Urban Gardening: Obst und Gemüse auf dem Balkon anbauen

Städtisches Gärtnern liegt im Trend und immer mehr Menschen wünschen sich, Gemüse und Obst aus dem Eigenanbau zu genießen, haben jedoch keinen eigenen Garten. Beim sog. Urban Gardening werden verschiedene Obst- und Gemüsesorten in Kübeln, Balkonkästen und Töpfen auf dem Balkon oder der Terrasse angepflanzt. So entstehen liebevoll gepflegte Klein-Gärten, die einerseits weniger Pflege-Aufwand als ein richtiger Garten bedeuten, andererseits eine platzsparende Alternative zum gemieteten Schrebergarten darstellen.

Neben klassischen Gemüsesorten, wie Tomaten und Paprika, gedeihen auch verschiedene Pflücksalate hervorragend in der Topfkultur und selbst exotische Chili-Pflanzen entwickeln mit der richtigen Pflege feurig-scharfe Chili-Schoten.

Selbst auf Obst und Beeren müssen Sie nicht verzichten, denn Erdbeeren entwickeln im Topf ein süßes und reifes Aroma, während platzsparendes Säulenobst Sie mit Äpfeln, Birnen, Pflaumen, Kirschen und weiteren Früchten versorgt.

Im Folgenden erfahren Sie, wie sich verschiedene Gemüsesorten, Beeren und Säulenobst im Kübel anbauen lassen und welche Pflegemaßnahmen erforderlich sind.

Pflücksalat im Balkonkasten säen und ernten

Die rötliche Färbung gibt dem Lollo Rosso seinen Namen.
Eichblattsalat besitzt ein nussiges Aroma und schmeckt hervorragend in einem gemischten Salat.

Pflücksalate, wie Eichblattsalat, Lollo Rosso, Lollo Bionda oder Baby-Leaf, eignen sich ebenfalls für die Aussaat in Kübeln und versorgen Sie in den Sommermonaten mit frischem Salat direkt vom eigenen Balkon. Abhängig von der Sorte erfolgt die Aussaat zwischen März und August an einem sonnigen bis halbschattigen Standort des Balkons. Beachten Sie dabei, dass Pflücksalate keinen Frost vertragen. Je nach Witterung ist es sinnvoll, das Pflanzgefäß erst im Mai nach draußen zu stellen. Bei der Aussaat werden ca. 1 cm tiefe Löcher im Abstand von 2-3 cm in die Gemüseerde gebohrt.

Tipp: Viele Salatsorten sind Lichtkeimer. Deshalb dürfen sie nur mit sehr wenig Erde bestreut werden, damit ausreichend Licht zum Saatgut vordringt und sie trotzdem nicht austrocknen. Gießen Sie das Saatgut vorsichtig mit einem Brause-Aufsatz an, ohne dass es fortgeschwemmt wird.

Die optimale Temperatur liegt für die Keimung bei ca. 15 °C. Wird sie eingehalten, zeigen sich nach zehn Tagen die ersten Keimlinge, andernfalls kann es bis zu 14 Tage dauern. Sobald sie mehrere kleine Blätter gebildet haben, werden die Jungpflanzen vorsichtig vereinzelt und im Abstand von 15-20 cm wieder in Pflanzgefäße oder Kübel gepflanzt.

Vier bis sechs Wochen nach der Aussaat lässt sich bereits der erste Pflücksalat ernten. Hierzu schneiden Sie die äußeren Blätter ab und lassen die inneren stehen. Auf diese Weise existieren die sog. Herz-Blätter weiter, sodass sich neue Salatblätter entwickeln und Sie weiterhin ernten können. Sobald sie jedoch in die Höhe schießen, sollte der ganze Pflücksalat abgeernet werden, da er sonst vergeilt. Anschließend können Sie die Reste in der Erde entfernen und einen neuen Kopf nachsäen.

Wussten Sie schon?

Pflücksalate werden – je nach Region – auch Schnitt- oder Blattsalate genannt und gehören zu den Lieblingsspeisen von Schnecken, weshalb Sie beim Anbau auf der Terrasse die Kübel regelmäßig auf Schnecken kontrollieren sollten.

