Zimmerpflanzen richtig pflegen für schöne Blüten und Blätter

Zimmerpflanzen ergänzen mit ihren prächtigen Farben oder ihrem ungewöhnlichen Blattschmuck die individuelle Raumdekoration und setzen mit ihren formschönen Blüten leuchtende Akzente im Innenbereich. So variantenreich wie die Pflanzenarten fallen auch die unterschiedlichen Grundbedürfnisse für ein gesundes Wachstum und eine lange Blütenphase aus. Blühpflanzen bevorzugen in der Regel sonnige bis halbschattige Bereiche, während immergrüne Grünpflanzen besonders pflegeleicht sind, wenn die Raumtemperatur nicht zu warm ausfällt und die Blattmasse zum Nährstoffverhältnis sowie Feuchtigkeitshaushalt im Substrat passt. Es ist besonders wichtig, dass Sie artspezifische Standortansprüche und Pflegehinweise beachten, wenn Sie lange Freude an Ihren Zimmerpflanzen haben möchten.

Grünpflanzen sehen mit ihren einmaligen Blattformen nicht nur besonders hübsch aus, sie harmonisieren zugleich das Raumklima: Sie verwandeln Kohlendioxid in Sauerstoff und verdunsten über ihre großen Blätter Wasser, was einer natürlichen Luftaufbereitung gleichkommt. Weiterhin binden Sie umherfliegende Staubpartikel und beugen so allergischem Reizhusten und weiteren Atemproblemen vor.

Wir erklären Ihnen im Folgenden, wie Sie unterschiedliche Zimmerpflanzen richtig pflegen und überwintern.

Das Leben und Wachstum der Pflanze – die Photosynthese

Chlorophyll färbt Pflanzenblätter grün.

Vitale Pflanzen benötigen ausreichend Wasser, Luft, Nährstoffe und Licht für ein gesundes Wachstum. Elementarer Bestandteil der Photosynthese ist das Sonnenlicht. Sobald die Sonennstrahlen auf das in den Blättern und Stängeln befindliche grüne Pigment Chlorophyll einwirken, setzt die für die Pflanzengesundheit entscheidende Photosynthese ein. Sie versorgt die Zier- oder Grünpflanze mit Energie, die einfache Elemente in für das Wachstum wichtige Nährtsoffe umwandelt, die wiederum zum Aufbau von Zucker und anderen organischen Verbindungen führen.

Besonders wichtig für den Zuckeraufbau sind Kohlendioxid und Wasser: Kohlendioxid wird über kleine Spaltöffnungen an der Blattunterseite aufgenommen, aus denen die Pflanze im Anschluss wieder Sauerstoff und Feuchtigkeit an die Umgebung abgibt. Das lebenswichtige Wasser wird über die Wurzeln aus der Erde assimiliert. Weiterhin benötigt die Pflanze anorganische Stoffe, also Mineralien, die gemeinsam mit dem Wasser aus dem Substrat über die Wurzelausläufe aufgenommen werden. Sind die Nährstoffe aufgebraucht, muss artspezifisch gedüngt werden, um die Pflanzengesundheit mit einer angepassten Nährstoffversorgung beizubehalten.

Tipp: Auch nicht-grüne Blätter enthalten Chlorophyll, jedoch in deutlich geringeren Mengen. Zudem wird der grüne Farbstoff durch die anderen Farbpigmente überlagert. Pflanzen mit sehr bunten Blättern benötigen daher häufig einen sonnigeren, helleren Standort. Direkte Sonneneinstrahlung während der Mittagszeit gilt es grundsätzlich zu vermeiden.

Passender Standort für unterschiedliche Pflanzenarten

Wählen Sie für jede Zimmerpflanze den optimalen Standort für ein gesundes Pflanzenwachstum.

Pflanzen haben individuelle Standortansprüche, die es für ein gesundes Wachstum zu respektieren gilt. Sonnenhungrige Blumen haben meist viele kleine, harte Blätter und sollten an einem hellen Südfenster ihren Platz finden. Doch auch hier sollte während der Mittagszeit ein zusätzlicher Sonnenschutz aufgestellt oder die Blume in den Halbschatten gerückt werden, um Verbrennungen und Austrocknungen zu vermeiden. Das West- und Ostfenster eignet sich ideal für zahlreiche Blütenpflanzen mit großen, weichen Blättern, die helle und halbschattige Lagen bevorzugen. Hier gilt es generell zu bedenken, dass buntblättrige Pflanzen hellere Standorte benötigen: Sie besitzen weniger Chlorophyll als grünblättrige Pflanzen und sind daher auf ausreichend Licht angewiesen, um die Photosynthese zu betreiben. Achten Sie hier jedoch auch auf individuelle Ansprüche. Am schattigen Nordfenster gedeihen hauptsächlich robuste Blattpflanzen, denen nur wenige Sonnenstunden am Tag für ein gesundes Wachstum ausreichen.

