Tierische Gartenschädlinge vertreiben und bekämpfen

Viele Gartenbewohner gelten als Schädlinge, obwohl sie häufig nicht nur Schaden, sondern auch Nutzen für die Gartengesundheit bringen. Somit ist es im Allgemeinen schwierig, tierische Schädlinge eindeutig festzulegen. Obwohl beispielsweise eine Vielzahl an Ameisen die idyllische Atmosphäre eines gepflegten Gartens beeinträchtigen kann, fressen die Tiere im Gegenzug auch Mengen an schädlichen Insekten und tragen so zum Pflanzenschutz bei.

Das allgemeine Problem bei Gartenschädlingen ist ihr oft possierliches Erscheinungsbild: Eine kleine Wühlmaus, ein gemütlicher Maulwurf oder ein flinker Marder sehen mit ihrem weichen Fell aus wie ein handzahmes Haustier, richten aber unter Umständen großen Schaden im Nutz- und Ziergarten an, da sie sich von Früchten oder Pflanzenwurzeln ernähren. Weiterhin können sie bei einem Biss gefährliche Krankheitserreger übertragen oder beim Nestbau Nistmaterial in der Garage, im Keller oder Dachboden suchen und hier Gegenstände oder Bausubstanz stark beschädigen. Zudem kann es zu ästhetischen Problemen kommen, wenn etwa der gehegte Rasen mit Maulwürfhügeln bedeckt ist.

Wir erklären Ihnen im Folgenden, wie Sie Gartenschädlinge vergrämen oder bekämpfen können. Dabei ist darauf zu achten, dass einige Tiere unter Naturschutz stehen und lediglich verjagt, aber nicht mithilfe von Schlagfallen getötet werden dürfen.

Gartenschädlinge als unwillkommene Gartenbewohner

Bereits kleine Wespennester im Garten und Haus sollten fachmännisch beseitigt werden.

Schädliche Tiere zählen zu den unwillkommenen Gartenbewohnern, da sie die Ästhetik des individuellen Gestaltungskonzeptes negativ beeinflussen, Bausubstanzen beschädigen oder Nutz- und Zierpflanzen als Nahrungsquelle nutzen. Dennoch ist es vollkommen normal, dass sich tierische Schädlinge in Ihrem Garten einfinden: Hier finden sie zahlreiche Verstecke und Nistmöglichkeiten, etwa Hohlräume unter der Terrasse, einen Garten mit gut durchlüftetem Erdreich oder ein offenstehendes Gartenhaus mit Schränken, Kisten und gemütlichen Decken. Häufig entdeckt man ein Mäusenest beispielsweise erst bei Umräumarbeiten in der Garage. Doch auch Sitzauflagen, Gardinen oder Gartenhandschuhe werden gerne angefressen und das entnommene Material als Polsterung für das Nest genutzt. Weiterhin können die Gebäudefassade oder Dachelemente stark in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn sich Marder einnisten oder ein Wespennest im Dachboden entsteht. Zudem steigt bei aggressiven Insekten die Gefahr, dass Anwohner verletzt werden, falls sie sich unachtsam dem Nest nähern.

Viele der Gartenschädlinge sind hübsch anzusehen und werden nur ungern verjagt. Ein Maulwurf wird häufig erst dann als Schädling eingestuft, wenn sich der erste Maulwurfhügel auf dem Rasen zeigt und auch Mäusefallen werden erst aufgestellt, wenn die Schädlinge Möbelstücke anfressen und sich im Innenraum einnisten, wo sie im Vorratsschrank zahlreiche Leckerbissen vorfinden und die Hygiene im Wohnbereich beeinträchtigen. Sie sollten daher bereits präventive Schutzmaßnahmen ergreifen und bei einem akuten Befall die Tiere schnellstmöglich artspezifisch vergrämen oder bekämpfen. Dabei müssen nicht immer chemische Mittel als Köder, Bekämpfungsmittel oder Fallen zum Einsatz kommen, auch Duftpflanzen, Wasser oder Geräusche und Vibrationen können bereits abschreckend wirken.

