Alles rund um Kaminöfen

Wenn die Temperaturen im Herbst anfangen zu sinken, wird es wieder Zeit die Heizung daheim einzuschalten. Die hiermit verbundenen Heizkosten können jedoch schnell zu einer teuren Angelegenheit werden. Aus diesem Grund denken immer mehr Leute über die Anschaffung eines Kaminofens nach, denn er ist die ideale Möglichkeit, um Kosten zu senken. Gleichzeitig kann so auch ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden, da die Verbrennung von Holz CO2-neutral ist und so beim Verbrennen nur so viel CO2 entsteht, wie der Baum während seines Wachstums im Leben aufnehmen konnte. Außerdem ist Holz ein nachwachsender Brenn- bzw. Rohstoff und wird somit umweltschonend hergestellt.

Des Weiteren sorgt ein Kaminofen für eine angenehme und wohlige Wärme in den eigenen vier Wänden und schafft durch das Geräusch des knisternden Feuers eine wohltuende und gemütliche Atmosphäre. Der Kaminofen ist ein stilvoller Wärmespender, welcher durch seine Strahlungswärme für ein besonders wohnliches Raumklima sorgt und gleichzeitig zum echten Hingucker in Ihrer Inneneinrichtung wird.

Bevor Sie sich jedoch einen Kaminofen anschaffen, gibt es zahlreiche Aspekte rund um Sicherheit und Brandschutz zu beachten. Dieser Ratgeber gibt Ihnen wertvolle allgemeine Tipps und Tricks rund um das Thema Kaminöfen und soll Ihnen dabei helfen den richtigen Ofen für Ihr Zuhause auszuwählen. Für die Montage, den Anschluss und den Betrieb Ihres Geräts beachten Sie aber bitte immer die Bedienungsanleitung.

Das Westfalia-Team wünscht Ihnen viel Spaß beim Durchstöbern des Ratgeberbeitrags.

Alle Vorteile von Kaminöfen im Überblick

Der Kaminofen ist eine sehr beliebte und immer mehr gefragte Heizquelle für den Wohnbereich. Wunderlich ist diese Entwicklung jedoch nicht, da der Kaminofen zahlreiche Eigenschaften mit sich bringt, die dem Anforderungsprofil für eine optimale Heizquelle entsprechen. Wenn sie also noch unentschlossen sind, ob Sie demnächst auch mit einem Ofen heizen sollen, dann finden Sie im Folgenden alle Vorteile, die dafür sprechen. Lassen Sie sich am besten einfach selbst überzeugen und denken dann nochmal genauer über die Anschaffung eines Kaminofens nach.

Alle Vorteile im Überblick:

  • Kostengünstige Zusatzheizung

  • Angenehme Strahlungswärme

  • Schnelle Wärmebereitstellung

  • Günstiger, nachwachsender und CO2-neutraler Brennstoff und somit umweltfreundlich

  • Einfache Installation + flexibler Auf- und Abbau (je nach Modell)

  • Große Angebotsvielfalt und individuell anpassbar

  • Unterschiedliche Leistungsbereiche und somit sowohl für kleinere als auch größere Wohnungen und Häuser geeignet

  • Fördert Geselligkeit und Kommunikation

  •  

Das richtige Kaminsystem für Ihr Zuhause

Wenn Sie sich für die Anschaffung eines Kaminofens entschieden haben, muss lediglich noch eine Frage geklärt werden – welche Art von Kamin wollen Sie bei sich zu Hause anschließen? Da es durchaus eine große Auswahl an Öfen und Kaminsystemen gibt, kann diese Frage schwieriger werden als Sie zunächst gedacht haben. Seien Sie sich in erster Linie im Klaren darüber, welche Funktion der Kamin bei Ihnen zu Hause erfüllen soll und mit welchem Material Sie ihn beheizen wollen. Haben Sie sich dann für einen passenden Kamintypen entschieden, können Sie außerdem zwischen unterschiedlichen Designs und Ausstattungsmöglichkeiten wählen, damit der Kamin auch individuell zu Ihrer eigenen Inneneinrichtung passt und Ihnen ein optisches Vergnügen bietet. In diesem Abschnitt stellen wir Ihnen die wichtigsten und bekanntesten Kaminarten vor und wollen Ihnen so bei Ihrer Entscheidung helfen.

