Der große Multicopter Ratgeber

Multicopter sind zurzeit voll im Techniktrend und super beliebt. Wer jetzt nicht weiß, worum es sich hierbei genau handelt, dem sagt bestimmt die Bezeichnung „Drohne“ mehr, denn unter diesem Namen sind die Flugobjekte bekannter.

Das Einsatzgebiet von Multicoptern ist sehr vielfältig und lässt immer mehr Personen über die Anschaffung eines dieser Produkte nachdenken. Klar ist, dass nicht nur Profis etwas mit den ferngesteuerten Himmelschwärmern anfangen können. Auch Anfänger und Laien können sich an den verschiedenen technischen Funktionen und Feature der Drohnen erfreuen und sich langsam an das ganze Thema herantasten. Heute sind günstige und flugfertige Drohnen mittlerweile für jedermann im Fachhandel erhältlich. Einsteigermodelle eignen sich ausgezeichnet für die ersten Fluganfänge und dem Erlernen der Grundsätze und helfen vor allem auch dabei, Erfahrung rund um das Thema Multicopter zu sammeln.

Dennoch gibt es viele Dinge, die Sie vor und nach dem Kauf unbedingt beachten sollten. In diesem Ratgeberbeitrag erfahren Sie alles rund um das Fachgebiet der Multicopter und Drohnen und erhalten zusätzlich auch wissenswerte Tipps und Tricks auf die Sie vor dem Kauf und während der Inbetriebnahme Ihres Multicopters achten sollten.

Das Westfalia-Team wünscht Ihnen viel Spaß beim Durchstöbern des Ratgebertextes!

Was sind Multicopter und wie funktionieren sie?

Multicopter gibt es in verschiedenen Ausführung und mit verschiedenen Funktionen. Je nach Anwendungsgebiet sollte man sich für ein passendes Modell entscheiden.

Bei Multicoptern handelt es sich um ferngesteuerte unbemannte Flugobjekte (UVA = Unmanned Aerial Vehicle), die grundsätzlich zu dem Bereich des Modellflugs gezählt werden. Häufig werden Multicopter aufgrund ihrer Ähnlichkeit auch als Drohnen bezeichnet, obwohl es sich hierbei um militärische Flugobjekte handelt, die dem Auskundschaften von Gegnern und gegnerischen Objekten dienen. Dennoch meinen die meisten Multicopter, wenn sie von Drohnen sprechen.

Multicopter erfreuen sich einer großen Beliebtheit bei Hobbypiloten und Modellfliegern, aber sind auch für Privatpersonen immer interessanter geworden. Die empfindlichen Fluggeräte werden für Flüge aller Art verwendet und können viele aufwendige Arbeiten ersparen. Hierzu erfahren Sie im Laufe des Beitrags aber noch mehr.

Aufgrund des großen Interesses an Multicoptern steigt auch die Auswahl an Modellen immer weiter an und ein Kauf kann sich schnell als richtige Herausforderung entpuppen. Die Bezeichnung Multicopter dient eher als Sammelbegriff für alle Copterarten mit mehr als zwei Rotoren auf einer Ebene. Im Großen und Ganzen können sie aber aufgrund ihrer Bauweise in vier übergeordnete Kategorien unterteilt werden: Tricopter, Quadrocopter, Hexacopter und Octocopter. Hierbei ist die Rotorenzahl der entscheidende Faktor, denn anhand dieser werden die Multicopter kategorisiert.

Tricopter

Tricopter sind Multicopter mit drei Rotoren. Die drei Rotoren mit jeweils einem Motor sind für die Fortbewegung des Geräts zuständig, indem sie den benötigten Auftrieb erzeugen. Auch wenn Tricopter aufgrund ihres eher simplen und schlichten Aufbaus ein geringeres Eigengewicht aufweisen und somit einfach zu transportieren sind, eignen sich diese eher für fortgeschrittene Drohnenpiloten. Angesichts ihres geringen Eigengewichts und den drei Motoren und Propeller liegen die Tricopter unruhiger in der Luft und bedürfen vor allem bei Wind und Böen einen Piloten mit ausreichender Erfahrung, um die Geräte richtig und sicher steuern zu können. Auch wenn die angebrachten Sensoren und die enthaltene Steuerelektronik gewisse Schwankungen in der Regel ausgleichen, sollten sich Anfänger zunächst mit einer anderen Variante an das Drohnenfliegen herantasten, wie zum Beispiel mit einem Quadrocopter.

