Kirschbaum im Garten pflanzen und ganzjährig pflegen

Ein großer Garten bildet die ideale Kulisse für einen hohen Kirschbaum. Während seine weißen Blüten im Frühling zahlreiche Nützlinge und Insekten in den Garten locken, belohnen seine saftigen Früchte den Gartenbesitzer im Hochsommer für die gezielten Pflegemaßnahmen.

Wer die Pflanzung eines Kirschbaumes plant, sollte sich vorab über Standortansprüche und die zu erwartende Wuchshöhe informieren. Sie haben die Wahl zwischen Süß- als auch Sauerkirschen, wobei Süßkirschen deutlich größer werden und entsprechend mehr Platz beanspruchen. Für kleinere Gärten empfehlen sich daher spezielle Neuzüchtungen, die selbstbefruchtend und frostresistent sind. Zudem bleiben sie im Allgemeinen deutlich kompakter und lassen sich so auch nach einigen Standjahren noch leicht pflegen.

Die ausladende Krone des Kirschbaumes muss in regelmäßigen Abständen ausgelichtet und alte Äste gekürzt werden, um die Blühfreudigkeit zu erhalten. Zudem sollten Sie frühzeitig Schutzmaßnahmen gegen die Kirschfruchtfliege ergreifen, um junge Früchte vor einem Schädlingsbefall zu bewahren.

Hier finden Sie wissenswerte Informationen zur Erhaltung und Förderung der Pflanzengesundheit sowie praxisorientierte Tipps zur richtigen Kirschbaumpflanzung und -pflege.

Süßkirsche oder Sauerkirsche pflanzen?

Wer sich mit der Idee beschäftigt, einen Kirschbaum in den Garten zu pflanzen, muss sich in einem ersten Schritt über die individuellen Ansprüche einzelner Kirschbaumsorten bewusst werden, um den passenden Baum für den geplanten Standort zu finden. Zur Auswahl stehen unterschiedliche Sorten von Süß- und Sauerkirschen.

Junge Kirschbäume sind kompakt, sie können nach einigen Standjahren aber eine Wuchshöhe von über 10 Metern erreichen.

Süßkirschen erzielen nach einigen Standjahren eine Wuchshöhe von bis zu 30 Metern und bilden schließlich eine ausladende Krone. Für die Pflanzung eines Sauerkirschenbaumes benötigen Sie einen großen Garten und ausreichend Platz zu allen Seiten, um ein gesundes Pflanzenwachstum gewährleisten zu können. Die Blüte erfolgt zwischen Mai und Juni. Bis zur Fruchtreife vergehen je nach Wetterlage bis zu zwei Monate.

Tipp: Unterschiedliche Kirschsorten tragen ihre Früchte auch zu anderen Zeiten im Jahr. Die Kirschsorte „Kassins Frühe Herzkirsche“ lässt sich beispielsweise bereits im Mai ernten, im Juli folgen etwa die Sorten „Kordia“ sowie „Hedelfinger Riesenkirsche“.

Sauerkirschen bleiben kompakter und erreichen höchstens eine Wuchshöhe von etwa 10 Metern. Spezielle Züchtungen sind sogar als Strauch erhältlich. Im Vergleich zur Süßkirsche bildet die Sauerkirsche kleinere Laubblätter und zierlichere Früchte mit saurem Geschmack. Die Fruchtreife ist dabei häufig erst einige Zeit nach der Süßkirsche erreicht.

Bitte informieren Sie sich vorab, ob es sich um eine selbstbefruchtende Kirschsorte handelt. Viele Kirschbäume benötigen einen passenden Befruchter, der in einigem Abstand gepflanzt wird. Ist dies nicht möglich, können Spezialzüchtungen gepflanzt werden, die zur Bestäubung der Blüten keine zweite Pflanze in unmittelbarer Nähe benötigen.

Standortansprüche von Kirschbäumen

Obstbäume gedeihen in vollsonnigen Lagen besonders gut: Hier bilden sie zahlreiche Blüten und süße Früchte. Der Boden sollte dabei locker, nährstoffreich und tiefgründig sein, um ein gesundes Pflanzenwachstum zu fördern.

