Kräutergarten auf der Fensterbank oder dem Balkon

Auch im Winter oder ohne Gemüsegarten müssen Sie nicht auf Schnittlauch, Thymian, Kresse und Co. verzichten: Erntefrische Gartenkräuter von der Fensterbank sorgen für reichlich Vitamine und würziges Aroma im Rührei, Salat oder Eintopf. Schnittlauch, Gartenkresse, Basilikum, Thymian und Salbei eignen sich beispielsweise besonders gut für die Kultur im Topf oder Kübel und lassen sich bei Bedarf auch problemlos einfrieren oder trocknen.

Bei der Kultivierung von Kräutern können Sie vorgezogene Jungpflanzen umtopfen oder ungewöhnliche Raritäten aus Samen ziehen – hier hat sich die Anzucht auf sogenannten Kokos-Quelltabletten bewährt. Neben der sonnigen Fensterbank können Kräuter natürlich auch auf der geschützten Terrasse oder dem Balkon gehalten werden: Selbst in den kleinsten Wohnungen findet eine wilde Kräutermischung im Balkonkasten oder auf der Küchenarbeitsfläche Platz. Bunte Sorten mit angenehmem Duft oder schönen Blüten machen dabei sogar den gehegten Zierpflanzen Konkurrenz.

Auch Sie wollen gerne Kräuter auf der Fensterbank ziehen? Dann sind Sie hier genau richtig: Wir geben Ihnen Tipps und nennen nützliche Tricks und wissenswerte Kulturhinweise für eine reiche Kräuterernte.

Kräuter im Topf als Augenweide und Gaumenschmaus

Würzige Mini-Plantagen in attraktiven Töpfen oder Kübeln sind ausgesprochen reizvoll: Sie begrünen unansehnliche Ecken und verbreiten zugleich einen angenehmen Duft. Besonders Balkon- und Terrassengärtner, die keinen Garten und somit nur wenig Platz zur Verfügung haben, wissen die Anspruchslosigkeit von Küchenkräutern zu schätzen: Ob auf dem Balkon, der Terrasse oder einem Fensterbrett, ob in der Sonne oder im Halbschatten – ein geeigneter Platz für Topfkräuter findet sich in jeder kleinen Wohnung.

Wählen Sie aus dem großen Angebot an Kräutern diejenigen aus, die Sie am liebsten in der Küche weiterverarbeiten – am idealen Standort lassen sich die Kräuter auch durch Laien ganz einfach anziehen und mehrere Jahre lang kultivieren.

Tipp: Je größer die Balkonblumenkästen gewählt werden, desto üppiger gedeihen die Kräuter und umso schöner entfalten sie sich.

Kräuter ziehen: Jungpflanzen oder Samen?

Küchenkräuter lassen sich als vorgezogene Jungpflanze im Container oder aber als Samenmischung im Gartencenter oder gut sortierten Supermarkt erwerben. Jungpflanzen werden gleich nach dem Kauf umgetopft. Dabei sollte der neue Topf mindestens zwei bis drei Nummern größer sein, denn Kräuter wachsen schnell und füllen den Wurzelraum schon bald aus. Alternativ ist es möglich, die einzelnen Kräuterpflanzen auf zwei kleine Töpfe zu verteilen, die etwa dekorativer wirken oder besser auf die Fensterbank passen.

Tipp: In einem Töpfchen mit vorgezogenen Basilikumpflanzen aus dem Supermarkt sind beispielsweise häufig zu viele Einzelpflanzen gesetzt, die sich gegenseitig im Wachstum hemmen. Diese Pflanzen sind für eine schnelle Verarbeitung bestimmt und gehen in dem kleinen Topf nach wenigen Wochen ein: Vereinzeln Sie die Pflanzen für eine längere Lebenserwartung.

Ein- und zweijährige Kräuter lassen sich gut aus Kräutersamen ziehen. Ab etwa 15 °C können sie schon im Februar in Zimmergewächshäusern auf der sonnigen Fensterbank vorgezogen werden. Mehrjährige Pflanzen finden Sie im Gartenhandel, Raritäten gibt es im Kräuterversandhandel.

