Kennzeichnung von Tapeten

Das wichtigste Kriterium beim Tapetenkauf ist sicher der persönliche Geschmack. Und ebenso vielfältig wie die Vorlieben des Käufers ist auch das Angebot an Mustern und Materialien zur Wandgestaltung. Daneben zählen aber auch harte Fakten:

  • Ist die Tapete widerstandsfähig genug für den Einsatz in Flur oder Küche?

  • Lässt die Tapete sich ohne großen Aufwand verarbeiten?

  • Und wie sieht es später beim Abziehen vor dem Neutapezieren aus?

Die meisten dieser Fragen lassen sich beim Tapetenkauf einfach beantworten, wenn man einen Blick auf das Etikett der Tapetenrolle wirft: Dort sind die wesentlichen Eigenschaften der Tapete mit genormten Symbolen gekennzeichnet.

Wir helfen Ihnen beim Entschlüsseln dieser Kennzeichnung und geben einen Überblick über die verwendeten Symbole.

Erkennen Sie die Wasch- und Scheuerbeständigkeit Ihrer Tapete.

Wasser- und Waschbeständigkeit

In schmutzintensiven Bereichen ist diese Eigenschaft von großer Bedeutung für die Lebensdauer der Tapete. Empfindliche Tapeten sind lediglich während der Verarbeitung wasserbeständig. Robustere Exemplare lassen sich feucht abwischen, und hoch waschbeständige Tapeten vertragen sogar eine Behandlung mit Schwamm und milder Seifenlauge.

Ist der Schmutz hartnäckiger, kann man sogenannten trocken scheuerbeständigen Tapeten mit einer weichen Bürste zu Leibe rücken, scheuerbeständige Tapeten vertragen die Kombination von Seifenlauge und weicher Bürste, und hoch scheuerbeständige Ausführungen lassen sich sogar mit der Bürste und einem milden Scheuermittel bearbeiten.

Im Bild:

Mit diesen Symbolen werden Wasch- und Scheuerbeständigkeit gekennzeichnet. Obere Reihe, von links: während der Verarbeitung wasserbeständig, waschbeständig, hoch waschbeständig. Untere Reihe: trocken scheuerbeständig, scheuerbeständig, hoch scheuerbeständig.

Die Lichtbeständigkeit von Tapeten variiert.

Lichtbeständigkeit

Das schöne Muster, das man mit viel Geduld ausgesucht hat, sollte möglichst lange erhalten bleiben. Druckfarben sind jedoch durch den UV-Anteil im Sonnenlicht gefährdet – sie verblassen früher oder später an Stellen, die vermehrt starkem Sonnenschein ausgesetzt sind.

Wie stabil die Farben im Sonnenlicht bleiben, zeigen die fünf Symbole für die Lichtbeständigkeit, die von "ausreichend" bis "ausgezeichnet" abgestuft sind.

Im Bild:

Die Lichtbeständigkeit einer Tapete kann ausreichend (oben links), befriedigend (oben Mitte), gut (unten links), sehr gut (unten Mitte) oder ausgezeichnet sein (Doppelsonne rechts).

Einkleistern

Beim Kleistern gibt es drei Möglichkeiten.

Beim Einsatz von Tapetenkleister kommen drei Varianten in Frage:

  1. Einige Tapeten sind bereits vorgekleistert. Die trockene Kleisterbeschichtung, die sich auf ihrer Rückseite befindet, kann durch kurzes Wässern aktiviert werden.

  2. Die zweite Möglichkeit ist das klassische Einkleistern der Tapete, die anschließend eine Weile quellen muss.

  3. Bei Vliesfasertapeten kommt hingegen das Wandklebeverfahren zum Einsatz – dabei wird der Kleister direkt auf die Wand gestrichen und die Tapete ohne Quellzeit ins Kleisterbett gelegt.

Im Bild:

Das obere Symbol zeigt das klassische Einkleistern der Tapete, links unten ist das Kleistern der Wand symbolisiert und das Symbol rechts unten kennzeichnet vorgekleisterte Tapeten, die eingeweicht werden müssen.

So wird die Tapete richtig angesetzt.

Muster, Ansatz und Rapport

Ein Tapetenmuster soll sich einheitlich über die komplette Wand erstrecken. Damit das funktioniert, müssen die Muster der einzelnen Bahnen richtig nebeneinander angeordnet werden. Je nach Muster sind dabei unterschiedliche Vorgaben zu beachten.

