Aussaat und Pflanzenpflege im Ziergarten

Ein Ziergarten kann den individuellen Vorstellungen entsprechend gestaltet werden: In einem natürlichen Arrangement schaffen sturkturgebende hohe Stauden einen Rahmen, der mit kleineren Pflanzen und Bodendeckern in unterschiedlichen Farbnuancen gefüllt wird. Alternativ pflanzen Sie bewusst in Reihen oder kreieren einmalige Muster, indem Sie Pflanzengruppen in Kreisen setzen oder andere fließende Formen realisieren. Wichtig ist nur, dass die sortenspezifischen Standortansprüche berücksichtigt werden und eine regelmäßige Pflanzenpflege erfolgt. Im Idealfall wird das Substrat vor der Pflanzung bereits mit Kompost und einer Drainageschicht aufbereitet, um die jungen Pflanzen optimal mit Nährstoffen zu versorgen und einen guten Wasserabtransport zu ermöglichen.

Wer möchte, kann ohne viel Aufwand Zierpflanzen vermehren. Besonders ergiebig ist die Stecklingsvermehrung, die beispielsweise bei vielen Ziergehölzen möglich ist. Doch auch Samenstände von Zierblumen können gesammelt und trocken in luftdurchlässigen Papiertüten für mehrere Jahre gelagert werden. Wenn Sie im Frühjahr eine Vorkultur anlegen sind die Sämlinge besonders widerstandsfähig, wenn sie nach den Eisheiligen ins Freie umziehen.

Im Folgenden finden Sie praktische Gartentipps für ein gesundes Pflanzenwachstum und eine besonders lange Blütephase.

Zierblumen vermehren

Wer seine gepflegten Zierblumen kostengünstig vermehren möchte, kann dies mit vielen Sorten problemlos im eigenen Garten durchführen. Recht einfach gelingt die Vermehrung beispielsweise bei Ringelblume, Stockrose, Cosmea, Tagetes, Petunien, Sonnenblumen, Wicken, Lupinen oder Mohn.

Bei Hybriden ist die Nachzucht aus Samen Glückssache: Hier kann vorab nicht genau bestimmt werden, wie die nachgezüchteten Pflanzen aussehen werden. Experten bezeichnen die erste Tochtergeneration, die durch Kreuzung von zwei Elternlinien gewonnen wurde, als F1. Bei der direkten Vermehrung durch Samen spalten sich die Merkmale der ursprünglichen Zuchtlinien wieder auf. Die Sämlinge fallen also optisch meist anders aus, als die Mutterpflanzen. Das Ergebnis können ansprechende Blumen mit anderen Blütenfarben sein. Hat man Pech, ist die Keimrate gering, die Sämlinge wachsen schlecht oder entwickeln keine schönen Blüten.

Gesammeltes Saatgut kann im Anschluss trocken rund drei Jahre lang gelaget werden.

Im Gegensatz zu den Hybriden können die traditionellen, samenfesten Züchtungen problemlos weiter kultiviert werden. Bei Stauden beginnt die Samenreife etwa eine bis sechs Wochen nach der Blüte. Den richtigen Erntezeitpunkt erkennen Sie daran, dass sich die Samenhüllen braun färben und öffnen oder die Samen dunkel sind. Die Schoten von Hülsenfrüchten sollten trocken und dunkel gefärbt, aber noch nicht aufgesprungen sein. Doldenförmige Samenstände werden am besten abgeschnitten, bevor sie völlig dürr sind. Dann werden sie an einem sonnigen, wind- und regengeschützten Platz zum Nachreifen ausgelegt. Geerntet wird generell an einem trockenen und sonnigen Tag.

Etwas schwieriger ist die Ernte von Samenkapseln, die ihren Inhalt beim Aufplatzen sofort wegschleudern, wie etwa Storchschnabel, Stiefmütterchen oder Fleißiges Ließchen. Bei solchen Arten erntet man die Samenstände bereits kurz vor dem Ausreifen und lässt sie in Papiertüten, Kartons oder luftdurchlässigen Vliestüten nachreifen. Diese werden vorsichtig über den noch nicht ganz ausgereiften Fruchtstand geschoben und unten mit einem Bastfaden zugebunden. Die herausspringenden Samen sammeln sich in der Tüte, die dann samt Stiel abgeschnitten wird.