Quadrocopter

Quadrocopter sind, wie der Name schon vermuten lässt, Fluggeräte mit vier in einer Ebene angeordneten Rotorblättern. Diese Flugmodelle sind die beliebtesten auf ihrem Markt und werden am häufigsten verwendet. Je zwei Rotoren des Quadrocopters drehen sich im Uhrzeigersinn, die anderen beiden entgegengesetzt. Diese Bau- und Funktionsweise ermöglicht das senkrechte Starten und Landen des Geräts. Außerdem eignen sich diese Modelle aufgrund ihrer Benutzerfreundlichkeit und stabilen sowie einfachen Steuerung besonders für Drohnenanfänger.

Hexacopter

Auf den Quadrocopter folgt der Hexacopter. Diese Modellvariante ist mit sechs Rotoren ausgestattet (Hexa = 6). Hexacopter werden häufig genutzt um qualitativ hohe Bild- und Videoaufnahmen zu machen, da sechs Motoren gleichzeitig eine erhöhte Motorleistung bedeuten und somit schweres Kameraequipment transportiert werden kann im Vergleich zu den kleinen Varianten. Außerdem sind Hexacopter aufgrund der vielen Propeller auch dementsprechend größer und folglich auch schwieriger zu transportieren. Dennoch sorgt das höhere Gesamtgewicht gleichzeitig für ruhige Flugeigenschaften und stabile Aufnahmen. Auch eine erhöhte Sicherheit bei Ausfall eines Motors ist bei Hexacoptern gegeben, da die dann übrigen fünf Motoren den Ausfall ausgleichen bzw. kompensieren können, falls die Steuerelektronik in der Lage ist einen solchen Ausfall zu registrieren.

Octocopter

Die letzte Kategorie der Multicopter bilden die Octocopter, die wohl größten Modelle unter den Drohnen. Octocopter werden von acht auf einer Ebene angebrachten Motoren angetrieben und in der Luft gehalten. Diese Multicopter werden eher in professionellen Bereichen verwendet und dienen aufgrund ihrer höheren Auftriebskraft dem Heben von schweren Lasten. Auch der Ausfall eines Motors kann der Octocopter dank seiner acht Motoren nahezu problemlos kompensieren. Gleichzeitig wird jedoch für das Fliegen dieser Modelle in der Regel eine entsprechende Aufstiegsgenehmigung benötigt, da sie über der Grenze von fünf Kilogramm liegen.

So funktionieren Multicopter

Die Motoren und somit auch die Rotoren der Multicopter werden über elektrischen Strom aus Akkus betrieben und mithilfe einer Fernsteuerung gelenkt. Entweder ist eine Fernsteuerung im Lieferumfang des Fluggeräts enthalten, oder das Modell kann beispielsweise über eine App mit Hilfe von Smartphone oder Tablet gesteuert werden. Über die eingebauten Sender und Empfänger erhält das Gerät die Befehle des Piloten und setzt diese dementsprechend um. Die Propeller sind waagerecht nach unten ausgerichtet und ermöglichen somit einen vertikalen Auf- und Abstieg der Drohne sowie das Fliegen in alle seitlichen Richtungen. Für den perfekten Auftrieb rotieren die Propeller paarweise gegen und mit dem Uhrzeigersinn. Bei dem Quadrocopter rotieren beispielsweise zwei Rotorblätter im Uhrzeigersinn und die anderen beiden dagegen. Besitzt der Multicopter eine Kamera, so werden die Bild- bzw. Videoaufnahmen auf einer internen Speicherkarte gespeichert und können so anschließend über einen Laptop oder ein PC ausgewertet und angeschaut werden. Je nach Modell kann die Bild- und Videoaufnahme auch direkt live auf der Fernsteuerung gesichtet und auch auf dieser gespeichert werden. So kann der Multicopter aus Sicht seiner Kamera präziser gesteuert werden.