Bei der Einnistung gefährlicher Tiere, etwa einem Wespennest im Haus oder Garten, sowie einem starken Befall im Innenbereich sollten Sie einen Kammerjäger kontaktieren, um auf Dauer Krankheitsübertragungen oder weitere Bauschäden zu vermeiden. Zudem stehen einige schädliche Tiere unter Arten- und Naturschutz, was bedeutet, dass sie durch Hausbesitzer lediglich vergrämt, nicht jedoch gefangen und getötet werden dürfen.

Neben schädlichen Gartenbewohnern leben auch zahlreiche Pflanzenschädlinge auf Sträuchern und Zierblumen oder sie besuchen den Nutzgarten, um junge Gemüsepflanzen zu fressen. Dabei können Sie mit einfachen Hausmitteln und gezielten Maßnahmen Schnecken, Blattläuse und Co. aus dem Garten vertreiben. Pflanzenschädlinge bekämpfen

Wühlmäuse vergätzen

Besonders nach einem vergleichsweise heißen und trockenen Sommer können sich Wühlmäuse (Arvicolinae) stark vermehren. Zu den bekanntesten Arten gehören beispielsweise die Bisamratte, Scher- sowie Rötelmäuse und Lemminge. Die gefräßigen Nager werden in vielen Gärten zu einer großen Plage, denn die von ihnen angerichteten Fraßschäden bei Nutz- und Zierpflanzen sowie Obstgehölzen sind oft beträchtlich. Gerade im Winter nagen Wühlmäuse mit Vorliebe an den saftigen Wurzeln frisch gesetzter Bäume und Sträucher. Auch bereits gepflanzte Blumenzwiebeln dienen als beliebte Nahrungsquelle. Im weiteren Jahresverlauf sind Gemüsekulturen, besonders Bereiche, in denen Spargel und Möhren gezogen werden, gefährdet und sollten bereits präventiv geschützt werden.

Wühlmaus oder Maulwurf?

Wühlmäuse dürfen durch Hausbesitzer bekämpft werden. Im Vorfeld muss jedoch geklärt werden, ob es sich tatsächlich um einen Wühlmausbefall handelt, denn im Gegensazu zur Wühlmaus stehen Maulwürfe unter Naturschutz und ernähren sich ausschließlich von Würmern, Schnecken und anderen Kleinlebewesen. Wühlmäuse sind das ganze Jahr über aktiv, doch gerade im Winter bietet sich eine gute Gelegenheit, die Population einzudämmen, da natürliche Futterressourcen knapp und so Köder schneller angenommen werden. Zunächst gilt es, die Erdhaufen von Wühlmaus und Maulwurf auseinander zu halten, um eine versehentliche Bekämpfung des Maulwurfs auszuschließen. Der Erdhaufen der Wühlmaus ist kleiner und flacher als jener des Maulwurfes, er ist mit Pflanzenresten versetzt, der Gang ist seitlich angelegt und befindet sich nicht darunter. Die Nagetiere legen ein weit vernetztes, sorgfältig verschlossenes Gangsystem an, das knapp unter der Erdoberfläche verläuft, die Wohnhöhlen liegen etwa 30 bis 50 Zentimeter tief.

Wühlmaus natürlich oder chemisch bekämpfen

Die Wühlmaus lebt in unterirdischen Tunnelsystemen.
Wühlmäuse fressen besonders gerne Pflanzenwurzeln.
Im Winter gehen Wühlmäuse schneller in die Falle.

Schützen Sie Ihren Garten durch präventive Maßnahmen: Bereits bei der Pflanzung von Blumen und Bäumen sollten eine zusätzlicher Schutz aus Kaninchendraht ins Pflanzloch gegeben werden, der Wühlmäuse auf Abstand hält und so den Wurzelbereich vor Fraßschäden bewahrt. Auch spezielle Drahtkörbe können helfen: Diese werden unmittelbar um den Wurzelballen angebracht, sodass der innenliegende Großteil der Wurzeln ausreichend geschützt ist. Auch Ihren Rasen können Sie auf gleiche Weise schützen: Legen Sie während der ersten Begrünung ein engmaschiges Gitter waagerecht unterhalb der Erdoberfläche aus – so können zumindest keine unschönen Erdhügel entstehen.