Der Koriander zeigt seine ersten grünen Triebspitzen.
Mit einer Plastiktüte erzielen Sie optimale Wachstumsbedingungen.

Kräuter auf Balkon oder Fensterbank – welches Pflanzgefäß ist geeignet?

Im Blumenkasten auf dem sonnigen Balkon gedeihen sogar mediterrane Kräuter.
Frische Kräuter begrünen die Fensterbank.

Es gibt von den gängigen Küchenkräutern, wie Salbei, Fenchel oder Thymian, viele attraktive, bunte Sorten, die eine Zierde für Balkon und Küche sind. Als Pflanzgefäße für den Außenbereich bieten sich große, frostfeste Kübel an, die auch im Winter im Freien verweilen können, ohne zu zerspringen. Achten Sie während der kalten Jahreszeit dennoch auf einen ausreichenden Frostschutz in Form von zugeschnittenen Styroporplatten oder speziellen Schutzvliesstoffen zur Isolation. Zudem ist es bei einer Kübelhaltung wichtig, einen natürlichen Wasserabfluss mit Hilfe eines Abzugslochs und einer zusätzlichen Drainageschicht zu realisieren, um die empfindlichen Wurzeln der Kräuter zu schonen.

Ausgesprochene Kübelpflanzen sind ausdauernde Kräuter, wie etwa Lorbeer, Estragon, Ysop und Salbei. Auch Lavendel und Thymian lassen sich über mehrere Jahre kultivieren, wenn sie durch regelmäßigen Beschnitt klein gehalten werden.

Tipp: In handlichen, kleinen Töpfen kann man die Kräuter in unmittelbarer Küchennähe platzieren und hat seine Würzkräuter beim Kochen immer griffbereit.

Für die Anzucht von Küchenkräutern aus Samen eignen sich Zimmergewächshäuser mit transparenter und belüftbarer Abdeckhaube besonders gut. Diese mobilen Mini-Treibhäuser sind so dimensioniert, dass sie sich ideal auf der sonnigen oder halbschattigen Fensterbank unterbringen lassen. Wenn Sie bereits vorhandene Pflanzgefäße lediglich mit einer Klarsichtfolie abdecken wollen, um die optimale Temperatur und Luftfeuchtigkeit zur Keimung der Samen zu ermöglichen, muss die Abdeckung täglich geöffnet werden – nur so kommt es zum Sauerstoffaustausch und einem Schimmeln der Erde wird effektiv entgegengewirkt.

Je nachdem, ob es sich um Dunkelkeimer oder Lichtkeimer handelt, wird das Saatgut mit einer Schicht steriler Aussaaterde übersiebt oder nur angedrückt. Gießen Sie das Saatgut leicht an und stellen Sie die Saatschale an einen warmen, hellen Platz – nach zwei bis drei Wochen sprießt das erste Grün, ein paar Tage später wird pikiert: Entehmen Sie die Pflänzchen vorsichtig mit Hilfe eines Pikierstabs aus der Aussaatschale und setzen Sie die Kräuter in mit Pflanzerde gefüllte Töpfe oder spezielle Kräuterschalen um.

Tipp: Nahezu alle Kräuterpflanzen sind Dunkelkeimer. Beachten Sie dennoch die Herstellerangaben auf der Verpackung.

Substratmischung und generelle Pflanzenpflege

Junge Kräutersämlinge benötigen ausreichend Licht und Wärme.
Die Oreganopflanze ist stark gewachsen und muss nun umgetopft werden.

Wenn Sie Ihren angewachsenen Jungkräutern ideale Wachstumsbedingungen realisieren möchten, können Sie normale Pflanzerde, feinen Sand und Humus zu gleichen Teilen mischen. Für kalkliebende Arten, wie beispielsweise Lavendel und Salbei, fügen Sie noch etwas Algenkalk hinzu, um die Substratmischung auf ihre Ansprüche hin zu optimieren.

