Mäuse und Ratten bekämpfen

Ratten und Mäuse sind weit verbreitete Schädlinge - ob in privaten Haushalten oder in landwirtschaftlichen Betrieben. Um hygienische Arbeits- und Lebensbedingungen zu erhalten, ist ein zeitiges Einschreiten bei ersten Anzeichen notwendig. Wie Sie einen Befall rechtzeitig erkennen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Sobald man die Anwesenheit der Schadnager feststellt, besteht Handlungsbedarf. Andernfalls wird der Schädlingsdruck für den einzelnen Haushalt oder Betrieb zu hoch und jegliche Bekämpfung ineffektiv und unwirtschaftlich.

In den folgenden Zeilen zeigen wir Schwachstellen an Haus & Hof und geben Tipps für die Bekämpfung von Ratten und Mäusen.

Wie gelangen Mäuse und Ratten in Häuser und Ställe?

Welche Schädlinge werden vornehmlich bei landwirtschaftlichen Betrieben, in ländlichen Haushalten und bei Hobbyfarmern angetroffen? Grundlegend trifft man im ländlichen Raum auf zwei Arten von Schädlingen: Vorratsschädlinge und Hygieneschädlinge.

Vorratsschädlinge: Ratten, Mäuse, Kornkäfer, Mehl-, Reiskäfer, Milben u.v.a.

Hygieneschädlinge: Ratten, Mäuse, Fliegen, Bremsen, Mücken, Schaben, Läuse, Milben und Nager

Diese Schädlingsgruppen können Krankheiten übertragen, finanzielle Schäden anrichten und Unruhe und Unwohlsein bei Mensch & Tier erzeugen. Die folgende Darstellung zeigt Ihnen, an welchen Schwachstellen Mäuse und Ratten häufig Zugang zu Haus und Hof finden.

Schwachstellen an Haus und Hof

Prüfen Sie ihr Haus auf mögliche Schwachstellen, durch die Schadnager hineingelangen können.

1 Silo | 2 Getreidelager | 3 Stallungen| 4 Geräteschuppen| 5 Komposthaufen als Nahrungsquelle | 6 Brennholzstapel | 7 Bodendecker / starker Bewuchs am Haus | 8 Fehlendes Traufgitter | 9 Fallrohre als Aufstiegsmöglichkeit | 10 Kramecke | 11 Terrassentür | 12 Kanalisation und deren Endung im Haus | 13 Kellertür | 14 Belüftungslöcher im Mauerwerk | 15 Kellerfenster | 16 Gelber Sack / Bio- oder Mülltonnen | 17 Fallobst | 18 Vogelhäuser | 19 Gartenteiche / Fischfutter

Ratten und Mäuse fernhalten

Um einer Ratten- oder Mäuseplage vorzubeugen, können Sie eine Reihe von Hygienemaßnahmen ergreifen. Auch als Unterstützung der Rattenbekämpfung bieten sich diese Aspekte an:

  • Der umsichtige Umgang mit Essenresten und Tierfutter rund um Haus und Hof ist besonders zu beachten, da die Nager sich hiervon stark angezogen fühlen. Das liegt vor allem am ausgeprägten Geruchssinn der Tiere. Essenreste sollten weder in der Toilette entsorgt werden, noch sollte gegarte Speisen oder Fleisch den Weg in den Komposter finden.

  • Schäden an der Kanalisation sollten zudem schnellstmöglich repariert werden.

  • Türen, Lüftungsschlitze und Fenster sollten regelmäßig überprüft werden: schließen Sie noch richtig? Können Tiere etwa durch einen Spalt eindringen? Türdichtschienen und Gittereinsätze können verhindern, dass Schadnagern in Wohnräume eindringen.

  • Achten Sie bei der Entsorgung von Müll darauf, dass dieser unzugänglich für Ratten zwischengelagert wird.

  • Verschließen Sie Müllbeutel und Mülltonnen zusätzlich gründlich.

  • Bewachsene Hauswände bieten Schadnagern Schutz und verdecken Schlupflöcher. Sehen Sie daher von zu dichter Bepflanzung rings ums Haus und in der Nähe von Fenstern und Türen ab. Finden sich Durchbrüche in den Wänden (etwa für Versorgungsleitungen) sollten Sie diese mit Draht, Steinwolle und Mörtel fachgerecht verschließen.

  • Bei der Vogelfütterung sollten Sie darauf achten, dass das Futter in geeigneten Futterstätten rattensicher ausgebracht wird.

  • Kleintierhalter sollten beim Bau und Kauf von Käfigen ebenfalls auf Rattensicherheit achten. 