Auch wenn der offene Kamin nicht unbedingt für Heizzwecke geeignet ist, ermöglicht er viele gemütliche Winterabende mit der ganzen Familie.

Der offene Kaminofen

Das wohl klassischste und traditionellste Kaminsystem ist der offene Kamin. Dieser zeichnet sich durch einen zum Wohnraum hin offenen Feuerraum aus und ist nicht durch eine Glasscheibe/-tür verschlossen. Somit wird eine freie Sicht auf das lodernde Feuer und die aufleuchtenden Flammen gewährt, ohne die Behinderung einer verrußten Scheibe. Folglich kann jedoch auch die Zufuhr der Verbrennungsluft nicht geregelt werden und der Kamin gibt vergleichsweise nur wenig Wärme an den Wohnbereich ab, da viel Wärme ungenutzt durch den Schornstein verloren geht. Gleichzeitig verursachen offene Kamine aufgrund der niedrigen Verbrennungstemperaturen und einem zu hohen Luftüberschuss viele Schadstoffe. Aus diesem Grund wurde 2010 die Erste Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) erlassen, welche die tägliche Nutzung von offenen Kaminen widersagt. Bei Verstößen können Bußgelder von bis zu 50.000 Euro drohen. Diese Art von Kaminen ist also nicht für Heizzwecke geeignet und sollten nicht ausgewählt werden, wenn die Heizleistung im Vordergrund steht. Bei diesem Kamintyp steht somit eher das Äußere im Vordergrund, sowie die durch eine offene Feuerstelle erzeugte Atmosphäre.

Dank seiner guten Speicherfähigkeit ist der geschlossene Kaminofen der ideale Unterstützer für die Zentralheizung und zugleich ein toller Hingucker in Ihrer Inneneinrichtung.

Der geschlossene Kaminofen

Als Erweiterung des offenen Kamins ist der geschlossene Kamin zu sehen. Dieses Kaminsystem findet sich wohl in den meisten Haushalten wieder. Der klassische geschlossene Kaminofen ist meist aus Gusseisen oder Stahlblech gefertigt und ist an der Front mit einer Tür mit durchsichtiger Glasscheibe ausgestattet. Die Glasscheibe trennt somit den Feuerraum vom Wohnraum und ermöglicht eine geregelte Zufuhr der Verbrennungsluft. Des Weiteren kann die Luftmenge durch integrierte Klappen und Schieber reguliert werden und steigert somit den Wirkungsgrad des Kamins. Aufgrund der geschlossenen Brennkammer muss dieser Kamintyp vor oder neben dem Schornstein platziert werden und mittels eines Ofenrohres mit diesem verbunden werden. Diese Art von Kaminofen wird wie der offene Kamin meist mitilfe von Holzscheiten befeuert. Die Wärmeabgabe des geschlossenen Kamins erfolgt über die durchsichtige Sichtscheibe und die Wärmespeicherung über einen Schamott-Mantel, welcher die Wärme dann über mehrere Stunden hinweg wieder an den Raum abgibt. Bei diesem Kaminsystem steht also eine gute Speicherfähigkeit im Vordergrund, um den Wohnraum ideal mitzuheizen.

Der wasserführende Kaminofen

Bei einem wasserführenden Kaminofen handelt es sich um einen Kamin, der mittels Rohrsystemen und einer Wassertasche in den Zentralheizungskreislauf des Hauses integriert wird und diesen somit beim Heizen und der Warmwasserbereitung unterstützt. Hier wird die bei der Verbrennung erzeugte Wärme über einen aufgesetzten Wärmetauscher oder per wasserummantelten Brennraum in das Heizsystem abgeführt und so das Heizungssystem unterstützt. Diese Art von Kamin kann durch die Verbindung mit der Heizung also auch andere Räume im Haus erwärmen und wirkt sich kostensenkend auf die anfallenden Heizkosten aus.

