Was sind Containerpflanzen und wo liegen ihre Vorteile?

Bei der Containerpflanzung werden Gewächse in sogenannte Weichwandcontainer oder spezielle Containernachzuchtplatten gesät und verschult. Je kleiner das gewählte Pflanzgefäß ausfällt, desto früher müssen die Jungpflanzen pikiert werden, um eine ausreichende Nährstoffversorgung zu gewährleisten, die wichtig für ein gesundes Pflanzenwachstum ist. Besonders stecklingsvermehrte Pflanzen werden in Töpfen gezogen, sodass bei vielen Containerpflanzen eine Sorteinreinheit garantiert werden kann, die für viele ambitionierte Hobbygärtner ein wichtiges Pflanzkriterium darstellt. Da die Anzucht von Containerpflanzen jedoch deutlich aufwändiger ausfällt, muss hier mit einem erhöhten Preis gerechnet werden. Dieser lässt sich aber rechtfertigen, wenn man die besondere Qualität der einzelnen Pflanzen betrachtet: Containerpflanzen sind ingesamt kräftiger und weniger anfällig für Krankheiten als sogenannte Freilandpflanzen, da ihre Wurzeln besonders gut ausgebildet sind und im frischen Erdreich schnell anwurzeln. Zudem müssen Sie bei Containerpflanzen keine spezielle Pflanzzeit beachten – Ihrer Kreativität im Rahmen einer individuellen Gartengestaltung sind somit keine Grenzen gesetzt.

Im Folgenden finden Sie Wissenswertes zur richtigen Pflanzung sowie entscheidende Vor- und auch Nachteile von Containerpflanzen in Abgrenzung zu wurzelnackten Gewächsen und Ballenware.

Was sind Containerpflanzen?

Containerpflanzen werden mehrere Monate im Pflanzgefäß kultiviert.

Nicht jede Pflanze, die in einem Plastiktopf verkauft wird, ist gleichzeitig auch eine sogenannte Containerpflanze, auch wenn dieser Begriff häufig fälschlicherweise für alle Topfpflanzen genutzt wird. Unter dem Begriff "Containerpflanze" versteht man ein Gewächs, das in einem Topf oder Container kultiviert wurde. Das bedeutet, dass die Pflanzensamen bereits in einen Anzuchttopf ausgesät oder Jungpflanzen in spezielle Container gesetzt wurden, wo sie mehrere Monate optimal wachsen und gedeihen konnten.

Wird eine Pflanze schließlich zu groß, muss sie umgetopft werden, da eine ausreichende Nährstoffversorgung nicht länger gewährleistet werden kann. Experten sprechen hierbei vom Pikieren einer Jungpflanze. Schnellwachsende Baumarten, wie Bergahorn, Birke, Lärche oder Vogelbeere, werden daher direkt in große Hartwandcontainer gesetzt, wo sie dennoch nur eine halbe bis ganze Vegetationsperiode verbleiben, bevor sie in einen größeren Container mit frischem Substrat umgetopft werden.

Die hohe Qualität der Containerware erkennen Sie an besonders gut entwickelten Wurzelsystemen, welche – bedingt durch die Topfwände – ringförmig verlaufen. Neuere Containergenerationen verfügen sogar über spezielle Wurzelführungsrippen, um die Wurzelausbildung bestmöglich zu optimieren: Die Rippen leiten die Wurzeln an der Wand zum offenen Gefäßboden, der einen gesunden Wasserabfluss ermöglicht und die Wurzeln mit Sauerstoff versorgt. Diese Wachstumsweise hat den entscheidenden Vorteil, dass keine Wurzelmasse durch ein Abstechen aus dem Feld verloren wird und somit auch kein Rückschnitt nach der Pflanzung nötig ist, um fehlende Wurzeln zu kompensieren. Daher kommt es zu keiner Wachstumsverzögerung und der Zuwachs fällt im ersten Standjahr sehr groß aus, weil sich die Pflanze nicht auf die Wurzelregeneration konzentrieren muss, sondern sofort frische Triebe ausbilden kann.