Ratten als Krankheitsüberträger

Ratten können bis zu 120 Infektionskrankheiten übertragen, welche sie über Flöhe, Kot, Urin oder Bisse verbreiten. Zu den bekanntesten Erkrankungen zählen das Hantavirus (hohes Fieber, Nierenversagen), Cholera oder Typhus.

Schädlinge erkennen: Häufigste Schadnager im Profil

Wanderratten sind dämmerungs- und nachtaktiv.

Wanderratte (Rattus norvegicus)

Lebenserwartung: 1 – 2 Jahre

Kopf-/Rumpflänge: 19 – 29 cm

Lebendgewicht geschlechtsreif: 240 – 520 g

Würfe / Jahr: 4 – 6

Nachwuchs / Wurf: 6 – 8

Charakteristika:

• groß, kräftig gebaut • eckiger Schädel • stumpfe Schnauze •  dicker Schwanz (kürzer als Kopf-/Rumpflänge) • kleine anliegende Ohren

Verhalten:

•  sehr misstrauisch gegenüber neuen Dingen und neuer Nahrung •  bevorzugen vertraute und gleichbleibende Umgebungen •  dämmerungs- und nachtaktiv •  überwiegend entlang  von bekannten Wegen • leben meistens am Boden Nahrungsaufnahme: •  ernähren sich gewöhnlich an zwei bis drei vertrauten Stellen je Nacht (20 – 30 g) •  benötigen gesondert Wasser

Hausratte (Rattus rattus)

Lebenserwartung: 4 – 7 Jahre

Kopf-/Rumpflänge: 16 – 24 cm

Lebendgewicht geschlechtsreif: 200 – 400 g

Würfe / Jahr: 6 – 10 Nachwuchs /

Wurf: 8 – 12

Charakteristika:

• spitze Schnauze • Augen und Ohren verhältnismäßig größer als bei der Wanderratte • braun/grau mit grauer Unterseite

Verhalten:

• leben gesellig in Familienverbänden mit einer festen Sozialstruktur Aktivität: • tag- und nachtaktiv • können gut springen und klettern • meiden Wasser weitgehend Nahrungsaufnahme: • bevorzugen pflanzliche Koste (Getreide, Früchte, Samen, Wurzeln) • Nahrung die sie nicht kennen, rühren sie oft nicht an

Die Hausmaus ist einer der häufigsten Schadnager in Häusern und auf landwirtschaftlichen Gehöften.

Hausmaus (Mus musculus)

Lebenserwartung: 0,5 – 1 Jahr

Kopf-/Rumpflänge: 7 – 11 cm

Lebendgewicht geschlechtsreif: 20 – 25 g

Würfe / Jahr: 6 – 8 Nachwuchs / Wurf: 5 – 6

Charakteristika:

• klein • zierlich gebaut • spitze Schnauze • große, leicht behaarte Ohren • Schwanzlänge = Kopf-/Rumpflänge

Verhalten:

• sehr neugierig • meiden keine neuen Dinge oder neue Nahrung, sondern untersuchen diese Aktivität: • überwiegend nachtaktiv • sehr gute Kletterer • leben meistens am Boden Nahrungsaufnahme: • ernähren sich an ca. 20 Stellen je Nacht (2 – 3 g) • können den Wassergehalt in der Nahrung nutzen

Wühlmäuse können in Gärten großen Schaden anrichten.

Wühlmaus (Arvicolinae)

Lebenserwartung: 1 – 2 Jahre

Kopf-/Rumpflänge: 8 – 22 cm

Lebendgewicht geschlechtsreif: 60 – 150 g

Würfe / Jahr: 3 – 4

Nachwuchs / Wurf: ca. 4 – 6

Charakteristika:

• stumpfer Kopf • kleine Ohren • sehr weiches Fell • meist grau, aber auch sandfarben oder dunkelbraun • Bauchseite immer heller als restliche Behaarung Wesen: • sehr neugierig • haben keine Scheu vor Menschen

Verhalten:

• dämmerungsaktiv • eifrig am wühlen und graben, nicht nur den Garten, sondern teilweise auch Rasenflächen Nahrungsaufnahme: Früchte, Gras, Wurzeln, Kräuter, Keimlinge, Pilze, Eicheln, Insekten, Würmer

Die 4 Schritte erfolgreicher Schädlingsbekämpfung

Vorköderung: Ratten- und Mäusebefall erkennen und passende Maßnahmen ergreifen

 1. Stellen sie zunächst die Schadnagerart (Ratten und/oder Mäuse) und das Aufmaß des Befalls fest. Kontrollieren sie dazu mögliche Laufwege entlang von Mauer, identifizieren sie Fraßspuren und eventuelle Schäden.