Auch sogenannte Kokos-Quelltabletten sind ein ideales Substrat für die Keimung von Kräutersaatgut. Diese Quelltabletten bestehen aus feinen Kokosfasern, die als Nebenprodukt der Kokosnuss-Ernte gewonnen werden. Die Handhabung ist sauber und unkompliziert: Die Quelltabletten werden in das Pflanzgefäß gelegt und mit etwas lauwarmem Wasser übergossen. Nach einem Quellvorgang von etwa fünf Minuten wird überschüssiges Wasser entfernt. Das Substrat in den Pflanzballen wird durch ein Netz in Form gehalten – öffnen Sie nun dieses Netz an der Oberseite und geben Sie das Saatgut entsprechend auf oder in das Substrat. Sobald sich Wurzeln gebildet haben und diese durch das Netz hindurchwachsen, werden die Kokos-Pflanzenballen in einen größeren Kübel gesetzt – das Netz baut sich vollständig und biologisch unbedenklich im Boden ab.

Kräuter reagieren, wie die meisten Kübelpflanzen, äußerst empfindlich auf anhaltende Staunässe: Ist die Erde dauerhaft nass, erkranken die feinen Wurzeln und sterben schließlich ab. Setzen Sie daher bereits präventiv auf Pflanztöpfe mit Abflussloch und geben Sie eine Drainageschicht aus Tonscherben, kleinen Kieselsteinen oder Blähton als unterste Schicht in den Kübel. Gegossen wird über einen Untersetzer – die Flüssigkeit, die nach 20 Minuten noch nicht aufgenommen wurde, wird schließlich wieder entsorgt. Alternativ können Sie die Kräuter auch mit einem Wasserzerstäuber befeuchten, wodurch sich auch gleichzeitig die meist zu trockene Raumluft verbessert.

Eine zusätzliche Versorgung mit speziell geeignetem Flüssigdünger kann regelmäßig erfolgen, ist aber prinzipiell nicht nötig, da zu rasch treibende Kräuter an Aroma verlieren. Sind die Kräuter bereit zur Ernte, werden nicht einzelne Blätter abgezupft, sondern ganze Triebspitzen mit einer scharfen Schere abgeschnitten, damit die Pflanze einen kompakten Wuchs behält und ihre Energie nicht in den Erhalt kahler Triebe investiert.

Tipp: Kräuter verlieren nach der Blüte ihren Geschmack – achten Sie daher auf eine rechtzeitige Ernte Ihrer Küchenkräuter. Fällt die Ernte zu reich für den sofortigen Verzehr aus, können frische Kräuter auch problemlos eingefroren oder getrocknet werden.

Küchenkräuter überwintern und vermehren

Kälteempfindliche Kräuter werden idealerweise in handlichen Kübeln gepflanzt – so können sie im Winter mühelos in den Innenbereich umziehen.

Bei der Überwinterung ist es wichtig zu beachten, ob es sich bei den angepflanzten Kräutern um frostfeste oder kälteempfindliche Sorten handelt. Wenn Sie die unempfindlichen Kräuter im Außenbereich in frostsicheren Kübeln halten, werden die Pflanzgefäße dicht zusammengerückt an einer geschützten Hauswand auf Styroporplatten aufgestellt. Wickeln Sie zusätzlich einen speziellen Winterschutzvlies um die Pflanzgefäße oder nutzen Sie Tannenreisig und Herbstlaub – die so eingeschlossene Luft wirkt hier als natürliche Isolationsschicht und schützt die zarten Wurzeln.

Frostempfindliche Kräuter müssen über den Winter in den geschützten Innenbereich geholt werden, sollten dabei aber nicht zu warm stehen: Ideal geeignet ist ein heller Platz in der Garage, im Treppenhaus oder Keller.