Was können Multicopter?

Multicopter sind sehr vielseitig und mit den verschiedensten Funktionen ausgestattet. Somit gibt es auch je nach Modellen unterschiedliche Einsatzgebiete und Anwendungsbereiche. In diesem Beitrag wollen wir Ihnen eine kurze Übersicht über die bekanntesten und wichtigsten Funktionen von Multicoptern in Bezug auf ihre Verwendung vorstellen und erläutern. So können Sie auch bei dem Kauf eines Geräts besser auf die enthaltenden Funktionen achten und Ihre Entscheidung dahingehend ausrichten.

Eine angebrachte Kamera ermöglicht es tolle Bild- und Videoaufnahmen der Umgebung festzuhalten.

Bild- und Videoaufnahme

Die wohl bekannteste Funktion von Multicoptern ist die Aufnahme von Luftbildern und –Videos. Voraussetzung für diese Funktion ist natürlich eine entsprechende Kamera. Entweder ist diese bereits im Fluggerät integriert oder sie kann über eine angebaute Halterung montiert werden. Bei Tri- und Quadrocoptern können lediglich kleine kompakte Action Kameras verwendet werden, da diese relativ leicht sind und das Gerät nicht zu sehr belasten. Diese gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen und mit sehr guter Qualität, auf gute Aufnahmen müssen Sie also keinen Falls verzichten. Verfügen Sie über einen Hexa- oder Octocopter, können auch professionelle Spiegelreflexkameras an der Drohne angebracht werden und so hoch qualitative Bild- und Videoaufnahmen gemacht werden.

Multicopter mit Kamera finden in der Praxis vielseitig Anwendung. In der Filmindustrie werden Drohnen mit Kamera zum Beispiel häufig verwendet um Aufnahmen aus mittlerer Höhe zu machen, oder um Impressionsaufnahmen der Umgebung einzufangen. Des Weiteren nutzen auch häufig Stadtplaner und Städtebauer diese Modelle um Vermessungen durchzuführen und detaillierte 3D-Modelle anzufertigen, die bei der späteren Planung helfen sollen. Darüber hinaus können Kameradrohnen auch für die Begutachtung von Gebäuden genutzt werden. So kann zum Beispiel der Dach- und Fassadenzustand der eignen Immobilie überprüft werden. In diesem Fall müssen jedoch immer die rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden, damit Sie sich nicht strafbar machen.

Auch die Thermografie zählt zu den Anwendungsbereichen der Kameradrohnen. Hierbei wird mit Hilfe einer Wärmebildkamera die Oberflächentemperatur von Objekten gemessen, um beispielsweise Häuser zu begutachten und Stellen zu identifizieren, an denen Wärme entweicht. Auch Landwirte nutzen diese Funktion der Multicopter, um die Felder vor der Ernte abzufliegen und so Wild aufzuspüren.

GPS und GLONASS

Viele Multicopter sind mit GPS-Techniken (Global Positioning System) ausgestattet. Diese können im Outdoorbereich für mehr Stabilität während des Flugs sorgen, oder aber auch genaue Wegpunktflüge ermöglichen. So können bestimmte Drohnenmodelle unter der Vorgabe einer Flugstrecke eine vom Piloten bestimmte Route abfliegen und anschließend wieder zurückkehren.

Mittlerweile sind viele Multicopter neben GPS auch mit GLONASS (Global Navigation Satellite System) ausgestattet. Hierbei handelt es sich um ein globales Navigationssatellitensystem, welches vom Verteidigungsministerium der Russischen Föderation betrieben und finanziert wird. GLONASS sorgt für eine noch genauere Positionsbestimmung, vor allem in engen Schluchten und Tälern. Dank der Kombination aus GPS und GLONASS erhöht sich die Genauigkeit der Positionsbestimmung erheblich.

Bestimmte Drohnenmodelle lassen sich aufgrund ihrer Sensoren über gezielte Bewegungsgesten steuern.