Zeigen sich doch schließlich Wühlmaus-Erdhügel auf der Rasenfläche und in den Beeten, ist es höchste Zeit, etwas gegen die Wühlmausplage zu unternehmen. Besonders gut lassen sich die markanten Wühlmaus-Spuren zu den frisch aufgeworfenen Hügeln und Gängen im Schnee verfolgen. Ist der Boden gefroren, können Sie die frischen Erdhügel leicht einebnen bzw. aufgraben. Hierfür werden die Gänge an verschiedenen Stellen geöffnet. Wird ein Gang innerhalb etwa einer Stunde wieder geschlossen, können Sie hier mit der Bekämpfung durch Giftköder oder Fallen beginnen, da es sich eindeutig um den Gang einer fleißigen Wühlmaus handelt – ein Maulwurf würde für das Schließen der entstandenen Öffnung deutlich länger brauchen.

In Röhrenfallen mit zwei Eingängen und Fangklappen werden die Nager lebend gefangen. Weniger tierfreundlich sind Wühlmaus-Schlagfallen, allerdings töten diese die Tiere rasch und schmerzfrei. Schnappt die Falle zu, öffnen sich die aus dem Boden ragenden Spannbügel, weshalb diese Fallen besonders bequem zu kontrollieren sind. Als Köder für die Fallen eignen sich handelsübliche Portionsköder oder frische Möhrenstücke. Nachdem die Fallen in die geöffneten Gänge eingesetzt sind, werden sie wieder mit Erde zugeschüttet. Köder nehmen die Nager im nahrungsarmen Winter leichter an als im Sommer. Besonders einfach zu handhaben sind Wühlmaus-Portionsköder, die in den Gängen im Abstand von etwa drei bis fünf Metern ausgelegt werden und sich auch überirdisch zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen eignen. In diesem Fall dürfen sie natürlich nicht offen ausgelegt, sondern müssen in Köderboxen untergebracht werden. Achten Sie bitte generell beim Auslegen von Giftködern drauf, dass keinesfalls Vögel, Haustiere oder neugierige Kleinkinder geschädigt werden.

Tipp: Nicht immer fängt man Wühlmäuse auf Anhieb und muss den Vorgang mehrfach wiederholen, bis sich ein anhaltender Erfolg einstellt. Fallen und Köder werden regelmäßig kontrolliert. Damit sie keinen menschlichen Geruch annehmen, sollten Sie Handschuhe verwenden oder die Fallen im Freien eine Weile dem Wetter aussetzen. Achten Sie zudem beim Freilassen von Wühlmäusen aus Lebendfallen darauf, dass die Tiere recht unangenehm beißen können.

Wenn Sie auf die Verwendung von Fallen und Köder zur Wühlmausbekämpfung vezichten möchten, können Sie auf sogenannte Pulsatoren, also Ultraschallgeräte zurückgreifen. Diese Geräte erzeugen auf elektronischem Weg seismische Schwingungen, die Maulwürfe und Wühlmäse vertreiben, aber Menschen und Haustiere nicht stören. Ultraschallgeräte zur Wühlmausvertreibung haben einen Wirkungsbereich von etwa 15 Metern. Es gibt sie im Solar- und Batteriebetrieb mit sehr geringem Stromverbrauch, sodass ein Batteriewechsel erst nach vier bis sechs Monaten fällig wird. Neben unangenehmen Vibrationen durch Schallwellen reagieren Wühlmäuse auch auf unterschiedliche Duftstoffe sehr empfindlich: Legen Sie beispielsweise frische Knoblauchzehen oder Tier- sowie Menschenhaare in den Gängen aus. Mit etwas Glück werden die Wühlmäuse daraufhin diese Bereiche meiden und sich in andere Gärten zurückziehen. Auch der Aufenthalt von Katzen als natürlicher Fressfeind im Garten wirkt abschreckend auf die Schädlinge.

Maulwurf – Schädling oder Nützling?

