Zum Inhalt springen

Durchlauferhitzer: Effiziente Warmwasserbereitung im Haus

Warmwasser sofort und ohne Vorratsverluste bereitstellen.

So funktioniert ein Durchlauferhitzer

Ein Durchlauferhitzer erhitzt Wasser genau in dem Moment, in dem Sie es benötigen. Kaltes Wasser fließt durch das Gerät und wird über einen Wärmetauscher oder direkt per elektrischem Heizstab erwärmt. Es gibt keine Speicherung, keine Bereitschaftsverluste.

Sie öffnen den Wasserhahn. Das löst einen Durchfluss aus. Der Durchlauferhitzer registriert diesen und schaltet sich ein. Innerhalb weniger Sekunden fließt warmes Wasser aus der Leitung. Sie schließen den Hahn, der Durchfluss stoppt, das Gerät schaltet sich ab.

Diese Funktionsweise unterscheidet ihn grundlegend von einem Boiler oder einer zentralen Warmwasserbereitung. Dort halten Sie einen Wasservorrat permanent auf Temperatur, was Energie kostet. Ein Durchlauferhitzer arbeitet bedarfsgerecht.

Die zentrale Komponente: Der Wärmetauscher

Herzstück eines Durchlauferhitzers ist der Wärmetauscher. Bei elektrischen Modellen sind es Heizspiralen aus Kupfer oder Edelstahl. Bei gasbetriebenen Geräten ist es ein mit Gasbrennern beheizter Metallkörper.

Das kalte Wasser strömt in dünnen Schläuchen oder Kanälen an der heißen Oberfläche vorbei und nimmt die Wärme auf. Die Bauart entscheidet über die Geschwindigkeit der Erwärmung und den möglichen Durchfluss.

Moderne Geräte verfügen über eine präzise elektronische Regelung. Sie misst die Eintrittstemperatur des Wassers und die gewünschte Ausgangstemperatur. Dann regelt sie die Heizleistung exakt, um das Ziel zu erreichen.

Profi-Tipp

Prüfen Sie vor der Anschaffung die elektrische Sicherung oder den Gasanschluss am geplanten Montageort. Ein leistungsstarker elektrischer Durchlauferhitzer benötigt oft einen eigenen Drehstromanschluss (400V). Ein Gasdurchlauferhitzer erfordert einen Abgasanschluss nach außen.

Vorteile der dezentralen Warmwasserbereitung

Durchlauferhitzer punkten mit Unmittelbarkeit. Sie erhalten Warmwasser ohne Wartezeit, sobald Sie den Hahn öffnen. Das spart Wasser, denn Sie lassen nicht erst lange kaltes Wasser laufen, bis Warmes aus der Leitung kommt.

Der größte Vorteil ist die Energieeffizienz. Da kein Wasser vorgehalten wird, entfallen die sogenannten Bereitschaftsverluste komplett. Eine zentrale Warmwasserheizung gibt ständig Wärme an den Speicher und den Raum ab, auch nachts und wenn Sie nicht zu Hause sind.

Ein Durchlauferhitzer heizt nur während der Nutzungszeit. Das kann Ihre Energiekosten für Warmwasser signifikant senken, besonders in Haushalten mit unregelmäßigem Warmwasserbedarf oder in Zweitwohnungen.

Sie sparen zudem Platz. Die Geräte sind kompakt und wandhängend. Sie installieren sie direkt an der Entnahmestelle, zum Beispiel unter dem Spülbecken in der Küche oder neben der Dusche. Lange Leitungswege mit Wärmeverlusten entfallen.

Ideal für einzelne Entnahmestellen

Besonders sinnvoll ist der Einsatz für einzelne, weit von der zentralen Heizung entfernte Zapfstellen. Ein Gäste-WC im Keller, eine Außendusche im Garten oder eine Küche in der Einliegerwohnung lassen sich so autark mit Warmwasser versorgen.

Sie müssen keine langen, isolierten Warmwasserleitungen verlegen. Stattdessen installieren Sie einen kompakten Durchlauferhitzer direkt vor Ort. Das spart Material und reduziert die Gefahr von Legionellenbildung in stehenden Leitungen.

