Grillen im Garten

Freunde zu einer Gartenparty einladen, den Urlaubsbeginn feiern oder laue Sommerabende im Freien genießen: Zum Grillen gibt es immer eine Gelegenheit. Damit Steaks, Würstchen, Fisch oder Gemüsespieße gut gelingen, sollten Sie einiges beachten. Dies beginnt schon bei der Auswahl des passenden Grills: Gasgeräte sind ideal für Grillfans, die spontan mal Lust aufs Grillen haben – einfach anzünden und schon kann es ohne Wartezeit losgehen. Ein weiterer Vorteil: Die Rauchentwicklung ist wesentlich geringer als beim Holzkohlegrill, der dennoch nach wie vor am beliebtesten bei traditionsbewussten Grillfans ist. Der Holzkohlegrill braucht zwar rund 30 Minuten Vorlaufzeit, bis die Kohle durchgeglüht ist, dafür erhält das Grillgut ein einzigartiges Aroma.

Doch neben qualitativ hochwertigen Fleischprodukten spielt auch die richtige Vorbereitung eine entscheidende Rolle für ein optimales Geschmackserlebnis: Viele Hobbyköche begehen den Fehler, dass sie das Fleisch bereits vor dem Grillen salzen, um möglichst viel Geschmack zu erzielen. Doch Salz entzieht dem Fleisch Flüssigkeit, wodurch es zäh und weniger schmackhaft wird. Ungesalzene Marinaden sollten mindestens einige Stunden einwirken, um ihr volles Aroma an das Fleischgut abgeben zu können.

Wir geben Ihnen wissenswerte Tipps zu unterschiedlichen Grillmethoden für eine gelungene Grillparty im Garten.

Holzkohlegrill anfeuern und richtig nutzen

Mit einem Holzkohlegrill wird der Grillabend zum Erlebnis: Anders als Gas- oder Elektrogrills benötigt der Holzkohlegrill mehr Aufmerksamkeit, da seine Anfeuerung aufwendiger ausfällt. Genau diese verstehen jedoch viele Grillfreunde als geschätztes Ritual, das zur Einstimmung auf einen geselligen Abend und Schaffung der typischen Atmosphäre beiträgt. Zudem schwören Holzkohlegrill-Fans auf das einmalige Aroma, das der würzige Rauch im Grillgut erzeugt.

Sie können Holzkohle oder Grillbriketts nutzen sowie beide Produkte miteinander kombinieren.

Ein Holzkohlegrill muss so konstruiert sein, dass das abtropfende Fett nicht in die Glut gelangt. Daher wird die durchgeglühte Kohle häufig auch nur im Außenbereich gestapelt, sodass das Grillgut indirekt, also nicht direkt über der Hitze, gegrillt wird. Als zusätzlicher Schutz kann eine mit Wasser gefüllte Aluschale unter das Grillgut gestellt werden, in der letzte Marinade- und Fetttropfen aufgefangen werden. Zudem sollten Sie Fleisch nur mit einer Zange wenden, und nicht mit einer Gabel hineistechen, weil aus diesen Löchern Fleischsaft austritt, der ebenfalls nicht verdampfen sollte. Besonders praktisch sind klappbare Grillroste, die ein leichtes Nachlegen von Holzkohle ermöglichen. Ein höhenverstellbarer Rost sorgt zudem für die perfekte Gartemperatur verschiedenen Grillguts, wie Steaks, Würstchen oder Fisch. Wenn Sie aromatische Wood Chips nutzen möchten, sollte Ihr Holzkohlegrill weiterhin über einen Deckel verfügen, also beispielsweise ein Kugelgrill sein.

Tipp: Um eine übermäßige Rauchentwicklung, die bei gängiger Kohle nicht unbedingt erwünscht ist, zu vermeiden, sollten Sie nur zu hochwertiger Kohle mit TÜV-Zeichen greifen, die durch eine hervorragende Qualität zu überzeugen weiß.

Unterschiede zwischen Holzkohle und Grillbriketts

Für die Nutzung eines Holzkohlegrills können Sie zwischen Holzkohle und Grillbriketts wählen. Holzkohle ist ein fester Brennstoff aus verkohltem Holz, der zu einer geringen Flammenbildung neigt, jedoch besonders hohe Temperaturen erzeugt und lange glüht. Zudem lässt Holzkohle sich leicht entzünden. Briketts bestehen hingegen aus zermahlener Holzkohle, die mit Stärke in Form geklebt wird. Im Vergleich zu Holzkohle glühen Briketts bis zu fünf Stunden, lassen sich ohne einen Anzündkamin jedoch nur schwer anzünden. Verwenden Sie ausschließlich Qualitäts-Grillbriketts aus Buchenholz, das gut durchglüht, nicht qualmt und kaum Restasche hinterlässt. Billigkohle ist häufig verunreinigt, staubt und qualmt.