Auch Kräuter differenziert man in ein- und mehrjährige Exemplare. Während die einjährigen Pflanzen besonders pflegeleicht sind und nur eine Saison gedeihen, können mehrjährige Pflanzen im Sommer über Kopfstecklinge vermehrt werden. Diese vegetative Vermehrungsmethode ermöglicht es, gleiche Tochterpflanzen – ohne Variationen – zu kultivieren und somit über mehrere Jahre ein gleichbleibendes Aroma zu erzielen. Diese Art der Pflanzenvermehrung ist besonders zuverlässig – zwei bis drei abgeschnittene Triebspitzen pro Pflanze genügen und garantieren eine erfolgreiche Anzucht.

Wählen Sie besonders wuchsfreudige Pflanzen und schneiden Sie einige Triebspitzen ohne Knospen mit einer scharfen Gartenschere ab. Dabei sollten pro Steckling mindestens vier Blätter vorhanden sein – je kleiner die Blätter der Pflanze ausfallen, desto mehr Blätter sollten sich am Triebsteckling befinden. Da der Steckling noch keine Wurzeln besitzt, darf die Blattfläche, über die weiterhin Wasser verdunstet wird, nicht zu groß sein: Entfernen Sie daher die untersten Blätter und halbieren Sie besonders große Blätter, etwa beim Salbei. Zur Bildung von Wurzeln genügt es, wenn Sie die Stecklinge in ein kleines Gefäß mit Wasser stellen – bitte täglich das Wasser wechseln.

Alternativ können Sie die geschnittenen Stecklinge auch in nährstoffarmem Substrat bewurzeln lassen. Achten Sie hierbei darauf, dass der Steckling nicht den Pflanzgefäßboden berührt und das Substrat stets gut feucht, aber nicht zu nass bleibt. Stellen Sie die Stecklinge an einen sonnigen, windgeschützten Standort unter einer Plastikhaube, um die Verdunstung zusätzlich zu reduzieren.

Tipp: Bei besonders weichen Trieben kann mit Hilfe eines Pikierstabs ein Pflanzloch vorgebohrt werden. Auf diese Weise verhindern Sie ein Abknicken der Kräuter.

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Kultivierungshinweise für unterschiedliche Küchenkräuter

Schnittlauch

Schnittlauch lässt sich leicht im Kübel kultivieren. Die dekorativen Blüten sind ebenfalls essbar und schmecken leicht scharf.

Schnittlauch lässt sich problemlos aus Kräutersamen auf der Fensterbank heranziehen. Zur Aussaat werden die Samen auf die lockere Erde gestreut und anschließend dünn bedeckt. Wenn das Substrat ausreichend feucht gehalten wird, entwickeln sich nach sieben bis vierzehn Tagen erste Triebspitzen und schließlich ausdauernde Pflanzen. Dabei gilt: Je wärmer der Schnittlauch steht, desto eher erscheinen junge, frische Triebe.

Wenn Sie Schnittlauch ernten möchten, sollten die Halme rund 2 cm über der Erde abgeschnitten werden. Schnittlauch bildet schöne Blüten, die jedoch das Aroma der Blätter negativ beeinflussen. Hier müssen Sie folglich zwischen Optik und Geschmack wählen. Für eine möglichst lange Erntezeit sollten Sie Blütenansätze daher direkt entfernen – auf diese Weise fördern Sie zugleich das Pflanzenwachstum. Gewöhnlich ist ein dreimaliger Schnitt möglich, danach sind die Pflanzen erschöpft und benötigt einige Zeit, um sich zu erholen.

Wird die Pflanze nach etwa zwei Jahren schließlich zu groß für ihr Pflanzgefäß, sollte sie geteilt werden: Entnehmen Sie die Pflanze aus dem Topf und teilen Sie den Wurzelballen mit einem scharfen Messer. Die Teilstücke werden wieder in nährstoffreiche Erde gesetzt und kräftig angegossen.

Salatrauke und Kresse

Besonders leicht gelingt die Kultur von Salatrauke, auch Rucola genannt, und Gartenkresse: Es werden nicht einmal Erde oder ein Pflanztopf benötigt – Wärme, Licht und Feuchtigkeit sind ausreichend. Da es sich bei beiden Kräuterarten um Lichtkeimer handelt, streuen Sie die Samen lediglich auf weiche Watte, die auf eine Schale gesetzt und gut bewässert wird. Alternativ kann auch Zellstoff, etwa Küchenpapier oder ein Taschentuch, als Grundlage genutzt werden.