Wenn der Standort nicht optimal gewählt ist, zeigen Zimmerpflanzen typische Symptome: Bei einem Sonnenbrand werden die Blätter gelb, entwickeln braune Stellen und rollen sich schließlich ein. Auch die Blüten verblassen an einem zu hellen Standort überdurchschnittlich schnell, vertrocknen und verwelken, bevor sie schließlich abfallen. Steht die Pflanze in der prallen Mittagssonne, lässt sie schnell die Triebe, Blätter und Blüten hängen. Wird die Pflanze jetzt nicht umgestellt und mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt, erholen sich viele Arten nur noch schlecht. Steht die Zimmerpflanze hingegen an einem zu dunklen Standort, entwickelt sie dünne, weiche Triebe und verkahlt auf Dauer. Buntblättrige Pflanzenarten beginnen zu vergrünen, während Zierblumen eine schlechte Knospenentwicklung zeigen. Rücken Sie Pflanzen, besonders in den kurzen Wintertagen, näher an die Lichtquelle und unterstützen Sie sonnenliebende Pflanzen bei ersten Symptomen durch spezielle Pflanzenleuchten.

Tipp: Natürlich eignen sich Topfpflanzen nicht nur für den privaten Wohnbereich, auch im Büro ermöglichen Pflanzen mit großen Blättern eine allegemeine Leistungssteigerung und bessere Konzentrationsfähigkeit. Wählen Sie hier schattenverträgliche Grünpflanzen mit vielen großen Blättern, um die Luftqualität zu optimieren. Generell wirken Zierpflanzen im Arbeits- und Wohnbereich stressmindernd und nehmen einen positiven psychologischen Effekt auf das Gemüt.

Achtung bei Giftpflanzen

Zahlreiche Giftpflanzen bilden wunderschöne Blüten und werden daher gerne als Zierpflanze in den Garten gepflanzt oder in einem dezenten Übertopf auf die Fensterbank gestellt. Selbst wenn keine Kleinkinder im Haushalt leben, könnten auch neugierige Katzen oder Hunde die giftigen Pflanzenteile fressen, was zu schwerwiegenden Vergiftungserscheinungen führen kann. Lassen Sie daher im Umgang mit giftigen Pflanzen im Innen- und Außenbereich besondere Vorsicht walten.

Richtige Pflanzung von Zimmerpflanzen

Eine abschließende Sandschicht hilft bei der Wasserspeicherung. Zusätzliche Steine stützen hohe Pflanzen und wirken dekorativ.

Zimmerpflanzen sind Kübelpflanzen und müssen daher mit einem begrenzten Wurzelraum und Nährstoffvorrat leben. Besonders entscheidend ist daher die Verwendung von hochwertiger Balkonpflanzenerde, die die Pflanzen zur Anfangszeit bereits optimal mit Nährstoffen versorgt, und eines ausreichend großen Pflanzgefäßes mit Abzugsloch, um wurzelschädigende Staunässe zu vermeiden.

Lesetipp: Wir haben uns mit dem Thema Pflanzung und Pflege von Topfpflanzen näher auseinandergesetzt und Ihnen die wichtigsten Informationen auf unserer Beratungsseite zu Balkon- und Kübelpflanzen zusammengestellt.

Bereits beim Pflanzenkauf sollten Sie den vorgesehenen Standort beachten und nur zu Pflanzen greifen, die hier optimal gedeihen. Dabei können Sie alternativ mehrere Pflanzen mit gleichem Nährstoffbedarf und identischen Standortansprüchen in einen länglichen Kübel stellen, oder alternativ eine Pflanze solitär in einen optisch ansprechenden Übertopf setzen, um generell flexibler zu bleiben. Ist diese Entscheidung gefällt, wird ein entsprechendes Pflanzgefäß mit passendem Übertopf gekauft. Achten Sie auf ein Abzugsloch, aus dem überschüssiges Wasser ablaufen kann: Größere Gefäße dürfen gerne auch über mehrere Wasserabzugslöcher verfügen. Wenn Sie einen dekorativen Übertopf nutzen möchten, sollte das Pflanzgefäß in ihm auf kleinen Klötzen leicht erhöht stehen und dennoch nicht über den Gefäßrand hinausschauen. Überflüssiges Wasser, das sich im Gefäß ansammelt, wird regelmäßig abgegossen. Alternativ kann auch das Pflanzgefäß mit einem Abzugsloch ausgestattet sein – in diesem Fall dient ein farblich passender Untersetzer als Auffangbehältnis.