Achtung: Normale Heizbriketts sind nicht zum Grillen geeignet! Sie bestehen aus Braunkohle und können beim Verbrennen Giftstoffe bilden.

Feste oder flüssige Grillanzünder?

Bis ein Holzkohlegrill auf Temperatur kommt, vergehen je nach Menge der verwendeten Holzkohle oder Grillbriketts rund 30 bis 60 Minuten. Wichtig ist, dass Sie beim Anzünden auf Benzin, Spiritus und Lampenöl – also flüssige Brennstoffe – verzichten, um sich und alle Anwesenden vor großen, unberechenbaren Stichflammen zu bewahren. Tannenzapfen, Papier oder Altholz sind zum Befeuern des Grills ebenfalls ungeeignet: Diese Materialien verbrennen nur unvollständig und setzen gesundheitsschädliche Verbindungen frei. Zudem sollten die festen Grillanzünder über ein TÜV-Zeichen verfügen, denn nur mit diesem Siegel versehene Grillanzünder sind lebensmitteltauglich.

Feste Grillanzünder haben gegenüber den flüssigen Alternativen den entscheidenden Vorteil, dass sie weitestgehend geruchsneutral sind. Wenn der Grill jedoch einmal einsatzbereit ist, müssen die Speisen zügig zubereitet werden, da die Kohle nur eine gewisse Zeit glüht, bevor sie erkaltet. Alternativ muss frische Holzkohle rechtzeitig nachgelegt werden.

Wenn die Kohle glüht und weiß ist, beginnt das Grillvergnügen.

Wie zünde ich den Holzkohlegrill richtig an?

Um die Kohle zum Glühen zu bringen, muss das Feuer stetig angefacht werden. Das gelingt mit einem Fächer oder Föhn, ist aber sehr zeitaufwändig und ermüdend. Alternativ können Sie eine Heißluftpistole nutzen, diese ist jedoch auf einen Stromanschluss angewiesen. Auch ein Blasebalg entfacht die Glut und verteilt sie über den Grillbriketts.

Ein praktisches Zubehör ist der Anzündkamin, der Kohle bereits nach 15 bis 30 Minuten dank Kamineffekt zum Glühen bringt. Bringen Sie leicht entzündliches Material auf einer feuerfesten Unterlage, z. B. dem Grill, zum Brennen und setzen Sie den mit Briketts gefüllten Anzündkamin darauf. Durch die im unteren Bereich integrierten Belüftungsschlitze wird das Feuer immer aufs Neue angefacht und die warme Luft steigt nach oben durch die Briketts auf. Dank der Hitze sind die Briketts besonders schnell einsatzbereit und lassen sich mit dem hitzesicheren Griff problemlos in den Grill umfüllen. Nach dem Grillen glühen Kohlen natürlich noch nach. Lassen Sie die Kohlen über Nacht erkalten, bevor sie im Restmüll entsorgt werden.

Tipp: Die Hitze wird verstärkt, indem man Alufolie vor dem Einfüllen der Kohle im Grill auslegt – zudem lässt sich der Grill leichter reinigen.

Vorteile des Holzkohlegrills Nachteile des Holzkohlegrills
1. aromatisches Grillgut dank Rauchentwicklung 1. Anfeuerung sehr zeitintensiv
2. Grillrost ist häufig höhenverstellbar 2. offenes Feuer bedeutet Brandgefahr
3. klassisches indirektes Grillen möglich (Barbecue) 3. starke Rauch- und Hitzeentwicklung
4. unabhängig von Gas und Strom 4. Brenndauer nur schwer zu regeln
5. große Auswahl an unterschiedlichen Modellen 5. lange Abkühlzeit (Brandgefahr)

Gasgrill als sichere und schnelle Grillmethode

Der Gasgrill ist der ideale Grill für alle, die ohne viel Aufwand schnell leckere Steaks und Würstchen grillen möchten. Da sich kleine Modelle dieses Grills leicht zusammenklappen und platzsparend, sauber verstauen lassen, sind sie besonders bei Campern und Reisenden beliebt, die auch im Urlaub nicht auf frische Fleischgerichte verzichten möchten.

Mit einem hochwertigen Gasgrill können Sie mehrere Fleischwaren parallel zubereiten.