Dank der einfachen und bequemen Handhabung kann sich der Pellet-Kaminofen in den letzten Jahren immer weiter gegenüber anderen Öfen durchsetzen.

Der Pellet-Kaminofen

Dieses Kaminsystem unterscheidet sich grundsätzlich von anderen Öfen durch seinen Brennstoff. Vergleichbar ist er vom Aussehen mit einem geschlossenen Kamin. Der Pellet-Kaminofen wird mit aus Holzspänen gewonnenen Pellets beheizt. Diese Presslinge sind zwischen 20 und 50 Millimeter groß und hinterlassen keinen Schmutz, wie Sie es von Kohle oder Holzscheiten kennen. Diese Kaminöfen lassen sich noch einmal in luftgeführte und wasserführende Geräte unterteilen. Die Handhabung dieser Öfen ist kinderleicht, da die Pellets lediglich in einen schon im Ofen integrierten Vorratstank gefüllt werden müssen und von dort aus anschließend automatisch direkt in den Brennraum gelangen. Ein externes Thermostat regelt dabei die Nachfüllmenge und steuert zugleich auch die Luftzufuhr, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen. Diese automatische und regulierbare Brennstoffzufuhr fördert somit eine gleichmäßige Verbrennung und Wärmeabgabe an den Wohnraum. Sogar das Anzünden der Pellets wird bei den meisten Modellen über einen im Ofen integrierten Zünddraht übernommen. Dieses Kaminsystem unterscheidet sich also lediglich aufgrund seines Brennstoffes und seiner Bedienung von geschlossenen Kaminöfen. 

Sie wollen keinen gewöhnlichen Kaminofen haben? Dann ist der Gaskamin genau das richtige für Sie. Mit seinem eleganten Aussehen wird er zum Blickfang Ihrer Einrichtung.

Der Gaskamin

Eine Alternative zum klassischen Kaminofen stellt der Gaskamin dar. Dieser wird häufig ausgewählt, wenn die Installation eines Holzofens nicht möglich ist. Der Gaskamin wird mithilfe von Erdgas oder Flüssiggas betrieben und stellt somit keinen großen Aufwand bei der Befeuerung dar. Dabei wird das Gas durch ein Brennerbrett in den Brennraum geführt und dort verbrannt. Viele Modelle lassen sich heute schon per Fernsteuerung einschalten und sind somit noch einfacher zu bedienen. Ein solches Kaminsystem ist vor allem sehr komfortabel, da sich durch die Verbrennung von Gas kein Ruß auf der Sicherheitsscheibe bildet und somit eine aufwendige Reinigung nicht notwendig ist. Des Weiteren bildet sich keine Asche, welche entsorgt werden muss und es wird kaum Rauch und Feinstaub entwickelt, wofür ein Schornstein benötigt werden würde. Ein Abzug reicht also bei der Verwendung eines Gaskamins, da die Gase problemlos nach draußen transportiert werden können. Ein solches Abgassystem lässt sich im Vergleich zu einem Schornstein in den meisten Gebäuden ohne Probleme verwirklichen. Dennoch kann auch ein Gaskamin eine angenehme Atmosphäre verbreiten, da sie meist ein großes Sichtfenster haben und durch dieses die hoch lodernden und entspannenden Flammen wie bei einem echten Holzfeuer beobachtet werden können.

Das Aufstellen und Anschließen des Kaminofens

Den Kaminanschluss und den Aufstellort müssen Sie grundsätzlich immer mit dem zuständigen Schornsteinfeger abstimmen. Die erforderlichen Sicherheitsabstände sowie die zur Schornsteinberechnung erforderlichen Verbrennungsdaten entnehmen Sie der Bedienungsanleitung. Richten Sie dabei Ihr besonderes Augenmerk auf den Kaminzug (Förderdruck). Schließlich dient der Schornstein als Motor der Feuerungsanlage. Eine Abweichung des Förderdrucks um +/- 25 Prozent des in der Bedienungsanleitung genannten Nennwerts ist dabei erlaubt.