Übrigens, der Unterschied zum Kopfsalat besteht in der Anordnung der Blätter. Denn bei Pflücksalaten wachsen sie nicht zu einem Kopf, sondern werden von außen nach innen geerntet.

Tomaten auf dem Balkon pflanzen

Zuerst die Tomaten auf der Fensterbank vorziehen und die Jungpflanzen anschließend auf dem Balkon in Kübel pflanzen.
Gestützt durch Stäbe gedeihen Rispentomaten in großen Kübeln auf Balkon und Terrasse.

Tomatenpflanzen gedeihen sowohl in großen Kübeln als auch in Eimern. Dafür benötigen sie einen sonnigen Platz, der idealerweise vor Regen und Wind geschützt ist. Zudem sorgen eine gute Luftzirkulation und ein ausreichender Abstand zu anderen Pflanzen für das Abtrocknen der Blätter und Früchte. Andernfalls kann schnell Fäule die Tomaten befallen und die Ernte mindern. Wählen Sie aus diesem Grund einen Kübel mit einem Ablauf oder befüllen Sie einen großen Blumentopf bzw. Eimer mit einer Drainageschicht aus Kies und decken die Öffnung am Gefäßboden mit einer Tonscherbe oder Blähton ab. So wird verhindert, dass feuchte Erde den Abfluss verstopft und sich wurzelschädigende Staunässe bildet.

Anbau auf dem Balkon

Für den Anbau von Tomaten säen Sie das Saatgut im April mit Anzuchterde in kleinen Töpfen auf der Fensterbank aus, damit die Jungpflanzen keinen Frostschaden erleiden. Sprießen zu viele Pflanzen aus dem Saatgut, pikieren Sie die einzelnen Pflanzen und ziehen sie vor. Im Mai, wenn kein Nachtfrost mehr zu erwarten ist, setzen Sie die Tomatenpflanzen mit Gemüseerde in den großen Kübel auf den Balkon oder die Terrasse. Denken Sie daran, sie regelmäßig zu wässern – dies kann im Sommer bis zu zweimal täglich notwendig sein.

Tomaten düngen und ernten

Nach ca. vier bis sechs Wochen ist es ratsam, das Gemüse zu düngen, da die Nährstoffe in den beengten Blumentöpfen schnell aufgebraucht sind. Hierzu eignen sich spezielle Düngestäbchen für Tomaten oder Tomatendünger. Wird die Pflanze zu hoch, stützen Sie sie mit einem Stab, z. B. aus Bambus, ab und binden sie locker mit Bast oder Blumendraht an, ohne dass sie gedrückt wird.

Tipp: Dünnen Sie die Tomatenpflanzen vorsichtig in der Wachstumsphase aus, indem einzelne Seitentriebe abgeschnitten werden. So bleiben ihnen mehr Nährstoffe und Wasser für das Wachstum und die Blüten- und sowie Tomatenbildung. – Bei Strauchtomaten entfällt das Ausdünnen aufgrund der Buschform.

Abhängig von der Sorte lassen sich ab Juni und Juli die ersten Tomaten auf dem Balkon ernten.

Paprika-Anbau im Kübel

Wenn sich die Paprika vollständig rot, gelb oder orange gefärbt haben, sind sie erntereif.
Kleine Spitzpaprika eignen sich besonders gut für den Anbau auf dem Balkon.

Paprika enthalten viel Vitamin C und lassen sich sowohl im Gemüsegarten als auch auf Balkon und Terrasse pflanzen. Voraussetzung dafür ist ein windgeschützter, sonniger Platz und ein großer Kübel.

Paprika-Pflanzen säen und vorziehen

Im März ist der richtige Zeitpunkt zum Anpflanzen: Bohren Sie zwei bis drei kleine Löcher in die Anzuchterde und geben pro Vertiefung einen Samen hinein. Jedoch sind Paprika sehr frostempfindlich, sodass der Topf beispielsweise auf einem Rollbrett an einem sonnigen, frostfreien Ort die ersten vier Wochen untergebracht werden sollte.