Stellen Sie die Schale auf die helle Fensterbank in der Küche und schauen Sie den jungen Sämlingen beim Wachsen zu: Schon nach etwa einer Woche kann die Kresse geerntet werden, bei der Salatrauke dauert es ungefähr 15 bis 20 Tage.

Keimsprossen

Keimsprossen wachsen besonders schnell und bilden feine weiße Faserwurzeln.

Auch Keimsprossen lassen sich mühelos auf der Fensterbank kultivieren und bringen eine willkommene Abwechslung in die Küche. Sie haben einen intensiven, aromatischen Geschmack, sind reich an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen sowie krankheitsvorbeugenden, sekundären Pflanzenstoffen. Aus den gesäten Samen entstehen in kürzester Zeit wertvolle Keimsprossen, daher eignen sie sich auch ideal für eine gemeinsame Anzucht mit Kindern. Wasser, Wärme, Luft und ein Keimgerät genügen, um die Samen ohne Erde zum Keimen zu bringen.

Die einzige Pflege ist das regelmäßige und sorgfältige Spülen der heranwachsenden Keimlinge mit kaltem Wasser. Achtung: Die kleinen, feinen Faserwurzeln können für Ungeübte schnell wie Schimmelbelag aussehen – schauen Sie also genau hin und prüfen Sie den Geruch.

Samen wie Linsen und Leinsamen haben einen nussigen Geschmack, das Aroma von Mungobohnen erinnert hingegen an Erbsen und Rettich sowie Kresse schmecken würzig und scharf – mit Keimsprossen finden Sie immer einen außergewöhnlichen Geschmack, der alltägliche Speisen bereichert. So eignen sie sich beispielsweise hervorragend für Salate, Müsli und als Brotbelag.

Tipp: Die Mühe der täglichen Pflege lohnt sich, da die Sprossen frisch zur Verfügung stehen. Bei gekauften Sprossen kann der optische Eindruck zwar Frische vermitteln, doch die verkaufsfertigen Sprossen lagern oft mehrere Tage im Kühlhaus, wodurch der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffe vermindert wird.

Basilikum

Wird der Basilikumbestand zu unübersichtlich, können die Wurzelballen geteilt werden.

Basilikum zählt zu den mediterranen Gewürzen und liebt entsprechend warme Temperaturen. Dieser Aspekt wird Topfpflanzen, die es im Supermarkt zu erwerben gibt, häufig zum Verhängnis, da sie vielen Kälteperioden während des stressigen Transports ausgesetzt sind. Wenn Sie vorgezogene Basilikumpflanzen erwerben, sollten diese daher umgehend in frische Erde und größere Pflanztöpfe umgetopft, bewässert und an einen warmen, sonnigen Standort gestellt werden. Achtung: Trockene Heizungsluft schadet der Pflanzengesundheit. Robuste Sorten sollten daher ab Ende Mai auf den sonnigen Balkon umziehen. Sobald die Temperaturen wieder unter 20 °C fallen, kommt die Pflanze wieder in den geschützten Innenraum.

Tipp: Stellen Sie Basilikum auf dem Balkon in unmittelbare Nähe zu Tomatenpflanzen – sein intensives Aroma soll Schädlinge effektiv fernhalten.

Bei der Basilikumpflege gilt es zu beachten, dass die großen Blätter nicht mit Wasser benetzt werden sollten: Die Wassertropfen wirken wie eine Lupe und führen bei starker Sonneneinstrahlung auch hinter einer Glasscheibe zu Blattverbrennungen. Bewässern Sie daher stets nur das Substrat mit lauwarmem Wasser und lassen Sie die Erde niemals komplett austrocknen.

