Ein gesunder Baum braucht einen regelmäßigen Schnitt. Doch dicke Äste stellen viele Gärtner vor eine Herausforderung. Die Kraft reicht oft nicht aus, um mit einer normalen Astschere einen sauberen Schnitt zu erzielen. Das Ergebnis: gequetschte Äste, ausgefranste Wunden und unnötiger Kraftaufwand. Hier kommt die Astratschenschere ins Spiel. Sie ist das ideale Werkzeug, um auch starken Ästen souverän zu Leibe zu rücken.
Was ist eine Astratschenschere und warum brauchen Sie eine?
Eine Astratschenschere, auch Ratschenschere genannt, vervielfacht Ihre eingesetzte Kraft durch einen cleveren Mechanismus. Statt einen Ast in einem einzigen, kraftraubenden Zug zu durchtrennen, schneiden Sie ihn in mehreren kleinen Schritten. Bei jedem Zusammendrücken der Griffe rastet ein Zahnrad ein und hält die Klinge sicher im Schnitt. Sie öffnen die Griffe, setzen neu an und drücken erneut zu. So arbeiten Sie sich schrittweise und ohne große Anstrengung selbst durch massives Holz.
Dieser stufenweise Schnitt schont nicht nur Ihre Gelenke und Muskeln. Er ermöglicht auch einen extrem sauberen Schnitt, was für die Gesundheit des Baumes entscheidend ist. Quetschungen und Risse in der Rinde, die Eintrittspforten für Krankheiten sein können, werden vermieden. Besonders für den Schnitt von hartem oder totem Holz ist diese Technik unschlagbar.
Das richtige Werkzeug für kraftvollen Baumschnitt
Für anspruchsvolle Aufgaben im Garten benötigen Sie zuverlässiges Werkzeug. Die Amboss Astratschenschere mit Teleskopgriff () ist genau für solche Fälle konzipiert. Mit einer beeindruckenden Schnittstärke von bis zu 50 mm durchtrennt sie mühelos Äste, die für andere Scheren zu dick sind. Die Teleskopgriffe lassen sich ausziehen, sodass Sie auch höhere Bereiche sicher vom Boden aus erreichen und die Hebelwirkung maximieren. Das Amboss-Schneidprinzip ist dabei ideal für trockenes und hartes Holz, da die Klinge den Ast auf einer festen Unterlage (dem Amboss) sauber durchtrennt.
- Vorbereitung ist alles: Sicherheit und der richtige Zeitpunkt
- Die richtige Technik: So nutzen Sie Ihre Teleskop Astschere richtig
- Amboss vs. Bypass: Welche Schere für welchen Ast?
- Pflege und Wartung Ihrer Astratschenschere
- Häufige Fehler beim Baumschnitt vermeiden
- Ihre Fragen zur Anwendung der Ratschenschere
Vorbereitung ist alles: Sicherheit und der richtige Zeitpunkt
Ein erfolgreicher Baumschnitt beginnt lange vor dem ersten Schnitt. Die Wahl des richtigen Zeitpunkts und die Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen sind entscheidend für Ihre Gesundheit und die des Baumes.
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Baumschnitt?
Der klassische Zeitpunkt für den Formschnitt und das Entfernen größerer Äste ist der späte Winter, etwa von Januar bis Anfang März. Die Bäume befinden sich in der Saftruhe, sind unbelaubt und die Aststruktur ist gut sichtbar. Wunden heilen im Frühjahr mit dem einsetzenden Saftfluss schnell. Schneiden Sie jedoch niemals bei starkem Frost unter -5 °C, da das Holz dann spröde ist und leicht bricht.
Ein Sommerschnitt von Juni bis August eignet sich hingegen gut, um Wassertriebe zu entfernen und die Krone leicht auszulichten. Der Baum reagiert auf diesen Schnitt mit weniger starkem Neuaustrieb. Für alle Arbeiten rund um den Baumschnitt finden Sie das passende Zubehör in unserer Kategorie Garten + Outdoor.
Sicherheitsmaßnahmen vor dem Schnitt
Ihre Sicherheit hat oberste Priorität. Tragen Sie immer feste Handschuhe, um Ihre Hände vor Splittern und scharfen Kanten zu schützen. Eine Schutzbrille verhindert, dass kleine Holzspäne oder Staub in Ihre Augen gelangen. Sorgen Sie für einen festen und sicheren Stand. Vermeiden Sie wackelige Leitern, besonders wenn Sie mit den langen Teleskopgriffen arbeiten.
Wichtiger Hinweis
Prüfen Sie vor jedem Einsatz den Zustand Ihrer Astratschenschere. Sind alle Schrauben fest? Ist die Klinge scharf und unbeschädigt? Ein defektes Werkzeug ist ein Sicherheitsrisiko und führt zu unsauberen Schnitten, die dem Baum schaden.