Das Aufstellen im Wohnraum

Beim Aufstellen sollte folgendes beachtet werden:

  • Bitte saubere Handschuhe verwenden und die Lackflächen mit Vorsicht behandeln: Kaminöfen sind häufig mit einem Einbrennlack lackiert, der seine Kratzfestigkeit erst nach dem erstmaligen Aufheizen auf Betriebstemperatur (Nennlast) erzielt. Das neue Gerät sollten Sie dementsprechend auch erst nach dem Aufheizen und anschließendem Abkühlen reinigen.

  • Fixieren Sie den Ofen beim Transport mit einem Spanngurt auf eine Sackkarre, um mögliches Wegrutschen zu verhindern und Beschädigungen vorzubeugen.

  • Soll der Ofen auf eine Glasunterlegplatte platziert werden, kann an deren Unterseite umlaufend eine Dichtlippe aus Silikon aufgeklebt werden. In der Praxis saugen sich ansonsten Staub und Schmutzpartikel unter die durchsichtige Platte, welche nachfolgend schwierig sind zu entfernen.

  • Grundsätzlich empfiehlt es sich, kleine Filzgleiter, wie sie bei Stuhlbeinen oder Möbelstücken eingesetzt werden, unter den Ofen zu kleben. Dies verhindert Wackeln und schont die Oberfläche der Unterlage.

Tipp: „Schlafen Sie eine Nacht darüber“, bevor Sie den endgültigen Aufstellungsort und die Installation beginnen! Schließlich möchten Sie viele Jahre Freude am Gerät haben.

Der Anschluss an den Schornstein

Nachdem Sie den Kamin im entsprechenden Wohnraum ordnungsgemäß aufgestellt haben, folgt der Anschluss an den Schornstein. Die hierfür erforderlichen Sicherheitsabstände können Sie der Bedienungsanleitung Ihres Geräts entnehmen. Über die Sicherheitsabstände am Rauchrohr und am Kaminanschluss weiß dann Ihr Schornsteinfeger in der Regel Bescheid. Nehmen Sie immer die Hilfe eines Fachmanns in Anspruch, um Fehler zu vermeiden und den Kaminofen ordnungsgemäß an den Schornstein anzuschließen.

Anschluss nach oben mittels Rauchrohr

  • Das Rauchrohr ist für die optische Wirkung des Geräts im Aufstellraum genauso entscheidend wie der Ofen selbst. Lassen Sie sich Zeit bei der Wahl des Standorts und der Positionierung des Ofens.

  • Der Ofen muss immer erst an die passende Stelle gerückt werden. Erst dann ist das Rauchrohr auszumessen und abzulängen. Für die Montage des Rauchrohrs wird der Ofen gegebenenfalls wieder etwas abgerückt.

  • Sollten Kratzer am Rauchrohr entstehen, kann man die Rohrstücke nach erfolgter Montage leicht mit entsprechendem hitzebeständigen Lack aus der Sprühdose überlackieren (Ofen und Wand abkleben!). 

Tipp: Bei Schornsteinen mit hohem Kaminzug kann durch den Einbau einer Drosselklappe in das Rauchrohr eine gewisse Reduzierung des Kaminzugs erzielt werden. Sprechen Sie im Einzelfall Ihren Schornsteinfeger darauf an.

Die erste Inbetriebnahme

Die Spezialfarbe des Kaminofens wird erst bei der ersten Inbetriebnahme des Gerätes ausgehärtet. Dabei wird die Farbe zunächst plastisch weich, bis sie nach dem Abkühlen des Gerätes ihre Endfestigkeit erreicht hat.

Beachten Sie daher folgendes:

  • Vergewissern Sie sich vor der ersten Inbetriebnahme, dass sich keine Gegenstände (Handschuh, Kleinteile, Verpackungsmaterial) mehr im Aschekasten oder in den Abgaswegen des Kaminofens befinden.