An vollsonnigen Standorten entwickeln Kirschbäume zahlreiche weiße Blüten. Reine Zierkirschen bilden hingegen rosafarbene Blüten.

Kirschbäume habe nach einigen Standjahren eine stattliche Größe erreicht und eine ausladende Krone gebildet. Je nach Sorte variieren die zu erwartende Wuchshöhe und -breite, sodass bereits bei der Standortwahl bis zu fünf Meter Platz im Umkreis eingeplant werden sollten. In diesem Zusammenhang ist ebenfalls zu beachten, dass breite Kronen kleine Zier- und Nutzpflanzen beschatten und somit in ihrem Wachstum hemmen. Greifen Sie zur Begrünung der Baumscheibe daher vorwiegend zu schattenverträglichen Pflanzen mit einem geringen Nährstoffbedarf, wie Farne oder Stauden.

Weiterhin ist der Großteil aller Süß- und Sauerkirschen auf einen passenden Befruchter angewiesen. Dieser zweite Kirschbaum wird in einem Abstand von mindestens sieben Metern gepflanzt und bestäubt die zahlreichen Blüten des ersten Baumes. Herrscht Platzmangel, können Sie alternativ zu selbstbefruchtenden Neuzüchtungen greifen, die auch ohne einen zweiten Baum saftige Früchte entwickeln.

Für kleinere Gärten hat sich die Pflanzung kleinwüchsiger, selbstbefruchtender Züchtungen bewährt. Sie bleiben im Vergleich zu traditionellen Süß- oder Sauerkirschen deutlich kleiner und beschatten umliegende Beete weniger stark. Informieren Sie sich bereits vorab, welche Kirschsorte in Ihrem Garten passende Voraussetzungen vorfindet.

Tipp: Eine Bodenanalyse kann wichtige Informationen zum Nährstoffgehalt der Gartenerde geben. Im Anschluss lässt sich der Boden am geplanten Standort optimal auf die Pflanzung eines Obstbaumes anpassen und mit wichtigen Spurenelementen, Nährstoffen oder strukturverbessernden Materialien aufbereiten. Wissenswertes zu einem schnellen oder professionellen Bodentest sowie allgemeinen Bodenstrukturen haben wir in unserem Ratgeberbeitrag zur Bodenaufbereitung im Garten zusammengestellt.

Kirschbaum pflanzen

Heben Sie ein ausreichend großes Pflanzloch aus.
Ein Rindenschutz bewahrt den jungen Baum vor Fraßschäden.

Die ideale Pflanzzeit von Bäumen ist im frühen Herbst, da jetzt die Erde noch nicht zu kalt ist und die Pflanze ausreichend Zeit zum Anwachsen vor der Winterruhe hat. Vorgezogene Bäumchen mit einem ausgeprägten Wurzelsystem können aber auch im zeitigen Frühjahr gepflanzt werden. Generell ist jedoch erst im zweiten Standjahr mit einer reichen Ernte zu rechnen.

Ist der ideale Standort gefunden, wird ein Pflanzloch ausgehoben, das der Größe des Wurzelballens entspricht. Lockern Sie die obere Erdschicht am Boden mithilfe einer Grabegabel auf und befestigen Sie einen robusten Holzstab am Rand – dieser dient dem jungen Kirschbaum in den ersten Monaten oder auch Jahren als Stütze gegen Windwurf und sollte immer vor der Pflanze eingesetzt werden, um zarte Wurzeln nicht unnötig zu verletzen.

Geben Sie auf den gelockerten Boden als unterste Schicht etwa eine Hand breit Kiesel oder speziellen Blähton in das Loch. Auf diese Weise fördern Sie die Wasserdurchlässigkeit und beugen wurzelschädigender Staunässe vor. Auf diese Drainageschicht folgt eine nährstoffreiche Schicht bestehend aus Humus, reifem Kompost oder Torf, mit dem auch der restliche Aushub aufbereitet wird.

Setzen Sie nun den jungen Kirschbaum senkrecht in das Pflanzloch und befestigen Sie den Stamm mit weichen, breiten Bändern am Stützpfahl. Dabei darf der Stamm den Holzpfahl nicht berühren – dies kann schnell zu Rindenschäden führen, die den Baum anfälliger für Krankheitskeime und Schädlinge machen.

