Beim MIG-Schweißen, auch als MAG-Schweißen bekannt, treten häufig Fehler auf, die die Qualität der Schweißnaht beeinträchtigen und zu brüchigen Verbindungen führen können. Diese Defekte entstehen oft durch unzureichende Erfahrung, falsche Einstellungen des Schweißgeräts oder mangelnde Kenntnisse über Material und Technik. In diesem Beitrag beleuchten wir die gängigsten Schweißfehler, ihre Ursachen und bewährte Lösungen, um die Zuverlässigkeit Ihrer MIG-MAG-Schweißarbeiten zu steigern.
Grundlagen des Schweißregimes beim MIG-Schweißen
Bevor Sie mit dem MIG-MAG-Schweißen beginnen, ist es essenziell, das Schweißregime korrekt einzustellen. Dies umfasst Parameter wie Schweißstrom, Bogenlänge, Spannung und Schweißgeschwindigkeit, die den gesamten Prozess bestimmen. Eine falsche Konfiguration kann zu erheblichen Defekten führen, die die Festigkeit der Schweißnaht mindern und letztlich zu Ausschuss führen.
Wichtig zu beachten!
Bei steigendem Schweißstrom verkürzt sich die Bogenlänge; um dies auszugleichen, muss die Spannung erhöht werden. Zu hoher Strom kann Durchbrände verursachen, während eine zu lange Böge durch Luftzugang zu Porosität und Unterspülungen führt. Eine zu lange Böge erkennt man am typischen Zischen.
Eine unzureichende Spannung am Drahtzufuhrsystem kann zu 'Vogelnestern' führen, einem häufigen Problem in MIG-Schweißanlagen.
Einfluss der Schweißfaktoren auf Nahtform und Qualität
Der Schweißstrom beeinflusst primär die Eindringtiefe: Höhere Werte sorgen für tiefere Durchdringung, doch bei 0,7 bis 0,8 der Materialdicke drohen Durchschweißungen. Die Nahtbreite bleibt davon weitgehend unberührt. Eine genaue Einstellung des Schweißgeräts MIG-MAG ist hier entscheidend, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
- Durchmesser des Schweißdrahts: Kleinerer Durchmesser erhöht die Eindringtiefe, verringert aber die Breite; umgekehrt bei größerem Draht.
- Bogenspannung: Höhere Spannung weitet die Naht aus und verbessert das Ausbreiten des Schmelzmetalls.
- Schweißgeschwindigkeit: Schnellere Fortbewegung macht die Naht schmaler und reduziert die Tiefe, da das Metall nicht ausreichend unter die Böge fließt.
- Zu hohe Geschwindigkeit kann zu mangelnder Verschmelzung führen und die Wärmewirkung mindern.
Diese Faktoren interagieren eng, und eine Anpassung des Schweißparameters ist oft notwendig, um Schweißfehler wie Einbrandkerben zu vermeiden. Besonders beim Schutzgasschweißen mit Gas ist die Balance entscheidend. Studien des International Institute of Welding zeigen, dass bis zu 30 Prozent der Defekte durch falsche Schutzgasgemische entstehen, was zu Porosität führt.
Der Krater: Häufiger Defekt am Schweißende
Ein Krater bildet sich am Ende der Schweißnaht durch plötzlichen Bogenabbruch und manifestiert sich als Vertiefung. Dieser Defekt schwächt die Naht erheblich und begünstigt Rissbildung, was die Gesamtfestigkeit der Konstruktion mindert. Besonders in kritischen Anwendungen wie Metallbau kann das zu teuren Nacharbeiten führen.
Ursachen und Vermeidung
Der Krater entsteht typischerweise, wenn der Bogen abrupt unterbrochen wird, ohne dass der Bereich richtig abgeschlossen ist. Bei MIG-Schweißen ohne spezielle Planquadrate ist das ein klassisches Anfängerproblem. Eine Studie der American Welding Society betont, dass die richtige Kontaktspitzen-Arbeitsabstands-Einhaltung übermäßigen Spritzer verhindert und die Bogenstabilität sichert.
Zur Behebung den Krater einfach nachschweißen und den Bogen auf dem bereits gefüllten Bereich abbrechen. Diese Methode stellt die Kontinuität der Naht wieder her und minimiert Risiken. Regelmäßige Praxis mit dem MIG-MAG-Schweißgerät hilft, solche Fehler vorzubeugen.
Unterspülung: Lokale Schwächung der Nahtkante
Die Unterspülung zeigt sich als lokales Verdünnen des Basismetalls direkt an der Nahtgrenze, oft bei Winkelverbindungen oder Mehrschichtnähten. Hier fließt das Schmelzmetall nicht richtig aus und lässt Hohlräume zurück. Hohe Bogenspannung oder schlechte Technik sind gängige Ursachen, die die Strukturintegrität gefährden.
Achtung bei Tiefe!
Bei einer Unterspülungstiefe über 1-2 mm, abhängig von der Gesamtdicke, muss der Defekt nachgeschweißt werden; bei geringerer Tiefe reicht mechanische Bearbeitung.
Um Unterspülungen zu vermeiden, die Schweißparameter einstellen und den Drahtwinkel optimieren. Consumer-Tests von ESAB belegen, dass eine korrekte Drahtzufuhrgeschwindigkeit Imperfektionen um 20-35 Prozent in Amateuranwendungen reduziert. So bleibt die Naht robust und langlebig.