Tipp: Bei kleinen Pflanzgefäßen reicht eine einzige Vertiefung pro Topf, damit den Pflanzen ausreichend Platz bleibt.

Danach geben Sie ein wenig Erde über das Saatgut und gießen es an. Kleinere Kübel wandern nun auf die Fensterbank, bis sich die ersten Jungpflanzen gebildet haben und die Gefäße zurück auf den Balkon gestellt werden. Bei großen Kübeln unterstützen Sie die Keimung mit einem Treibhaus-Effekt. Hierzu stülpen Sie eine Plastikhaube über den Kübel. Denken Sie daran, die Haube ein- bis zweimal täglich zu lüften, um den Paprika-Pflanzen frischen Sauerstoff zu geben und einer Schimmelbildung aufgrund gestauter Feuchtigkeit vorzubeugen. Außerdem braucht die Saat regelmäßige Wassergaben, damit die Erde nicht austrocknet.

Circa zwei Wochen nach der Aussaat bilden sich die ersten Pflanzen, bevor sie nach weiteren zwei Wochen – im Mai – auf den Balkon umziehen können.

Tipp: Ist das Pflanzgefäß zu klein geworden, können Sie die Jungpflanzen pikieren und in größere Kübel setzen.

Paprika pflegen und ernten

Schließlich bilden Paprika-Pflanzen ihre erste Blüte, die Sie vorsichtig abschneiden, um die Blüten- und somit die Fruchtbildung anzuregen. Während der Wachstum- und Blütezeit haben die Pflanzen einen erhöhten Nährstoffbedarf. Geben Sie ihnen zum Ausgleich einen pflanzenverträglichen Dünger mit Mineralien und Spurenelementen. Etwa ab August, sobald das Gemüse einen kräftigen Gelb-, Orange- oder Rotton entwickelt hat, ist es erntereif und wird mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere abgeknipst.

Tipp: Morgens haben die Paprika einen höhere Vitamin- und Nährstoffgehalt. Ernten Sie das Gemüse daher am besten in den Morgenstunden.

Chili anbauen

Warten Sie mit der Ernte, bis sich die Chilis rot verfärbt haben, damit sich volles Aroma entfaltet.
Etwa drei Tage nach der Verfärbung haben die Chilis ihren optimalen Schärfegrad erreicht und sind erntereif.

Feurig scharfe Chilis eignen sich ebenfalls für den eigenen "Urban Garden" und tragen im Kübel an der frischen Luft oftmals mehr Schoten als beim Anbau auf der Fensterbank im Zimmer. Bereits im Januar oder Februar können Sie die Pflanzen auf der Fensterbank vorziehen. Die direkte Aussaat auf dem Balkon sollte erst im Mai nach dem letzten Frost erfolgen.

Damit die Saat keimt, sind jedoch Vorbereitungen nötig: Zuerst bereitet man Salzwasser aus warmem Wasser und einem 1/2 Teelöffel Salz vor. In das Salzwasser wird das Saatgut für 12 bis 24 Stunden zum Vorkeimen gelegt. Danach werden sie mit warmem Wasser abgespült.

Im nächsten Schritt füllen Sie kleine Anzuchtgefäße mit nährstoffreicher Anzuchterde und bohren für jede Saat ein ca. 1 cm tiefes Loch in die Erde, in das das Samenkorn gelegt wird. Bei einem größeren Gefäß liegt der Pflanzabstand bei ca. 1,5 cm. Bedecken Sie das Chili-Saatgut mit Erde, drücken Sie es leicht an und gießen Sie die Saat mit warmem Wasser an.

Tipp: Für die Keimung sind Temperaturen zwischen 20-28 °C ideal. Bis sich die ersten Sämlinge zeigen, dauert es ca. ein bis zwei Wochen.