Wichtig ist zudem, dass die Veredelungsstelle etwa zehn Zentimeter über der Erdoberfläche liegt, um einer ungewollten Wurzelbildung vorzubeugen. Die Veredelungsstelle erkennen Sie an einer wulstigen Verdickung am unteren Stamm.

Tipp: Bevor Sie den Jungbaum einpflanzen, sollten kranke, beschädigte oder trockene Wurzelteile mit einer scharfen Gartenschere abgeschnitten werden.

Füllen Sie im Anschluss den aufbereiteten Aushub ein und bewegen Sie dabei den Baum leicht in unterschiedliche Richtungen, sodass letzte Hohlräume geschlossen werden. Zum Schluss wird die Erde verdichtet und ausgiebig bewässert. Falls gewünscht, kann die Baumscheibe gemulcht und abschließend mit Rindenmulch bedeckt und ein zusätzlicher Rindenschutz am Stamm angebracht werden.

Pflege: Bewässerung und Düngung

Kirschbäume bevorzugen trockene, mäßig feuchte Böden und entwickeln bei anhaltender Staunässe schnell Wurzelkrankheiten, die den gesamten Baum schwächen. Daher sollte der Boden durchlässig und warm sein und über einen ausreichenden Feuchtigkeitsgehalt verfügen. Bei längeren Trockenperioden wird täglich Wasser gereicht.

Im Nutzgarten sollte generell auf spezielle Obstdünger oder natürliche Düngemittel, wie Kompost oder Rindenmulch, zurückgegriffen werden. Es empfiehlt sich die Baumscheibe im zeitigen Frühjahr mit reifem Kompost zu düngen und im Sommer eine Gründüngen auszubringen, um eine Bodenoptimierung anzuregen.

Tipp: Die hellen Kirschblüten zeigen sich zwischen Mai und Juli. Bereits zum Ende der Blüte empfiehlt es sich, ein engmaschiges Netz über den Kirschbaum zu spannen, um hungrige Vögel davon abzuhalten, halbreife Früchte zu fressen. Besonders Süßkirschen werden von Vögeln gerne als Nahrungsquelle genutzt und sollten daher rechtzeitig geschützt werden.

Schnittmaßnahmen bei Süß- und Sauerkirschen

Regelmäßige Schnittmaßnahmen erhalten die Blühfreudigkeit der Obstbäume.

Süßkirschen neigen zu einem aufrechten Wuchs. Ein anfänglicher Erziehungsschnitt zur Ausbildung einer formschönen Krone ist hier ausreichend. Sauerkirschen wachsen hingegen verstärkt verzweigt und sollten regelmäßiger ausgelichtet werden. Dies fördert die Ausbildung von Fruchtholz und lässt Blätter schneller trocknen, wodurch einer Infektion mit Schadpilzen vorgebeugt wird.

Nach der Ernte erfolgt im August oder September ein gezielter Pflanzenschnitt, bei dem die Krone ausgelichtet, nicht jedoch radikal eingekürzt wird. Wasserschosse und altes sowie abgestorbenes Holz werden entfernt, sodass der Baum seine ansprechende Form beibehält und die Fruchtbarkeit gefördert wird. Ebenfalls sollten Sie sich überkreuzende oder sich berührende Zweige entfernen.

Übrigens: Sauerkirschen tragen ihre Früchte vorwiegend an einjährigen Trieben. Abgetragene Fruchtholztriebe müssen bei dieser Kirschsorte folglich nach der Ernte eingekürzt werden.

Achten Sie bei Schnittmaßnahmen auf saubere und scharfe Schneidwerkzeuge, die glatte Schnittkanten erzielen und das Gewebe nicht unnötig quetschen. Die entstandenen Schnittwunden können mit Baumwachs oder speziellen Pflanzensprühverbänden versiegelt werden, um eine Infektion mit Krankheitskeimen zu vermeiden.