Tipp: Die Containergröße wird mit Abkürzungen gekennzeichnet, wobei die Zahlen das Volumen des Behältnisses darstellen – C1 ist ein Container mit einem Volumen von 1 Liter, C1,5 mit einem Volumen von 1,5 Litern, C200 mit 200 Litern etc.

Containerpflanze, Ballenware oder wurzelnackt – wo sind die Unterschiede?

Freilandpflanzen, etwa Ballenware oder wurzelnackte Pflanzen, gedeihen nicht im Pflanzgefäß, sondern auf dem Feld einer Baumschule.
Mit Ballenschneidern werden Wurzelballen aus dem Erdreich geschnitten.

Im Pflanzen-Fachhandel oder in einer Baumschule steht man häufig vor der Wahl, ob man Containerpflanzen, Ballenware oder wurzelnackte Gewächse kaufen sollte. Dabei sind Ballenwaren und wurzelnackte Pflanzen sogenannte Freilandpflanzen, während Containerpflanzen nicht im freien Erdreich, sondern im Pflanzgefäß gedeihen. Entscheidend ist hier neben dem geplanten Pflanzzeitpunkt auch das nötige Kleingeld, denn Containerpflanzen sind deutlich teurer als andere Gewächse, weil ihre Wurzeln besonders gut ausgebildet sind und für die Pflanzung vollständig erhalten bleiben.

Ballenware

Sogenannte Ballenware (Abkürzung: m. B. = mit Ballen) wird lediglich zum Verkauf und Transport in einen Plastiktopf gesetzt, hat aber vorab keine Zeit im Containergefäß verbracht, sondern wurde mit Erdballen aus dem Feld gestochen. Dieser wird im Anschluss mit einem Ballierleinen verpackt und bei großen Pflanzen noch mit einem zusätzlichen Drahtgeflecht verstärkt, hier spricht man dann von "Pflanzen mit Drahtballen" (m. DB.). Das Ballierleinen bzw. Drahtgeflecht wird vor der Pflanzung nicht entfernt, sondern erst im Pflanzloch aufgeschnitten und kann hier anschließend verrotten. Da auf diese Weise nur ein geringer Wurzelanteil bei der Pflanzung verloren geht, wird den Pflanzen das Anwachsen erleichtert und auch der Rückschnitt nach der Pflanzung fällt deutlich geringer aus – er sollte ungefähr 10 - 20 % der Grünmasse umfassen. Weiterer Vorteil der Ballenware ist ihre gute Verfügbarkeit während des Herbstes und Frühjahres: Jetzt sind viele Heckenpflanzen sowie Laub- und Nadelbäume und weitere Gewächse als Ballenware im Handel erhältlich.

Tipp: Achten Sie darauf, dass die Pflanzen frisch aus dem Feld gestochen und dabei möglichst wenige Wurzeln beschädigt werden, um Ballentrockenheit bestmöglich vorzubeugen und ein Anwachsen zu erleichtern.

Wurzelnackte Pflanzen

Wurzelnackte Pflanzen (Abkürzung: WN) werden ohne Erdballen um die Wurzeln geliefert, sind dafür aber vergleichsweise erschwinglich. Dennoch haben wurzelnackte Pflanzen einige Nachteile: Ihre Pflanzzeit ist auf wenige Wochen im Frühjahr oder Herbst begrenzt, da Pflanzen erst nach dem Laubabwurf geliefert werden können und die Gewächse während der Pflanzung viele Wurzeln verlieren und daher besonders anfällig für einen Pflanzschock sind. Nach dem Einsetzen wird die Grünmasse um ca. 30 % zurückgeschnitten, um den Wurzelverlust auszugleichen. Dennoch bleibt die Ausfallsquote deutlich höher als bei den beiden anderen Pflanzenarten. Wurzelnackte Pflanzen müssen schnellstmöglich eingepflanzt werden. Ist dies nicht möglich, müssen die Wurzeln während der Lagerung in Erde eingeschlagen werden, um ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden zu können.