  • Während des Einbrennens des Speziallacks sollten die Farbflächen nicht berührt werden. Insbesondere beim ersten Nachlegen mit Brennstoffen ist darauf zu achten, dass es mit dem Ofenhandschuh zu keinem Abrieb unterhalb des Feuerraumtürgriffs kommt.

  • Lehnen Sie die Feuerraumtür beim ersten Anheizen nur an. Durch das Erweichen und spätere Aushärten des Lackes kann es zum Verkleben der Türdichtung am Ofenkorpus kommen.

  • Während der ersten Heizvorgänge kann es durch Nachtrocknung des Speziallacks zu verstärkter Geruchsbildung kommen. Dies verliert sich aber bereits nach kurzer Zeit. Öffnen Sie daher anfangs die Fenster des Aufstellungsraumes zum Lüften.

  • Während des Einbrennens keine Gegenstände auf den Kaminofen stellen.

  • Der Kaminofen darf während des Einbrennvorgangs nur unter Aufsicht betrieben werden.

Das richtige Heizen

Das richtige Heizen jedes Kaminofens erfordert ein wenig Übung. An die optimalen Einstellungen muss man sich zunächst durch Probieren herantasten. Insbesondere die Art, die Größe und der Trocknungsgrad des Brennstoffs sowie der tatsächliche momentane Schornsteinzug sind Parameter, die nicht durch eine einheitliche Werkseinstellung des Ofens abgedeckt werden können.

Durch die richtige Luftzufuhr erhalten Sie die richtige Verbrennungstemperatur und so einen sauberen Verbrennungsprozess.

Die Verbrennung

Durch das Verstellen von Primär- und Sekundärluft und einer eventuell eingebauten Drosselklappe im Abgasrohr sowie durch die Brennstoffaufgabe muss für eine ausreichend hohe Verbrennungstemperatur gesorgt werden, um einen sauberen Verbrennungsprozess zu gewährleisten. Die chemischen Reaktionen bei der Verbrennung laufen um so besser und vollständiger ab, je höher die Verbrennungstemperatur ist. Die Temperatur im Brennraum darf jedoch nicht zu hoch werden, da sonst zu viel Wärme durch den Kamin verloren geht und es im Extremfall zu dauerhaften Schäden, wie zum Beispiel Verzunderungen am Gerät, kommen kann. Zur Einstellung der Luftschieber und der Größe der Brennstoffaufgabemenge beachten Sie bitte Ihre Bedienungsanleitung.

Nutzen Sie Kamin- oder Grillanzünder und kleine Holzstücke, um Ihren Ofen einfach und schnell anzuzünden und auf Temperatur zu bringen.

Das Anzünden

Hier haben sich unterschiedliche Methoden bewährt:

1. Anzünden von oben

  • Zwei bis drei Scheite dickes Holz quer auf den Rost legen.

  • Auf die Holzscheite zwei bis drei Anzünder legen.

  • Darüber einige kleine Holzstücke als „Scheiterhaufen“ aufstapeln.

Beim Anzünden von oben wird eine rasche Erwärmung des Brennraums erzielt. Dadurch wird eine Kondensatbildung (Wassertropfen) an der Sichtscheibe vermieden und der Kaminzug schneller aufgebaut. Einer Verschmutzung der Sichtscheibe wird ebenfalls vorgebeugt.

2. Klassisch

  • Zwei bis drei Anzünder auf den Rost legen, darüber Reisig oder kleine Holzstücke verteilen.

  • Entweder zwei bis drei armdicke Holzscheite darüber legen und anzünden.

  • Anzünder und Reisig direkt anzünden und etwa 5 bis 10 Minuten warten, bis sich das Feuer gut entwickelt hat. Erst dann zwei bis drei Holzscheite quer darüber legen.