Ultraschall und Sensoren

Eingebaute Ultraschalllautsprecher sollen Flugdrohnen mittels automatischer und selbstständiger Positions- und Höhenmessung sehr exakte Landungen ermöglichen. Diese Funktion erleichtert gleichzeitig auch die automatischen Start- und Landevorgänge, sofern der Multicopter über dieses Feature verfügt.

Multicopter verfügen an bestimmten Stellen des Gehäuses über Sensoren. Diese sollen in erster Linie der Stabilisierung des Geräts während eines Fluges dienen, aber auch verhindern, dass es zu einer Kollision mit Hindernissen kommt. Darüber hinaus können einige Modelle sogar über diese Sensoren mittels Bewegungsgesten gesteuert werden.

Der Yuneec Typhoon H verfügt beispielsweise über vielfältige, intelligente Flugmodi. Diese ermöglichen es dann zum Beispiel, sich ganz auf die Luftaufnahmen konzentrieren zu können, denn der Multicopter fliegt währenddessen dank intelligenter Sensoren autonom. Darüber hinaus kann der Typhoon H von Yuneec dank der intelligenten Sonarsensoren im Vorderbereich und seinem Anti-Kollisionssystem auch Hindernissen automatisch ausweichen oder auf Anweisung des Pilots ein Objekt automatisch umfliegen.

Rückkehrfunktion

Auch die Rückkehrfunktion, oder auch bekannt als Return-to-Home-Funktion, ist ein tolles Extra. Verfügt der Multicopter über dieses Feature, so kann er eigenständig zum Startpunkt zurückkehren, falls es eine Unterbrechung der Verbindung gibt, oder der Akkustand des Geräts niedrig ist. Hierbei handelt es sich um eine Notfallfunktion, um das Abhandenkommen oder Abstürzen der Drohne zu verhindern.

Bluetooth und WLAN

Einige Multicopter verfügen über Bluetooth. Hierbei handelt es sich um eine auf Funk basierte Datenübertragungsmethode zwischen Geräten. Die Bluetoothfunktion kann Ihnen also beispielsweise ermöglichen, sich über Ihr Smartphone oder Tablet mit der Drohne zu verbinden und diese darüber zu steuern. Das ein oder andere Gerät lässt dabei zusätzlich eine Liveübertragung der Kameraaufnahme zu, die Sie dann während des Fluges auf Ihrem Bildschirm nachverfolgen können.

Neben einer Bluetoothverbindung besteht bei einigen Flugmodellen ebenfalls die Möglichkeit das Smartphone oder Tablet über WLAN mit dem Multicopter zu verbinden und diesen so zu steuern. Hierfür wird eine vom Herrsteller bereitgestellte App benötigt, welche Sie ganz einfach im jeweiligen Appstore herunterladen können. Beachten Sie bei einer Verbindung per WLAN, dass die Reichweite in der Regel maximal 50 Meter beträgt und die Verbindung bei einer zu großen Entfernung unterbrochen werden kann. Je nach Modell kann dies variieren. Die genauen Angaben finden Sie in der Betriebsanleitung des Herstellers.

Das ist bei dem Kauf eines Multicopters zu beachten

Nach langer Überlegung haben Sie sich letztendlich für die Anschaffung eines Multicopters entschieden? Dann sind Sie hier genau richtig. Wir wollen Ihnen helfen, auf alles Wichtige bei dem Kauf einer Drohne zu achten und haben Ihnen hierfür eine Checkliste mit Fragen und Hinweisen zusammengestellt. Wenn Sie diese durchgegangen sind und alle Fragen beantwortet haben, wissen Sie, worauf Sie bei dem Kauf achten müssen und nach welcher Art von Multicopter Sie überhaupt suchen.

3 wichtige Fragen

▢ Was möchte ich mit der Drohne machen?

▢ Bin ich Anfänger oder Profi?

▢ Wie viel Geld bin ich bereit auszugeben?

Punkte, die Sie ebenfalls beachten sollten

▢ Foto- und Videoqualität der Kamera

▢ Maximale Reichweite der Drohne

▢ Akkulaufzeit, evtl. zusätzliche Akkus kaufen für längeren Flugspaß

▢ Lieferumfang beachten: Ersatzteile enthalten? Ggf. Ersatzteile separat kaufen.