Auch fleischige Früchte, etwa von Aronstab, Christophkraut, Tomaten oder Zierspargel, werden einer besonderen Prozedur unterzogen: Sie kommen in ein Gefäß mit Wasser, wo sie so lange bleiben, bis die Gärung beginnt, was je nach Temperatur mehrere Tage dauern kann. Anschließend lässt sich das weiche Fruchtfleisch auf einem Sieb mit einem sanften Wasserstrahl leicht abspülen.

Sträucher mit Steckhölzern vermehren

Ein Steckholz ist der verholzte, kahle Trieb eines Gehölzes, der im Winter geschnitten und gesteckt wird. Die Methode ist einfach und die Erfolgsrate hoch. Viele Laubgehölze lassen sich so vermehren, vor allem Blütensträucher. Besonders leicht gelingt die Vermehrung über Steckhölzer etwa mit Falschem Jasmin, Geißblatt, Holunder, Johannis- und Stachelbeere, Liguster, Forsythie, Sanddorn, Weide und Weigelie oder Schmetterlingsflieder.

Auch Rosen können über Stecklinge vermehrt werden. Tragen Sie beim Einpflanzen Handschuhe, um sich vor scharfen Dornen zu schützen.

Steckhölzer von Johannisbeere, Liguster und Geißblatt können Sie schon im Oktober und November schneiden, bei den anderen Gehölzen wartet man sicherheitshalber bis nach den ersten Frösten. Generell wird jedoch sofort nach dem Schnitt gesteckt: Falls der Boden noch gefroren ist, lassen sich die Steckhölzer in einem kühlen Keller wochenlang zwischenlagern – verpackt mit feuchtem Sand in einem luftdurchlässigen Beutel.

Letzter Termin für den Steckholzschnitt ist das zeitige Frühjahr vor dem Austrieb. Wählen Sie kräftige, etwa bleistiftdicke Triebe aus dem äußeren, gut belichteten Teil des Strauches. Der Schnitt an der Basis des Steckholzes wird direkt unterhalb einer Knospe angesetzt und am oberen Ende schneidet man einen halben Zentimeter oberhalb eines Auges ab. Aus einem Trieb lassen sich dabei mehrere Steckhölzer gewinnen: Jedes sollte drei bis fünf Knospen haben.

Wichtig ist eine präzise schneidende Gartenschere: Der Schnitt muss glatt und sauber sein, die Rinde darf dabei nicht verletzt werden. Zum Anwachsen werden die Triebe in ein Beet, kleine Pflanzgefäße oder einen Frühbeetkasten gesteckt. Die Pflanztiefe ist so tief zu wählen, dass nur eine oder zwei der fünf Knospe außen vor bleiben.

Tipp: Besonders leicht lässt sich das Pflanzloch mit einem schmalen Stock oder einem speziellen Pikierstab in die Erde drücken.

Besonders gut bewurzeln die Triebe, wenn man das Beet mit Pflanz- oder Mulchfolie abdeckt, Löcher einsticht und die Steckhölzer dort hineindrückt. Auch in Blumentöpfen lässt sich der Sträucher-Nachwuchs heranziehen. Wichtig ist in jedem Fall: Die Erde sollte humos, gut durchlüftet, nicht zu nass, aber gleichmäßig feucht sein. Im Frühjahr und Sommer des nächsten Jahres entwickeln sich aus den Steckhölzern kräftige Pflanzen, die im Herbst an ihren endgültigen Standort im Garten verpflanzt werden.

Zierblumen aussäen: Vorkultur nötig?

Die Aussaat gelingt am sichersten sofort nach der Samenreife. Frostkeimer, wie zum Beispiel Schlüsselblume, Eisenhut, Primel oder Tränendes Herz, müssen jedoch erst einige Zeit dem Frost ausgesetzt sein, bevor sie keimen. Zur Not kann die Kälteperiode auch in der Tiefkühltruhe simuliert werden.

Eine Vorkultur erhöht die Erfolgschancen bei selbst gesammeltem Saatgut: Die Sämlinge sind widerstandsfähiger, wenn sie ins Beet gesetzt werden.