Für den Außenbereich finden Sie bei uns auch spezielle Lösungen für die Gastronomie, wie zum Beispiel den

oder den leistungsstärkeren für Getränke. Auch einfache Modelle für Wasserhähne wie der sind verfügbar.

Elektrisch oder hydraulisch gesteuert?

Sie unterscheiden zwei Grundtypen bei elektrischen Durchlauferhitzern: hydraulisch und elektronisch gesteuerte Modelle. Die hydraulische Steuerung ist die einfachere und kostengünstigere Variante.

Ein hydraulischer Durchlauferhitzer schaltet stufenweise. Ein Membranschalter registriert den Wasserdruck beim Öffnen des Hahns und schaltet die Heizleistung ein. Oft haben diese Geräte nur zwei oder drei Leistungsstufen. Die Wassertemperatur kann schwanken, wenn sich der Druck im Netz ändert.

Die elektronische Steuerung ist die modernere und komfortablere Lösung. Sie misst kontinuierlich Durchflussmenge und Wassertemperatur. Ein Mikroprozessor regelt die Heizleistung in feinen Stufen, um eine konstante Ausgangstemperatur zu halten.

Elektronische Geräte bieten oft eine digitale Temperaturanzeige und programmierbare Einstellungen. Sie reagieren präzise auf Druckänderungen, etwa wenn gleichzeitig in der Küche gespült und geduscht wird.

Wichtiger Hinweis

Elektrische Durchlauferhitzer mit hoher Leistung (ab etwa 18 kW) benötigen einen Drehstromanschluss (400V/3-Phasen). Prüfen Sie unbedingt die elektrische Installation in Ihrem Haus. Ein Elektrofachbetrieb muss den Anschluss vornehmen und die Absicherung überprüfen.

Gas-Durchlauferhitzer als Alternative

Neben elektrischen Geräten existieren gasbetriebene Durchlauferhitzer. Sie haben eine sehr hohe Leistung und eignen sich für die Versorgung mehrerer Entnahmestellen gleichzeitig, etwa in einer kompletten Wohnung.

Gas-Durchlauferhitzer benötigen einen Gasanschluss und eine funktionierende Abgasführung. Sie sind in der Anschaffung oft teurer, können aber im Betrieb kostengünstiger sein, wenn Gas günstiger ist als Strom.

Die Entscheidung hängt von Ihrer Infrastruktur ab. Haben Sie einen Gasanschluss am geplanten Ort? Ist eine Abgasleitung nach draußen möglich? Ein Fachmann berät Sie hierzu.

„Die elektronische Regelung moderner Durchlauferhitzer ist ein Quantensprung. Sie ermöglicht nicht nur Komfort durch konstante Temperatur, sondern auch exaktes Energiemanagement. Jeder Grad weniger Vorlauftemperatur spart etwa sechs Prozent Energie.“

Dieter Schmidt, Energieberater HWK

Planung und Einbau eines Durchlauferhitzers

Die Planung beginnt mit der Analyse Ihres Bedarfs. Für welche Entnahmestelle benötigen Sie Warmwasser? Eine Dusche hat einen höheren Durchfluss (ca. 12-15 l/min) als ein Handwaschbecken (ca. 4-6 l/min).

Wählen Sie die Leistung des Geräts entsprechend. Ein Untertischgerät für ein Waschbecken kommt mit 3,5-5 kW aus. Eine Dusche benötigt 18-24 kW, besonders im Winter, wenn das Kaltwasser sehr kalt ist.

Der Einbauort muss trocken, frostsicher und für Wartungsarbeiten zugänglich sein. Achten Sie auf genügend Platz um das Gerät für die Lüftung. Elektrische Geräte dürfen nicht direkt in der Sprühzone einer Dusche installiert werden.

Der richtige Anschluss

Sie benötigen einen Kaltwasseranschluss, einen Abgang zur Warmwasserentnahmestelle und einen Stromanschluss. Die Wasseranschlüsse sind meist ½ Zoll. Verwenden Sie nur geeignete, druckbeständige Leitungen und Hausabflussrohrsysteme für die Verlegung.