▢ Ausstattung (Kamera, Sicherheitssysteme, Sensoren etc.)

▢ Produktqualität

▢ Produktbewertungen

Wissenswertes für Anfänger

Sie sind noch Neuling, wenn es um das Thema Multicopter geht? Kein Problem. Damit Sie einen möglichst einfachen Einstieg in das Fliegen mit Drohnen bekommen, finden Sie hier wissenswerte Tipps und Tricks, die Ihnen bei den ersten Flugversuchen helfen sollen.

Bevor Sie aber überhaupt erst mit dem Fliegen Ihres Multicopters starten können, gibt es noch einige wichtige Dinge zu beachten. Nachdem Sie Ihren neuen Copter ausgepackt haben, sollten Sie die Bedienungsanleitung bzw. das Handbuch des Geräts zunächst gründlich lesen, um sich mit Ihrem neuen Fluggerät vertraut zu machen. Setzten Sie sich außerdem ausführlich mit der Steuerung der Drohne auseinander, um diese später ohne Probleme beherrschen zu können. Wenn Sie sich dann sorgfältig mit der Theorie auseinandergesetzt haben, kann es mit der Praxis – und dem wohl spannenstem Teil – weiter gehen. Um das Fliegen mit einem Multicopter zu erlernen oder zu üben, beachten Sie unsere Tipps und Tricks.

Einige Multicoptermodelle müssen vor dem ersten Flug zu erst einmal richtig kalibriert werden. Ist dies bei Ihrem Gerät der Fall, so werden Sie eine Anleitung hierfür in der Betriebsanleitung finden. Führen Sie die Kalibrierung so durch, wie sie vom Hersteller angegeben ist, um nichts falsch zu machen und das Gerät richtig einzustellen. Anschließend können Sie mit dem Flugtraining beginnen.

Zu Beginn sollten Sie sich ausführlich mit der Steuerung des Multicopters auseinandersetzen, um diese bei dem ersten Outdoorflug ohne Probleme beherrschen zu können.

Flugtraining: Tipps und Tricks

Um die ersten Flugerfahrungen mit Ihrem Multicopter zu sammeln, sollten Sie das Flugtraining bei Ihnen zu Hause machen, es sei denn, Ihr Modell ist zu groß dafür. Da kleinere Drohnen im Außenbereich jedoch sehr windanfällig sind, sollten Sie zunächst im Innenbereich üben, um im Ernstfall einen Kontrollverlust vermeiden zu können. So können Sie zu Hause ganz entspannt, und ohne jegliche Behinderung das Fliegen mit Ihrem Multicopter üben, um Ihre Drohne anschließend sicher durch die Lüfte bewegen zu können.

Vor jedem Flug sollten Sie zunächst einen Check durchführen. Kontrollieren Sie hierbei, ob alle Teile des Fluggeräts fest montiert sind, ob alle Akkus (Fernsteuerung und Drohne) aufgeladen sind und vor allem, ob die Verbindung zwischen Fernsteuerung und Copter funktioniert. Ist alles sicher und vorbereitet, können Sie anschließend mit dem Fliegen beginnen.

Da Start und Landung die wohl kritischsten Momente während eines Fluges sind, sollten Sie diese Vorgänge zu Beginn gründlich üben. Dies können Sie ganz einfach tun, in dem Sie sich in einem entsprechend großen Zimmer eine Start- und Landefläche markieren und versuchen, den Multicopter von dort aus sicher zu starten und zu landen. Hierbei macht Übung den Meister. Lernen Sie die Fernsteuerung Ihrer Drohne besser kennen und schon werden Start und Landung zu einem ganz einfachen Routinevorgang. Nach dem Landen und Starten können Sie dann die Beschleunigungs- und Seitenbewegungen mit Ihrem Copter üben. Probieren Sie sich zu Hause einfach aus und lernen Ihr Fluggerät besser kennen, um dieses später draußen auch unter verschiedenen Witterungsbedingungen unter Kontrolle zu haben.

Wenn Sie das Fliegen mit dem Multicopter zu Hause gründlich geübt haben, können Sie Ihr Gerät das erste mal draußen fliegen lassen. Beachten Sie hierbei jedoch immer die Wetterverhältnisse sowie die gesetzlichen Regelungen.