Besonders gut gedeiht Basilikum, wenn Sie nicht täglich gießen, sondern alle drei Tage ein Tauchbad durchführen. Das bedeutet, dass Sie den Plastiktopf aus dem dekorativen Übertopf entnehmen und für wenige Minuten in einen mit Wasser gefüllten Eimer stellen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Überschüssiges Wasser sollte vor dem Rücktransport gut abtropfen. Während der Winterruhe wird deutlich weniger, aber immer noch regelmäßig gegossen: Jetzt sollte das Substrat immer etwas antrocknen, bevor es erneut mäßig bewässert wird.

Thymian

Thymian kann auch in großen Kübeln auf dem Balkon gehalten werden.

Thymian wächst als Halbstrauch und findet als Zier-, Duft- sowie Gewürzpflanze Verwendung. Kleinwüchsige Sorten gedeihen auch in Kübelhaltung gut und verströmen ein angenehmes Aroma auf dem gesamten Balkon. Da es sich beim Thymian um eine wärmeliebende, mediterrane Pflanze handelt, sollte das Substrat trocken und nährstoffarm ausfallen sowie ein sonniger, warmer Standort gewählt werden. Idealerweise steht der Thymian in einem ausreichend großen Kübel vor einer südlich ausgerichteten Hauswand, die die tagsüber aufgenommene Wärme noch abends an die Pflanze abstrahlt. Zudem sollten vorgezogene Jungpflanzen erst nach den Eisheiligen, also Ende Mai, auf den Balkon umziehen.

Hat der Thymian ausreichend viele Wurzeln gebildet, übersteht er auch längere Trockenperioden problemlos. Staunässe verträgt er hingegen äußerst schlecht: Integrieren Sie daher stets eine Drainageschicht aus Kiesel oder Tonscheiben in dem Pflanzgefäß, um einen optimalen Wasserabfluss zu erzielen.

Thymian ist eine immergrüne Pflanze und kann ganzjährig geerntet werden. Schneiden Sie die benötigten Triebe nie komplett ab, sondern lassen Sie die Triebenden immer rund zwei Finger breit stehen. Auf diese Weise wirken Sie einem vorzeitigen Verholzen entgegen und erhalten einen schönen Wuchs. Zudem zählt Thymian zu den Starkzehrern. Experten empfehlen daher, den Halbstrauch regelmäßig in frisches Substrat umzupflanzen, um den Nährstoffbedarf zu decken.

Sie interessieren sich für weiterführende Informationen rund um die Unterschiede von Dunkel- und Lichtkeimern sowie optimalen Pflanzbedingungen zur Anzucht im Frühbeet oder Freiland? Dann lesen Sie auf unserer Beratungsseite zur Aussaat und Anzucht von Pflanzensamen weiter, auf der Sie auch nützliche Kultivierungstipps für einzelne Gemüsepflanzen finden.

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  1. "Kräuter in Töpfen": Image Catalog (Small Green Herbs in Pots)/ Flickr, Lizenz: CC0 1.0, Public Domain

  2. "Koriander" (Originalbild): Mica Hernandez (micahernandez), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  3. "Koriander mit Plastikhülle" (Cilantro) von Jeremy Noble (uberculture), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  4. "Kräuter auf Balkon" (Herbs) von Jessica Spengler (WordRidden), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  5. "Frische Küchenkräuter" (A perfect morning in our kitchen) von Suzette (suzettesuzette), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  6. "Kräuter wachsen auf Fensterbank" (Growing some herbs) von Nathan Borror (nathanborror), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  7. "Oregano umtopfen" (Herb box) von Christian Guthier (allispossible.org.uk), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  8. "Kräuter in Kübeln auf Balkon" (they remind me of hairstyles) von Maggie Hoffmann (Maggie), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  9. "Tomaten-Ernte auf dem Balkon" (Originalbild): Björn Teichmann (TePunkt), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  10. "Schnittlauch mit Blüte" (Originalbild): capsulabiblica, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  11. "Keimsprossen" (Originalbild): Gaby Stein (steinchen), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  12. "Basilikum teilen" (Basil) von Iburiedpaul, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  13. "Thymian im Kübel" (Originalbild): strecosa, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

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