Die richtige Technik: So nutzen Sie Ihre Teleskop Astschere richtig
Die Anwendung einer Ratschenschere ist einfach, wenn Sie das Prinzip einmal verstanden haben. Die richtige Technik sorgt für maximale Effizienz und schont das Holz.
Die Ratschenfunktion verstehen und anwenden
Die Ratschenmechanik macht die Arbeit leicht. Folgen Sie diesen Schritten für einen perfekten Schnitt:
- Ansetzen: Öffnen Sie die Schere vollständig und setzen Sie die Klinge am Ast an. Drücken Sie die Griffe zusammen, bis Sie den ersten Widerstand spüren und ein „Klick“ ertönt.
- Lösen: Öffnen Sie die Griffe wieder. Die Klinge bleibt dabei dank der Ratsche fest im Schnitt verankert.
- Nachfassen: Drücken Sie die Griffe erneut zusammen. Sie schneiden nun ein weiteres Stück tiefer in den Ast, wieder begleitet von einem „Klick“.
- Wiederholen: Wiederholen Sie diesen Vorgang, bis der Ast vollständig durchtrennt ist. Sie werden überrascht sein, wie wenig Kraft Sie benötigen.
Ein sauberer Schnitt am Astring ist die beste Voraussetzung für eine schnelle Wundheilung. Der Baum kann die Wunde so am effektivsten überwallen und schützt sich selbst vor Fäulnis.
Der perfekte Schnitt: Wo und wie schneiden Sie?
Setzen Sie den Schnitt nicht willkürlich an. Suchen Sie nach dem sogenannten Astring, der leicht verdickten Wulst am Übergang vom Ast zum Stamm oder zu einem dickeren Ast. Schneiden Sie knapp außerhalb dieses Rings. So bleibt die natürliche Schutzzone des Baumes erhalten und die Wunde kann optimal verheilen.
Lassen Sie keine langen Stummel, sogenannte „Kleiderhaken“, stehen. Diese sterben ab und werden zu Eintrittspforten für Schädlinge und Krankheiten. Schneiden Sie aber auch nicht zu nah am Stamm, da dies eine unnötig große Wunde verursacht. Für die Entsorgung des Schnittguts können Sie den Boden unter dem Baum mit robusten Folien aus unserem Sortiment an Planen + Netze auslegen, um die Reinigung zu erleichtern.
Die Teleskopfunktion optimal einsetzen
Teleskopgriffe sind ein enormer Vorteil. Sie erlauben es Ihnen, hohe Äste sicher vom Boden aus zu erreichen. Entriegeln Sie den Mechanismus, ziehen Sie die Griffe auf die gewünschte Länge aus und arretieren Sie sie wieder sicher. Die längeren Griffe vergrößern zudem die Hebelwirkung, was den Schnitt zusätzlich erleichtert. Achten Sie darauf, dass beide Griffe auf die gleiche Länge eingestellt sind, um eine gleichmäßige Kraftübertragung zu gewährleisten.
Amboss vs. Bypass: Welche Schere für welchen Ast?
Beim Kauf einer Astschere stoßen Sie auf die Begriffe Amboss und Bypass. Beide Systeme haben ihre spezifischen Stärken.
Das Amboss-System, wie es bei der zum Einsatz kommt, besteht aus einer scharfen Klinge, die auf eine breite, flache Metalloberfläche (den Amboss) trifft. Dieses Prinzip ist extrem robust und kraftvoll. Es eignet sich hervorragend für totes, trockenes und sehr hartes Holz. Der Ast wird mehr gedrückt als geschnitten, was bei totem Holz kein Problem darstellt. Eine ebenbürtige Alternative ist die Amboss Astratschenschere mit Teleskopgriff (), die ebenfalls eine hohe Schnittkraft bietet.
Das Bypass-System funktioniert wie eine normale Schere. Zwei geschliffene Klingen gleiten aneinander vorbei. Dies erzeugt einen sehr präzisen und sauberen Schnitt, der die Pflanzenfasern schont. Bypass-Scheren sind die erste Wahl für junges, grünes und lebendes Holz, da die sauberen Schnittflächen schneller heilen.
Profi-Tipp
Besitzen Sie idealerweise beide Scherentypen. Nutzen Sie eine Bypass-Schere für den Formschnitt an lebenden Trieben und eine robuste Amboss-Ratschenschere für das Entfernen von dicken, alten oder abgestorbenen Ästen. So sind Sie für jede Aufgabe im Garten bestens gerüstet.
Pflege und Wartung Ihrer Astratschenschere
Eine gute Astratschenschere ist eine Investition, die sich bei richtiger Pflege über viele Jahre auszahlt. Nehmen Sie sich nach jeder Benutzung ein paar Minuten Zeit für die Wartung.