Der erste Outdoorflug

Wenn Sie das Fliegen mit Ihrem Multicopter zu Hause gründlich geübt und sich mit der Fernsteuerung auseinander gesetzt haben, sind Sie bereit für den ersten Outdoorflug.

Informieren Sie sich vor jedem Außenflug unbedingt über die Witterungsbedingungen, denn Windböen und Regen erschweren das Fliegen und machen es gar unmöglich. Darüber hinaus müssen Sie zunächst eine passende Fläche für den Flug auswählen. Achten Sie hierbei auf mögliche Hindernisse wie Bäume oder Stromleitungen und klären Sie ab, ob es überhaupt erlaubt ist, an dieser Stelle eine Drohne fliegen zu lassen (gesetzliche und rechtliche Rahmenbedingungen). Handelt es sich bei dem Grundstück nicht um Ihr eigenes, so müssen Sie sich vor dem Flug eine Erlaubnis des Grundstückbesitzers einholen. Denken Sie außerdem an die richtige Ausrüstung. Nehmen Sie Ersatzpropeller sowie zusätzlich aufgeladene Akkus für Multicopter und Fernbedienung mit, um sich an einem längeren Flugspaß erfreuen zu können.

Allgemein sollten Sie unbedingt immer darauf achten, sich nicht ablenken zu lassen und in allen Situationen immer die Ruhe zu bewahren und nicht in Panik auszubrechen, denn die volle Kontrolle über den Multicopter ist sehr wichtig, um Sie und andere in Ihrer Umgebung zu schützen.

Sind Sie sich über all diese Sachen im klaren und sind gut vorbereitet sowie ausgestattet, so steht Ihrem ersten Outdoorflug nichts mehr im Wege. Ein Aufprall oder eine Kollision ist niemals zu verhindern, also lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Übung macht den Meister!

Tipp: Kennzeichnen Sie Ihr Fluggerät vor dem ersten Outdoorflug mit einem Aufkleber. Auf diesem sollten Ihre persönlichen Daten (Name, Adresse und Telefonnummer) vermerkt sein, damit Sie Ihren Multicopter bei Abhandenkommen eventuell wiederbekommen (vorausgesetzt, der Finder ist ehrlich).

Rechtliche und gesetzliche Rahmenbedingungen

Wenn Sie Besitzer eines Multicopters sind, oder vor haben, sich in nächster Zeit so ein Gerät anzuschaffen, dann sollten Sie auch bestens über die rechtlichen Rahmenbedingungen informiert sein. Bei dem Fliegen von Drohnen gibt es so einige Voraussetzungen und Regeln, an die Sie sich unbedingt halten sollten, um hohe Bußgelder und Strafen zu vermeiden.

So ist zu allererst zu sagen, dass das Fliegen mit Multicoptern auf dem eigenen privaten Grundstück grundsätzlich erlaubt ist. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass alles, was nicht von außen einsehbar ist, nicht gefilmt werden darf. So dürfen Sie beispielsweise keine Aufnahmen von Gebäuderückseiten oder Innenhöfen festhalten. Darüber hinaus dürfen Fotos von eindeutig identifizierbaren Personen nicht ohne die Freigabe dieser veröffentlicht werden und sollten am besten vermieden werden. Viele Passanten oder auch Nachbarn könnten sich in ihrer Privatsphäre angegriffen fühlen und verärgert sein. Versuchen Sie also Aufnahmen Fremder zu vermeiden.

Sind Sie Hobbypilot, so dürfen Sie Ihr Gerät nur mit Sichtkontakt steuern und eine Höhe von 100 Metern nicht überschreiten. Zusätzlich wird bei einem Drohnengewicht (Gewicht der Drohne + Beladung) von über 5 Kilogramm eine Aufstiegserlaubnis von der zuständigen Behörde benötigt. Hingegen ist bei gewerblich bedingten Drohnenflügen (z.B. Aufnahmen bei einem Event) immer eine Aufstiegsgenehmigung erforderlich. Wollen Sie außerdem Ihre Drohne von einem fremden Grundstück aus steigen lassen, so brauchen Sie auf alle Fälle eine Einverständniserklärung des jeweiligen Eigentümers.