Der Maulwurf (Talpidae) ist ein Säugetier aus der Ordnung der Insektenfresser, nicht Nagetiere, und ist mit dem Igel und der Spitzmaus eng verwandt. Der in Mitteleuropa lebende Europäische Maulwurf führt im Vergleich zu einigen anderen Arten eine unteridisch grabende Lebensweise: Mit seinen sechsfingerigen Grabschaufeln ist er optimal an das Leben unter Tage angepasst und baut lange Tunnelsysteme, was zu Konflikten mit engagierten Gartenbesitzern führen kann: Oft rein optische Gründe lassen den Maulwurf in den Augen einiger Gärtner zum Gartenschädling werden, da die von ihm errichteten Erdhügel auf einer perfekt kultivierten Rasenfläche als störend empfunden werden. Zudem nutzen viele Wühlmäuse, Ratten und andere Mäusearten die vom Maulwurf gebuddelten Gänge, um saftige Pflanzenwurzeln anzuknabbern.

Der Europäische Maulwurf buddelt mit seinen sechsfingerigen Grabschaufeln unterirdische Gänge.
Der Maulwurf darf nur gefangen und umgesiedelt werden, wenn eine behördliche Genehmigung vorliegt.

Dagegen handelt es sich bei dem Maulwurf selbst um einen reinen Fleischfresser, daher ist er kein Pflanzenschädling, sondern eher ein Nützling: Maulwürfe fressen Schnecken, Würmer, Dickmaulrüssler, Wiesenschnaken und andere schädliche Insekte sowie ihre Larven, wodurch sie zum natürlichen Pflanzenschutz beitragen. Im Winter sind Maulwürfe besonders aktiv: Sie suchen im Erdreich nach nahrhaften Regenwürmern, die sie mit einem Biss lähmen und als Wintervorrat in ihre Höhle schleppen. Zudem durchlüftet der Maulwurf mit seinem unteridischen Gangsystem den Boden, sodass ein lockeres, gesundes Erdreich entsteht, das die Pflanzengesundheit sowie das Pflanzenwachstum fördert.

Dennoch kann der Maulwurf zum Feindbild werden, wenn er beginnt, den gesamten Garten umzugraben: So kann ein junger Maulwurf rund 20 Erdhügel pro Tag produzieren. Viele Hobbygärtner entscheiden sich daher, den Maulwurf zu verjagen.

Maulwurf bekämpfen – was ist erlaubt und effektiv?

Maulwürfe stehen in Deutschland (und auch in Österreich) unter Naturschutz und dürfen lediglich vergrämt, jedoch nicht mit Mitteln bekämpft werden, die zum Tod führen, wie etwa Gas oder Gift. Ebenso ist der Einsatz von tödlichen Schlagfallen sowie Lebendfallen untersagt. Ein Verbot von Lebendfallen lässt sich auf das Fressverhalten von Maulwürfen zurückführen: Maulwürfe verhungern bereits nach einer Nahrungspause von rund 12 Stunden – Lebendfallen müssten also zwangsweise mehrmals täglich kontrolliert werden, was nicht gewährleistet werden kann.

Wenn Sie einen Maulwurf verjagen möchten, müssen Sie seine besonders gut ausgeprägten Sinnesorgane – den Geruchs- und Hörsinn – durch Gerüche, Erschütterungen und Geräusche empfindlich stören. Die Augen der Maulwürfe sind deutlich schlechter ausgebildet, blind sind Maulwürfe jedoch nicht. Als natürliche Vergrämungsmittel dienen unangenehm riechende Speisen, etwa saure Milch in Kombination mit Knoblauch und Wasser. Auch Tierhaare, Essig und Brennesseljauche sollen eine abschreckende Wirkung erzielen, wenn sie an unterschiedlichen Stellen in die unterirdischen Gänge gegeben werden. Auch der Handel bietet zahlreiche geruchsintensive Vergrämungsmittel, die häufig unter der Bezeichnung "Maulwurf-Schreck" oder "Maulwurf-Raus" zu finden sind. Witterungsbedingt müssen die Geruchsstoffe nach rund einer Woche erneuert werden, bis keine neuen Erdhaufen mehr entstehen.

Tipp: Bringen Sie das Vergrämungsmittel auch am Erdhaufeneingang aus, um Wühlmäuse und andere Nagetiere davon abzuhalten, die Gänge zu betreten.