Das Heizen

Nach dem Anzünden geht man folgendermaßen vor:

  • Zunächst alle Schieber und gegebenenfalls die Drosselklappe voll öffnen, eventuell zusätzlich die Feuertüre anfangs nur anlehnen (ausprobieren !).

  • Ca. 15-20 Minuten durchbrennen lassen und dann zunächst die Primärluft drosseln. Wenn das Feuer stabil brennt, die Drosselklappe im Rauchrohr schließen. Im weiteren Abbrand die Sekundärluft etwas drosseln. Am besten so, dass gerade noch keine Rußfahnen an den Flammenspitzen entstehen.

  • Die in der Bedienungsanleitung genannten Brennstoffaufgabemengen beachten.

Wenn das Feuer im Kamin heruntergebrannt ist, wird es Zeit neues Holz nachzulegen. Achten Sie hierbei auch immer auf die richtige Luftzufuhr!

Holz nachlegen

  • Legen Sie erst dann Holz nach, wenn das Feuer vollständig auf die Glut heruntergebrannt ist und keine Flammen mehr sichtbar sind.

  • Öffnen Sie die Drosselklappe und den Sekundärluftschieber.

  • Öffnen Sie die Feuerraumtür zunächst nur einen Spalt und dann vollständig.

  • Legen Sie zwei bis drei Holzscheite parallel zueinander direkt in das Glutbett und schließen Sie die Tür.

  • Zum raschen Überzünden können Sie nun zusätzlich die Primärluft öffnen.

  • Nachdem sich das Feuer entwickelt hat, nun zunächst wieder Primärluft drosseln und Drosselklappe schließen. Anschließend Sekundärluft nachregeln.

Rechtliche und gesetzliche Rahmenbedingungen

Mit dem 01.01.2015 trat die 2. Stufe der BImSchV in Kraft, die die Einhaltung verschärfter Grenzwerte bei neu gebauten Holzfeuerstätten fordert. (Grenzwerte je nach Art der Feuerstätte: Staub von 0,02-0,04 g/m³; CO von 0,25-1,50 g/m³).

Die Einführung der 2. Stufe der BImSchV erfüllt somit alle spezifischen Normen (z.B. Ö-Norm, LRV Schweiz und spezifische Städtenormen), da damit alle geforderten Grenzwerte erfüllt werden. Aber auch bestehende Einzelraumfeuerungsanlagen müssen in Abhängigkeit von Alter und Qualität des Heizeinsatzes nachgerüstet oder ausgetauscht werden.

Ersetzt ein moderner Kaminofen eine veraltete Feuerstätte, lassen sich Feinstaub und andere Schadstoffe um bis zu 85 % reduzieren. Hinzu kommt, dass die Verbrennung von Holz keine zusätzlichen Treibhausgase produziert, da nur so viel Kohlendioxid freigesetzt wird, wie der Baum während seines Wachstums aufgenommen hat. Die neuen Geräte sind deutlich sparsamer, effizienter und emissionsärmer als ihre Vorgänger.

Die Einflüsse auf das Brennverhalten

In den nachfolgenden Tabellen können Sie die Auswirkung verschiedener Einflüsse (z.B. Holzarten, Luftzufuhr, Schornsteinbeschaffenheit etc.) auf das Brennverhalten und die Verbrennungstemperatur eines Kaminofens ablesen. Dies soll Ihnen bei der Auswahl der richtigen Holzart und den Einstellungen Ihres Kamins helfen. Außerdem erhalten Sie so auch einen Überblick über die Ursachen auftretender Merkmale.