Containerpflanze Ballenware Wurzelnackte Pflanzen
Pflanzzeit: ganzjährig pflanzbar (Frostperioden ausgenommen) Herbst- oder Frühjahrspflanzung wenige Wochen im Herbst oder Frühjahr pflanzbar
Kultivierung: im Container gepflanzt und verschult im Feld/Freiland kultiviert im Feld/Freiland kultiviert
Empfindlichkeit: sehr unempfindlich aufgrund des reichen Besatzes mit Feinwurzeln unempfindlich aufgrund des mitgelieferten Erdballens sehr empfindlich aufgrund nackter Wurzeln (es droht ein Pflanzschock nach der Pflanzung)
Rückschnitt nach Pflanzung: muss nicht zurückgeschnitten werden, da keine Wurzelmasse fehlt Grünmasse zu ca. 10-20 % zurückschneiden, weil nur wenige Wurzeln entfernt wurden Grünmasse zu ca. 20-30 % zurückschneiden, um Wurzelverlust auszugleichen
Ausfallquote bei sachgemäßer Pflanzung: 0 % ca. 5 % mehr als 5 %
Lagerfähigkeit: gut lagerbar gut lagerbar schlecht lagerbar: nackte Wurzeln direkt in Erde setzen
Preis: teuer in der Anschaffung vergleichsweise erschwinglich vergleichsweise günstig

Containerpflanzen für Standorte mit hoher Vegetationskonkurrenz

Containerpflanzen sind sehr widerstandsfähig und eignen sich daher für kritische Standorte besonders gut.

Aufgrund des höheren Aufwandes im Rahmen der Anzucht beschränkt sich der Einsatz der Containerpflanzen in der Regel auf Standorte, auf denen Anwuchsprobleme zu erwarten sind. Hierbei handelt es sich etwa um schwierige Standorte mit sehr geringem Mutterbodenanteil, auf denen Pflanzen das Anwachsen erschwert wird. Die gut ausgebildeten Feinwurzeln der Containerpflanzen erleichtern der Pflanze die Akklimatisierung, sodass ein gefürchteter Pflanzschock, wie er häufig bei wurzelnackten Pflanzen zu beobachten ist, ausbleibt, wodurch Ausfälle minimiert werden.

Wichtig für die Bestandsbegründung bleibt dennoch die Wahl passender Pflanzen für den vorgesehenen Standort – hier spielt die Vegetationskonkurrenz eine entscheidende Rolle: Während kleine Bäume und andere Gehölze aus der Containernachzucht sich hervorragend für Standorte mit geringem Konkurrenzdruck durch andere Pflanzen eignen, müssen auf Böden mit hoher Begleitvegetation entsprechend größere, bereits robustere Pflanzen verwendet werden, um ein ideales Wachstum zu gewährleisten. Diese älteren Pflanzen sind entsprechend teurer, garantieren aber auch einen Anbauerfolg ohne Ausfallquote sowie ein ungehemmtes Höhen- und Breitenwachstum. Dies ist etwa besonders wichtig, wenn Sie eine blickdichte Hecke pflanzen möchten.

Tipp: Da Containerpflanzen ganzjährig pflanzbar sind, können Sie auch eine große Vielzahl an unterschiedlichen Zier- und Nutzgewächsen aus einer Containerkultur erwerben. Somit sind Sie in Ihrer gestalterischen Kreativität uneingeschränkt und können ganzjährlich pflanzen, was Ihnen gefällt und zuspricht.

Eine Containerkultur kann im Innen- und Außenbereich erfolgen.
Viele Container sind natürlich abbaubar und werden mit eingepflanzt.

Richtige Pflanzung von Containerware

Frisch gepflanzte Bäume sollten durch einen Stammschutz vor Fraßschäden durch Wildtiere und Druckstellen geschützt werden.