Neben Duftstoffen können Sie weiterhin auf störende Geräuschquellen setzen, um das feine Gehör des Maulwurfs zu stören. Graben Sie hierzu beispielsweise eine leere Glasflasche bis zur Hälfte schräg in den Boden ein – bei leichtem Wind entsteht so ein Ton, der Maulwürfe vergrämt. Auch quietschende Windspiele erzielen eine abschreckende Wirkung, zudem überträgt ein Metallpfosten die Schwingungen auf den Boden. Weiterhin soll häufiges Mähen mit einem lauten Benzinrasenmäher den Maulwurf auf Dauer vertreiben – er zieht sich in ruhigere Gärten zurück. Die Wirkung von Ultraschallgeräten ist hingegen umstritten.

Ratten und Mäuse im Haus und Garten

Entsorgen Sie keine Speisereste in der Toilette – auf diese Weise locken Sie Ratten in die Kanalisation.
Katzen vertreiben als Fressfeinde Mäuse und Ratten aus dem Garten.

Während Mäuse im Garten häufig noch als niedliche Attraktion angesehen werden, hört der Spaß bei großen Ratten allmählich auf. Um die schädlichen Nagetiere effektiv zu vertreiben ist es in einem ersten Schritt wichtig zu hinterfragen, wie sie in das Haus gelangen konnten bzw. was sie in den Garten gelockt haben könnte.
Hier ist häufig ein falscher Umgang mit Abfall und alten Lebensmitteln ausschlaggebend:

Ratten sind Allesfresser, die von duftenden Speiseresten angezogen werden. Es ist daher besonders wichtig, keine Nahrungsmittelreste über die Toilette zu entsorgen, da so der Aufenthalt von Ratten in der Kanalisation und den Rohrsystemen gefördert wird. Auch Müllbeutel sind fest zu verschließen und korrekt in Mülltonnen zu entsorgen. Falls möglich, sollten Verpackungen, die im gelben Sack entsorgt werden, vorab von restlichen Speiserückständen befreit werden. Doch nicht nur Müll, auch organischer Abfall auf dem Komposthaufen zieht Ratten magisch an: Entsorgen Sie daher niemals gekochtes Essen auf dem Kompost und achten Sie bei einem vermehrten Auftreten von schädlichen Nagetieren auf Erdlöcher in Kompostnähe. Auch Vogelhäuschen, in denen sich Wildvogelfutter befindet, werden gerne von Ratten und Mäusen besucht.

Sind die Nagetiere bereits in den Innenbereich vorgedrungen, müssen Einstiegslöcher verschlossen und etwaige Gebäudemängel behoben werden. Dabei gilt es zu bedenken, dass Ratten durch jedes Loch passen, durch das sie ihren Kopf schieben können – ein Lochdurchmesser von rund 2 cm reicht bereits aus und sogar eine dicke Ratte gelangt in den Innenbereich. Auch Katzenklappen werden gerne als Einstiegsquelle genutzt. Zudem sind Ratten und Mäuse ausgezeichnete Kletterer und können sogar an senkrechten Fallrohren mühelos emporsteigen und durch geöffnete Fenster im zweiten Stockwerk in den Wohnbereich gelangen.

Schlecht schließende Türen sollten nachträglich mit Gummilippen oder Nylon-Bürstenstreifen ausgestattet und Lüftungsöffnungen mit Gittern bedeckt werden, deren Maschenweite unter 18 mm liegt. Auch das nachträgliche Anbringen einer Rückstauklappe in den Abflusssystemen kann vor einem Rattenbefall im Innenbereich schützen.

Achtung: Sind Ratten bereits im Wohnraum anzutreffen oder wird aus einem Befall eine wahre Plage, sollten Sie auf professionelle Unterstützung setzen und einen Kammerjäger kontaktieren.

