Laserklassen

Ein Laser verstärkt Licht und bündelt es zu einem scharfen, meist sehr dünnen Strahl. Das eröffnet zahlreiche technische Möglichkeiten – vom Auslesen einer CD oder Blueray-Disk über die Anwendung in Entfernungs-Messgeräten, Laserpointern oder Nivellierlasern bis hin zum Bau von Laserprojektoren, schneidenden Werkzeugen oder eindrucksvoller Effektbeleuchtung.

Im gebündelten Licht liegen aber auch Gefahren. Trifft der Strahl auf das lichtempfindlichste Organ des Menschen, das Auge, kann auch ein verhältnismäßig schwacher Laser schon Schäden an der Netzhaut verursachen. Vorsicht ist also angebracht, zumal Lasermodule preiswert im Elektronikhandel zu kaufen sind.

Damit Sie die Gefahr einschätzen können, die von einem Laser ausgeht, zeigt unsere Übersicht die genormten Laserklassen, typische Leistungen und Anwendungen und gibt Hinweise zum Gefahrenpotenzial.

Laserklassen, Leistungen und Gefahren

Beachten Sie bitte, dass Laser nicht nur direkt einwirken, sondern auch reflektiert oder gestreut werden können. Auch reflektierte Strahlen und bis zu einem gewissen Grad gestreutes Laserlicht können noch eine Gefahr darstellen, vor allem in den höheren Leistungsklassen.

Unabhängig von der Gefahr für die Netzhaut oder andere Bereiche des Körpers können Laser selbst in den schwächsten Ausführungen unangenehm blenden. Von einer Blendung gehen ebenfalls Gefahren für Menschen oder Sachwerte aus, etwa wenn ein Pilot betroffen ist. Laser sind also kein Spielzeug, sondern sollten immer ihrem Zweck entsprechend verwendet werden.

Es folgt unsere Übersicht mit Erläuterungen zu den einzelnen Laserklassen. Die Klassen müssen zusammen mit dem Lasersymbol auf dem Gerät oder Modul angegeben werden.

Dises Symbol warnt vor Gefahren durch Laserstrahlen.
Mit dem sehr fein gebündelten Lichtstrahl lassen sich CDs oder DVDs auslesen.
Laserklasse Typische Leistung Typische Anwendung
1 <0,4 mW Scanner, Drucker, Scanner-Kassen, DVD-Player, CD-Player

Unter normalen Bedingungen ist die zugängliche Laserstrahlung ungefährlich. Trotzdem sollten Sie eine Einwirkung über längere Zeit vermeiden! Auch Laser, die sich in einem geschlossenen Gehäuse befinden, werden zur Klasse 1 gezählt.

Laserklasse Typische Leistung Typische Anwendung
1M <0,4 mW, Strahldurchmesser >7 mm Linsen, Lupen, Ferngläser

Die zugängliche Laserstrahlung ist ungefährlich – es sei denn, der Laserstrahl wird durch optische Einrichtungen fokussiert. Solche Einrichtungen können beispielsweise Linsen, Lupen oder Ferngläser sein.

Laserklasse Typische Leistung Typische Anwendung
2 <1 mW Laserpointer, Laser-Wasserwaage, Laser-Entfernungsmesser

Die zugängliche Laserstrahlung muss im sichtbaren Bereich von 400 bis 700 nm Wellenlänge liegen. Sie darf zudem nur kurzzeitig, also kürzer als 0,25 Sekunden, einwirken – nur dann ist sie ungefährlich. Sieht man wiederholt oder längere Zeit in den direkt abgestrahlten oder auch in den reflektierten Laserstrahl, drohen Gefahren für die Netzhaut. Bei einem kontinuierlichen Betrieb muss die Strahlungsleistung auf maximal 1 mW begrenzt werden. Je nach Modell und Hersteller gehören zu dieser Klasse verschiedene Lasermessgeräte, wie Laser-Wasserwaagen und -Entfernungsmesser.

Laserklasse Typische Leistung Typische Anwendung
2M <1 mW, Strahldurchmesser >7 mm Laserpointer, Laser-Entfernungsmesser, kleine Show-Laser

Wie Klasse 2. Der Laser ist nur dann ungefährlich, solange der Laserstrahl nicht durch optische Einrichtungen, wie Linsen, Lupen, Ferngläser usw., gebündelt wird.

Laserklasse Typische Leistung Typische Anwendung
3R <5 mW Show-Laser, Laserprojektor, Industrielaser (Materialbearbeitung)

Die zugängliche Laserstrahlung stellt eine Gefahr dar. Im sichtbaren Bereich (400 bis 700 nm Wellenlänge) darf die Strahlungsleistung maximal 5 mW betragen.

Laserklasse Typische Leistung Typische Anwendung
3B <500 mW Show-Laser, Laserprojektor, Industrielaser (Materialbearbeitung), Medizin

Bei direktem Hineinblicken bzw. beim direkten Auftreffen ist die zugängliche Laserstrahlung für das Auge und zum Teil auch für die Haut gefährlich. Auch ein kurzzeitiges Betrachten ist nur auf größere Entfernung unter Zwischenschalten geeigneter Diffusoren möglich, die ausschließlich ungerichtetes Streulicht erzeugen. Die maximale Strahlungsleistung beträgt 500 mW.

Laserklasse Typische Leistung Typische Anwendung
4 >500 mW Show-Laser, Laserprojektor, Industrielaser (Materialbearbeitung), Medizin

Hier handelt es sich um Hochleistungslaser! Die zugängliche Laserstrahlung ist sehr gefährlich für die Augen und gefährlich für die Haut. Das gilt für die direkte Exposition und auch für den Einfluss diffuser, also gestreuter Strahlung. Außerdem besteht Brand- und Explosionsgefahr für bestrahlte Materialien und Gegenstände. Die Strahlungsleistung solcher Laser beträgt mehr als 500 mW.

Info: Normen und Gesetze

Die Einteilung in Laserklassen ist in der europaweit geltenden Norm DIN EN 60825-1 geregelt. Den verschiedenen Klassen zugeordnet werden die Laser durch den Hersteller.

Bis zum März 1997 galt für die Geräteklassen noch die alte Norm DIN VDE 0837, die in Deutschland für neue Laser nicht mehr angewendet werden darf. Die Einteilung der Klassen unterscheidet sich teilweise zwischen den beiden Normen. Während die alten und neuen Klassen 1, 3b/3B und 4 einander entsprechen, zählen Laser der alten Klasse 2 je nach ihren technischen Daten heute entweder zur Klase 1M oder zur Klasse 2. Laser der alten Klasse 3a werden heute in die Klassen 2M oder 3R eingestuft. Behandeln Sie Laser der alten Klassen 2 oder 3a sicherheitshalber jeweils so, als zählten sie zur entsprechend höheren neuen Klasse.

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Bildnachweis
  1. "Gespiegelte Laserstrahlen": FreeImages.com/Patryk Buchcik, Originalbild, Lizenz: FreeImages.com Lizenz für Inhalte

  2. "Laser-Warnzeichen" (Originalbild): Maxxl2, Lizenz: gemeinfrei / Wikimedia Commons

  3. "Laser in einem CD-Laufwerk": FreeImages.com/Pawel Kryj, Originalbild, Lizenz: FreeImages.com Lizenz für Inhalte

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