Bei der ansatzfreien Tapete darf man die Bahnen so nebeneinander setzen, wie es gerade beliebt. Das erleichtert den Zuschnitt und vermeidet allzu großen Verschnitt. Tapeten mit geradem Ansatz verlangen hingegen, dass jeweils gleiche Musterelemente genau in der gleichen Höhe geklebt werden. Knifflig können Tapeten mit versetztem Ansatz werden. Hier ist zwischen den Bahnen ein vorgegebener senkrechter Versatz einzuhalten, der sogenannte Rapport. Und schließlich gibt es Tapeten, bei denen jede zweite Bahn kopfüber geklebt werden muss, damit das Muster stimmt.

Im Bild:

Oben links sehen Sie das Symbol für den freien Ansatz ohne weitere Vorgaben, oben rechts den geraden Ansatz mit exakt gleicher Musterhöhe, unten links den gestürzten Ansatz, unten rechts den versetzten Ansatz, bei dem in der Regel zusätzlich der sogenannte Rapport in cm angegeben wird.

Tapeten entfernen

Tapeten haben unterschiedliche Eigenschaften und müssen daher entsprechend entfernt werden.

Keine Tapete hält ewig – irgendwann wird neu tapeziert, und dann muss die alte Wandbekleidung entfernt werden. Die meiste Arbeit bereiten dabei Tapeten, die nur nass entfernbar sind. Hier heißt es gründlich wässern und dann mit dem Spachtel arbeiten. Einfacher ist da schon das Abziehen einer spaltbaren Tapete. Hier lässt sich die obere Schicht trocken ablösen, die untere Schicht bleibt als Makulatur auf der Wand. Ganz bequem wird es mit trocken abziehbaren Tapeten. Sie lassen sich ohne Rückstände oder vorheriges Wässern einfach von der Wand ziehen.

Im Bild:

Von links nach rechts wird das Leben leichter: Links die nass entfernbare Tapete, in der Mitte die trocken spaltbare Tapete und rechts die trocken rückstandsfrei abziehbare Tapete.

Einzelne Spezialfälle richtig verstehen und umsetzen.

Spezialfälle

Ebenfalls interessant für die Verarbeitung sind zwei Sonderfälle. Zum einen sind dies duplierte oder Duplex-Tapeten. Sie besitzen eine Doppelprägung, die formstabil ist und beim Tapezieren erhalten bleibt. Zum anderen finden sich Tapeten, die sich mit praktisch unsichtbarem Ansatz verarbeiten lassen, wenn man die Bahnen zunächst um 50 bis 80 mm überlappend klebt und dann innerhalb des überlappenden Bereiches durch beide Lagen schneidet. Diesen Schnitt nennt man Dopppelnahtschnitt, verwendet wird dafür gerne ein sogenanntes Gleitfußmesser. Zieht man anschließend das Reststück der unteren Lage unter der oberen heraus, passen die Bahnen perfekt aneinander.

Im Bild:

Links im Bild sehen Sie das Symbol für duplierte Tapeten, rechts das Kennzeichen für Tapeten, die mit Doppelnahtschnitt aneinander gesetzt werden.

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Bildnachweis
  1. "Tapetenrollen mit Symbolen": © Hans Altmeyer - altmeyertext.de

  2. "Symbole Wasch- und Scheuerbeständigkeit": Composing von Hans Altmeyer - altmeyertext.de, Lizenz CC0 1.0, erstellt auf Basis der Public-Domain-Grafiken der Wikimedia-Kategorie Wallpaper symbols.

  3. "Symbole Lichtbeständigkeit": Composing von Hans Altmeyer - altmeyertext.de, Lizenz CC0 1.0, erstellt auf Basis der Public-Domain-Grafiken der Wikimedia-Kategorie Wallpaper symbols.

  4. "Tapeten-Symbole Einkleistern": Composing von Hans Altmeyer - altmeyertext.de, Lizenz CC0 1.0, erstellt auf Basis der Public-Domain-Grafiken der Wikimedia-Kategorie Wallpaper symbols.

  5. "Symbole für den Tapeten-Ansatz": Composing von Hans Altmeyer - altmeyertext.de, Lizenz CC0 1.0, erstellt auf Basis der Public-Domain-Grafiken der Wikimedia-Kategorie Wallpaper symbols.

  6. "Symbole Tapeten abziehen": Composing von Hans Altmeyer - altmeyertext.de, Lizenz CC0 1.0, erstellt auf Basis der Public-Domain-Grafiken der Wikimedia-Kategorie Wallpaper symbols.

  7. "Tapetensymbole für Spezialfälle": Composing von Hans Altmeyer - altmeyertext.de, Lizenz CC0 1.0, erstellt auf Basis der Public-Domain-Grafiken der Wikimedia-Kategorie Wallpaper symbols.

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