2. Bei Befall durch nur einzelne Mäuse im Innenbereich sind Fallen die geeignetere Bekämpfungsmaßnahme.

3. Nach Erkennen einer möglichen Route der Schadnager kennzeichnen Sie diese und verschließen sie mögliche Eingänge zu Futterquellen.

4. Führen Sie eine Vorköderung entlang der Wege durch, indem Sie Köderboxen mit Ködermittel ohne Wirkstoff (z. B. Getreideköder) befüllen

5. Kontrollieren Sie welche Köderboxen angenommen wurden und wie stark der Befall ist. Stellen sie nicht angenomme Köderboxen um, damit eine optimale Verteilung der Köderboxen entlang der Laufwege erzielt werden kann.

Bekämpfungsphase: Zielgerichtetes Ausbringen von Ködern und Fallen

Es hat sich gezeigt, dass Ratten- und Mäusebekämpfung ein Ganzjahresthema mit Schwerpunkt von August bis März ist. Für ein optimales Bekämpfungsergebnis teilen Sie Ihren Hof/Anlage in folgende Bereiche ein:

So bringen Sie die Köder optimal aus.

Nachkontrolle: Begleitende Maßnahmen und Abdichten der Zugänge

Um einen Neubefall nach erfolgreicher Bekämpfung zu vermeiden, müssen folgende Maßnahmen ergriffen werden:

1. Entfernen möglicher Nahrungsmittelquellen (Lebensmittel, Müll, etc.).

2. Beseitigung von Unrat und Abfall, der als Unterschlupf dienen könnte.

3. Nach Möglichkeit Zugänge zum Innenbereich (Spalten, Löcher, Katzenklappen, Drainagen etc.) für Nagetiere unzugänglich machen.

Dokumentation: Abschließende Überprüfung und Vorbereitung für die erneute Schädlingsbekämpfung

Die Dokumentation ist wichtig für die systematische Bekämpfung und deren Erfolg. Zusätzlich verlangen verschiedene Gesetze und Vorschriften in der Landwirtschaft, geeignete Maßnahmen zur Gewährleistung eines Hygienestandards. Dazu zählt auch die Bekämpfung von Schadnagern und deren Dokumentation.

1. Erstellen Sie einen Lageplan und zeichnen Sie die Köderstellen in den einzelnen Zonen ein.

2. Markieren Sie die Köderstellen mit durchgehender Nummerierung und erstellen Sie eine Liste was, wann und wie oft beködert wurde.

3. Zur Unterstützung können Sie sich hier ein Kontrollformular unter herunterladen: load.kerbl.de/kontrollformular-ratte-maus

4. Der Bekämpfungserfolg muss dokumentiert werden. Der Befallsort muss frei von Ködern und toten Nagern sein.

Häufige Ursachen für Fehlschläge in der Bekämpfung

• der Köder ist nicht mehr frisch genug und daher nicht mehr attraktiv

• die Köder wurden nicht mit Handschuhen ausgebracht und haben daher „Menschengeruch“

• es gibt zu viele alternative Futtermöglichkeiten, insbesondere Vitamin-K-haltige, die die Wirkung der Wirkstoffe neutralisieren (z. B. Sojamehl, Kohlblätter)

• die Köderstationen wurden immer wieder umgestellt oder die Nager wurden anderweitig gestört

• es wurden zu wenige Köderstellen eingerichtet

• es wurden nicht genug Köder nachgelegt bzw. nicht über einen ausreichend langen Zeitraum

• aus der Umgebung wandern immer wieder neue Ratten zu

Dieser Ratgeber wurde uns freundlicherweise von der Firma Kerbl zur Verfügung gestellt.

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Bildnachweis
  1. "Ratten-bekämpfen" (Originalbild): wolfgang_vogt, Lizenz: CC0 1.0

  2. "Ratte-Maus-vertreiben-Kerbl": Albert Kerbl GmbH / freundlicherweise überlassen von Kerbl / westfalia.de

  3. "Wanderratte (Rattus norvegicus)" (Wanderratte (Rattus norvegicus)) von Hans-Jörg Hellwig, https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Diginatur, CC BY-SA 3.0, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten

  4. "Hausratten" (Originalbild): sipa, Lizenz: CC0 1.0

  5. "Hausmaus-Maus-Nager" (Originalbild): Capri23auto, Lizenz: CC0 1.0

  6. "Wühlmaus" (Originalbild): MrsBrown, Lizenz: CC0 1.0

  7. "Köderstation-Kerbl-Ratte-Maus-Verteilung": Kerbl / freundlicherweise überlassen von Kerbl / westfalia.de

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