Passionierte Holzkohle-Fans behaupten gerne, dass beim Grillen mit Gas kein richtiges Aroma entstehen könne, da es zu keiner Rauchentwicklung kommt. Wer möchte, kann diesen Aspekt widerlegen, da auch im Gasgrill sogenannte Wood Chips zum Einsatz kommen können, die ein individuelles Raucharoma an das Grillgut abgeben. Zudem ist das Grillen mit Gas deutlich gesünder, da hier der Kohlequalm ausbleibt und auch keine gesundheitsschädlichen Brandbeschleuniger genutzt werden. Weiterhin sind Gasgrills auf Dauer kostengünstiger: Zwar liegt der Anschaffungspreis eines hochwertigen Grillmodells häufig weit über dem eines Holzkohlegrills, doch Gas ist im Vergleich zu Holzkohle preisgünstiger, sodass sich die Investition schnell rentiert – es spricht also bereits hier vieles für den Gasgrill.

Wie zünde ich den Gasgrill richtig und sicher an?

Der große Vorteil des Gasgrills ist seine schnelle und sichere Befeuerung: Die Düsen des Gasgrills sind für Propan- und Butangas ausgelegt und werden über den Schlauch mit der Gasflasche sicher verbunden. Der Schlauch sollte dabei locker liegen und nicht geknickt werden. Prüfen Sie vor der Inbetriebnahme, ob noch ausreichend Gas vorhanden ist und besorgen Sie gegebenenfalls noch eine neue Flasche, um den Grillabend nicht vorzeitig beenden zu müssen.

Wenn alle Anschlüsse auf ihre richtige Position hin kontrolliert sind, öffnen Sie das Gasventil an der Flasche und nutzen ein langes Streichholz, um den Grill anzuzünden. Alternativ können Sie auf den automatischen Anzünder zurückgreifen, der in vielen Gasgrills integriert ist. Wird eine Flamme nicht mehr benötigt, wird diese einfach ausgeschaltet. Nach dem Grillen wird das Gasventil wieder feste zugedreht, sodass kein Gas unkontrolliert entweicht.

Tipp: Wenn Ihr Gasgrill über einen Deckel verfügt, können Sie diesen nach dem Anzünden wieder schließen, um den Grill gut vorheizen zu lassen.

Gasgrills sind sehr schnell heiß, sodass Fleisch bestens zubereitet werden kann.

Fleisch auf dem Gasgrill zubereiten

Auch bei der Fleischzubereitung überzeugt dieses Grillmodell: Da die Temperatur sich über die Gaszufuhr sekundenschnell regeln lässt, garen auch größere Steaks oder Filets langsam und daher besonders saftig und die Brandgefahr sinkt, da ein unkontrolliertes Feuerlodern unterbunden und ein unsachgemäßer Gebrauch von flüssigen Brandbeschleunigern unnötig wird. Zudem kann indirekt gegrillt werden, da sich mehrere Gasflächen individuell ein- und ausschalten lassen: So kommt es zu einer optimalen Hitzeverteilung und -regulierung, und auch bereits fertige Fleischstücke können weiterhin in einer unbefeuerten Ecke warm gehalten werden, ohne zäh zu werden.

Der Gasgrill ist schnell entzündet, wird aber nach dem Ausschalten auch schnell wieder kalt und kann dann problemlos bereits kurze Zeit nach dem Grillen wieder gereinigt und verpackt werden. Es entfällt somit das lange Warten, bis Holzkohlen abgekühlt sind und gefahrlos entsorgt werden können. Zudem kommt es zu keiner Staubentwicklung, wodurch die Atemwege und Umgebung geschont werden.

Tipp: Wer sich das lästige Schrubben des Grillbodens sparen möchte, stellt einfach eine flache Aluschale unter das Grillgut. Diese wird mit Wasser gefüllt und fängt Fett- und Marinadentropfen auf, ohne dabei die Fleischqualität oder das Garergebnis negativ zu beeinflussen. Ist die Schale erkaltet, wird sie im Hausmüll entsorgt.