Chili-Pflanzen pikieren und umpflanzen

Hat eine Chili-Pflanze zwei Blätter an einem Stängel gebildet, kann sie pikiert und in einen großen Kübel gepflanzt werden. Die Bildung der Schoten hängt von dem Platzangebot der Wurzeln ab. Aus diesem Grund entwickeln Pflanzen in einem großen Kübel mehr Chilis als in kleinen, schmalen Balkonkästen. Achten Sie jedoch darauf, dass kein Frost mehr zu erwarten ist, andernfalls wird das fein verzweigte Wurzelwerk geschädigt. Warten Sie mit dem Umzug auf den Balkon oder auf die Terrasse besser bis Mitte Mai und lassen Sie die Töpfe an einem sonnigen Fenster mit regelmäßigen Wassergaben ruhen.

Tipp: Stützen Sie die Chili-Pflanzen mit einem Stab und Pflanzdraht oder Bast, der locker um die Stängel gebunden wird, ohne Druckstellen zu verursachen. Schneiden Sie außerdem die erste Blüte ab, die sog. Königsblüte, werden die Pflanzen zu einer stärkeren Blüten- und Schoten-Bildung angeregt.

Sobald draußen kein Frost mehr zu erwarten ist, werden die Töpfe nach draußen an einen sonnigen, wind- und regengeschützten Standort gestellt. Sie benötigen tägliche Wassergaben, sobald die Erde oberflächlich abgetrocknet ist, vertragen jedoch keine Staunässe. Während der ersten Blüte sollten Sie den Nährstoffhaushalt der Erde mit einer kleinen Düngergabe auffrischen. – Achtung, zu viel Dünger verlangsamt das Wachstum!

Wann sind Chilis erntereif?

Chili-Schoten entfalten ihr volles Aroma erst, wenn sie vollständig reif sind. Sobald sie sich vollständig verfärbt haben, also nicht mehr grün sind, können Sie nach Bedarf etwa ab August geerntet werden. Ausgereifte Chilis halten sich ein paar Wochen und entwickeln ihren optimalen Schärfegrad ca. drei Tage nach der vollständigen Verfärbung. Bleiben sie zu lange hängen, werden sie weich und schrumpelig. Für die Ernte durchtrennen Sie den Stiel der Chilis mit einem scharfen Messer.

Tipp: Eine regelmäßige Ernte kann eine weitere Blüten- und Fruchtbildung anregen.

Erntefrische Küchenkräuter bereichern mit ihrem vollmundigen Aroma zahlreiche Gerichte und Salate. Dabei lassen sie sich besonders einfach im Blumenkasten, Topf oder Kübel kultivieren. Idealerweise stehen sie auf einer hellen Fensterbank oder ab Ende Mai auf dem windgeschützten Balkon. Wir geben Ihnen wissenswerte Pflanz- und Pflegetipps für einen gedeihenden Kräutergarten. Küchenkräuter ziehen

Obst auf dem Balkon anbauen

Nicht nur knackiges Gemüse, sondern auch auch verschiedene Obstsorten lassen sich auf dem Balkon in Kübeln anbauen, dazu gehören beispielsweise Erdbeeren und Säulenobst, wie Äpfel, Birnen und Pflaumen und Johannisbeeren.

Erdbeeren pflegen und ernten

Selbst angebaute Erdbeeren werden erst bei vollständiger Reife geernet und entfalten ihr volles Aroma.

Wer süße, saftige Erdbeeren im Sommer auf dem Balkon ernten möchte, kann sie in Blakonkästen oder rechteckigen Pflanzgefäßen anbauen. Hierzu eignet sich ein sonniger Standort, zudem sind Erdbeerpflanzen mehrjährig, sodass sie nach der Überwinterung im nächsten Sommer erneut Früchte tragen. Im Handel erhalten Sie Jungpflanzen, die zwischen März und Ende Mai sowie zwischen Juli und September mit einem Abstand von ca. 20-25 cm in Obst- oder Gemüseerde gesetzt werden.

Tipp: Tauchen Sie den Wurzelballen vorher in Wasser, damit er sich vollsaugen kann.

