehältern eingefroren werden. So haben Sie auch im Winter stets einen Vorrat frischer, vitaminreicher Küchenkräuter.

Kräutersamen ernten

Im August bilden viele Küchenkräuter Samen aus, beispielsweise Koriander, Kümmel, Anis, Gewürzfenchel oder Dill. Einen Teil der Samen kann man für die Neuaussaat in der nächsten Saison aufbewahren. Ansonsten verfeinern die würzigen, gemörserten oder gerösteten Samen viele Fleisch- oder Gemüsegerichte und Salate. Bei der Ernte sollten Kräutersamen gut ausgereift, aber nicht überreif sein, sonst fallen sie beim Einsammeln ab. Die Triebe mit den Blütendolden vorsichtig abschneiden, bündeln und kopfüber an einen trockenen, luftige Ort hängen. Darunter ein Papier ausbreiten, um herabfallende Samen aufzufangen. Nachdem die Dolden gut durchgetrocknet sind, diese in einem Karton oder Eimer ausklopfen und Verunreinigungen entfernen. Die Samen lichtgeschützt in einem gut schließenden, beschrifteten Gefäß aufbewahren.

Herbst- und Wintergemüse richtig lagern

Winterkohl kann auch bei frostigen Temperaturen im Gemüsebeet bleiben.

Viele Gemüsearten bleiben lange zart und knackig, vorausgesetzt, sie werden richtig gelagert. In einem kühlen, frostfreien und gut belüftbaren Raum halten sich Kartoffeln, Karotten, Kohlköpfe und Rote Bete oft bis zum Frühjahr frisch. In vielen Regionen ist im Oktober bereits Nachtfrost möglich – den meisten Herbstgemüsen macht kurzfristige Kälte nichts aus, aber Dauerfrost bekommt ihnen nicht. Deshalb sollten die noch bepflanzten Beete jetzt optimal auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werden.

Winterfest sind beispielsweise Spinat, Feldsalat, Winterportulak, Grün- und Rosenkohl, Porree und Winterzwiebeln, wenn die richtigen Sorten gewählt wurden: Von einigen Gemüsearten, etwa Porree oder Feldsalat, gibt es auch empfindlichere Sorten, die sich nur bedingt zum Überwintern im Beet eignen. Die Erntesaison für Endivien, Chinakohl und Brokkoli reicht hingegen bis weit in den Winter hinein. Dann wachsen die Salate und das Gemüse zwar kaum noch, bleiben auf dem Beet aber lange frisch.

Alle Wintergemüse und Wintersalate dürfen nicht geerntet werden, solange sie gefroren sind. Besonders in klimatisch rauen Gegenden ist es ratsam, Endivie, Chinakohl und andere ausgewachsene Wintersalate zu ernten und an einem kühlen, frostfreien Ort zu überwintern. Man gräbt Ende Oktober bis Anfang November die gut abgetrockneten Pflanzen mit den Wurzeln aus und entfernt vergilbte Blätter. Die Pflanzen werden einzeln in Zeitungspapier eingewickelt und senkrecht in eine Holzkiste gestellt – so bleiben sie längere Zeit knackig frisch. Halbwüchsige Salate können auf dem Beet verbleiben, da sie Nässe und Frost besser überstehen als ausgewachsene Köpfe.

Gemüse, das auf dem Beet bleibt, wird mit Laub oder Reisig abgedeckt, um es vor Nässe und Schnee zu schützen und im Winter das Ernten zu erleichtern. Sehr gut geeignet ist zudem eine Pflanzfolie, die vor Kälte und Schnee schützt. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Folie nicht auf den Pflanzen aufliegt, da dies zu Fäulnis führen kann.

Tipp: Bei der Ernte von Wurzelgemüsesorten sollten Sie beachten, dass deren Lagerfähigkeit abhängig vom Reifegrad und Erntezeitpunkt ist. Deshalb werden Möhren, Sellerie, Pastinaken, Winterrettich und Rote Bete beispielsweise nicht vor Ende Oktober geerntet.

Selbst in den kleinsten Gärten ist Platz für ein Hochbeet, in dem junge Sämlinge bestens vor gefräßigen Schnecken geschützt sind. Zudem können Sie eine Schichtung des Substrats vornehmen und den Pflanzen so optimale Wachstumsbedingungen zukommen lassen. Hier erfahren Sie Wissenswertes zum Anlegen und Pflegen eines Hochbeetes.

Der Kürbis gehört zu den beliebtesten Herbst-Gemüsesorten der Deutschen. Aufgrund seiner anspruchslosen Pflegebedürfnisse eignet er sich ideal für unerfahrene Hobbygärtner, die das vitaminreiche Gemüse im heimischen Nutzgarten anpflanzen möchten. Hier erfahren Sie alles, was Sie zum Thema Kürbisse im Gemüsegarten wissen müssen! Kürbisse anbauen und pflegen

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  1. "Salaternte" (Originalbild): jf-gabnor, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  2. "Nutzgartengestaltung" (Originalbild): MikeMcLaren, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  3. "Wege im Gemüsegarten" (P1100867) von Sven Gaedtke (Jelani Nemorivagus), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  4. "Tomatenpflanzen auf dem Balkon" (Originalbild): Björn Teichmann (TePunkt), Lizenz: Pixabay / Pixabay

  5. "Bodenvorbereitung im Nutzgarten" (Originalbild): PierreGilbert, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  6. "Salat in Reihenpflanzung" (Originalbild): Edar (edar), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  7. "Karotten und Zwiebeln in Mischkultur" (KarottenZwiebeln 266) von manfred.sause@volloeko.de, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  8. "Rote Bete als vorgezogene Jungpflanze" (Originalbild): wandakelemen, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  9. "Schutzvliesstoff" (IMG_2938) von Yotoen, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten

  10. "Hochbeetpflanzung" (raised bed vegetable garden) von normanack, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  11. "Knoblauchpflanzen" (Originalbild): Paul Neumann (pneumann70), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  12. "Zwiebeln frisch geerntet" (Originalbild): Mark Valencia (valenciamarkyv69), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

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  15. "Hochbeet bepflanzen" (Build a Raised Bed Garden) von SITS Girls (sitsgirls), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  16. "Kürbisvielfalt" (Originalbild): Alexas_Fotos, Lizenz: CC0 1.0 Public Domain / Pixabay

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