Widerstands-Farbcode

Widerstände müssen sich zweifelsfrei identifizieren lassen, um die Funktion und Sicherheit einer Schaltung zu gewährleisten. Am einfachsten wäre es, den Wert des Widerstands einfach gut sichtbar auf das Bauelement zu drucken.

In etlichen Fällen wird das auch so gehandhabt, bei einem Widerstand in runder Bauform ist das allerdings fertigungstechnisch meist nicht möglich. Um trotzdem den Widerstandswert eindeutig und aus jeder Richtung ablesbar am Element anzubringen, wird er farbig codiert und in Form mehrerer umlaufender Ringe auf den Widerstand gedruckt.

Doch vor allem Einsteiger tun sich mit der Entschlüsselung dieses Codes schwer. Kein Problem: Unsere Tabellen helfen dabei.

Zwei Farbecode-Systeme

Bei den Farbcodes unterscheidet man zwei Systeme: eins mit vier Ringen und eins mit fünf oder sechs Ringen. Das System mit vier Ringen ist für Widerstände mit relativ grob abgestimmten Werte-Reihen und entsprechend größeren Toleranzen vorgesehen. Dies sind die Werte-Reihen E6, E12 und E24. Die feiner abgestuften Reihen E48 und E96 mit kleineren Toleranzen werden mit präziseren Werten angegeben und tragen deshalb mindestens fünf Ringe.

Für Wissbegierige erklären wir die E-Reihen ganz unten, doch hier folgen zunächst einmal die Tabellen zur schnelle Identifizierung der Bauelemente. Da es sich um Widerstände handelt, ergeben die Codes logischerweise Werte in Ohm (Ω).

Widerstände müssen sich genau und eindeutig identifizieren lassen. Beispielsweise bei einer LED ermöglicht erst der korrekte Vorwiderstand eine einwandfreier Funktion.
In diesem Beispiel gut zu sehen: Die Ringe halten idealerweise einen deutlich geringeren Abstand zu einem Ende des Widerstands. An diesem Ende beginnt man mit der Auswertung des Codes.

Tabelle: Farbcode mit vier Ringen

Farbe 1. Ring 2. Ring 3. Ring 4. Ring
1. Ziffer 2. Ziffer Multiplikator Toleranz (%)
Schwarz 0 1 (10⁰)
Braun 1 1 10 (10¹) 1
Rot 2 2 100 (10²) 2
Orange 3 3 1k (10³)
Gelb 4 4 10k (10⁴)
Grün 5 5 100k (10⁵) 0,5
Blau 6 6 1M (10⁶) 0,25
Violett 7 7 10M (10⁷) 0,1
Grau 8 8
Weiß 9 9
Gold 0,1 5
Silber 0,01 10
keine 20

Wie Sie sehen, sind die verschiedenen Farben im ersten (für die Zehner) und im zweiten Ring (für die Einer) jeweils derselben Farbe zugeordnet. Das gilt selbst für den dritten Ring, wenn man nicht die absolute Zahl, sondern die Zehnerpotenz betrachtet.

Gelesen wird von links nach rechts. Ein Widerstand mit den vier Farbringen Gelb-Rot-Blau-Silber besäße also den Wert von 42 MΩ bei einer Toleranz von 10%.

Die Abkürzung k steht für Kilo, bezeichnet also das Tausendfache, die Abkürzung M für Mega bezeichnet das Millionenfache.

Tabelle: Farbcode mit fünf (sechs) Ringen

Farbe 1. Ring 2. Ring 3. Ring 4. Ring 5. Ring (6. Ring)
1. Ziffer 2. Ziffer 3. Ziffer Multiplikator Toleranz %
Schwarz 0 0 1 (10⁰) 200 ppm/K
Braun 1 1 1 10 (10¹) 1 100 ppm/K
Rot 2 2 2 100 (10²) 2 50 ppm/K
Orange 3 3 3 1k (10³) 15 ppm/K
Gelb 4 4 4 10k (10⁴) 25 ppm/K
Grün 5 5 5 100k (10⁵) 0,5
Blau 6 6 6 1M (10⁶) 0,25 10 ppm/K
Violett 7 7 7 10M (10⁷) 0,1 5 ppm/K
Grau 8 8 8 0,05
Weiß 9 9 9
Gold 0,1
Silber 0,01

Die Ablesung funktioniert hier im Prinzip genauso wie im Vier-Ringe-System, nur dass der erste Ring die Hunderter, der zweite die Zehner und der dritte die Einer bezeichnet.

Ist ein sechster Ring vorhanden, gibt er den Temperatur-Koeffizienten an. Die entsprechende Farbe kennzeichnet, um wie viele Millionstel sich der Wert bei einer Veränderung um 1 Grad Kelvin (K) verändert.

E-Reihen für Widerstände

Bei Widerständen mit geringeren Toleranzen findet man fünf (oder sechs) Farbringe. Hier erst lohnt es sich, den Wert präziser anzugeben.

Weiter oben hatten wir kurz die E-Reihen angesprochen. Wie bei einigen anderen elektronischen Bauelementen geben Sie an, wie viele verschiedene Abstufungen von Werten sich innerhalb einer Dekade finden. Eine Dekade bezeichnet hier den Bereich zwischen einer Zahl und deren Zehnfachem. Ein Beispiel: Der Bereich zwischen 10 und 100 ist eine Dekade, der Bereich zwischen 1.000 und 10.000 ist eine weitere Dekade.

Die Wertereihe E12 bezeichnet also eine Reihe von Widerständen, die in zwölf Abstufungen innerhalb einer Dekade gefertigt werden, bei E6 sind es sechs, bei E24 sind es 24. Die Toleranzen werden dabei so gewählt, dass die Werte benachbarter Widerstände einander nicht überlappen.

Die Reihen E48 und E96 sind feiner abgestuft und besitzen folgerichtig engere Toleranzen. Aus diesem Grund ist es dann auch sinnvoll, ihren Widerstand dreistellig anzugeben, da er hinreichend genau bestimmt werden kann. Hier findet sich deshalb auch kein goldener oder silberner Toleranzring, da bei 5 oder gar 10 Prozent Toleranz gleich mehrere Nachbarwiderstände mit abgedeckt würden – damit würde die feine Abstimmung sich selbst ad absurdum führen.

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Bildnachweis
  1. "Widerstände mit verschiedenen Farbcodes" (Originalbild): pschubert / morguefile.com

  2. "LED mit Vorwiderstand" (Originalbild): freeimages.com/mailsparky, Lizenz: Freeimages.com Lizenz für Inhalte

  3. "Ringfolge bei Widerständen" (Originalbild): freeimages.com/Peter Hostermann, Lizenz: Freeimages.com Lizenz für Inhalte

  4. "Widerstände mit fünf Ringen" (Originalbild): freeimages.com/mailsparky, Lizenz: Freeimages.com Lizenz für Inhalte

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