Durchschweißungsmangel: Fehlende Verbindung der Teile
Ein Durchschweißungsmangel bedeutet, dass die zu schweißenden Teile nicht vollständig verbunden sind, was die Stoßfestigkeit stark einschränkt. Ursachen reichen von falschen Regimes ohne ausreichende Eindringreserve bis hin zu ungenauer Elektrodenführung an Kanten. Besonders Neulinge kämpfen damit, da der Winkel oft falsch gewählt wird.
- Falsche Wiederaufnahme nach Pausen, z. B. bei Drahtwechsel.
- Auftreten am Nahtanfang oder -ende.
- Reduziert die Ermüdungsfestigkeit um die Hälfte bei 10 Prozent Ausmaß und um das 2,5-Fache bei 40-50 Prozent.
Die Lösung liegt in der Erhöhung des Schweißstroms, um bessere Durchdringung zu erreichen. Regelmäßige Kalibrierung des Schweißgeräts MIG-MAG und Training der Technik sind unerlässlich. Referenzen wie der AWS-Leitfaden zu MIG-Grundlagen unterstreichen die Wichtigkeit präziser Parameter.
Die Einhaltung des korrekten Abstands zwischen Kontaktspitze und Werkstück ist entscheidend, um übermäßigen Spritzer zu vermeiden und eine stabile Böge zu gewährleisten.
Aufwulstungen: Überflüssiges Schmelzmetall auf der Oberfläche
Aufwulstungen entstehen, wenn Schweißmetall auf die Oberflächen der Teile läuft, ohne Verschmelzung mit dem Basisstoff. Das schwächt die Naht, da keine echte Bindung stattfindet. Häufige Ursache ist ein unpassendes Regime, das zu viel Metall zuführt.
Prävention und Behebung
Vermeiden Sie dies durch Erhöhung der Bogenspannung oder Reduzierung der Zufuhr. Mechanische Entfernung ist eine einfache Nachbehandlung. Im Kontext von Schutzgasschweißen mit Gas hilft eine stabile Gasabdeckung, solche Fehler zu minimieren.
Durchbrände: Löcher in der Schweißnaht
Durchbrände sind Löcher, die durch Auslaufen der Schweißwanne entstehen und Hohlräume in der Naht hinterlassen. Zu hoher Strom, übermäßige Spalten oder falscher Elektrodenwinkel sind typische Auslöser. Diese Defekte kompromittieren die Dichtigkeit und Festigkeit der Konstruktion erheblich.
Die Behebung erfolgt durch Schleifen der betroffenen Stellen und Nachschweißen. Eine sorgfältige Einstellung des Schweißstroms verhindert Wiederholungen. Der Leitfaden von Miller Electric zu MIG-Techniken empfiehlt, den Neigungswinkel stets zu kontrollieren.
Qualitätssicherung in der MIG-MAG-Schweißarbeit
Die Stabilität von Schweißkonstruktionen hängt maßgeblich von der Nahtqualität ab; Defekte können die Belastbarkeit mehrmals reduzieren. Nur erfahrene Schweißer, die den Prozess des Schweißgeräts MIG-MAG beherrschen, sollten kritische Arbeiten übernehmen. Wissen um Regimes und Defekte minimiert Risiken und gewährleistet langlebige Ergebnisse.
Zusätzlich zu den genannten Defekten lohnt es sich, auf Drahtspannung und Gasqualität zu achten, wie in Referenzen des International Institute of Welding beschrieben. Regelmäßige Wartung des Schutzgas-Schweißgeräts und Übung mit Puls-Schweißgeräten verbessern die Präzision. So erreichen Sie professionelle Standards ohne unnötigen Ausschuss.
Häufig gestellte Fragen
- Was verursacht am häufigsten Unterspülungen beim MIG-Schweißen?
- Hohe Bogenspannung oder ungenaue Technik führen zu unzureichendem Ausfließen des Metalls, besonders bei Winkel- oder Mehrschichtnähten. Eine Anpassung der Parameter und bessere Kontrolle des Drahtwinkels helfen vorzubeugen.
- Wie behebt man einen Durchschweißungsmangel?
- Erhöhen Sie den Schweißstrom, um die Eindringtiefe zu verbessern. Achten Sie auf präzise Elektrodenführung und vermeiden Sie Pausen ohne korrekte Wiederaufnahme, um die Festigkeit zu wahren.
- Welche Rolle spielt das Schutzgas beim MAG-Schweißen?
- Das richtige Schutzgas verhindert Porosität und Oxidation; falsche Mischungen verursachen bis zu 30 Prozent der Defekte. Wählen Sie je nach Material, z. B. Argon-Mischungen für Stahl.
- Kann man MIG-Schweißen ohne Gas durchführen?
- Ja, mit Flux-Draht ist MIG-Schweißen ohne Gas möglich, aber es birgt höheres Risiko für Defekte wie Poren. Für optimale Qualität empfehlen Experten den Einsatz von Schutzgas.
- Wie wirkt sich die Schweißgeschwindigkeit auf die Naht aus?
- Zu hohe Geschwindigkeit reduziert die Eindringtiefe und kann Verschmelzungsfehler verursachen. Passen Sie sie an das Material an, um schmale, aber tiefe Nähte zu erzielen.