Als erste Schicht wird ein Drainagebereich angelegt, der einen gesunden Wasserabtransport ermöglicht und ein Verstopfen des Abzuglochs vermeidet. Diese Schicht besteht aus kleinen Tonscherben, Kieselsteinen oder Blähton. Über diese rund zwei bis drei Finger breite Schicht können Sie optional ein wasserdurchlässiges Vlies legen, das die Erde zusätzlich zurückhält. Füllen Sie nun den Kasten bzw. das Pflanzgefäß zur Hälfe mit hochwertiger, feuchter Kübelblumenerde und setzen Sie die ausgetopfte Pflanze mittig ein. Bei mehreren Pflanzen sollten Sie die einzelnen Exemplare leicht versetzt einpflanzen. Befüllen Sie die noch bestehenden Zwischenräume mit Erde und drücken Sie abschließend alles gut an, sodass ein ca. 2 cm hoher Gießrand entsteht und letzte Hohlräume geschlossen werden. Nun wird noch alles gründlich bewässert.

Tipp: Nach rund vier bis sechs Wochen ist der Nährstoffanteil der Blumenerde soweit aufgebraucht, dass nachgedüngt werden sollte. Hier können Sie auf praktische Düngerstäbchen für Zimmerpflanzen oder gewöhnlichen Blühpflanzendünger zurückgreifen.

Achten Sie auch in kleinen Gefäßen auf eine wurzelschützende Drainageschicht.
Ein Florarium ist modern und wird mit ungewöhnlichen Pflanzen zum Blickfang.

Bewässerungsmethoden

Untersetzer ermöglichen eine indirekte Bewässerung.

Vielen Zimmerpflanzen tut es gut, wenn sie regelmäßig mit einem Wasser-Zerstäuber besprüht werden, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Leider hat diese Gießmethode auch einen Nachteil: Staub, der sich auf den Blättern abgesetzt hat, haftet umso fester und behindert die Pflanzen beim Atmen, da die Spaltöffnungen der Blätter verkleben. Deshalb sollten Zimmerpflanzen gelegentlich mit einem handwarm temperierten Wasserstrahl in der Badewanne abgeduscht werden. Große Blätter werden zudem regelmäßig vorsichtig mit einem feuchten, weichen Tuch abgewischt. Weichblättrige Pflanzen sollten generell nicht besprüht werden.

Tipp: Sogenannte Blattglanzmittel mit pflanzenverträglichen Ölen sollten immer erst nach einer solchen Reinigung aufgetragen werden. Durch ihre staubabweisende Wirkung unterstützen sie zusätzlich die Blattfunktion.

5 Tipps zur richtigen Bewässerung von Zimmerpflanzen:

  1. Pflanzen immer nur nach Bedarf, und nicht regelmäßig nach Zeitplan gießen. Hier hilft die sogenannte Fingerprobe: Die Feuchtigkeit der Topferde wird mit den Fingern ertastet. Sobald die Erde unter der Oberfläche abgetrocknet ist, wird wieder gegossen.

  2. Die erste Gießmethode ist das Gießen von oben: Hierbei dürfen die Blätter nicht benetzt werden, um Verbrennungen im Sonnenlicht zu vermeiden. Wässern Sie zudem stets gründlich und durchdringend.

  3. Die zweite Gießmethode ist das Gießen von unten: Der Untersetzer wird bis zum Rand aufgefüllt und überschüssiges Wasser nach etwa zwei Stunden ausgeleert.

  4. Die dritte Gießmethode ist das Tauchen: Nur bei völliger Ballentrockenheit wird die Pflanze (falls nötig auch ruhig mit Übertopf) in ein Wassergefäß gestellt, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Anschließend lässt man überschüssiges Wasser ablaufen, bevor die Pflanze wieder auf die Fensterbank kommt.