Vorteile des Gasgrills Nachteile des Gasgrills
1. kurze Startzeit: Anfeuern entfällt 1. abhängig von Gaszufuhr
2. leichtere Reinigung (keine glühenden Kohlen) 2. große Modelle sind nicht mobil einsetzbar
3. Räuchern und Aromatisieren mit Wood Chips, sonst kein Kohlequalm 3. kein klassisches Raucharoma ohne Wood Chips
4. geringe laufende Kosten 4. häufig kostspielig in der Anschaffung
5. schnelle Hitzeregulierung und sehr sicher 5. das typische Grill-Ambiente fehlt ohne Feuer

Wood Chips – Räucherholz für das perfekte Raucharoma

Viele schätzen den rauchigen Geschmack von Fleisch, das im traditionell amerikanischen Barbecue Smoker zubereitet wurde. Doch auch im Holzkohlegrill können Sie ein solches Aroma erzielen. Hierzu werden spezielle Holzchips genutzt, die ein einmaliges Raucharoma erzeugen. Greifen Sie hier nicht zu behandelten, lackierten oder gespritzten Hölzer, die Sie in der Garage oder auf dem Bau finden, da diese der Gesundeit schaden können. Auch Nutzhölzer sind häufig mit Herbiziden, Pestiziden oder Fungiziden behandelt, sodass sie minderer Qualität und daher beim Grillen tabu sind.

Die Holzchips kommen indealerweise aus extra für diesen Zweck angelegten Beständen und einer schadstoffarmen Zucht. Dabei ist die Holzsorte entscheidend für das individuelle Aroma. Natürlich dürfen Holzsorten auch gemischt werden, um einen einmaligen Geschmack zu erzielen. Besonders gut als Räucherholz geeignet sind Frucht- und Nussbaumhölzer, die in Kombination beispielsweise eine interessante Note ergeben. Zudem werden Spezialmischungen im Handel angeboten.

Drei mit Wasser gefüllte Aluschalen fangen später die Fetttropfen des Grillguts auf. Links daneben sind in Alufolie verpackte Wood Chips.
Bevor die Wood Chips zu stark verbrennen, werden sie beim Grillvorgang erneut gewässert.

So funktioniert's beim Holzkohlegrill

Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, benötigen Sie einen verschließbaren Grill, etwa einen Kugelgrill mit Kohle oder Gasgrill mit Haube. Da das Fleischgut nicht unmittelbar im Rauch liegen soll, wird indirekt gegrillt: Die Kohle kommt demnach nur in einen Teilbereich des Grills, sodass die Steaks, Würstchen und Co. noch gut auf dem Grillrost Platz finden. Wer möchte, stellt eine Aluschale zum Auffangen von Marinade und Fetttropfen unter das Grillgut. Bei langen Grillzeiten bitte etwas Wasser in die Schale füllen, um ein Anbrennen zu verhindern.

Bevor die Wood Chips oder Chunks auf die Kohle gelegt werden, müssen sie rund eine Stunde in Wasser aufweichen, um nicht sofort zu verbrennen. Weiterhin sollen die Holzchips nicht die ganze Zeit im Grill sein, sondern werden erst kurz vor dem Garpunkt des Fleischs auf die glühende Kohle gegeben – den Deckel im Anschluss wieder schnell schließen, um den Rauch einzufangen.

So funktioniert's beim Gasgrill

Da beim Gasgrill auf den Einsatz glühender Kohle verzichtet wird, müssen die Holzchips auf eine andere Weise genutzt werden. Zur Vorbereitung werden auch hier die Chips wieder für rund eine Stunde in Wasser gelegt, damit sie im Grill nicht sofort verbrennen. Im Anschluss werden sie auf einen breiten Alufolienstreifen gelegt, der dann oben und an den Seiten mehrfach umgefalzt wird, sodass die Holzstückchen nicht hinausfallen können, aber auch nicht zu eng liegen. Abschließend werden mit einer Gabel noch einige Löcher in die Oberseite gestochen, sodass der Rauch später gut entweichen kann.

Das Alufolien-Holzchips-Paket beim Grillen möglichst nah über den eingeschalteten Gasbrenner legen. Moderne Gasgrills verfügen über eine spezielle Schublade für Smokerchips oder eine sogenannte Aromaschiene ("Flavorizer Bars"). Als mehrfach verwendbare Alternative zur Alufolien-Lösung können Sie natürlich auch zu sogenannten Smokerboxen greifen, die sich auch im Holzkohlegrill nutzen lassen.

Holzsorte Rauch-Charakteristik Geeignet für:
Ahorn ("Maple") milde, süßliche Note Geflügel, Schwein, Wildgeflüge
Apfel ("Applewood") leicht süß und fruchtig das beliebteste Obstholz für's BBQ und vielseitig verwendbar: Geflügel, Fisch (Lachs), Schwein (Bacon), Gemüse
Buche ("Beech") mildes Aroma mit gold schimmernder Räucherfarbe alle Fleischsorten, Fisch, Gemüse
Eiche ("Oak") sehr kräftiges Raucharoma Chilis, Gemüse, Lamm, Rind, Wurst
Hickory typisches Bacon-Aroma Lamm, Rind, Schwein (Ribs)
Kirsche ("Cherry") leicht süß, mild und fruchtig, jedoch schwerer als Apfelholz besonders helle Fleischsorten, Gemüse, Fisch
Mesquite sehr kräftiges, starkes Raucharoma Geflügel, Gemüse, Rind, Schwein, Wild
Pecan süß nussig, weniger intensiv als Hickory Fisch, Pute, Lamm, Schwein
Walnuss ("Walnut") nussig und süß besonders dunkles Fleisch (Bison, Rind, Strauß, Wild)
Zitrus scharfe, erkennbare Zitrusnote Fisch, Geflügel, Schwein, Wildgeflügel

Sicherheitsaspekte beim Grillen im Garten

Grillen wird nur dann zum Vergnügen, wenn wesentliche Sicherheitsaspekte befolgt werden, denn beim Umgang mit offenem Feuer, häufig in Kombination mit Alkoholkonsum oder ausgelassen feiernden Gästen, kann es schnell zu einem Unfall kommen, der zu Personen- und Sachschäden führt.

Flüssige Brandbeschleuniger erzeugen schnell hohe Flammen.

Bereits bei der Wahl des Grillplatzes ist Aufmerksamkeit geboten: Der Grill wird so aufgestellt, dass Funkenflug nicht zur Gefahr für die Markise, den Sonnenschirm oder Polstermöbel wird und der Rauch nicht durch geöffnete Fenster in die Wohnung oder auf die Terrasse zieht, auf der sich die Gäste aufhalten: Der Rauch reizt auf Dauer die Augen und Atemwege und kann zu Reizhusten führen.

Natürlich sollte der Untergrund eben sein und der Grill so positioniert werden, dass er nicht wackelt. Falls sich Kinder im Garten aufhalten, sollten diese vom Grill ferngehalten werden, um Verbrennungen durch Funkenflug oder Fettspritzer zu vermeiden. Denn neben Feuer ist besonders häufig spritzendes Fett Ursache für Verletzungen, besonders auch der Augen und Arme. Hier helfen hitzebeständige Grillhandschuhe, spezielle Grillbestecke und eine Glutzange, die es ermöglichen, einen ausreichenden Sicherheitsabstand einzuhalten. Achten Sie diesbezüglich vorallem beim Holzkohlegrill darauf, dass kein Fett in die Glut tropft: Dabei können Stichflammen entstehen. Zudem erzeugt verbranntes Fett gesundheitsschädliches Benzypren.

Wichtig: Es versteht sich von selbst, dass Sie Ihren Grill niemals mit flüssigem Brandbeschleuniger befeuern oder gar Brandbeschleuniger in die Glut spritzen sollten. Das hochentzündliche Produkt kann schnell zu unkontrollierbar hohen Flammen führen.

Vorsicht: Kein Grillen in geschlossenen Räumen

Kein Grillen auf einem Outdoor- und Indoor-Grill mit Holzkohle, Holz, Gas oder Wood Chips in geschlossenen Räumen. Hier bieten sich Elektrogrills als sichere Alternative an.

Ob Regen, Schnee oder Sturm: Auf leckere Steaks, heiße Würstchen oder gegrilltes Gemüse möchten die wenigsten Menschen bei schlechtem Wetter verzichten. Allerdings sind gängige Grills ebenso wenig für den Indoor-Gebrauch geeignet wie Tischgrills und Indoor-Grills, die mit Holzkohle, Gas oder Wood Chips befeuert werden. – Auch nicht, wenn sie an der geöffneten Balkontür aufgestellt werden.

Der Grund dafür liegt in der Entstehung des hochgiftigen Kohlenmonoxids (CO). In geschlossenen Räumen steht selbst bei geöffneten Fenstern zu wenig Sauerstoff zur Verfügung, sodass sich bei der Verbrennung CO-Gas bildet.

Warum ist Kohlenmonoxid so gefährlich?