Anschließend wird er in die Erde gesetzt, angegossen und gut angedrückt. Dabei sollte der Balkonkasten über Drainagelöcher verfügen, um Staunässe zu vermeiden. Erdbeeren brauchen täglich Wasser – achten Sie jedoch darauf, die Pflanzen unter den Blättern zu wässern, damit sich keine Feuchtigkeit auf ihnen sammelt. Etwa drei Wochen nach der Pflanzung sind sie angewachsen und entwickeln neue Blätter.

Grundsätzlich sollten Sie gelbe Pflanzenteile zügig entfernen und den Pflanzen nach der Beeren-Ernte mit einem organischen Dünger neue Nährstoffe zuführen. Ca. vier Wochen nach der Blüte können Sie die ersten Erdbeeren pflücken.

Tipp: Wenn Sie Saatgut für Beeren verwenden möchten, sollten Sie die Aussaat in kleine Töpfe auf der Fensterbank säen und Jungpflanzen vorziehen, bevor diese auf dem Balkon in die Kästen gesetzt werden.

Säulenobst für Balkon und Terrasse

Säulenobst eignet sich für den platzsparenden Anbau auf einem großen Balkon oder der Terrasse. Der Vorteil: Neben einzelnen Obstsorten wurden in den Säulen-Bäumchen verschiedene Obstsorten miteinander kombiniert, sodass Sie an einer Säule zwei Obstsorten ernten können. Unsere Übersicht gibt einen kleinen Einblick in verschiedene Obstsorten im Säulenwuchs.

Tipp: Achten Sie beim Kauf auf die Gesamthöhe des Bäumchens, denn je nach Sorte wird Säulenobst bis zu 3,50 m und 4 m hoch.

Übersicht der Säulenobst-Sorten

Obstsorte Zu erwartende Wuchshöhe Ernte
Säulen-Apfel 2-4 m Mitte September bis Anfang Oktober
Säulen-Birne sortenabhängig (2-3 m und 3-4 m) August bis Oktober
Säulen-Nashi-Birne 3-4 m August bis September
Säulen-Aprikose 2-3,50 m Juli bis August
Säulen-Süß- und Sauerkirsche 3-4 m Juli
Säulen-Nektarine 3-4 m August bis September
Säulen-Zwetschke 3-4 m September
Säulen-Pflaume 3-4 m September
Weiße Säulen-Johannisbeere 1,50-2 m Juli bis August
Schwarze Säulen-Johannisbeere 1-1,50 m Juli

Säulenobst pflanzen und pflegen

Mit der richtigen Pflege ernten Sie bald süße köstliche Säulenäpfel.

Damit die kleinen Obstbäumchen Früchte tragen, ist regelmäßiges Wässern und ein Pflegeschnitt erforderlich. Grundsätzlich vertragen sie keine Staunässe und benötigen reichlich Nährstoffe. Deshalb sollten Sie die Containerware in einen ca. 40 l Kübel mit Drainageöffnungen pflanzen und eine hochwertige Erde für Obstbäume verwenden.

Tipp: Legen Sie alte Tonscherben von zerbrochenen Blumentöpfen über die Drainageöffnungen, damit keine Erde hinausgespült wird und die Öffnungen verstopft. Um sicherzugehen, empfiehlt sich über der Tonscherbe eine Drainageschicht aus Kies.

Vor dem Einpflanzen tauchen Sie den Wurzelballen in einen Eimer Wasser, damit er sich vollsaugt und das Anwachsen erleichtert wird. Das Säulenobst weist unten am Stamm eine schräge, verdickte Stelle auf, die sog. Veredelungsstelle. Setzen Sie das Säulenobst so in die Erde, dass sich die Veredelungsstelle über der Erde befindet.

Tipp: Säulenobst können Sie außerhalb der Frostperiode pflanzen. Beachten Sie jedoch, dass mehrere Wochen vergehen, bis das Bäumchen angewachsen ist, sodass das Obststämmchen spätestens im September gepflanzt werden sollte.

Unmittelbar nach der Pflanzung brauchen die meisten Säulenbäumchen noch keinen Dünger, erst im nächsten Frühjahr, wenn sich neue Triebe und Blätter gebildet haben, sollten Sie einen stickstoffhaltigen Langzeitdünger verwenden.