Hausmittel gegen Ratten

Wenn Sie Ratten bekämpfen möchten, müssen Sie die Lebensweise der intelligenten Nagetiere kennenlernen, um ihnen erste Einstiegsmöglichkeiten und Nahrungsquellen zu verwehren. Da viele Haus- und Gartenbesitzer zunächst auf Giftköder und Schlagfallen verzichten möchten, haben wir für Sie gängige Hausmittel zur Rattenbekämpfung zusammengestellt:

Hausmittel gegen Ratten und Mäuse Wirkungsweise
Cayennepfeffer, Chilischoten und Gewürznelken Intensivduftende Gewürze sollen Ratten und Mäuse vertreiben. Nach Kontakt wird das Pulver beim Putzen über das gesamte Fell verteilt, woraufhin Nagetiere diese Bereiche zukünftig meiden.
Kamillen-, Minz- und Pfefferminzöl Die ätherischen Öle wirken abschreckend auf Nagetiere und sollten großzügig in der Nähe der Laufwege ausgebracht werden.
Kalkanstrich im Keller Dringen Ratten vorwiegend über Kellerfenster oder die Kanalisation ein, hilft ein Kalkanstrich im Kellerbereich. Dem Kalk wird Eisenvitirol beigefügt.
Hauskatze Katzen sind mit ihrem angeborenen Jagdinstinkt das wohl beste Mittel gegen aufdringliche Nager im Innen- und Außenbereich.
Benutztes Katzenstreu Selbst wenn Ihre Katze nur ein Stubentiger ist, können Sie das benutzte Katzenstreu in kritischen Gartenbereichen auslegen und Ratten so vergrämen. Alternativ wird das Katzenstreu in Stoffbeutel gegeben, aus denen Geruchsmoleküle weiterhin entweichen.

Wenn Hausmittel keine Wirkung zeigen, fällt die Wahl auf Schlag- oder Lebendfallen. Bedenken Sie bitte, dass Lebendfallen mehrmals täglich kontrolliert werden müssen, denn auch schädliche Nagetiere können verhungern und verdursten, wenn sie zu lange gefangen sind. Während der obligatorische Käse oder Speck in der Praxis häufig als Lockstoff versagen, werden süße Schokoladencreme, Marzipanrohmasse und Erdnussbutter deutlich besser angenommen. Um eine Geruchsübertragung zu vermeiden, empfehlen wir, Handschuhe zu tragen. Legen Sie die Falle im Anschluss an vermeintlich geschützten Bereichen, etwa an der Hauswand oder in dunklen Ecken, aus, da Nagetiere gerne ungestört fressen und so schneller in die Falle gehen.

Marder richten großen Schaden an

Steinmarder richten im Innenbereich großen Schaden an.
Marder klettern in und an Fallrohren in obere Etagen.

Marder sind als Kleinräuber häufig in Menschennähe unterwegs und durchstöbern den Garten nach schmackhafter Beute. Problematisch wird der Gartenbesucher, wenn er in den Innenbereich eindringt und sich beispielsweise im Dachboden einnistet. Hier nutzt er die Dachdämmung als Nistmaterial, was zu erheblichen Gebäudeschäden aufgrund von Kältebrücken führen kann. Um aufwendige Sanierungsarbeiten zu vermeiden, sollten Sie einen Marderbefall frühstmöglich feststellen und bekämpfen.

Sie erkennen die nachaktiven Raubtiere an nächtlichen Krabbelgeräuschen: Jetzt kehren sie von der Jagd zurück und schleppen im Vergleich zu vielen anderen Tieren die erlegte Beute oder auch Aas in ihr Versteck. Tagsüber können Sie daher den Dachboden auf Federn, Knochen oder Nahrungsmittelreste absuchen. Besonders aktiv sind Marder zwischen April und September. Ebenfalls auffällig sind Kotspuren und Pfotenabdrücke im staubigen Dachbereich: Die unliebsamen Untermieter markieren auf diese Weise ihr Revier.

Marder aus dem Haus vertreiben

Auch bei der Marderabwehr gilt es potentielle Eintrittsmöglichkeiten abzudichten und Mauerlöcher sowie Belüftungsschlitze entsprechend zu verschließen. Der Marder ist ein ausgezeichneter Kletterer und kann über angebaute Garagen oder Fallrohre schnell in höhere Etagen gelangen, sodass auch diese Bereiche durch schützende Fliegengitter gesichert werden müssen. Zudem sind Marder Gewohnheitstiere und geben einen gemütlichen Bau nur ungern auf: Überprüfen Sie daher Ihren gesamten Außenbereich auf mögliche Schwachstellen, die es zu beseitigen gilt.