Kohlenstoffmonoxid blockiert die Sauerstoffaufnahme im Blut und führt zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn und Körper. Dabei bleibt das Gas farb-, geschmacks- und geruchslos. Im Gegensatz zu anderen Rauchgasen löst CO nicht die für Rauch typischen Warnsingale aus, wie Husten, Atemnot und einen stark gereizten Hals. Stattdessen fühlen sich die Betroffenen nur müde, leiden unter Kopfschmerzen und Schwindel bishin zu Übelkeit. Schließlich schlafen sie ein und werden ohnmächtig, statt die Räumlichkeiten sofort zu verlassen. – Auch für Rettungskräfte ist die richtige Diagnose schwierig, denn oftmals werden die Symptome ohne konkrete Anzeichen für eine CO-Quelle erst im Krankenhaus nach einer Blutuntersuchung mit einer Kolenmonoxid-Vergiftung in Verbindung gebracht und behandelt.

Tipp: Vermeiden Sie es, in geschlossenen Räumen zu grillen, und lassen Sie den Grill auf dem Balkon nur bei geschlossenen Türen und Fenster auskühlen. Zusätzlichen Schutz bietet ein CO-Melder, der sich genauso leicht wie ein Rauchmelder an der Zimmerdecke montieren lässt.

Sicheres Grillen mit Elektrogrills

Als Alternative zu Gartengrills, die mit Gas-, Holz oder Kohle befeuert werden, haben sich Elektrogrills bewährt. Da keine Verbrennung stattfindet, produzieren diese Grillmodelle kein giftiges Kohlenmonoxid und können auf dem Balkon und – im Falle von elektrischen Indoor-Tischgrills – bei weit geöffneten Fenstern auch in der Küche verwendet werden. Hierbei sind jedoch stets die Sicherheitshinweise des Herstellers zu beachten.

Garzeiten und Vorbereitung des Grillguts

Die Garzeit des Grillguts variiert je nach Sorte, Größe und Dicke des Fleischs. Steaks brauchen zum Durchgaren pro Seite vier bis sechs Minuten, dünnere Fleischstücke drei Minuten pro Seite. Würstchen von jeder Seite vier bis fünf Minuten grillen, bis sie ansprechend knusprig geworden sind – hier entscheidet natürlich auch stets der persönliche Geschmack. Zur Vorbereitung das Fleisch ein bis zwei Stunden zuvor aus dem Kühlschrank nehmen.

Auch beim Grillen kann immer wieder etwas Marinade aufgetragen werden. Bitte kein Fett ins Feuer tropfen lassen. Kartoffeln garen parallel in der heißen Kohle.

Ob das Fleisch gar ist, stellen Sie mit dem Grillzangentest fest: Fühlt sich das Fleisch beim Andrücken weich an, ist es im Kern noch blutig, also "english". Gibt es etwas nach, ist es bereits "medium", also innen noch angenehm rosa. Festes Fleisch ist auch innen durchgegart, Experten sprechen dann von "well-done". Rind und Lamm können Sie medium oder rare genießen. Schwein, Hähnchen und Pute sollten Sie hingegen unbedingt durchgaren, da bei diesen Fleischsorten eine erhöhte Salmonellengefahr besteht.

Gepökelte Fleisch- oder Wurstwaren, etwa Kasseler, Wiener oder Bockwurst, sollten niemals gegrillt werden, da das Pökelsalz bei hohen Temperaturen gesundheitsschädliche Stoffe freisetzen könnte. Fisch wird in Alufolie eingewickelt oder in sogenannte Fischbräter oder Fischgrillkörbe gelegt und während des Garens mehrfach gewendet. Auch Aluschalen eignen sich für das indirekte Grillen und zum Dünsten von Gemüse oder Fisch.

Tipp: Holzspieße für Schaschlik vor dem Grillen rund eine Stunde in Wasser einweichen, dann verkohlen sie nicht.

Würzen und marinieren

Geben Sie doch einmal getrocknete Zwiebel- oder Knoblauchschalen und mediterrane Kräuter, etwa Thymian, kurz vor Schluss in die Glut: Sie geben dem Grillgut ein angenehmes Aroma. Grillfleisch wird besonders aromatisch, zart und lecker, wenn es zuvor in würzigen Saucen mariniert wurde. Marinaden sollten mindestens einige Stunden, am besten über Nacht, einwirken. Vor dem Grillen die Marinade gut abtropfen lassen, um Fettspritzer zu vermeiden. Zudem entstehen gesundheitsschädliche Stoffe, wenn Marinade in die Glut tropft. Verwenden Sie beim Wenden von Steaks, Koteletts und anderen kleinen Fleischstücken eine Grillzange, um ein Auslaufen des Fleischsaftes zu vermeiden.

Tipp: Wenn Sie das Fleisch mit Rapsöl einpinseln, bleibt es nicht am Rost hängen. Auch lebensmitteltaugliches Trennspray kommt hier zum Einsatz.