Steht nur wenig Saatgut zur Verfügung, empfiehlt sich zudem eine Vorkultur, um die Chance zu erhöhen, dass viele Blumen entstehen: Die Samen werden in spezielle Anzuchterde gesät, die optimal auf die Bedürfnisse eingestellt ist. Die Pflanzkästen werden im Anschluss in ein Frühbeet oder an einen anderen geschützten, warmen Ort gestellt. Schnell keimende Stauden, wie Lupine oder Stockrose, gehen schon nach wenigen Wochen auf. Langsam keimende Arten, wie etwa Paeonien, sprießen erst im nächsten Frühjahr.

Von ein- und zweijährigen Pflanzen lässt sich reichlich Saatgut gewinnen. Wenn die Jungpflanzen nicht schneckengefährdet sind, kann ohne Vorkultur an Ort und Stelle ausgesät werden. Bei sachgerechter Lagerung der Samen von Gartenstauden, Sommerblumen und Wildpflanzen, bleibt die Keimfähigkeit bis zu drei Jahre erhalten.

Besonders wichtig ist es, die Samen vorab gut durchzutrocknen. Dies gilt besonders für halbreif geerntetes Saatgut. Zur Aufbewahrung werden sie in eine gut verschließbare, luftdurchlässige Papiertüte gefüllt, die man mit Pflanzennamen, Fundort und Sammeldatum beschriftet. Der Lagerraum sollte kühl, frostfrei, trocken und dunkel sein.

Achtung: Luftundurchlässige Plastiktüten oder Schraubdeckelgläser sind für die Lagerung von Samen nicht geeignet. Die Restfeuchte kann nicht entweichen und es droht ein Schimmelbefall, der das Saatgut unbrauchbar machen würde.

Bei der Aussaat und Anzucht unterschiedlicher Pflanzensamen ist auf individuelle Bedürfnisse der Pflanzenarten zu achten, etwa ob es sich um Licht-, Dunkel- oder Frostkeimer handelt. Doch wann wird genau pikiert und wie setzt sich optimales Substrat zusammen? Wir haben für Sie wichtige Tipps zur Aussat und Anzucht von Pflanzensamen zusammengefasst.

Wildpflanzen im eigenen Garten ansiedeln?

Wildpflanzen dürfen nicht aus ihrer natürlichen Umgebung entfernt werden. Sammeln Sie stattdessen Saatgut nicht gefährdeter Pflanzen.

Besonders reizvoll ist es, Wildpflanzen durch selbst geerntete Samen im Garten anzusiedeln. Wildpflanzen dürfen in der Natur nicht ausgegraben werden. Doch wer draußen eine kleine Portion der in der Regel überreichlich produzierten Samen für die Aussaat im Garten sammelt, muss keine Gewissenbisse haben. Bei streng geschützten und gefährdeten Arten ist das Sammeln der Samen jedoch nicht erlaubt. Doch auch häufig vorkommende Arten, wie Wiesenglockenblume, Weidenröschen, Wiesenmargerite, Skabiose, Wiesenstorchschnabel oder Habichtskraut, sind schön anzuschauen, bereichern die Pflanzenvielfalt im Garten und locken nützliche Insekten an.

Im Lauf des Frühlings und Sommers sollten Sie über geeignete, blühende Bestände Buch führen und die Dauer der Blütezeit in einem Bestimmungsbuch nachschlagen. Bei den meisten Frühblühern und vielen Wiesenblumen reifen fast alle Samen gleichzeitig. Dauerblüher hingegen produzieren nahezu während der gesamten Blütezeit Samen. Die Samen vieler Wildpflanzenarten fallen nach der Reife rasch aus, fliegen weg oder werden ausgeschleudert, um eine flächendeckende Vermehrung in der Umgebung zu gewährleisten. Deshalb empfiehlt es sich, bereits kurz vor der Vollreife zu ernten und die Samen in einem wind- und regengeschützten Gartenbereich ausreifen zu lassen. Leider beträgt bei Wildpflanzen die Keimrate nur etwa 25 Prozent, sodass Sie ruhig großzügig aussäen dürfen.

Tipp: Die meisten Wildblumenarten sind Lichtkeimer, die Zahl der Dunkelkeimer ist eher gering. Zur Sicherheit wird ein Teil der Samen oberflächlich ausgestreut und der andere mit Erde übersiebt.