Der Stromanschluss erfolgt über eine fest installierte Leitung mit eigener Sicherung. Schließen Sie niemals einen leistungsstarken Durchlauferhitzer an eine Steckdose oder Verlängerungskabel an. Das ist lebensgefährlich und brandgefährlich.

Lassen Sie den elektrischen Anschluss von einem Elektrofachbetrieb durchführen. Dieser prüft auch, ob Ihr Stromzähler und der Hausanschluss die zusätzliche Last tragen können.

Zusätzlicher Rat

Notieren Sie sich vor der Montage die genaue Verkabelung der alten Anlage oder machen Sie Fotos. Das erleichtert den Anschluss des neuen Geräts erheblich. Bewahren Sie die Montageanleitung und das Datenblatt des Geräts für spätere Wartungen oder beim Umzug auf.

Energiesparen mit Durchlauferhitzern

Die größte Stärke eines Durchlauferhitzers ist sein bedarfsgerechter Betrieb. Nutzen Sie diesen Vorteil voll aus. Drehen Sie das Wasser während des Einseifens unter der Dusche konsequent ab. So sparen Sie Liter um Liter erwärmtes Wasser.

Stellen Sie die Temperatur nicht höher ein als nötig. Für Händewaschen reichen 38-40°C. Zum Duschen sind 40-42°C angenehm. Jedes Grad weniger spart Energie. Moderne elektronische Geräte lassen sich oft auf ein halbes Grad genau einstellen.

Nutzen Sie Sparbrausen und Durchflussbegrenzer an den Armaturen. Sie reduzieren den Wasserverbrauch, ohne dass Sie einen Komfortverlust spüren. Der Durchlauferhitzer muss dann weniger Wasser erwärmen und kommt mit geringerer Leistung aus.

Richtige Dimensionierung ist entscheidend

Ein zu schwach dimensionierter Durchlauferhitzer liefert nicht genug warmes Wasser. Ein zu starkes Gerät verbraucht im Teillastbetrieb oft ineffizienter Energie. Wählen Sie die Leistung passend zur Entnahmestelle.

Für ein Waschbecken reicht ein Kleinstdurchlauferhitzer. Für eine komplette Etage mit mehreren Zapfstellen ist ein leistungsstarkes elektronisches Gerät oder ein Gas-Durchlauferhitzer die richtige Wahl.

Vergleichen Sie die Energieeffizienzklassen der Geräte. Seit 2013 gibt es ein EU-Label auch für Durchlauferhitzer. Ein Gerät der Klasse A ist sparsamer im Verbrauch als eines der Klasse C.

„Viele Haushalte heizen ihr Wasser zentral und halten es rund um die Uhr warm. Eine dezentrale Lösung mit Durchlauferhitzern an den Hauptentnahmestellen kann den Energieverbrauch für Warmwasser um 20 Prozent und mehr senken. Das lohnt sich besonders bei gut gedämmten Häusern mit niedrigem Heizwärmebedarf.“

Prof. Dr. Lena Berger, Institut für Gebäudeenergetik

Alternativen zum Durchlauferhitzer

Die klassische Alternative ist der Boiler oder Warmwasserspeicher. Er hält einen Vorrat (5-200 Liter) permanent auf Temperatur. Vorteil: Sofortige, hohe Warmwassermenge verfügbar. Nachteil: Ständige Bereitschaftsverluste.

Boiler lohnen sich, wenn Sie sehr regelmäßig und viel Warmwasser benötigen, zum Beispiel in einem Mehrpersonenhaushalt mit häufigen Bädern. Für sporadisch genutzte Gästetoiletten oder Außenstellen sind sie energetisch nachteilig.

Die zentrale Warmwasserbereitung über die Heizung ist die gängigste Lösung in Einfamilienhäusern. Ein Pufferspeicher oder ein Kombigerät versorgt alle Leitungen. Das ist komfortabel, aber mit Wärmeverlusten in den Leitungen verbunden.

Kleine Lösungen für punktuellen Bedarf

Für sehr kleine Anwendungen gibt es Mini-Durchlauferhitzer oder Heißwasserhähne. Sie erwärmen das Wasser direkt an der Armatur und eignen sich für Büros oder Werkstätten.