Grillrezepte für einen gelungenen Abend

Hamburger vom Grill

Neben saftigen Patties können weitere Zutaten für ungewöhnliche Burgerkreationen zubereitet werden.

Burger werden aus immer ausgefalleneren Zutaten immer höher gebaut: Mit saftigen Rindfleisch-Patties, knusprigem Bacon, frischen Zutaten und schmackhaften Saucen kann kein Fleischliebhaber widerstehen. Wie wäre es mit einem leckeren Burger vom Grill? Die Vorbereitungen fallen gering aus, da die Gäste sich ihren Burger individuell zusammenstellen können.

Zutaten für Patties:

  • 600 g Rinderhackfleisch

  • 1 Zwiebel

  • Knoblauch nach Geschmack

  • 2 EL Ketchup

  • 1 EL Senf

  • 1 TL Worcestersauce

  • Salz, Pfeffer, Chilipulver

Zubereitung:

Alle Zutaten unter das Rinderhackfleisch mischen und für einige Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Vor dem Grillen mithilfe einer Burgerpresse oder mit den Händen gleichmäßig große Patties formen. Bedenken Sie, dass die Burgerpatties beim Braten noch schrumpfen und nicht zu dünn sein dürfen, um innen saftig zu bleiben. Auf dem heißen Grillrost von beiden Seiten knusprig anbraten und nach Belieben zum Schluss noch eine Käsescheibe auf der Oberseite schmelzen lassen.

Tipp: Auch die aufgeschnittenen Burgerhälften lassen sich kurz auf dem Grill knusprig anbraten und sind dann angenehm warm, wenn der Pattie fertig ist.

Fleisch-Gemüse-Spieße

Eine frisch-fruchtige Abwechslung bringen Gemüse-Fleisch-Spieße auf den Teller: Das Lieblingsgemüse wird – auch in Kombination mit beliebigem Fleisch – auf einen Schaschlikspieß gesteckt. Nach Belieben können Sie auch lange Baconscheiben einbauen oder süße Obststücke aufspießen – Ihrer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt und es kann verwendet werden, was sich noch im Vorrats- und Kühlschrank findet. Klassischerweise werden Pilze, bunte Paprika, Zwiebeln und Schweinefleisch kombiniert. Ebenso gut schmeckt Hühnchen mit Bacon oder Schweinefleisch mit Currymarinade, salzigem Käse und süßen Bananen. Probieren Sie Neues aus!

Leckere Fleisch-Gemüse-Spieße sind schnell vorbereitet und auf jeder Grillparty sehr beliebt, da sie auch problemlos auf der Hand gegessen werden können.

Zutaten und Zubehör:

  • Fleischstücke nach Wahl

  • Gemüse nach Wahl

  • Marinaden, falls gewünscht

  • Schaschlikspieße

Zubereitung:

Bevor die Zutaten in mundgerechte Stücke zerkleinert werden, legen Sie die Schaschlikspieße in Wasser, damit sie später auf dem Grill nicht so schnell verbrennen. In der Zwischenzeit werden das Fleisch und die gewählten Gemüsesorten gewaschen und kleingeschnitten, um im Anschluss abwechselnd auf die feuchten Spieße gesteckt zu werden. Wer möchte, legt die Spieße nun noch bis zum Grillen in Marinade ein. Dann sollten Sie jedoch beim Grillen eine Aluschale verwenden.

Tipp: Wer das Fleisch weglässt oder durch Tofu ersetzt, schafft schnell eine appetitliche Grillalternative für befreundete Vegetarier.

Bier-Marinade

Zum Grillabend gehören saftige Steaks und kühles Bier: Wie wäre es mit einem Stück Fleisch mit Bieraroma? Wenn Sie Ihr Grillgut mit einer Bier-Marinade verfeinern möchten, sollten Sie bereits am Vortag mit den Vorbereitungen beginnen, damit das Fleisch lange Zeit im Bier ziehen kann – so erhalten Sie ein einmaliges Geschmackserlebnis.

Schneiden Sie das Fleisch bewusst in breite Scheiben, die nach dem Grillen innen noch schmackhaft saftig sind.