EinflussgrößeEffektVerbrennungstemperatur
Weichholz (Fichte, Tanne, Kiefer, Weide etc.)Geringere Dichte also größere Oberflächehöher
Hartholz (Eiche, Buche)Höhere Dichteniedriger
Holzfeuchte hochWasser muss verdampft werdenniedriger
Holz klein gehacktGrößere Oberflächehöher
Große HolzmengeMehr Heizenergiehöher
Primärluft aufLuftüberschuss in der Gluthöher
Sekundärluft aufLuftüberschuss in der Flammehöher
Drosselklappe aufKeine Zugbegrenzunghöher
Hoher SchornsteinHöherer Zughöher
EdelstahlschornsteinGlatte Oberfläche also großer Zughöher
Gemauerter SchornsteinInnen rau also geringerer Zugniedriger

Einflussgrößen für die Verbrennungstemperatur

MerkmalVerbrennungstemperatur
Sichtscheibe verrußtzu niedrig
Auf der Sichtscheibe bildet sich ein weißer Belagzu hoch
Vermiculite-Auskleidung verrußtzu niedrig
Qualmbildung über Flammenendezu niedrig
Verzunderungen an Metallteilenzu hoch
Ofen "tickt" starkzu hoch

Die Brennholztrocknung und -Lagerung

Die besten Brennstoff-Tipps:

  • Scheitholz mindestens 2 Jahre an einem trockenen Ort lagern.

  • Genug Kleinholz beim Anzünden benutzen, dabei so auflegen, dass genügend Luft an die Flammen kommt.

  • Immer mindestens zwei Scheite Holz aufgeben, die Scheite dabei in einem Abstand von 2-3 cm parallel nebeneinander und quer zum Rost legen.

  • Wenn vorhanden, verschiedene Holzsorten bei der Brennstoffaufgabe miteinander mischen. Schnell brennende Hölzer, wie beispielsweise Nadelholz, sorgen für ein rasches Anbrennen, während langsam brennende Hölzer, wie Eiche oder Buche, die Wärme lange halten.

  • Beim Verfeuern von Braunkohlebriketts (zum Beispiel zum Halten der Temperatur über Nacht) genug Kleinholz zum „Rundherum-Anglühen“ beilegen. Die in Ihrer Bedienungsanleitung genannten Schieberstellungen wählen.

  • Briketts nicht in Zeitungspapier – schon gar nicht in nasses! – wickeln. Es glimmt dann zwar etwas länger, wärmt aber wesentlich schlechter und es kommt zu Geruchsbildung.

Trockenes Holz ist die Voraussetzung für eine ideale Verbrennung im Kaminofen. Lagern Sie dieses daher immer trocken und ausreichend lange.

Durch das Verbrennen von nicht ausreichend getrocknetem Holz kommt es in der Praxis immer wieder zu Störungen im Kaminofenbetrieb und auch „alte Hasen“ wundern sich, warum in der neuen Heizsaison die Kaminofenscheibe plötzlich stärker verrußt oder dass sich Rauchrohr und Schornstein frühzeitig mit einer dicken Rußschicht überziehen. Diese Symptome sind typisch für das Verheizen von schlecht getrocknetem Holz. Auch wenn dieses sich äußerlich trocken anfühlt und Trocknungsrisse aufweist, kann die Restfeuchte im Innern noch recht hoch sein.

Neben der Rußentwicklung hat die Restfeuchte im Brennholz auch einen sehr negativen Einfluss auf dessen Heizwert. Schließlich muss das beinhaltete Wasser mit aufgeheizt und verdampft werden, wofür ein großer Energieanteil bereits verloren geht – ganz abgesehen von der Herabsetzung der Brennraumtemperatur und den damit verbundenen Nachteilen beim chemischen Reaktionsablauf.

Brennholz sollte auf jeden Fall mindestens 2 Jahre an einem trockenen Ort gelagert werden. Holz im Durchmesser von mehr als 15 Zentimeter sollte zuvor gespalten werden. Ziel ist eine „Holzfeuchte“ unter 20 % (das entspricht einem Wassergehalt bezogen auf das Gewicht des trockenen Holzes von 20 %).

Im Fachhandel sind entsprechende Holzfeuchte-Messgeräte erhältlich. Zur Feuchtemessung ist das betreffende Holzstück zunächst frisch zu spalten, um den Wassergehalt im Innern zu messen. Die Messspitzen sind in der Regel quer zur Holzfaser einzustechen.