Frühblüher pflanzen

Im September ist es Zeit Frühlingsblumenzwiebeln zu setzen. Um zeitig zur Blüte zu kommen, müssen die Zwiebeln der Frühjahrsblüher vor der Winterruhe kräftige Wurzeln treiben. Deshalb sollten diese rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit in die Erde kommen. Bei gut eingewurzelten Pflanzen sind auch Schäden durch Winternässe seltener.

Krokusse zählen zu den beliebtesten Frühblühern und zeigen bereits im Frühling ihre violetten oder weißen Blüten.

Frühe Arten, wie Winterling, Schneeglöckchen oder Krokus, blühen schon im Februar und März. Anfang April folgen Anemonen, Blaustern und Schneeglanz. Mitte April bis Mai erreicht die Zwiebelblumenblüte ihren Höhepunkt: Narzissen, Hyazinthen, Kaiserkronen und farbenprächtige Tulpensorten machen den Rasen oder die Staudenbeete bunt. Am schönsten kommen Zwiebelblumen zur Geltung, wenn die verschiedenen Arten in Gruppen gesetzt werden. So lassen sich Narzissen in Horsten mit etwa fünf Exemplaren pflanzen. Von kleineren Arten, wie Krokussen, Schneeglöckchen oder Blaustern, versammelt man 20 bis 30 Zwiebeln zu einer Gruppe. So lassen sich im Rasen oder Beet auch diverse reizvolle Motive gestalten.

Ein lockerer, humusreicher Boden eignet sich besonders gut für Zwiebelblumen. Sandige Böden sollten mit Pflanzerde oder reifem Kompost verbessert werden. In lehmige Böden arbeiten Sie groben Sand ein, um ihn durchlässiger zu gestalten. Bei staunassen Böden verhindert eine rund drei Zentimeter dicke Drainageschicht aus Kies, Blähton oder Grobsand am Grund die Fäulnis der Zwiebeln.

Als Faustregel für die Pflanztiefe gilt: Es wird etwa doppelt so tief gepflanzt, wie die Zwiebel hoch ist. Die meisten Zwiebelpflanzen laufen nach oben spitz zu, während an der Unterseite sind die ersten Wurzeln sichtbar sind. Achten Sie darauf, dass die Spitze nach oben zeigt und füllen Sie die Hohlräume im Pflanzloch mit lockerer Erde auf.

Tipp: Bei kälteempfindlichen Zwiebeln, die jedoch jedes Jahr wieder in die Erde kommen, sind Gitterkörbe aus Kunststoff ideal. Im Herbst werden die Körbe in das Pflanzloch gestellt und Erde hineingestreut. Darauf die Blumenzwiebeln setzen und mit Erde auffüllen. Nach der Blüte die Körbe einfach aus dem Boden nehmen, die Zwiebeln trocknen lassen, und bis zum nächsten Herbst kühl und dunkel lagern. Zudem schützen die Körbe die Zwiebeln vor Fraßschäden durch Wühlmäuse und andere Schädlinge.

Staudenbeet bepflanzen und richtig pflegen

Ein buntes Staudenbeet bereichert jeden Garten und lockt zahlreiche Nützlinge an. Vor der Pflanzung sollten Sie bedenken, dass Stauden sehr unterschiedliche Bedürfnisse haben. Einige Staudenpflanzen sollten etwa nie verpflanzt werden, während viele andere Sorten nach einigen Jahren geteilt (verkleinert) und neu eingesetzt werden müssen. Viele Stauden sind winterhart und benötigen daher keinen Winterschutz, während besonders langstielige oder blütenreiche Arten, wie beispielsweise Rittersporn, Lupinen, Astern, anfällig für Regen und Wind sind und leicht umknicken. Versuchen Sie daher bereits vor der Pflanzung Staudensorten mit ähnlichen Ansprüchen zusammen zu pflanzen oder auf die einzelnen Standortbedürfnisse optimal einzugehen.

Wer möchte, setzt Bodendecker ganz bewusst und kreiert individuelle Muster aus Blumen.
Bunte Blüten locken zahlreiche Nützlinge in den Garten.