Flugverbotszonen

Beachten Sie bei der Drohnennutzung, dass es bestimmte Zonen gibt, auf denen das Fliegen mit Drohnen verboten ist. Informieren Sie sich also vorher immer über das Gebiet, in dem Sie Ihr Gerät fliegen lassen wollen. Hier finden Sie eine Liste mit den entsprechenden Flugverbotszonen:

  • Flugverbot im Umkreis von 1,5 Kilometern um deutsche Flughäfen

  • Militärische Anlagen

  • Menschenansammlungen

  • Regierungsviertel

  • Atomkraftwerke

  • Wohngebiete (mit Ausnahmen)

  • Unfallstellen

  • Industrieanlagen

  • Katastrophengebiete

Die Drohnen-Plakette

Für alle Multicopter ab 250 Gramm Abfluggewicht (also inklusive Akkugewicht) besteht eine Kennzeichnungspflicht. Entsprechend muss die Drohne mit einer feuerfesten Plakette versehen sein, auf der Name und Anschrift des Eigentümers graviert sind. So kann auch ein ehrlicher Finder das gefundene Gerät zur angegebenen Adresse zurück bringen.

Der Drohnenführerschein

Besitzen Sie eine Drohne, die mehr als zwei Kilogramm wiegt, so benötigen Sie seit dem 1. Oktober 2017 zum Fliegen eines Multicopters einen Drohnenführerschein bzw. einen Kenntnisnachweis zum Betrieb unbemannter Fluggeräte. Dieser ist Pflicht, wenn die Drohne nicht ausschließlich nur für Sportzwecke oder die Freizeitgestaltung betrieben wird. Diese Verordnung wurde aus Sicherheitsgründen und zum Schutz des Luftraums eingeführt. Den Drohnenführerschein können Sie ganz einfach online oder an einer vom Luftfahrtbundesamt befähigten Stelle machen. Achten Sie hierbei immer darauf, dass das ausgestellte Zertifikat auch vom Luftfahrtbundesamt anerkannt werden kann.

Hinweis: Drohnenversicherung

Eine Drohnenversicherung ist nicht unbedingt zwingend notwendig, aber in einigen Fällen empfehlenswert, auch wenn es nur für das sichere Gefühl während der Drohnenflüge ist. Vor allem aber bei größeren und teureren Kameradrohnen sollten Sie eine passende Versicherung abschließen, um auf Nummer sicher zu gehen. Empfehlenswert ist hier der Abschluss einer Drohnen-Haftpflichtversicherung. Diese wird in Schadensfällen aktiv und übernimmt je nach festgelegten Vertragsbedingungen einen Teilbetrag der Schadenssumme. Zu beachten ist hier jedoch, dass die abgeschlossene Versicherung nur die durch den sachgemäßen und rechtlich zulässigen Betrieb entstandenen Schaden an Dritten übernimmt und nicht an der Drohne selbst. Lassen Sie sich am besten von einem Fachmann Ihrer Versicherungsgesellschaft beraten. In einigen Fällen kann es auch sein, dass dieser Punkt in Ihrer Privathaftpflichtversicherung mit eingeschlossen ist. Klären Sie dies einfach mit Ihrem Versicherungsberater.

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Bildnachweis
  1. "Luftbild Drohne" (Originalbild): Pexels, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

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  3. "Quadrocopter" (Originalbild): Mark Eviota (krepnox), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

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  6. "Kamera" (Originalbild): Pexels, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  7. "Karte" (Originalbild): Tumisu, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  8. "Drohne Hand" (Originalbild): vivek jatav (vivekjatav), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  9. "Tablet" (Originalbild): StockSnap, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  10. "Drohne" (Originalbild): AC works Co., Ltd. (photoAC), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  11. "Drohne Feld" (Originalbild): Stefan Nyffenegger (stefannyffenegger), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  12. "Paragraf" (Originalbild): Gerd Altmann (geralt), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  13. "Schild" (Originalbild): falco, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

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