Winterdienst Tipps

Alle Jahre wieder spaltet er unsere Gemüter: Schnee lässt die Landschaft winterlich weiß erstrahlen und bietet den einen Grundlage für Saisonale Freizeitbeschäftigung, den anderen beschert er lediglich eine Menge Arbeit. Wege und Straßen müssen frei geräumt sein, damit Fußgänger und Autos sich weiterhin gefahrlos fortbewegen können. Doch ab wann ist das Schneeräumen eigentlich gesetzliche Pflicht für Anwohner und Vermieter? Ab wann ist es Aufgabe der Stadt? Welche Rahmenbedingungen und Ausnahmen gibt es bei der Räum- und Streupflicht in Deutschland? 

1. Gesetzliche Pflicht

Grundsätzlich sind die Träger der Straßenbaulast dazu verpflichtet nach besten Kräften bei Schnee und Eisglätte zu räumen und zu streuen (§ 9 Abs. 3 Satz 1 Straßen- und Weggesetz des Landes Nordrhein-Westfalen). Weiterhin tritt das Gesetz über die Reinigung öffentlicher Straßen in Kraft. Demnach gilt ebenso die allgemeine Winterdienstpflicht für die jeweiligen Träger der Baulast. Für öffentliche Straßen und Wege sowie für die Landesstraßen und Radschnellverbindungen ist das Land zuständig. Für die Kreisstraßen sind der jeweilige Landkreis bzw. die kreisfreien Städte zuständig (§ 1 Abs. 1 Satz 1 StrReinG NRW). Privatgrundstücke und Privatwege sind prinzipiell vom Vermieter bzw. Grundstückeigentümer zu räumen. Sie unterliegen ebenso der Verkehrssicherungspflicht, welche Grundstückseigentümer dazu verpflichtet, neben dem eigenen Grundstück auch die  angrenzenden Wege von Schnee und Eis zu befreien. Die Räum- und Streupflicht besteht an Werktagen ab 7 Uhr morgens, an Sonn- und Feiertagen ab 9 Uhr und endet um 20 Uhr abends. Gehwege sollen so geräumt und gestreut werden, dass zwei Fußgänger gefahrlos aneinander vorbeigehen können (1,20m-1,50m). Die Streu- und Räumpflicht besteht auch für Zufahrtswege zur Haustür, Treppen und Durchgänge. Bei Glatteisbildung besteht sofortige Streu- und Räumpflicht.

 1.2. Ausnahmen:

Pflichtübertragung: In einem Mietverhältnis kann die Streu- und Räumpflicht des Vermieters auf die Mieter übertragen werden. In diesem Fall muss die Klausel ausdrücklich im Mietvertrag festgelegt werden. Der Vermieter ist dann jedoch nicht vollständig von seiner Pflicht entbunden, sondern unterliegt fortwährend einer Überwachungspflicht. Demnach muss er kontinuierlich prüfen, ob die Mieter der übertragenen Pflicht nachgehen. Der Vermieter ist darüber hinaus dazu verpflichtet, seinen Mietern Material und Geräte zur Verfügung zu stellen.

Frühere Räumpflicht: Die Gesetze der Oberlandesgerichte schreiben außerdem vor, dass Eigentümer ihr Grundstück bereits vor sechs Uhr räumen müssen, wenn Passanten dieses schon früher betreten, wobei die Streupflicht bei Glatteisbildung auch hier obligatorisch ist

Lokale Ausnahmen: Die Gesetze der Oberlandesgerichte schreiben außerdem vor, dass Eigentümer ihr Grundstück bereits vor sechs Uhr räumen müssen, wenn Passanten dieses schon früher betreten, wobei die Streupflicht bei Glatteisbildung auch hier obligatorisch ist.

1.3 Haftung im Schadensfall

Wer haftet?

Prinzipiell haftet im Schadensfall der Haus- oder Grundstücksbesitzer, da er seiner Streu- und Räumpflicht nicht nachgekommen ist. Auch wenn die Räumpflicht vom Vermieter an den Mieter übertragen wurde, kann der Vermieter im Falle von Personen- oder Sachschäden durch Glatteis voll haftbar gemacht werden. Erst wenn erwiesen ist, dass der Eigentümer seiner Überwachungspflicht nachgekommen ist, kann in nächster Instanz der Mieter für etwaige Unfallfolgen haftbar gemacht werden. 

Wofür muss gehaftet werden?

Folgeschäden durch Glatteis verursachen Kosten. Diese werden in drei verschiedenen Haftungskategorien unterteilt, für welche der Schädiger im Schadensfall aufkommen muss:

1. Körperliche und materielle Schäden des Opfers (Arzt- und Krankenhauskosten

2. Sachschäden wie zerrissene Kleidungsstücke

3. Kosten durch einen Verdienstausfall oder Rechtsstreit.

Räumpflicht des Daches?