Die Pflanzung von Containerware ist ganzjährig bei frostfreiem und nicht zu nassem Boden möglich. Die Hauptpflanzzeit liegt jedoch zwischen März und Mai sowie August und Oktober. Lockern Sie den Boden mithilfe einer Grabegabel und entfernen Sie sämtliche Unkräuter restlos, um den Konkurrenzdruck zu minimieren. Schwere Lehmböden werden durch das Einarbeiten von Sand, Rindenmulch oder Kompost aufbereitet und wasserdurchlässiger gestaltet. Ist das Substrat zu leicht und sandig, können Sie die Bodenqualität mit abgelagertem Kompost verbessern.

Vor der Pflanzung wird der Wurzelballen samt Container in ein Tauchbad gestellt, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen – dies kann einige Minuten dauern. Im Anschluss das überschüssige Wasser gut abtropfen lassen und den Ballen an der vorgesehenen Pflanzstelle aus dem Container nehmen. Stark durchwurzelte Wurzelballen werden vor der Pflanzung mit einem scharfen Messer seitlich eingeritzt und schließlich mittig in das Pflanzloch gesetzt. Dieses sollte nicht höher oder tiefer als der Anzuchtstopf sein. Als Faustregel für die Gruppenpflanzung gilt ein Pflanzabstand von 30 bis 50 cm. Abschließend alles kräftig angießen.

Tipp: Setzen Sie Leitstauden, das Gerüst des Staudenbeetes, zuerst. Danach folgen niedrigere Stauden in Gruppen, bevor letzte Lücken mit Flächendeckern geschlossen werden.

Viele Stauden können nach der ersten Blütephase einen zweiten Blütenflor entwickeln, wenn rechtzeitig und richtig geschnitten wird. Verblühte Blütenstände generell immer wieder herausschneiden, um den zweiten Flor zu fördern. Bodendecker, wie Gänsekresse und Blaukissen, immer erst nach der Blüte zurückschneiden und dem gesamten Beet im Frühsommer eine leichte Nachdüngung geben. Stark wachsende Stauden, wie Margerite, Phlox, Lupine oder Gräser, werden alle drei bis fünf Jahre geteilt und umgepflanzt, da sie den Boden stark auslaugen. Auffällige Stauden für Einzelstellung, wie Fackellilie, Steppenkerze oder Pfingstrose, sollten hingegen möglichst lange am gleichen Standort bleiben.

Tipp: Im Herbst können Sie die Samen- und Fruchtstände sowie bizarr wachsende Stauden und Gräser stehen lassen. Sie verschönern den Garten durch Reif und Schneeeffekte und dienen Vögeln und Kleintieren als Unterschlupf und Nahrungsquelle.

Gefallenes Herbstlaub, sofern es die Pflanzen nur leicht bedeckt, nicht komplett entfernen, sondern gehäckselt zwischen den Pflanzen verteilen. Es dient hier als isolierende Schutzschicht und bewahrt empfindliche Wurzelsysteme vor Frostschäden. Frostempfindliche Stauden, wie Palmlilie und Pampasgras, sollten hingegen bewusst mit einem luftigen Winterschutz aus Tannenreisig abgedeckt werden. Auch spezielle Vliesstoffe kommen hier zum Einsatz.

Tipp: Schaffen Sie Nützlingen im Garten gute Lebensbedingungen und pflanzen Sie unterschiedliche Gewürz- und Heilpflanzen sowie Arten aus den Familien der Dolden und Korbblüter.

Pflanztipp: Einjährige Blumen als Lückenfüller im mehrjährigen Staudenbeet

In Staudenbeeten gibt es oft Lücken, zudem blühen viele Stauden nur relativ kurz. Sorgen Sie daher bereits im zeitigen Frühjahr durch die Vorkultur einjähriger Blumen für eine sommerliche Blütenpracht im Garten. Einige Staudensorten können bereits ab Ende März ausgepflanzt werden. Vor allem aber sollten Sie im März einjährige Blumen anziehen, die, zwischen die Stauden gepflanzt, für zahlreiche Blüten bis in den Spätherbst hinein sorgen.

Einjährige Blumen entfalten besonders viele Blüten, da die meisten Arten aus heißen und trockenen Regionen stammen, wie etwa Kalifornien, Südafrika oder Chile. Die Blumen müssen also innerhalb einer kurzen Regensaison für die Erhaltung der Art mit üppiger, bunter Blütenfülle möglichst viele Insekten anlocken, welche die Blüten bestäuben. Im heimischen Garten herrscht jedoch keine anhaltende Trockenheit und der Boden ist meist gut gedüngt, sodass die einjährige Blumen dort von Mai bis zum ersten Frost blühen.