Es muss auch immer bedacht werden, dass die Verfeuerung von Abfällen, lackiertem oder beschichtetem Holz, Spanplatten u.s.w. nicht zulässig ist. Denn so wird nicht nur die Umwelt geschädigt, auch am Kaminofen – vor allem an der Sichtscheibe und an Metallteilen im Korpus (Korrosion!) – kann Schaden entstehen.

Verwenden Sie nur die in der Bedienungsanleitung genannten zulässigen Brennstoffe!

Wichtig! Brennholz darf erst nach vollständiger Trocknung in abgeschlossene Lagerräume eingebracht werden! Durch die fehlende Luftzirkulation findet keine weitere Trocknung statt und es besteht die Gefahr der Schimmelbildung. Ob Ihr Brennholz trocken ist, können Sie ganz einfach mit einem Feuchtigkeitsmesser testen.

Die Instandhaltung und Wartung

Auch ein Kaminofen braucht von Zeit zu Zeit ein wenig Wartung und Pflege. Im Folgenden finden Sie hilfreiche Tipps und Tricks, wie Sie Ihren Kaminofen sauber halten und auf die nächste Heizsaison vorbereiten.

Wartung

Die Wartung des Kaminofens ist naturgemäß abhängig von der Menge an verfeuertem Brennstoff. Grundsätzlich sollte am Ende der Heizsaison das Rauchrohr mit einer entsprechenden Rohrbürste durchgekehrt und Ascheablagerungen an den über der Brennkammer befindlichen Umlenkungen mit einem geeigneten Staubsauger abgesaugt werden. Türdichtungen und Feuerraumauskleidung sollten einer Sichtprüfung unterzogen werden.

Reinigen der Sichtscheibe

Ein häufiges Problem bei Kaminöfen und bei Kaminen mit Glastüren ist die Kondensation der Abgase an der (relativ) kalten Scheibe. Folge: Die innere Oberfläche schwärzt.

Regeln:

Legen Sie das Brennholz ganz nach hinten gegen die Rückwand.

  • Legen Sie die Holzscheite immer quer in den Ofen und niemals mit der Stirnseite zur Scheibe (an den Stirnseiten tritt das meiste Holzgas aus).

  • Mittels speziellen Rußentfernern oder Kamin- und Ofenglas Reinigern lässt sich die Sichtscheibe Ihres Kaminofen ganz einfach reinigen.

  • Besonders hartnäckige oder dicke Teerschichten können Sie mit einem Ceranfeld-Reiniger (Rasierklinge) abkratzen. Vermeiden Sie scharfe chemische Reinigungsmittel. Diese können beim Einsprühen heruntertropfen und entweder an der Lackierung des Ofenmantels oder in den Fliesenfugen hässliche Spuren hinterlassen.

Reinigen des Brennraums

Bevor Sie einen neuen Abbrand starten, sollten Sie die lose Asche vom Feuerraumboden und insbesondere vom Rost entfernen. Verwenden Sie dazu einen weichen Besen oder einen Aschesauger. Kompakte Kohlestücke können im Brennraum für den nächsten Abbrand verbleiben. Leeren Sie den Aschekasten regelmäßig, um die Primärluftzufuhr durch den Rost zu gewährleisten.

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Bildnachweis
  1. "Kaminofen": ©Paipai - stock.adobe.com

  2. "Offener Kaminofen" (Originalbild): Wulan Apriliani (missindonesia), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  3. "Kamin" (Originalbild): Vicki Thompson (Stvic2017), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  4. "Pellets" (Originalbild): moses, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  5. "Ethanol-Brenner" (Originalbild): Antoine Belverge (adesifire), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  6. "Feuer" (Originalbild): Gàbor Adonyi (adonyig), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  7. "Streichholz" (Originalbild): Marco Carli, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  8. "Brennholz" (Originalbild): LUM3N, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  9. "Paragraph" (Originalbild): Gerd Altmann (geralt), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  10. "Brennholz" (Originalbild): Anja Osenberg (cocoparisienne), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

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