Krankheiten und Schädlinge

Kirschbäume gelten allgemein als pflegeleicht, solange regelmäßige Schnittmaßnahmen die Vitalität des Baumes unterstützen. Dichte Baumkronen verzögern das Abtrocknen feuchter Blätter, an denen Pilzsporen besser haften bleiben und schnell den gesamten Baum infizieren. Von einer Pilzinfektion sind häufig Blätter, Rinde, Holz und Früchte betroffen.

Die Made der Kirschfruchtfliege entwickelt sich in der Frucht und wird daher oft erst zu spät entdeckt.

Besonders häufig kommt es bei Kirschen zur Schrotschusskrankheit, Monilia-Spitzendürre oder Gnomonia-Blattbräune. Eine Behandlung erfolgt bedarfsorientiert durch einen radikalen Schnitt oder Spritzungen mit Fungiziden. Befallene Triebe werden nicht auf dem Kompost entsorgt, da Schadsporen im Boden überdauern und weitere Pflanzen befallen können.

Kirschbäume sind, wie alle Obstbäume, auch bei zahlreichen Schädlingen sehr beliebt. Diese ernähren sich von Pflanzenteilen oder saftigen Früchten. Besonders problematisch ist ein Befall der schwarzen Kirschblattlaus, die häufig junge, neu ausgetriebene Triebe befällt und deren Wachstum hemmt. Ebenso können die Maden der Kirschfruchtfliege die Ernte gefährden, da sich die Maden in den Früchten entwickeln und ein Befall erst sehr spät erkannt wird. Experten sprechen bei der Kirschfruchtfliege vom bedeutsamsten Schädling im Süßkirschenanbau.

Zur chemiefreien Bekämpfung von krabbelnden und fliegenden Schädlingen hat sich das Anbringen von klebenden Gelbtafeln bewährt. Diese werden zur Phase der Gelbfärbung der Kirschen am Baum befestigt und locken die Insekten an, die sie aufgrund ihrer charakteristischen Farbe für Früchte halten. Zusätzlich können die Klebefallen mit einem Lockstoff ausgestattet sein. Pro Meter Baumhöhe werden zwei Gelbtafeln an der Süd- und Westseite des Baumes empfohlen.

Tipp: Wählen Sie möglichst bereits zur Pflanzung krankheitsresistente sowie frostunempfindliche Kirschsorten.

Kirschernte

Süß- und Sauerkirschen haben unterschiedliche Reifezeiten: Während Sauerkirschen ihre Fruchtreife erst zwischen Juni und Juli erreichen, können einige Süßkirschensorten bereits im Mai geerntet werden. Generell sollten die Früchte durchgängig rot gefärbt sein und vom Baum gepflückt, nicht vom Boden aufgesammelt werden. Liegen die Früchte auf dem Boden, beginnen sie schnell zu faulen und werden von Tieren und Schädlingen angefressen. Zudem lockt matschiges Fallobst zahlreiche Wespen an, die im Schatten des Kirschbaumes schnell übersehen werden, sich bedroht fühlen und zustechen.

Als pflegeleichte Alternative zum Kirschbaum bietet sich Gartenbesitzern die Pflanzung eines stattlichen Apfelbaumes an. Sogar kleine Gärten lassen sich mit einem Apfelbaum am Spalier begrünen. Auch hier spielt die Wahl der passenden Sorte eine entscheidende Rolle beim Erhalt der Pflanzengesundheit. Apfelbaum im Garten pflanzen

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Bildnachweis
  1. "Reife Kirsche am Ast" (Originalbild): Jiří Rotrekl (jingoba), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  2. "Junger Kirschbaum" (Originalbild): Peter H. (Tama 66), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  3. "Weiße Kirschblüte" (Originalbild): eloneo, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  4. "Baumpflanzen Schritt 1" (Plantation arbres fruitiers) von wisemandarine, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  5. "Baumpflanzen Schritt 4" (Plantation arbres fruitiers - paillage et protection) von wisemandarine, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  6. "Kirschknospen" (Originalbild): Jan Haerer (leoleobobeo), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  7. "Made der Kirschfruchtfliege" (Kirschmade) von Bauer Karl, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  8. "Apfelbaum" (Originalbild): Klaus (keywest3), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

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