Reinigen Sie die Klinge und den Amboss gründlich von Pflanzensäften, Harz und Holzresten. Ein Lappen mit etwas Spiritus oder ein spezieller Harzlöser wirken hier Wunder. Trocknen Sie das Werkzeug danach sorgfältig ab, um Rostbildung zu verhindern. Ein Tropfen Wartungsöl auf die Klinge und die beweglichen Teile hält den Mechanismus leichtgängig und schützt vor Korrosion.
Überprüfen Sie regelmäßig, ob alle Schrauben und Bolzen noch fest sitzen. Eine scharfe Klinge ist essenziell für einen sauberen Schnitt. Schärfen Sie die Klinge bei Bedarf mit einem geeigneten Schärfwerkzeug nach. Eine stumpfe Klinge quetscht das Holz, anstatt es zu schneiden.
Zusätzlicher Rat
Lagern Sie Ihre Astratschenschere an einem trockenen, geschützten Ort. Ideal ist ein Geräteschuppen oder eine Garage. Hängen Sie die Schere auf, um die Klingen zu schützen und Unfälle zu vermeiden. So ist sie jederzeit einsatzbereit.
Häufige Fehler beim Baumschnitt vermeiden
Selbst mit dem besten Werkzeug können Fehler passieren. Achten Sie darauf, die folgenden typischen Fehler zu vermeiden, um Ihre Bäume gesund zu halten:
- Falscher Zeitpunkt: Schneiden bei Frost oder im Spätherbst, wenn der Baum keine Zeit mehr hat, die Wunden vor dem Winter zu schließen.
- Stummelschnitt: Zu lange Aststummel („Kleiderhaken“) stehen lassen, die absterben und Fäulnis anziehen.
- Zu dichter Schnitt: Den Astring verletzen, was die Wundheilung des Baumes massiv beeinträchtigt.
- Stumpfes Werkzeug: Eine stumpfe Klinge quetscht die Rinde und die Leitungsbahnen des Baumes.
- Ausreißende Rinde: Schwere Äste ohne Entlastungsschnitt absägen. Dies führt oft zu großen Rindenverletzungen am Stamm.
Sollten Sie auf Äste stoßen, die selbst für die stärkste Astschere zu dick sind, ist der Griff zu einer Säge unvermeidlich. In unserer Kategorie für Elektowerkzeuge finden Sie leistungsstarke Astsägen für solche Fälle.
Gute Pflege ist die halbe Arbeit. Ein sauberes, scharfes und gut geöltes Werkzeug macht nicht nur mehr Freude bei der Arbeit, es liefert auch die besten Ergebnisse für Ihre Pflanzen.
Ihre Fragen zur Anwendung der Ratschenschere
- Was ist der größte Vorteil einer Ratsche?
- Der größte Vorteil ist die enorme Kraftersparnis. Durch den stufenweisen Schnitt können Sie dicke Äste mit minimalem Aufwand durchtrennen. Das schont Ihre Gelenke und ermöglicht auch Personen mit weniger Körperkraft einen effektiven Baumschnitt.
- Wie dick dürfen die Äste für eine Astratschenschere sein?
- Das hängt vom Modell ab. Leistungsstarke Scheren wie die sind für Äste mit einem Durchmesser von bis zu 50 mm ausgelegt. Beachten Sie immer die Herstellerangaben, um das Werkzeug nicht zu überlasten.
- Kann ich mit einer Amboss-Schere auch grüne Äste schneiden?
- Ja, das ist möglich. Allerdings kann die Amboss-Technik bei weichem, saftigem Holz die Rinde auf der Gegenseite leicht quetschen. Für den perfekten, schonenden Schnitt bei lebendem Holz ist eine Bypass-Schere oft die bessere Wahl. Für gelegentliche Schnitte ist die Amboss-Schere jedoch völlig ausreichend.
- Wie stelle ich die Teleskopgriffe richtig ein?
- Lösen Sie den Arretierungsmechanismus, meist durch eine Drehung oder einen Klickverschluss. Ziehen Sie die Griffe auf die benötigte Länge aus und sorgen Sie dafür, dass die Arretierung wieder fest einrastet. Testen Sie den sicheren Halt durch leichtes Rütteln, bevor Sie mit dem Schneiden beginnen.
- Muss ich die Klinge oft schärfen?
- Die Häufigkeit des Schärfens hängt von der Nutzung und der Härte des geschnittenen Holzes ab. Eine gute Klinge bleibt lange scharf. Wenn Sie merken, dass der Schnitt mehr Kraft erfordert oder die Schnittkanten ausfransen, ist es Zeit nachzuschärfen. Bei normalem Gebrauch im Hausgarten reicht es oft, die Klinge einmal pro Saison zu schärfen.