  5. Bitte stets zimmerwarmes Wasser verwenden: Nach dem Gießen wird die Gießhilfe neu aufgefüllt. Wenn kalkarmes Regenwasser gewonnen werden kann, ist dies dem Leitungswasser vorzuziehen. Alternativ helfen spezielle Wasserentkalker.

Nährstoffversorgung und Pflanzsubstrat

Die ausgewogene Nährstoffversorgung der Pflanze hängt mit einem hochwertigen Substrat zusammen, das auch nach dem Gießen strukturstabil bleibt und die anorganischen Stoffe optimal bindet. Handelsübliche Torferde ist für die Pflanzung von Zimmerpflanzen nur bedingt geeignet, da sie zu stark vernässt und zugeführte Mineralien und Spurenelemente schneller ausgeschwemmt werden, wodurch es zu starken Nährstoffschwankungen kommt.

Abgestimmtes Substrat ist ausschlaggebend für ein gesundes Wachstum und eine lange Blütephase.

Wichtig für die Gesundheit und das Wachstum ist Stickstoff. Er ist neben dem Pflanzenwachstum auch für die Grünfärbung der Blätter verantwortlich, wodurch Grünpflanzen einen besonders hohen Stickstoffbedarf haben. Phosphor spielt hingegen bei Zierpflanzen eine entscheidende Rolle, da er die Blühwilligkeit fördert und zu einer kräftigen Blütenbildung beiträgt. Kalium wird von allen Pflanzen benötigt, da er die Zellwände stärkt und so auch die Widerstandskraft gegen Pflanzenkrankheiten und Schädlinge optimiert. Spurenelemente wie Eisen und Magnesium sind in vielen Düngemitteln enthalten: Eisen verhindert generelle Blattvergilbungen, während Magnesium auch die Widerstandskraft der Pflanze steigert.

pH-Wert des Pflanzsubstrats

Zudem haben universelle Blumenerden häufig einen für Topfpflanzen ungeeigneten pH-Wert. Hier gilt es zu bedenken, dass der pH-Wert beim Gießen mit kalkhaltigem Wasser oder Dünger schnell ansteigt, was nicht allen Pflanzenarten zugutekommt. Besonders anspruchsvoll sind Sukkulenten, Kakteen und Orchideen. Hier greifen Sie im Idealfall zu Spezialsubstraten, die die einzelnen Ansprüche optimal erfüllen.

Wer möchte, kann eine individuelle Substratmischung mit passendem pH-Wert herstellen. Als Basis dient eine torfhaltige Blumenerde. Einige Mischungen werden mit einem Anteil Landerde (gewöhnliche Ackererde mit Tonanteil und einem pH-Wert von 6,0 bis 7,0) aufbereitet. Achtung: Die Landerde muss vorab durch Erhitzen im Ofen oder in der Mikrowelle sterilisiert werden, Experten sprechen hierbei vom Dämpfen der Anzuchterde. Um die Durchlässigkeit zu optimieren, werden Sand und Lavagranulat entsprechend hinzugefügt.

Das optimale Mischverhältnis können Sie der folgenden Tabelle entnehmen:

pH-Wert 4,5 bis 5,5 pH-Wert 5,5 bis 6,0 pH-Wert 6,0 bis 7,0
5 Anteile Torfsubstrat 5 Anteile Torfsubstrat 5 Anteile Torfsubstrat
1 Anteil Quarzsand 1,5 bis 2,5 Anteile Ackererde mit Tonanteil (Landerde) 2,5 bis 4 Anteile Ackererde mit Tonanteil (Landerde)
0,5 Anteile Bims-Kies, Lavalit oder Lavagranulat 0,5 Anteile Quarzsand 1 Anteil Quarzsand
1 Anteil Bims-Kies, Lavalit oder Lavagranulat 1,5 Anteile Bims-Kies, Lavalit oder Lavagranulat
Pflanzen überwintern an einem mäßig kühlen, jedoch ausreichend hellen Standort.

Tipp: Die Blätter und Blüten sollten nicht die kalte Fensterscheibe berühren. Dies gilt besonders für Orchideen und andere tropische Gewächse. Ein Streifen Luftpolsterfolie an der Scheibe schützt empfindliche Arten zusätzlich vor der Kälte.