Da Containerpflanzen über ein gut ausgebildetes Wurzelsystem mit zahlreichen Feinwurzeln verfügen, verläuft die Anwachsphase in der Regel problemlos. Nach dem Kauf kann die Pflanze unmittelbar im Garten eingesetzt werden, darf aber auch in einer schattigen Ecke für einige Tage gelagert werden. Hierbei ist es wichtig, auf eine ausreichende Wasserversorgung zu achten, um eine anhaltende Ballentrockenheit zu vermeiden. Zudem sollte der Pflanzcontainer auf kleinen Klötzen stehen, um überschüssiges Gießwasser abfließen lassen zu können.

Ist der Tag der Pflanzung gekommen, wird ein Pflanzloch ausgehoben, das so tief wie der Container hoch ist, damit die langen Wurzelstränge nicht eingeengt werden und schneller anwachsen. Gegebenenfalls darf das Pflanzloch eine handbreit tiefer ausgehoben werden, sodass Sie als unterste Schicht noch hochwertigen Humus als organischen Dünger einfüllen können und der Wurzelballen dennoch mit der Erdoberfläche abschließt. Wenn Ihre Containerpflanze in einem Plastikgefäß gewachsen ist, wird dieses vor der Pflanzung entfernt. Lockern Sie nun die Wurzeln vorsichtig mit den Fingern und setzen Sie die Pflanze mittig ins Pflanzloch. Alternativ werden Pflanzen in natürlichen Containern geliefert, die mit eingepflanzt werden und sich selbstständig im Erdreich abbauen.

Füllen Sie nun die Hohlräume mit hochwertiger Pflanzerde und drücken Sie alles gut an, um letzte Zwischenräume zu schließen und einen rund 2 cm tiefen Gießrand entstehen zu lassen. Er gewährleistet, dass das Gießwasser an der Pflanzenbasis versickert – also da, wo es gebraucht wird. Wenn Sie den Aushub als Füllmaterial nutzen möchten, sollte er mit organischem Dünger aufbereitet werden, um ausreichend Nährstoffe liefern zu können. Eine abschließende Mulchschicht dient als Feuchtigkeitsspeicher und Frostsschutz und kann rund einen Meter um die Pflanzenbasis ausgebracht werden.

Tipp: Wenn Sie hohe Pflanzen, etwa ältere Bäume oder Heckenelemente, einpflanzen, verhindern stabile Stützpfähle einen Windwurf oder ungeraden Wuchs. Befestigen Sie die Pflanze mit weichen, breiten Bändern, bis sie ausreichend angewurzelt ist. Stammkontakt sollten Sie vermeiden, um die empfindliche Rinde nicht unnötig zu belasten. Ein zusätzlicher Stammschutz schützt Jungbäume vor Fraßschäden und Druckstellen, die eine optimale Eintrittsstelle für Krankheitserreger sind.

Viele Ziergehölze werden als Containerware geliefert: Die optimale Bodenaufbereitung und angepasste Pflanzenpflege sind für ein gesundes Wachstum ebenso wichtig wie eine durchdachte Pflanzstrategie, um den Boden nicht einseitig übermäßig zu belasten. Erfahren Sie Wissenswertes zur Aussaat und Pflanzenpflege im Ziergarten.

Weiterführende Informationen

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Bildnachweis
  1. "Baumschule mit Containerpflanzen" (Baumschule) von Karin Weigel, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  2. "Containerkultur" (A scene in a nursery) von Bhaskaranaidu, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  3. "Ballenware vom Feld" (Trees in perspective) von Farrand, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  4. "Ballenschneider" (Holmac-Ballenschneider) von Claus Ableiter, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  5. "Pflanzung" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  6. "Kultur von Chrysantemen" (Chrysanthemums in a plant nursery) von liz west, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  7. "Abbaubare Container" (Plant nursery, pot rows) von liz west, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  8. "Gepflanzter Jungbaum" (Maidenhair Trees) von F. D. Richards, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  9. "Bunte Bodendecker" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

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