Wie und wann Säulenobst schneiden?

Kleine Obstbäume in Säulenform erfordern mehrere kleine Pflegeschnitte, um einem Verkahlen der unteren Äste vorzubeugen. Ideal ist eine Pyramidenform, die erreicht wird, indem das Säulenobst zwischen Juni und Juli auf eine Höhe von ca. 80 cm gekürzt wird. Dies regt das Wachstum und die Bildung der Seitentriebe an. Ausladende Seitentriebe werden auf zwei bis drei Augen gekürzt, damit die starken Triebe feinere Verästelungen entwickeln, an denen sich Knospen und später Früchte bilden. Alte, verholzte Triebe sind direkt am Stamm zu entfernen.

Pflanzenschädlinge und Krankheiten bekämpfen

Vergleichbar mit den großen Obstbäumen wird auch Säulenobst von Pflanzenschädlingen, wie Blattläusen und Krankheiten, beispielsweise Mehltau, befallen. Hier helfen die gleichen Bekämpfungsmaßnahmen. So helfen gegen Blattläuse ein Brennnesselsud oder Koffein, während bei Mehltau befallene Pflanzenzeile vollständig entfernt und in der Mülltonne – nicht auf dem Kompost – entsorgt werden.

Tipp: Kaufen Sie bevorzugt gegen Pilzkrankheiten resistente Sorten, kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Pflanzen und gießen Sie das Säulenobst nur von unten. Auf diese Weise sammelt sich keine Feuchtigkeit auf den Blättern und Stielen und das Infektionsrisiko sinkt.

Detaillierte Informationen zur Schädlingsbekämpfung erhalten Sie in unserem Ratgeber Pflanzenschädlinge bekämpfen.

Lesetipp: Obst und Gemüse anbauen und ernten

Die meisten Gemüse-Sorten eignen sich für den Anbau im Garten.

Ob Zucchinis, Möhren, Paprika, Tomaten, Salate oder Äpfel, Birnen, Johannisbeeren, Brombeeren und Erdbeeren: Selbst angebautes Gemüse und Obst schmeckt aromatischer, enthält wichtige Vitamine und ist mit weniger Schadstoffen belastet als gekaufte Beeren und Rohkost. Zudem können die Früchte beim Anbau im eigenen Nutzgarten bis zu ihrer vollständigen Reife an der Pflanze verbleiben, anstatt im Supermarkt oder auf langen Transportwegen nachzureifen. In unseren Ratgeber-Beiträgen erfahren Sie alles von der Aussaat über die Pflege bis zur Ernte im Selbstversorgergarten:

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Bildnachweis
  1. "Gemüse auf Balkon anbauen" (Originalbild): Björn Teichmann (TePunkt), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  2. "Lollo Rosso" (Originalbild): Hans Benn (hansbenn), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  3. "Junger grüner Eichbblattsalat" (Green Oak Leaf lettuce J1) von Jamain, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten

  4. "Tomaten-Sämlinge" (Originalbild): AlchemillaMollis, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  5. "Rispentomaten" (Originalbild): Русский (marinamarusya13), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  6. "Reifende Paprika am Strauch" (Originalbild): Silvia & Frank (pixel2013), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  7. "Spitzpaprika nach der Ernte" (Originalbild): Stefan Schweihofer (stux), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  8. "Grüne und rote Chili-Schoten" (Originalbild): Maria Larsen (makola), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  9. "Reife Chili ernten" (Originalbild): Gerhard Bögner (bogitw), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  10. "Kräuter in Töpfen": Image Catalog (Small Green Herbs in Pots)/ Flickr, Lizenz: CC0 1.0, Public Domain

  11. "Erdbeeren-Ernte" (Originalbild): skeeze, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  12. "GartenMeister Säulenäpfel "Rotbäckchen" bei Westfalia.de kaufen": GartenMeister / Westfalia /

  13. "Gemüse-Ernte" (Originalbild): Jill Wellington (jill111), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

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