Torftöpfchen dienen zum Vereinzeln und können bedenkenlos in die Erde gepflanzt werden.
Schützen Sie Ihre Zierblumen vor Schneckenfraß.

Eine gute Lösung sind einjährige Zierblumen in neu gepflanzten Staudenbeeten: Die Abstände zwischen den mehrjährigen Stauden sind noch recht groß und lassen sich leicht mit einjährigen Blumen füllen. Gut geeignet sind beispielsweise Löwenmaul, Kosmeen, Scabiosen, Zinnien, Verbenen, Spinnenblume, Heliotrops oder Buntschopfsalbei.

Langsam keimende Sommerblumen, wie Heliotrop, Ziertabak oder Verbenen, sollten spätestens im März im Kleingewächshaus vorgezogen werden. Pro Töpfchen werden fünf bis sechs Samen gesät, nach dem Aufgehen bleiben die drei kräftigsten Keimlinge stehen.

Praktisch sind Torftöpfchen, in denen die Jungpflanzen nach den Eisheiligen direkt im Staudenbeet ausgepflanzt werden. Die Wurzelballen zuvor gut durchfeuchten, die Torftöpfchen müssen sogar tropfnass sein. Der Boden im Beet wird mit Blumenerde oder Kompost angereichert, um optimale Startbedingungen zu schaffen. Junge Setzlinge werden so tief gepflanzt, dass die Oberkante des Wurzelballens ebenerdig abschließt. Frostempfindliche Arten, wie Leberbalsam, Gazanien, Begonien, Verbenen, werden bei Nachtfrostgefahr mit Folie oder Vlies vor Frostschäden geschützt.

Schnellwüchsige Sommerblumen, etwa Ringelblumen, Sommerastern, Studentenblumen oder Bechermalven, lassen sich gut in einem Frühbeetkasten vorziehen: Die Samen werden in Reihen ausgesät, dünn mit Erde bedeckt und leicht angedrückt. Denken Sie daran, den Frühbeetkasten an sonnigen Tagen zu lüften, um den wichtigen Sauerstoffaustausch zu ermöglichen und einer Schimmelbildung vorzubeugen.

Zinnien, Studentenblumen und Kosmeen werden ab Mitte April direkt im Beet ausgesät, entweder breitwürfig oder in Reihen. Um die kleinen Pflanzen nicht aus Versehen umzuharken, wird die Aussaatfläche mit einem Rahmen aus Sand markiert. Die Samen der Lichtkeimer nur ganz dünn mit Erde bedecken und leicht andrücken. Im Anschluss wird die Aussaatfläche mit Vlies vor Wind, Sonne und Vögeln geschützt. Zeigen sich erste Triebspitzen, werden zu dicht stehende Sämlinge vereinzelt.

Tipp: Viele Sommerblumen gibt es auch als Saatbänder, die eine besonders bequeme Aussaatmethode darstellen. Ziehen Sie etwa zwei Zentimeter tiefe Rillen ins Beet, legen Sie die Bänder hinein, bedecken Sie alles locker mit Erde und gießen Sie die Saatfläche gut an. Nach etwa zwei Wochen keimen die Samen und das Papier des Saatbandes verrottet.

Schon vor der Aussaat und Pflanzung von Pflanzensamen oder jungen Sämlingen wird der Boden aufbereitet: Schwere Böden werden durchlässiger gestaltet und sandige Böden verdichtet. Doch wie entstehen unterschiedliche Bodenstrukturen und wie wird eine Bodenanalyse durchgeführt? Hier erfahren Sie Wissenswertes zur Bodenaufbereitung im Garten.

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  1. "Bunte Bodendecker" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

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  7. "Krokusse im Frühjahr" (Originalbild): ADD, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  8. "Motiv im Blumenbeet" (Originalbild): Romy Veccia (seelenbluete), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  9. "Schmetterling auf Blüte" (Originalbild): Anita Menger (menita), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  10. "Torftöpfchen zum Vereinzeln" (Originalbild): intherightmeasure, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  11. "Schnecke frisst Blüten" (Originalbild): Petra Faltermaier (petrafaltermaier), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  12. "Bodenaufbereitung" (Originalbild): condesign, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

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