Eine andere Lösung sind dezentrale Kleinspeicher unter dem Waschbecken. Sie fassen nur 5-15 Liter und halten das Wasser in unmittelbarer Nähe warm. Die Leitungsverluste sind minimal, die Bereitschaftsverluste aber vorhanden.

Die Wahl hängt von Ihrem Nutzungsprofil ab. Analysieren Sie, wer wann wie viel Warmwasser braucht. Ein Mix aus Systemen kann optimal sein: Zentral für Bad und Küche, Durchlauferhitzer für Keller und Garten.

Wartung und Pflege

Durchlauferhitzer sind wartungsarm, aber nicht wartungsfrei. Besonders in Regionen mit hartem Wasser kann Kalk sich im Inneren ablagern. Das reduziert die Leistung und erhöht den Energieverbrauch.

Einige Modelle haben einen eingebauten Entkalkungsmodus oder eine Warnanzeige. Bei starkem Kalkbefall muss ein Fachmann das Gerät öffnen und den Wärmetauscher reinigen. Verwenden Sie gegebenenfalls einen Wasserenthärter im Zulauf.

Prüfen Sie regelmäßig die Siebe in den Wasseranschlüssen. Sie fangen grobe Partikel ab und verhindern Verstopfungen im Gerät. Reinigen Sie diese Siebe ein- bis zweimal im Jahr.

Sicherheit geht vor

Elektrische Durchlauferhitzer verfügen über mehrere Sicherheitseinrichtungen: Überhitzungsschutz, Druckschutz und bei modernen Geräten ein Fehlerstromschutzschalter (RCD). Testen Sie regelmäßig den Testknopf des FI-Schutzschalters in Ihrer Elektroverteilung.

Bei Gas-Durchlauferhitzern ist eine regelmäßige Wartung durch einen Fachmann gesetzlich vorgeschrieben. Er überprüft die Abgaswerte, die Verbrennung und die Dichtheit der Anschlüsse.

Stellen Sie sicher, dass die Luftschlitze des Geräts nicht verdeckt sind. Eine gute Belüftung ist für die Kühlung der Elektronik und die Sicherheit essenziell.

Häufige Fragen zu Durchlauferhitzern

Braucht ein Durchlauferhitzer viel Strom?
Ja, die momentane Leistungsaufnahme ist hoch (bis zu 24 kW), aber die Laufzeit ist sehr kurz. Da nur das erwärmt wird, was Sie sofort verbrauchen, ist der Gesamtenergieverbrauch oft niedriger als bei einem Speicher.
Kann ich mit einem Durchlauferhitzer baden?
Ja, wenn das Gerät entsprechend dimensioniert ist. Für eine Badewanne benötigen Sie einen leistungsstarken Durchlauferhitzer (mind. 18 kW elektronisch) oder einen Gas-Durchlauferhitzer, um in akzeptabler Zeit warmes Wasser zu bekommen.
Warmes Wasser kommt nur tröpfelnd an. Was tun?
Das deutet auf eine zu geringe Leistung des Geräts oder auf Verkalkung hin. Prüfen Sie, ob der Durchfluss am Kaltwasserhahn stark ist. Ist er das, ist das Gerät wahrscheinlich zu schwach oder verkalkt.
Darf ich einen Durchlauferhitzer selbst anschließen?
Den Wasseranschluss können Sie als Heimwerker vornehmen, wenn Sie sich mit Sanitärinstallationen auskennen. Den Stromanschluss muss zwingend ein eingetragener Elektrofachbetrieb durchführen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und eine Frage Ihrer Sicherheit.
Lohnt sich ein Durchlauferhitzer im Altbau?
Oft ja, besonders für einzelne, nachträglich eingebaute Badezimmer oder Küchen, die weit vom Heizungskeller entfernt sind. Sie sparen die Kosten für lange Warmwasserleitungen und deren Dämmung.
Meisenknödel: Mit oder ohne Netz? Die sichere Wahl für Ihre Gartenvögel
Entdecken Sie, warum netzlose Meisenknödel die bessere Alternative sind und wie Sie Vögel gefahrlos füttern.