Kennzeichnung von Recycling-Materialien

Die Wiederverwendung gebrauchter Materialien spart Geld und schont die Umwelt. Um das Recycling so einfach wie möglich zu gestalten, müssen die einzelnen Stoffe sortenrein getrennt werden – dann lassen sie sich oft wieder zu hochwertigen Verbrauchsgütern verarbeiten.

Diese Sortierung unterstützen spezifische Materialkennzeichnungen, anhand derer sich Materalien eindeutig identifizieren lassen. Sie sind als Symbole auf Verpackungen und Gebrauchsgegenstände aufgedruckt oder darin eingeprägt.

Haben Sie sich angesichts des Recycling-Symbols und der darin vermerkten Buchstaben und Zahlen schon einmal gefragt, was dahintersteckt und um welches Material es sich tatsächlich handelt? Oder möchten Sie einige Wertstoffe selbst schon einmal vorsortieren? Dann hilft ein Blick auf unsere große Übersichtstabelle.

Weiterhin geben wir Ihnen Hintergrundinformationen rund ums Recycling und sagen, welche Vorschriften die Basis der Materialkennzeichnung bilden.

Das Recycling-Symbol

Die Materialkennzeichnung für wiederverwertbare Stoffe erkennen Sie immer am Recyclingsymbol: drei Pfeile, die einander in Form eines Dreiecks folgen. Damit wird der Gedanke der Kreislaufwirtschaft symbolisiert. Innerhalb des Dreiecks findet sich eine Zahl. Sie bezeichnet die genaue Materialzusammensetzung der gekennzeichneten Gegenstände oder Verpackungen. Zusätzlich steht knapp unterhalb des Dreiecks ein Buchstabenkürzel. Diese Buchstaben bezeichnen die Materialgruppe und zuweilen – etwa bei vielen Kunststoffen – auch bereits das exakte Material.

Ein Beispiel: Das Buchstabenkürzel PAP kennzeichnet Pappe und Papier. Anhand der Zahlen kann man dann unterscheiden, ob es sich um Wellpappe (20), andere Pappe (21) oder Papier (22) handelt.

Das Buchstabenkürzel PAP ist mehrdeutig. Erst die Nummer führt zu einer konkreteren Wertstoffgruppe.
Beim Buchstabenkürzel FE (unter Chemikern steht Fe für das Element Eisen) ist von vornherein klar, dass es sich um Eisen bzw. Stahl handelt.

Unsere Tabelle nennt jeweils die Nummer, das Buchstabenkürzel und die Materialbezeichnung der verschiedenen Wertstoffe. Sie werden feststellen, dass es bei den Zahlenreihen noch Lücken gibt. Hier ist Platz für Materialien, die in Zukunft für das Recycling wichtig werden können.

Wertstoffe und ihre Recycling-Kennzeichen

Codenummer Kurzzeichen Material
01 PET Polyethylenterephthalat
02 PE-HD High Density Polyethylen (hochdichtes Polyethylen)
03 PVC Polyvinylchlorid
04 PE-LD Low Density Polyethylen (Polyethylen niedriger Dichte)
05 PP Polypropylen
06 PS Polystyrol
07 O andere Kunststoffe wie Polyamid, ABS oder Acryl
20 PAP Wellpappe
21 PAP sonstige Pappen
22 PAP Papier
40 FE Eisen/Stahl
41 ALU Aluminium
50 FOR Holz
51 FOR Kork
60 TEX Baumwolle
61 TEX Jute
70 GL Glas, farblos
71 GL Glas, grün
72 GL Glas, braun
80 C/x Verbund Pappe/Papier mit Metall
81 C/x Verbund Pappe/Papier mit Kunststoff
82 C/x Verbund Pappe/Papier mit Aluminium
83 C/x Verbund Pappe/Papier mit Weißblech
84 C/x Verbund Pappe/Papier mit Kunststoff und Aluminium
85 C/x Verbund Pappe/Papier mit Kunststoff/Aluminium/Weißblech
90 C/x Verbund Kunststoff/Aluminium
91 C/x Verbund Kunststoff/Weißblech
92 C/x Kunststoff/verschiedene Metalle

Bei den Verbundstoffen ab Nummer 80 besteht das Buchstabenkürzel aus C für Composite, dem englischen Wort für Verbundstoff, sowie dem Kürzel für den Hauptbestandteil des Materials. C/PAP etwa kennzeichnet Verbundstoffe, bei denen Pappe oder Papier den wesentlichen Bestandteil bildet, zum Beispiel Kartons für Getränke, die innen mit Kunststoff beschichtet sind.

Info: Normen und Gesetze

Grundlage für die Kennzeichnung von Verpackungen in Deutschland ist die Verpackungsverordnung, die erstmals 1991 veröffentlicht und seitdem mehrfach neugefasst oder ergänzt wurde. Die Kennzeichnung ist darin in § 14 geregelt. In der Verordnung finden sich ebenfalls auch die Materialcodes, die für Verpackungen genutzt werden dürfen.

Die für Kunststoffe geltenden Buchstabenkürzel sind heute durch Normen international einheitlich geregelt. Dabei handelt es sich vor allem um die DIN EN ISO 1043-1. Zum ersten Mal veröffentlichte 1988 der US-amerikanische Verband der Kunststoffindustrie (Society of the Plastics Industry, SPI) Recycling-Kennzeichen für Kunststoffe. Deshalb wird heute zuweilen auch noch vom SPI-Recyclingzeichen gesprochen.

Übermittlung Ihrer Stimme...

Ratgeber-Bewertung für "Recycling Materialkennzeichnung"

Bewertung: 4.4 von 5. 52 Bewertung(en).
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.

  1. Kommentar oder Themenvorschlag

  2. Hat dieser Text alle Ihre Fragen beantwortet? Was fehlt noch?
    Oder haben Sie noch eine Idee für ein spannendes Ratgeberthema?

    Wir freuen uns auf Ihre Anregung.

  3. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

  4. * Pflichtfeld
Bildnachweis
  1. "Bunte Flaschendeckel vor dem Recycling" (Originalbild): Artur Konik, Lizenz: CC0 1.0

  2. "Recycling-Symbol 21 Pappe" (Recycling-Code-21.svg) von Moebius1, Lizenz: CC BY-SA 3.0, skaliert, in JPEG gewandelt

  3. "Recycling-Symbol 40 Stahl" (Recycling-Code-40.svg) von Moebius1, Lizenz: CC BY-SA 3.0, skaliert, in JPEG gewandelt

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten