Analog und digital: Telefone anschließen

Der Trend geht klar zur IP-Telefonie. Dabei werden Telefongespräche in Form von Datenpaketen über die Internet-Verbindung transportiert, also meist über den DSL- oder Kabel-Anschluss. Die herkömmlichen Telefonanschlüsse werden flächendeckend umgestellt oder sind es schon.

Doch auch unter diesen Umständen wird die leitungsgebundene Verteilung innerhalb des Hauses uns noch lange Zeit begleiten. Das gilt sowohl für die klassische analoge Verkabelung mit zwei Adern als auch für das digitale Bus-System bei ISDN-Anschlüssen.

Damit Sie für die Erweiterung oder Änderung solcher Installationen fit sind, geben wir Ihnen hier das nötige Know-how an die Hand.

Traditionelle Technik und IP-Telefonie

Doch zunächst ein Wort zur IP-Telefonie. Hier ist der zentrale Punkt bei der Telefonnutzung im Haus der Router. Er stellt neben der Verbindung zu den üblichen Internetdiensten auch die Telefonsignale zur Verfügung. Oft wird der Router vom Provider gestellt und ist dann in aller Regel schon vorkonfiguriert. Andernfalls geschieht dies anhand der vom Provider bereitgestellten Einwahldaten über einen Browser vom Computer aus.

Um darüber telefonieren zu können, muss man anschließend nur noch mindestens ein geeignetes Schnurlostelefon nach dem DECT-Standard in der Benutzeroberfläche des Routers anmelden und kann dann telefonieren. Das Telefon selbst wird bedient wie bisher, und im Regelfall ist es für den Benutzer völlig gleichgültig, welche Übertragungstechnik jetzt dahintersteckt.

Analoger Anschluss am Router

Befinden sich am Router TAE-Anschlüsse, kann man hier ein schnurgebundenes Telefon oder die Basisstation eines DECT-Telefons einstecken.

Die Funkschnittstelle über DECT ist allerdings nicht die einzige, über die sich Telefone an Router anschließen lassen. Wählt man einen für den Weiterbetrieb schnurgebundener Telefone geeigneten Router, findet sich dort neben den Anschlüssen für die Netzwerkverkabelung auch eine sogenannte TAE-Buchse.

TAE steht dabei für Telefon-Anschluss-Einheit. Dieser TAE-Anschluss ist genau der gleiche wie der in der bisher vorhandenen ersten Telefonsteckdose, die den Übergabepunkt zwischen Provider und Kunden darstellt.

Das bedeutet: Um analoge Telefone weiter zu benutzen, wird der Telefonstecker nicht mehr in die erste Telefondose gesteckt, sondern in den Router, der seinerseits wieder an der ersten Telefondose angeschlossen wird. Im einfachsten Fall ändert sich also nur die Stelle, an der das heimische Telefon oder das heimische Telefonnetz seinen ersten Anschluss findet. Alles, was dahinter liegt, ist bei der Installation identisch. Die weiter unten genannten Details gelten also für beide Fälle.

Digitaler Anschluss am Router

Für vorhandenes ISDN-Equipment, ob Anlage oder Endgerät, kann man eine S0-Buchse am Router benutzen.

Bei Anschluss von ISDN-Geräten ist der Sachverhalt ähnlich. Nur muss dafür am Router eine Schnittstelle für den sogenannten S0-Bus vorhanden sein. Das ist der gleiche Anschluss, wie er bei herkömmlicher ISDN-Versorgung am NTBA, also am Netzabschlussterminal vorhanden ist. Das ist der kleine graue oder weiße Kasten, der direkt oder bei einem DSL-Anschluss über einen  sogenannten Splitter mit der ersten TAE-Dose verbunden ist.

Bei einer Umstellung von einem ISDN-Anschluss auf einen Anschluss mit IP-Telefonie wird also die Anschlussleitung vom NTBA abgezogen und am Router in den mit „S0“ gekennzeichneten Anschluss gesteckt. Die weitere Installation ab diesem Punkt ist wieder identisch, unsere Anleitungen sind also auch hier für beide Fälle gültig.

Sonderfall Telefonanlage

In Haushalten mit vielen Telefonanschlüssen und teils auch mit mehreren Rufnummern ist, wie in Gewerbebetrieben, häufig eine Telefonanlage vorhanden. Sie ist in zwei Ausführungen verbreitet: Entweder handelt es sich um eine Anlage, die einen analogen Anschluss auf mehrere analoge Endgeräte verteilt, oder es ist eine Anlage, die einen ISDN-Anschluss auf mehrere analoge Endgeräte und zusätzlich bei Bedarf auch auf ISDN-Endgeräte verteilt.

Diese Anlage lässt sich programmieren und verwaltet beispielsweise die Zuweisung unterschiedlicher Rufnummern an die verschiedenen Endgeräte oder kann Komfortfunktionen wie die Übergabe zwischen verschiedenen Endgeräten, Wartemusik, Nummernsperren und anderes bieten.

Hier gilt wieder das gleiche wie für einzelne Telefone: Bei einem ISDN-Anschluss lässt sich die Anlage mit dem NTBA verbinden, bei einer Umstellung auf IP-Telefonie mit dem S0-Bus des Routers. Bei einem Analoganschluss steckt die Zuleitung in der erste TAE-Dose, bei einer Umstellung wandert der Stecker in die TAE-Buchse des Routers. Der Rest muss nicht geändert werden.

Grundlagen der analogen Installation

Für den Anschluss eines analogen Telefons, eines Faxgeräts oder der Basis eines Schnurlostelefons braucht man zwei Adern. Sie werden mit den Buchstaben a und b bezeichnet, man spricht deshalb auch vom a/b-System. Diese beiden Adern übernehmen zahlreiche verschiedene Aufgaben gleichzeitig.

Zunächst wird darüber natürlich das Sprachsignal übertragen. Das geschieht in beide Richtungen gleichzeitig, man spricht deshalb von einem Vollduplex-Betrieb. Außerdem überträgt die zweiadrige Leitung die Wähltöne. Das sind beim heute üblichen Wahlverfahren verschieden hohe Töne, man spricht hier vom Mehrfrequenzwahlverfahren (MFV). Bei älteren Telefonen können es auch Wählimpulse sein, dann heißt es Impulswahlverfahren (IWV).

Weiterhin überträgt die Leitung eine Gleichspannung, mit der die Grundfunktionen eines Telefons betrieben werden können – einfache schnurgebundene Telefone ohne Komfortfunktionen brauchen deshalb keine eigene Stromversorgung. Kommt ein Anruf herein, wird er mithilfe einer Wechselspannung signalisiert.

Und schließlich laufen noch weitere Signale über die Leitung, also etwa Gebührenimpulse, Hörtöne wie das Frei- oder Besetztzeichen, Steuersignale, die durch die Rückruftaste ausgelöst werden oder die Nummernkennung bei eingehenden oder abgehenden Anrufen.

Das Ganze funktioniert wie gesagt über lediglich zwei nicht besonders dicke Drähte – installationstechnisch eine simple und dabei seit Jahrzehnten bewährte Sache.

Zwei Drähte genügen: a- und b-Kontakte an einem für den analogen Anschluss heute gebräuchlichen TAE-Stecker.
Der TAE-Stecker im geöffneten Zustand.

Der TAE-Anschluss

Für den einfachen Umgang mit der Telefoninstallation ist nicht zuletzt auch die Anschlusstechnik verantwortlich. Vor allem seit ab dem Übergabepunkt zwischen öffentlichem Netz und heimischer Installation für den Benutzer weitgehend freier Zugriff auf Leitungen und Endgeräte besteht, hat sich für analoge Telefone, Faxgeräte, Anrufbeantworter und weitere Endgeräte der TAE-Anschluss durchgesetzt.

Früher übliche Anschlusstechnik, wie die steckbare Anschlussdose ADo oder die fest verdrahtete Verbindungsdose VDo, sind veraltet und sollten im Rahmen einer Änderung und Erweiterung ersetzt werden. Nur an einem Punkt ist Zurückhaltung geboten: Zwar sind die Zeiten vorbei, in denen die gesamte Telefoninstallation samt Endgeräten Eigentum der alten, staatseigenen Bundespost waren, doch die erste Dose gehört nach wie vor dem Provider – ob es nun der Nachfolgebetrieb oder einer seiner Mitbewerber ist. Sitzt hier noch eine VDo, muss genaugenommen Ihr Provider sie durch eine TAE-Dose ersetzen, da ihm der Übergabepunkt gehört.

Doch zurück zum TAE-Anschluss. Sowohl Stecker als auch Dose können mit bis zu sechs Kontakten versehen sein, auch wenn für die eigentliche Telefonie nur zwei gebraucht werden. Die Kontakte sind paarweise in drei Reihen angeordnet. Stecker und Dose sind durch die Form der Kunststoffteile kodiert.

Dabei gibt es zum einen den F-Anschluss, der unterhalb der dritten Kontaktreihe auf der Steckerseite zwei seitliche Kunststoffnasen und in der Dose passende Aussparungen aufweist. Zum zweiten gibt es den N-Anschluss, der eine entsprechende Kodierung zwischen der ersten und der zweiten Kontaktreihe besitzt. Das F steht hier für Fernsprechgeräte, also Telefone, das N für Nichtfernsprechgeräte, als etwa Faxgeräte oder Anrufbeantworter.

In TAE-Mehrfachdosen sind oft beide Kodierungen gemischt. Welche Buchse zu welchem Typ gehört, sieht man zum einen an den Aussparungen, zum anderen ist unterhalb jeder Buchse meist auch ein N oder F eingeprägt. Darüber hinaus gibt es Dosen, in denen TAE- und ISDN-Anschluss vereint sind – zwischen diesen Anschlüssen existiert keine Verbindung, sie sind jeweils eigenständig beschaltet.

Kontaktnummern in F- und N-Buchsen. Gut erkennbar ist hier auch die Kodierung durch die Form der Aussparungen.
Hier ein Blick auf F- und N-Stecker von der Kontaktseite aus. Auch hier gibt es eine Kodierung durch die Steckerform.

TAE-Kontaktbelegung

Die Kontakte am TAE-Anschluss und ihre Bezeichnung.

Möchte man einen TAE-Stecker oder eine -Dose verdrahten, stehen folgende Kontakte zur Verfügung:

  1. La – a-Ader der a/b-Schnittstelle

  2. Lb – b-Ader der a/b-Schnittstelle

  3. W – a-Kontakt für ein zweites Signalgerät (Ton oder Licht)

  4. E – Erde für die Amtsholung per Erdtaste

  5. b2 – durchgeschleifte b-Ader (s. Schaltkontakt in der Schemazeichnung)

  6. a2 – durchgeschleifte a-Ader (s. Schaltkontakt in der Schemazeichnung)

Die Verwendung der Kontakt W und E ist heute nicht mehr üblich. Die Kontakte a2 und b2 schleifen das a/b-Signal zur nächsten Buchse durch, sodass an einer Mehrfachdose mehrere Geräte an eine Zuleitung angeschlossen werden können. Das ist zum Beispiel hilfreich, wenn Telefon und Anrufbeantworter an der gleichen Mehrfachdose und der gleichen Leitung hängen. Der Anruf wird dann an beiden Geräten signalisiert, wenn niemand das Gespräch am Telefon annimmt, nimmt es nach einer meist einstellbaren Zahl von Klingeltönen der Anrufbeantworter an.

RJ-Stecker oder Western-Modular-Stecker

Ein RJ-Stecker mit 6 Kontaktpositionen, davon 4 belegt. Man bezeichnet das mit &P4C oder auch als Western 6/4.

Das zu einem Telefon, Modem oder Fax gehörige Anschlusskabel ist am jeweiligen Gerät zuweilen fest verdrahtet. Meist ist es dort jedoch mit einem sogenannten RJ-Stecker angeschlossen, der auch unter dem Namen Westernstecker oder Western-Modular-Stecker geläufig ist.

Diese Stecker können für 4 oder 6 Kontakte vorbereitet sein, vorhanden können 2 bis 6 Adern sein. Je nach Anzahl der Kontaktpositionen und der tatsächlich vorhandenen Kontakte findet man dafür Bezeichnungen wie „Western 6/2“. Das wäre dann ein Stecker mit 6 Kontaktpositionen und 2 tatsächlich vorhandenen Kontakten – völlig ausreichend für die Telefonie über je eine a- und b-Ader. Der Stecker könnte auch als RJ-11 6P2C benannt sein, diese Bezeichnung ist heute geläufiger und bedeutet genau dasselbe.

Leider ist damit ein Anschlusskabel nicht eindeutig bezeichnet, denn verschiedene Hersteller bzw. Anbieter belegen die Kontakte teils unterschiedlich, teils wählen sie dafür auch andere Kontaktpositionen. Man kann also Anschlusskabel nicht beliebig zwischen verschiedenen Geräten tauschen und muss bei einer Ersatzbeschaffung auch möglichst genau angeben können, für welches Gerät das Kabel bestimmt ist.

Hier verschieden belegte RJ-Stecker mit gebräuchlichen Anwendungen (von links):
4P4C – Hörerkabel Western/Western
6P2C – Anschlusskabel Telefon
6P2C – Anschlusskabel ISDN-NTBA
6P4C – Anschlusskabel Endgerät 4-adrig
6P6C – Anschlusskabel Endgerät 6-adrig

Tabelle der Verbindungen TAE – Western/RJ

Hier eine Übersicht üblicher Verdrahtungen zwischen TAE-Anschlüssen und RJ/Western-Steckern. Aufgeführt sind jeweils die Kontaktnummern.

Anschlussart TAE-F TAE-N Western/RJ
Telefon 2 Adern 1 3
2 4
Telefon 4 Adern 1 3
2 4
3 5
4 2
Telefon 2 Adern Telekom 1 5
2 2
Telefon 4 Adern Telekom 1 5
2 2
3 4
4 3
ISDN-NTBA 1 1
2 6
Geräteanschluss Telekom 1 3
2 4
5 5
6 2
Geräteanschluss 1 6
2 1
4 5
5 3
6 4

Planung der analogen Verkabelung

Bei der analogen Telefonverkabelung führen alle Leitungen zu einem Punkt – erste TAE-Dose oder Telefonanlage. In einer Mehrfachdose können dabei eine oder mehrere Leitungen ankommen.

Bei der oben geschilderten Beschaltung in der TAE-Mehrfachdose kann durch die Aktivierung eines N-Geräts die Durchschleifung zu den nächsten Buchsen getrennt werden. Das ist recht praktisch, wenn zum Beispiel ein Faxmodem einen entsprechenden Ruf annimmt und er deshalb nicht mehr zum ebenfalls angeschlossenen Telefoniegerät geleitet wird. Es gibt aber ebenso auch Dosen, in denen mehrere Leitungen eingehen, die separat mit den verschiedenen Buchsen verbunden sind.

Ob und wann die Sperrung oder Weiterleitung von Anrufen in der gleichen Mehrfachdose sinnvoll und erwünscht ist, wie viele Leitungen an einer Dose ankommen und wie sie verschaltet werden, sollte man vor der Neuverkabelung bzw. vor einer Änderung oder einer Erweiterung gründlich durchdenken. Ebenso ist möglichst exakt zu planen, welche Geräte mit welchen Funktionen man einsetzen möchte – am besten zeichnet man sich eine Skizze, in der man die einzelnen Räume der Wohnung, die anzuschließenden Geräte und die Leitung einträgt.

Der Grund: Eine analoge Telefonverkabelung ist immer eine sogenannte Sternverkabelung. Das heißt: Alle Leitungen führen letztlich zum Übergabepunkt, also zur ersten TAE-Dose, oder aber zu einer mehr oder weniger intelligenten Telefonanlage. Geräte, die an der gleiche Leitung angeschlossen sind, sind in der Regel parallel geschaltet. Sobald man also an einer bestimmten Stelle ein analoges Gerät fest anschließen möchte, muss dorthin auch eine Leitung führen – und zwar von der ersten Dose oder von einer Telefonanlage aus.

Glücklicherweise lässt sich heute die Installation reiner Telefonie recht einfach und fast ohne Installationsaufwand mit Funktelefonen nach dem DECT-Standard realisieren. Auch wenn die Basis direkt an der ersten TAE-Dose steht, ist meist noch problemlos die Abdeckung der gesamten Wohnung inklusive Balkon und Teilen eines Gartens möglich. DECT sendet mit 250 mW, also mit der zweieinhalbfachen Leistung von WLAN-Geräten und zudem in einem niedrigeren Frequenzband, das durch Wände und Decken weniger stark gedämpft wird – die Nutzung von Funktelefonen ist also fast immer praktikabel.

Auch für Zusatzgeräte, wie Anrufbeantworter, muss man nicht unbedingt verkabeln, da es immer möglich ist, ein vorhandenes kabelgebundenes oder funkversorgtes Telefon gegen eins mit integriertem Anrufbeantworter auszutauschen. Lediglich für speziellere Anwendungen, wie etwa Faxgeräte, ist die Anbindung per Kabel nahezu unabdingbar.

ISDN-Installation

Vier Adern übertragen die Datenpakete bei der ISDN-Installation.

Erheblich einfacher ist die drahtgebundene Installation innerhalb eines Hauses oder einer Wohnen mit ISDN-Geräten an einem ISDN-Anschluss. Der Grund: Das digitale ISDN wird über eine sogenannte Busverkabelung verteilt, den S0-Bus. Solch ein Bus funktioniert genauso, wie der Name es suggeriert:

Die Signale laufen als Datenpakete durch eine Leitung, die man sich wie eine Omnibus-Linie vorstellen kann. An den einzelnen Anschlussdosen, den „Haltestellen“, können Pakete aus- und einsteigen. Beim hierzulande in Privathaushalten üblichen Mehrgeräteanschluss kann die „Buslinie“ bis zu 150 m lang sein und 12 „Haltestellen“ besitzen, an denen gleichzeitig bis zu 8 Geräte aktiv sein können. Am Ende ist der Bus mit einem Widerstand abgeschlossen, der meist in der letzten Anschlussdose installiert ist.

An zwei Punkten wird die Technik etwas komplizierter als im analogen a/b-System. Zum einen braucht man nicht nur zwei, sondern vier Drähte (1a, 1b, 2a, 2b) – das Adernpaar 1a/1b transportiert die Daten zu den Endgeräten, das Paar 2a/2b von den Endgeräten zurück. Beide Paare arbeiten gleichzeitig, also besteht auch hier ein Vollduplex-Betrieb. Da es keinen praktischen Unterschied macht, ob man nun eine 2-adrige oder eine 4-adrige Leitung zieht, ist das keine besondere Erschwernis bei der Neuinstallation. Lediglich bei der Verwendung vorhandener Leitungen muss man darauf achten, dass sie geeignet sind.

Zum anderen müssen die Endgeräte „wissen“, welche Daten-Pakete für sie bestimmt sind und was sie damit anfangen sollen. Dafür brauchen sie aufwendigere Steuerungstechnik als ein traditionelles Analogtelefon. Deshalb und weil sie insgesamt in niedrigerer Stückzahl produziert wurden und werden, sind sie tendenziell teurer.

Dafür wird man durch zusätzliche Möglichkeiten entschädigt: Solange die oben genannten technischen Grenzen für Leitungslänge und Anschlusszahl nicht ausgereizt sind, kann man ISDN-Installationen verhältnismäßig einfach erweitern, indem man an der letzten Dose beginnend die „Buslinie“ einfach verlängert – man muss also keine komplette Leitung bis zum NTBA oder zum S0-Anschluss eines Routers ziehen. Hinzu kommen Komfortfunktionen, die sich zwar auch bei analogen Telefonen und Anlagen immer mehr verbreiten, die aber bei ISDN grundsätzlich an Bord sind.

Anschluss finden: IAE und UAE

Die ISDN-Geräte werden nicht mit TAE-Steckern, sondern mit RJ-Steckern an die entsprechend mit Buchsen ausgestatteten Wanddosen angeschlossen. Wenn in einer sehr alten Installation ISDN noch mit 8-poligen TAE-Anschlüssen ausgeführt ist, kann man diese im Zuge einer Erweiterung oder Erneuerung gegen RJ-Verbindungen austauschen.

Die RJ-Dosen können entweder IAE (ISDN-Anschluss-Einheiten) oder UAE (Universal-Anschluss-Einheiten) sein. Beide sind Dosen mit einer oder zwei RJ-Buchsen, die je 8 Kontaktplätze besitzen. Bei einer IAE sind davon 4 Kontakte beschaltet, bei einer UAE alle 8. Landläufig hört man häufig die Bezeichnung „RJ-45“ für die Buchsen und Kabel – das ist technisch nicht korrekt, deshalb achtet man beim Kauf von Anschlussdosen besser auf die Begriffe IAE oder UAE.

Rein physikalisch sind die Buchsen übrigens mit RJ-11- oder RJ-14-Steckern kompatibel. Man kann sie mittig einstecken, die äußeren Kontaktplätze liegen dann einfach frei. Ob ein solcher Anschluss auch funktioniert, hängt davon ab, wie die Kontakte belegt sind. Man spart also gegebenenfalls Nervenkraft und Zeit, wenn man von vornherein Material verwendet, das exakt für den geplanten Einsatzzweck gedacht ist.

Hier eine IAE-Einfachdose mit 4-adriger Beschaltung. Achtung: Die Klemmennummern sind nicht identisch mit den Kontaktnummern!
Bei der IAE-Zweifachdose sind einfach die gleichen Kontakte in beiden Buchsen verbunden.
Die UAE-Dose, die übrigens auch für Netzwerkverkabelungen genutzt wird, ist 8-adrig beschaltet

Installationspraxis

Leitungen zu ziehen ist keine allzu schwere Aufgabe. Sie kann nur je nach örtlichen Verhältnissen mehr oder weniger schöne Ergebnisse bringen. Im Idealfall sind im Haus ausreichend Leerrohre vorhanden, bei einem Neubau sollte man sie großzügig einplanen. Mithilfe eines Einziehgeräts lassen sich dann die benötigten Leitungen bequem durch die Rohre führen. Werden alte Leitungen ersetzt, kann man an ihnen die neuen befestigen und zugleich mit dem Entfernen der alten einziehen.

Wenn es schön werden soll, aber keine Leerrohre vorhanden sind, muss man Schlitze stemmen oder stemmen lassen. Für einen Elektriker und für etliche Heimwerker ist das kein Problem, aber es fällt dabei viel Lärm und Schmutz an.

Die dritte Möglichkeit besteht in der Verlegung auf Putz. Das ist entweder mithilfe von Nagelschellen offen möglich oder indem man Kabelkanäle verlegt. Kanäle gibt es auch in Kombination mit Fußleistenprofilen, dann lässt sich die Installation sehr unauffällig unterbringen. Bei manchen Kanälen erhält man auch gleich ein System, zu dem integrierbare Dosen gehören – eine praktische Sache.

In einem Kellerraum wie hier kann man ohne weiteres auf dem Putz mit Nagelschellen verlegen. Auf Schönheit kommt es dann nicht an.
Unauffälliger wird die Aufputzverlegung mit Kabelkanälen. Sie bieten zudem Platz für Elektro- oder Netzwerkleitungen.
Nicht nur für die Stromversorgung sind Leerrohre nützlich. Bei einem Neu- oder Umbau sollte man ruhig einige davon in der Wand versenken, so dass sie von den Hauptanschlüssen zu den wichtigsten Wohnräumen führen.
Die geschickteste Lösung ist immer die Leitungsverlegung unter Putz. Nachträglich entsteht dabei allerdings eine Menge Schmutz und Lärm.

Die üblichen Dosen werden entweder auf Putz oder unter Putz gesetzt. Auf Putz befestigt man sie mit kleinen Dübeln an der Wand, für Unterputzdosen werden mit einem Dosensenker Vertiefungen hergestellt, in denen die Leitungen enden.

Verdrahtung

Die Verdrahtung ist schließlich nicht allzu schwer. Anhand der Schemata weiter oben, der Klemmenbeschriftung in den Dosen sowie den meist auf den Verpackungen aufgedruckten Anschlussdiagrammen geht das recht einfach. Man muss nur darauf achten, dass die richtigen Adern an die richtigen Kontakte geklemmt werden – das gilt für UAE und IAE ebenso wie für TAE.

Früher hatten die Dosen meist Schraubklemmen. Sie kann man für den Anschluss der Adern natürlich immer noch nutzen, auf die Dauer kontaktsicherer sind allerdings Dosen mit Schneidklemmen – bei einem Neukauf sollte man sie in jedem Fall wählen.

Leitungen und Kabel

Bei Leitungen mit einzeln verdrillten Adernpaaren (Twisted Pair) sollte man die Verdrillung erst kurz vor den Anschlussklemmen entwirren – das erhöht die Störfestigkeit.

Ein weiterer Tipp gilt den verwendeten Leitungen: Zum einen schadet es nicht, Leitungen mit einigen Adern mehr als aktuell benötigt einzuziehen. Wirtschaftlich ist das kein großer Unterschied und Sie haben dann eine Reserve, die sich möglicherweise später einmal bei Smart-Home-Verbindungen in WLAN-Funklöchern und bei ähnlichen Eventualitäten bezahlt macht.

Zum anderen, und das ist besonders wichtig bei ISDN-Installationen, verwendet man für solche Installationen meist Leitungen, bei denen die Adern für eine bessere Störfestigkeit und höhere Übersprechdämpfung paarweise miteinander verdrillt sind – man spricht deshalb auch von „Twisted-Pair“-Leitungen.

Lassen Sie diese Paare so verdrillt, wie sie sind, und entwirren Sie sie nur kurz vor der Anschlussklemme so weit, wie es für den Anschluss unbedingt nötig ist. Auf diese Weise schützen Sie sich am besten gegen Leitungsstörungen durch Einstrahlen elektromagnetischer Einflüsse von außen.

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Bildnachweis
  1. "TAE-Steckdose" (Originalbild): Thomas Breher, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  2. "TAE-Buchsen am Router": © Hans Altmeyer - altmeyertext.de

  3. "S0-Anschluss am Router": © Hans Altmeyer - altmeyertext.de

  4. "TAE-Stecker geschlossen" (TAE-Stecker für Telefon 2.JPG) von Bin im Garten (via Wikimedia Commons), Lizenz: CC BY-SA 3.0, skaliert, beschnitten

  5. "TAE-Stecker offen" (TAE-Stecker für Telefon 3.JPG) von Bin im Garten (via Wikimedia Commons), Lizenz: CC BY-SA 3.0, skaliert, beschnitten

  6. "Schema TAE-Buchse" (Originalbild): , Lizenz: Gemeinfrei / Wikipedia

  7. "Schema TAE-Stecker" (Originalbild): , Lizenz: Gemeinfrei / Wkipedia

  8. "TAE-Kontaktbelegung" (Originalbild): , Lizenz: Gemeinfrei / Wikipedia

  9. "Stecker 6P4C" (Originalbild): freeimages.com/kliverap, Lizenz: freeimages.com Lizenz für Inhalte

  10. "RJ-Stecker mit Kontaktbelegung": © Hans Altmeyer - altmeyertext.de

  11. "TAE-Unterputzdose": © Hans Altmeyer - altmeyertext.de

  12. "Stecker 8P4C" (Originalbild): Michael Schwarzenberger, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

  13. "Verdrahtung IAE-Einfachdose": © Hans Altmeyer - altmeyertext.de

  14. "Verdrahtung IAE-Zweifachdose": © Hans Altmeyer - altmeyertext.de

  15. "Verdrahtung UAE-Dose": © Hans Altmeyer - altmeyertext.de

  16. "Aufputz-Verlegung" (Vedení elektrického kabelu přes roh.JPG) von Juandev (via Wikimedia Commons), Lizenz: CC BY-SA 3.0, skaliert, beschnitten

  17. "Kabelkanal" (Decorative rope.JPG) von Dmitry G (via Wikimedia Commons), Lizenz: CC BY-SA 3.0, skaliert, beschnitten, farbkorrigiert

  18. "Leerrohre" (Originalbild): KVDP, Lizenz: Public Domain / Wikimedia Commons

  19. "Unterputz-Verlegung" (Originalbild): KVDP, Lizenz: Public Domain / Wikimedia Commons

  20. "Twisted-Pair-Kabel" (Wyglad skretki.jpg) von Michał Klimek~commonswiki, Lizenz: CC BY-SA 3.0, beschnitten, skaliert

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