Zimmerpflanzen werden generell vor praller Sonneneinstrahlung geschützt und es sollte für reichlich Luftfeuchtigkeit gesorgt werden, denn im Winter ist die Zimmerluft besonders trocken: Braune Blattspitzen, verdorrte Blätter sowie Knospen und Blüten, die schließlich abfallen, sind die Folge. Mit einem Wassersprüher wird die Luftfeuchtigkeit in unmittelbarer Pflanzennähe optimiert. Die Pflanze entspannt sichtlich und kann ihre Spaltöffnungen für den notwendigen Gasaustausch öffnen. Flache, mit Wasser und Kieselsteinen gefüllte Schalen oder Wasserbehälter am Heizkörper erhöhen ebenfalls die Luftfeuchtigkeit, wenn Sie gerade nicht sprühen können. Ist die Raumluft generell oder für spezielle Exoten zu trocken, helfen Luftbefeuchter.

Auch im Winter wird erst mit temperiertem Gießwasser gegossen, wenn die Erde abgetrocknet ist. Zudem sind die Übertöpfe regelmäßig auf Wasserstau zu kontrollieren, um Wurzelfäule zu vermeiden. Viele Pflanzen leiden im Winter unter der trockenen Heizungsluft und sollten mit entkalktem Wasser besprüht werden. Je kühler eine Pflanze im Winter steht, desto weniger wird sie gegossen. Als Faustregel gilt: Pflanzen, die Sie im Sommer täglich gegossen haben, im Winter bitte höchstens alle drei Tage wässern.

Beispiele für Blütenpflanzen mit unterschiedlichem Wärmebedürfnis

Warmer Standort: Usambaraveilchen, Flammendes Käthchen, Weihnachtsstern und Weihnachtskaktus
Kühler Standort: Azalee, Alpenveilchen, Becherprimel und Kamelie

Topfpflanzen im Frühjahr umtopfen

Mit einem dekorativen Übertopf können Sie individuelle Akzente setzen.

Nach dem Winter benötigen viele Zimmerpflanzen einen neuen Topf und frische Erde. Jungpflanzen durchwurzeln die Töpfe sehr rasch und brauchen jedes Jahr einen größeren Topf. Ältere Pflanzen werden verpflanzt, wenn die Erde ausgelaugt und verbraucht ist. Falls man sich nicht sicher ist, hebt man die Pflanze vorsichtig aus dem Topf: Ist die Erde völlig durchwurzelt, ist es Zeit zum Umtopfen, spätestens aber, wenn die Wurzeln durch die Abflusslöcher sprießen. Ebenso, wenn die Proportionen zwischen Pflanze und Topf nicht mehr stimmen, oder die Erdoberfläche von Kalkablagerungen verkrustet ist.

In der Regel sollte alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden. Der Durchmesser des neuen Topfes sollte drei bis vier Zentimeter größer sein. Wurde eine Pflanze zurückgeschnitten, sollten Sie bis zum Umtopfen etwa zwei Wochen warten, damit sie sich vom Rückschnitt erholen kann und Schnittwunden abheilen.

Tipp: Tontöpfe werden vor Gebrauch einige Stunden gewässert, damit sie dem Wurzelballen keine Feuchtigkeit entziehen.

Blumenerde von guter Qualität ist beim Umtopfen besonders wichtig – hier sollte man nicht am falschen Ende sparen. Minderwertige Erde ist gewöhnlich nicht sterilisiert, weshalb sie leicht schimmelt, zudem sind die Zusammensetzung und der Düngergehalt meist nicht optimal. Gute Blumenerde ist vorgedüngt, der Nährstoffvorrat reicht für etwa acht bis zehn Wochen.

Tipp: Falls der Wurzelballen sich nicht aus dem alten Topf löst, hilft man mit einem Messer nach. Sitzt der Ballen sehr fest, bitte keine Gewalt anwenden, denn das schadet den empfindlichen Wurzeln. Besser ist es, den Tontopf zu zertrümmern, oder den Plastiktopf in Stücke zu schneiden.

Um Wasserstau am Topfboden zu vermeiden, legt man eine Drainageschicht aus Tonscherben oder Blähton an. Die Pflanze sollte nicht tiefer eingesetzt werden, als sie zuvor stand: Man gibt also zunächst soviel Erde in den Topf, dass die Pflanze wieder auf der gleichen Höhe sitzt, plaziert sie in der Mitte und füllt rund um den Wurzelballen mit Erde auf. Als Gießrand bleiben zwischen Erdoberfläche und Topfrand etwa 2 cm frei. Abschließend die Erde leicht andrücken und die Pflanze angießen.