Zutaten für die Bier-Marinade:

  • 1 Flasche Bier

  • 5 Esslöffel mittelscharfer Senf

  • 2 Gemüsezwiebeln

  • Salz, Pfeffer und Paprikapulver

Zubereitung:

Würzen Sie das gewaschene Fleisch (am besten Schweinesteaks) von beiden Seiten mit grobem schwarzem Pfeffer und Paprikapulver – jetzt noch kein Salz verwenden, das würde dem Fleisch seinen Saft entziehen. Bestreichen Sie es im Anschluss mit dem mittelscharfen Senf und legen das Grillgut in eine kleine Form. Die Form sollte so groß gewählt werden, dass Sie das Fleisch schichten können. Geben Sie die in schmale Ringe geschnittenen Zwiebeln auf die erste Fleischschicht und bedecken Sie die Zwiebeln mit der nächsten Fleischschicht, sodass die Zwiebeln später nicht wegschwimmen können und ihr Aroma an das Fleisch abgeben. Wenn alle Zutaten geschichtet sind, füllen Sie alles mit dem Bier auf und lassen das Fleisch im Kühlschrank über Nacht ziehen.

Grillen in der Öffentlichkeit – wo darf man grillen?

Grillen in der Öffentlichkeit ist nur an ausgewiesenen Grillplätzen erlaubt, um die Natur vor Funkenflug und nicht entsorgtem Müll zu schützen.

Nicht jeder Mensch kann einen großen Garten sein Eigen nennen oder das Grillen auf dem Balkon ist laut Mietvertrag untersagt. Um nicht ganz auf den Geschmack rauchiger Steaks oder knackiger Grillwürstchen verzichten zu müssen, bietet sich das Grillen mit einem handlichen und mobilen Holzkohlegrill am See oder im Park an. Doch Achtung: Hierbei gilt es rechtliche Vorgaben der Stadt oder Gemeinde zu beachten.

Flache Wiesen laden zum Grillen mit Holzkohle ein. Dennoch darf noch lange nicht auf jeder öffentlichen Fläche gegrillt werden. Konkrete Regelungen für das entsprechende Wohngebiet können Sie beim zuständigen Amt anfragen. Wer gegen die Regeln verstößt und in kritischen Gebieten, etwa Waldgebieten oder bei langanhaltender Trockenheit, mit offenem Feuer hantiert, kann empfindlich hohe Geldstrafen zahlen müssen.

Statt Mensch und Natur zu gefährden, empfiehlt es sich, auf ausgewiesene Grillzonen auszuweichen. Diese verfügen meistens über Sitzbänke mitsamt Tisch und sind im Allgemeinen gepflastert, sodass Funkenflug beim Grillen keine Probleme verursachen kann. Einige Gemeiden bieten sogar an, Grillpätze mit Überdachung und Sitzgelegenheiten zu einem festen Termin zu mieten, sodass Sommerpartys oder Geburtstagsfeiern im Voraus gut geplant werden können und einem gemeinsamen Grillabend mit Freunden nichts mehr im Wege steht.

Eine ganz eigene Art des Grillens wird in Brasilien zelebriert, das sogenannte Churrasco-Grillen. Diese jahrhundertealte Tradition geht auf Viehhirten zurück, die in diesem Verfahren eine praktische Zubereitungsart gefunden haben – das Fleisch wird nämlich auf Spieße gesteckt und nur einmal gewendet. Erfahren Sie alles zur Grillmethode und leckeren Rezepten! Churrasco - brasilianisch grillen

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Bildnachweis
  1. "Grillen im Garten" (Originalbild): Urszula (utroja0), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  2. "Kohle anheizen" (Originalbild): Karolina Grabowska (kaboompics), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  3. "Glühende Kohle" (Originalbild): fancycrave1, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  4. "Doppelgrill mit Gas" (Originalbild): silverstrike24, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  5. "Grillfleisch": © Lisa Noffke - Westfalia.de

  6. "Grillvorbereitung mit Auschalen und Wood Chips" (Smoked Pork, Step 3) von reivax, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  7. "Wood Chips erneut wässern" (Chicken on a Can 028) von J Wynia, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

  8. "Gefahr durch Brennbeschleuniger" (Originalbild): dot lizard (dotlizard), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  9. "Tischgrill mit Holzkohle" (Originalbild): Małgorzata Ignasiak (GosiaIgnasiak), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  10. "Grillgut marinieren" (Originalbild): Bogdan Korneker (korneker), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  11. "Hamburger und Spargel grillen" (Originalbild): Unsplash, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  12. "Fleisch-Gemüse-Spieß" (Originalbild): PublicDomainPictures, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  13. "Fleischzubereitung" (Originalbild): WikimediaImages, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  14. "Grillen am Grillplatz" (Originalbild): Benjamin Balazs (brenkee), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay

  15. "Churrasco-Grillen" (Churrasco) von Afrank99, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 2.5, Zuschnitt, Farbkorrektur

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