Eiszapfen an der Regenrinne sowie eine dicke Schneeschicht auf der Dachziegeln können sich bei Witterungsschwankungen lösen, herunterfallen und vorbeilaufende Passanten schwer verletzen. Auch dafür tragen Hausbesitzer Verantwortung und müssen das Dach deshalb räumen. Seine Sie dabei jedoch achtsam und bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr. Ist das Entfernen nicht ohne Probleme möglich, ist es besser, ein Warnschild sowie eine Absperrung anzubringen.

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2. Tipps zum einfachen Schneeschaufeln

2.1 Das richtige Gerät

Der gesundheitliche Aspekt spielt auch beim Schneeschaufeln eine sehr wichtige Rolle. Ihre Schneeschaufel sollte ergonomisch geformt sein. Ergonomisch geformte Schneeschaufeln haben eine Biegung im Griff, welche eine gerade Haltung des Rückens unterstützt.Um Rückenschmerzen zu vermeiden, sollte der Stiel lang genug sein. Schneeschaufeln mit teleskopierbarem Stiel sind darum sehr praktisch und empfehlenswert. Das Schaufelblatt hingegen, sollte vorzugsweise klein sein, damit die einzelnen Ladungen kleiner und somit nicht zu schwer sind. Beim Blatt des Schneeschiebers sollten Sie auf robusten Kunststoff anstatt auf Metall setzen, da das hohe Gewicht des Blattes zusätzlich belastet.E in Rollschneeschieber beispielsweise erleichtert das Schneeräumen ungemein und hilft besonders bei dichten Schneedecken. Falls Sie regelmäßig deutlich größere Flächen freischaufeln müssen, wäre es sinnvoll die Anschaffung einer Elektroschneefräse in Erwägung zu ziehen.

 

Von wegen federleicht! 

In der Regel wiegt ein Schaufelblatt voll Schnee ca. 9 kg. Altschnee kann je nach Feuchtigkeitsgehalt 300-500 kg pro Kubikmeter schwer sein. 

2.2 Die richtige Technik:

Beim Schneeschippen ist eine korrekte Körperhaltung von großem Vorteil. Platzieren Sie Ihre Hände möglichst weit voneinander entfernt; eine Hand am Griff und eine möglichst weit unten, um eine bessere Hebelkraft zu schaffen. Grundsätzlich sollten Sie schweren Schnee besser schieben anstatt wegschaufeln um den Rücken zu schonen. Wenn Sie Schnee heben müssen, achten Sie darauf, den Rücken gerade zu lassen, wenn sie zwischen hockender und aufrechter Position wechseln. Stehen Sie immer schulterbreit und heben Sie aus den Knien, nicht aus Rücken oder Hüfte. Weiterhin ist es ratsam, bei Bodenbelägen mit ausgeprägten Fugen, immer diagonal zur Fuge arbeiten, da die Kante des Schneeschieberblattes sich so nicht in den Furchen verkanten kann. Zur richtigen Technik zählt schlussendlich auch, dass man das Schneeschaufeln nicht zu lange aufschiebt und im Idealfall früh morgens damit beginnt. Der Schnee wird tendenziell mit der Zeit immer fester, nasser und schwerer zu entfernen.

2.3 Dei richtige Kleidung

Das A und O beim Schneeschippen ist warme Kleidung. Gerade Hände und Kopf sollten mit Handschuhen und Mütze vor Kälte und Nässe geschützt werden. Handschuhe verhindern außerdem die Blasenbildung an den Händen. Das korrekte Schuhwerk sollte Ihre Füße warm und trocken halten und eine rutschfeste Sohle haben, sodass Sie nicht ausrutschen und sich verletzen können. Achten Sie besonders früh morgens und später abends darauf, dass Sie im Dunkeln gesehen werden und tragen Sie im Idealfall Kleidung mit Reflexstreifen.

2.4 Schneedepot

Bevor man mit dem Schneeschieben beginnt, sollte man sich darüber im Klaren sein, wohin man den Schnee schieben möchte. Am besten schaut man vorher, ob Grünflächen in der Nähe sind, da das Wasser bei der Schneeschmelze dort leichter im Boden versickern kann.  

2.5 Sand vs. Split

Salz als Streugut ist nicht gut für die Umwelt und für Ihr Fahrzeug und aufgrund dessen nicht unbedingt sehr beliebt. In manchen Städten und Kommunen wird Salz als Streumittel verboten oder nur in geringer Menge auf ausgewählten Straßen eingesetzt. Verwenden Sie zum Streuen umweltfreundlichere Alternativen wie zum Beispiel Kies, Sand oder Sägespäne. Diese sind sehr saugfähig, können leicht weggefegt und sogar wiederverwendet werden. Granulat und Rollsplitt sollten Sie der Umwelt und Infrastruktur zuliebe ebenso vermeiden.

TIPP: Antihaftbeschichtung

Damit der Schnee leicht vom Schaufelblatt herunterrutschen kann, empfiehlt es sich, dieses vor Gebrauch mit einem Silikonspray einzusprühen. Alternativ können Sie auch Back- oder Pflanzenfett aus Ihrer Küche als Antihaftbeschichtung verwenden.TIPP: Antihaftbeschichtung

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