Tipp: Viele Zimmerpflanzen lassen sich beim Umtopfen gut durch Teilung verjüngen, etwa Bubiköpfchen, Farne, Korallenmoos, Pfeilwurz, Simse, Zimmerbambus, Zimmerhafer oder Zyperngras. Der Wurzelballen wird einfach mit den Fingern auseinander gezogen oder mit einem scharfen, sauberen Messer durchtrennt. Die Teilstücke in nicht zu große Töpfe pflanzen und die erste Zeit sparsam gießen.

Sukkulenten speichern Wasser in ihren fleischigen Blättern.
Orchideen gedeihen im Halbschatten bei mäßiger Feuchtigkeit.

Schädlinge an Indoor-Pflanzen

Die dunklen Wintermonate sind eine schwere Zeit für viele Zimmerpflanzen. Sie reduzieren ihre Lebensgeister und werden damit zu einem gefundenen Fressen für Schädlinge. Zimmerpflanzen müssen deshalb gerade im Winterhalbjahr besonders sorgfältig gepflegt und wöchentlich auf Schädlinge abgesucht werden. Dies gilt auch für Kübelpflanzen im Winterquartier. Dabei sollten Sie besonders die Blattunterseiten und versteckte Stellen, wie Blattachseln, kontrollieren. Wählen Sie bei der Bekämpfung von Schädlingen ein umweltverträgliches, biologisch abbaubares Produkt, das gegen die meisten saugenden Insekten und Fliegen wirksam ist.

Schädling Befall Symptome Bedrohte Zimmerpflanzen
Blattläuse Junge Blätter, Knospen und Triebspitzen Es zeigen sich zahlreiche schwarze Punkte, die bei näherer Betrachtung als Laus identifiziert werden. Die Pflanze wird geschwächt, die Blätter verkrüppeln und es stellt sich ein Nährstoffmangel ein. Alpenveilchen, Begonien, Flamingoblume, Hibiskus, Oleander
Schildläuse Blattadern, Triebe und Stamm Die Blätter werden braun oder gelb und fallen schließlich ab. Citrusgewächse, Drachenbaum, Efeu, Farne, Ficus, Oleander, Schefflera
Woll- und Schmierläuse Blattachseln, Blattmittelrippen und Schnittstellen Das Pflanzenwachstum stagniert, Knospen und Blüten fallen ab, die Pflanzen werden ungewöhnlich klebrig. Amaryllis, Buntnessel, Christusdorn, Kakteen, Kamelie, Passionsblume, Schefflera, Yucca, Weihnachtsstern
Thripsen Blattunterseite Die befallenen Blätter bleichen silbrig-weiß aus. Aralie, Ficus, Flamingoblume, Gummibaum, Hibiscus, Palmen
Mottenschildläuse Blattunterseite Es zeigen sich weiße Pünktchen an den Blattunterseiten und eventuell sogar an den Fensterscheiben. Mitunter kommt es zu Wuchsdeformierungen der Blätter und es setzt ein Nährstoffmangel ein. Obst- und Ziergehölze, Kohlgemüse und viele Zierpflanzen
Spinnmilben Blattadern und Triebspitzen Die Blätter werden gesprenkelt. Besonders bedroht sind Pflanzen auf dem warmen Fensterbrett und über der Heizung: Dieffenbachie, Drachenbaum, Efeu, Ficusarten, Fuchsie, Gummibaum, Hibiscus, Weihnachtsstern, Zyperngras
Larven der Trauermücke Substrat In der Pflanzenerde sind weiße Würmchen zu finden. Gefährdet sind warm stehende Pflanzen in feuchtem, humosem Substrat.

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Bildnachweis
  1. "Zimmerpflanzen" (Originalbild): Milada Vigerova (milivanily), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  2. "Grünpflanze mit dekorativem Blattwerk" (Originalbild): AKuptsova, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  3. "Einzelne Topfpflanzen" (Originalbild): Karolina Grabowska (kaboompics), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  4. "Sand als Schutzschicht" (Originalbild): Unsplash, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  5. "Eingepflanzte Sukkulenten" (Originalbild): jinhopark, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

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  8. "Blume als Gestaltungselement" (Originalbild): vistawei, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  9. "Bunte Blätter" (Originalbild): Karolina Grabowska (kaboompics), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  10. "Dekorativer Übertopf" (Originalbild): Unsplash, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  11. "Hängende Sukkulente" (Originalbild): Eelffica, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  12. "Orchideenblüten" (Originalbild): Wolfgang Horvath (howo), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

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