Marder dürfen von Hausbesitzern lediglich vergrämt, jedoch nicht gefangen oder getötet werden. Wenn Sie den Marder ausreichend lange stören und ihm den Unterschlupf unattraktiv gestalten, können Sie mit natürlichen Mitteln durchaus Erfolge erzielen. Stellen Sie beispielsweise ein Radio im Dachboden auf oder räumen Sie den Bereich um. Auch ein kräftiges Säubern mit scharfen Reinigern sowie das Auslegen von Katzen- und Hundehaaren wirkt auf Steinmarder abschreckend.

Falls diese Hausmittel keine Wirkung zeigen, helfen elektronische Ultraschallgeräte bei der Marderbekämpfung. Die durch sie erzeugten Frequenztöne sind für den Menschen nicht hörbar, für Marder aber äußerst unangenehm. Richten Sie die Geräte auf das Nest sowie die Einstiegsöffnungen aus.

Achtung: Schonzeit der Marder beachten

Fallen zur Marderbekämpfung dürfen im Privatbereich nicht eingesetzt werden, da Steinmarder durch Hausbesitzer nicht eigenmächtig gefangen und wegtransportiert werden dürfen. Wenn Vergrämungsmaßnahmen keine dauerhafte Lösung darstellen, muss ein Jäger oder Kammerjäger beauftragt werden. Ein Töten des Tieres obliegt dem Jäger, Kammerjäger dürfen den Schädling lediglich fangen. Ein Fangen (durch den Kammerjäger) oder gezieltes Töten (durch den Jäger) ist weiterhin nur außerhalb der Schonzeit erlaubt: Wird ein Muttertier gefangen und wegtransportiert, würden die Jungtiere verhungern, die im Dachboden auf die Rückkehr ihrer Mutter warten. Auch ein Aussperren erwachsener Tiere sollte zwischen März und Juli vermieden werden, da zu dieser Zeit der Nachwuchs heranwächst.

Die Schonzeit der Steinmarder reicht von Februar bis Oktober.

Nicht nur im Dachboden, auch im Motorraum des Privatfahrzeugs sind Steinmarder häufig vorzufinden. Wenn Sie einen Marder im Auto entdecken, ist schnelles und richtiges Handeln gefordert, um kostspielige Schäden zu verhindern. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Marder im Auto richtig bekämpfen. Was schützt vor Marderbissen am Auto?

Auch Waschbären können ein lästiges Problem in Garten und Haus darstellen. Die Wildtiere können schnell großen Schaden anrichten oder Anwohner und Haustiere infizieren. In diesem Ratgebertext finden Sie hilfreiche Tipps und Tricks, wie Sie Waschbären vertreiben können, aber vor allem auch, wie Sie ihnen vorbeugen.

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Bildnachweis
  1. "Ratte" (Originalbild): 422737, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  2. "Wespennest" (Insektennest Bergtierpark Erlenbach) von 4028mdk09, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  3. "Pflanzenschädlinge bekämpfen" (Originalbild): bloodofeve, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  4. "Wühlmaus im Tunneleingang" (Campagnol roussâtre / Bank Vole) von Jean-Jacques Boujot, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  5. "Wühlmaus frisst" (Lunch Sourced) von Peter G. Trimming (Peter Trimming), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  6. "Wühlmaus im Winter" (Twigs protect) von Tomi Tapio K. (Tomi Tapio), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  7. "Maulwurf in Nahaufnahme" (Close-up of mole) von Michael David Hill, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  8. "Gefangener Maulwurf" (Maulwurf gefangen2007) von Michael Dufek, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  9. "Ratte an Gulli": HTO, Common rat in Bystrc / Wikimedia Commons, Lizenz: Gemeinfreiheit

  10. "Katze und Maus" (Originalbild): Erika Stockenhofen (estockiausdel), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  11. "Steinmarder im Haus" (Pine Marten) von Oliver Clarke (OliverC999), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  12. "Steinmarder in Fallrohr": Anton-kurt, Martes foina Bartholomäberg 2006-08-06 / Wikimedia Commons, Lizenz: Gemeinfreiheit

  13. "Marderabwehr" (Originalbild) von Beech Marten, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten

  14. "Nordamerikanische Waschbären" (Originalbild): JamesDeMers, Lizenz: CCO. 1.0 / Pixabay

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