Der Winter naht, und mit ihm die Herausforderung für viele Wildtiere. Eichhörnchen gehören zu den faszinierenden Überlebenskünstlern, die auch bei eisigen Temperaturen aktiv sind. Sie im Garten zu beobachten, ist ein besonderes Vergnügen. Doch wie überstehen diese flinken Nager die kalte Jahreszeit wirklich? Und wie können Sie als Gartenbesitzer aktiv zur ihrem Wohlbefinden beitragen?
Eichhörnchen-Winter-Survival: Eine Herausforderung
Eichhörnchen halten keinen echten Winterschlaf. Stattdessen legen sie sich im Herbst einen beachtlichen Vorrat an Nüssen, Samen und Früchten an. Diese verstecken sie an vielen verschiedenen Orten in ihrem Revier. Wenn der Schnee fällt und der Boden gefroren ist, wird die Nahrungssuche zur echten Herausforderung.
Sie sind Meister im Merken und Wiederfinden ihrer Verstecke. Doch Kälte und Schnee erschweren die Orientierung. Frost kann die Geruchsspuren, die sie hinterlassen, überdecken. Eis macht das Graben mühsam und energieaufwendig.
Nahrungssuche im Schnee
Trotz ihrer Vorsorge sind Eichhörnchen im Winter stark auf ihre im Herbst angelegten Vorräte angewiesen. Sie graben im Laub und Schnee nach versteckten Schätzen. Oft müssen sie dabei tief schaufeln, um an ihre Wintermahlzeit zu gelangen. Dies kostet wertvolle Energie.
Die Verfügbarkeit von natürlichen Nahrungsquellen wie Zapfen von Nadelbäumen oder Samen bestimmter Laubbäume ist im Winter stark reduziert. Dies erhöht den Druck auf die angelegten Vorräte zusätzlich.
Profi-Tipp
Bieten Sie im Herbst gezielt Futter an, das Eichhörnchen gut lagern können. Sonnenblumenkerne, Haselnüsse und Walnüsse sind ideale Ergänzungen zu ihren natürlichen Vorräten.
Überwinterungsstätten im Garten
Eichhörnchen bauen sich für den Winter sogenannte Kobel. Das sind kugelförmige Nester aus Zweigen, Moos und Laub, die sie hoch in Bäumen anlegen. Diese Kobel isolieren gut gegen Kälte und Wind. Sie nutzen oft auch Baumhöhlen oder dichte Baumkronen als Schutz.
In Siedlungsgebieten suchen Eichhörnchen auch gerne menschliche Unterschlupfe. Dachböden, Schuppen oder ungenutzte Nischen können zu temporären Winterquartieren werden. Dies birgt jedoch auch Risiken, da sie dort auf Hindernisse oder Gefahren stoßen können.
Winterzauber und Gefahr
Die verschneite Landschaft bietet Eichhörnchen eine malerische Kulisse. Sie huschen über weiße Flächen, springen von Ast zu Ast und suchen nach ihren Verstecken. Dieses Bild ist für viele Naturfreunde ein Höhepunkt des Gartenwinters.
Doch der Winter birgt auch Gefahren. Starke Fröste, anhaltender Schneefall und Nahrungsknappheit können die Tiere stark schwächen. Raubtiere wie Marder oder Greifvögel stellen ebenfalls eine Bedrohung dar, besonders wenn die Eichhörnchen durch Kälte und Hunger geschwächt sind.
Wichtiger Hinweis
Vermeiden Sie im Winter jegliche Störung der Kobel oder potenziellen Überwinterungsplätze. Ein erschöpftes Eichhörnchen, das aus seinem Quartier vertrieben wird, hat kaum Überlebenschancen.
Wie Sie helfen können
Sie können das Überleben der Eichhörnchen im Winter maßgeblich unterstützen. Eine gezielte Fütterung ist eine der effektivsten Maßnahmen. Bieten Sie ihnen zusätzliche Nahrung an, wenn die natürlichen Quellen knapp werden.
Schaffen Sie sichere Rückzugsorte. Ein gut gebautes Tierbedarf-Produkt wie ein Eichhörnchenhaus kann ihnen Schutz bieten.
Richtige Fütterung im Winter
Die Fütterung von Eichhörnchen im Winter erfordert Sorgfalt. Bieten Sie energiereiches Futter an, das sie gut vertragen. Nüsse (ungesalzen und ungewürzt) sind ideal. Dazu gehören Walnüsse, Haselnüsse und Paranüsse. Auch Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne und ungezuckerte Haferflocken sind beliebt.
Ein spezielles Eichhörnchenfutterhaus
ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, das Futter vor Nässe und Vögeln zu schützen. Es bietet den Eichhörnchen zudem einen sicheren Platz zum Fressen.Achten Sie auf Hygiene. Reinigen Sie Futterhäuser regelmäßig, um die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern. Verteilen Sie das Futter an mehreren Stellen, falls Sie mehrere Eichhörnchen in Ihrem Garten beobachten.
Eine Futterstelle allein ist keine Garantie für das Überleben. Die Tiere müssen sich immer noch selbstständig versorgen können. Die Fütterung ist eine Ergänzung, keine Hauptnahrungsquelle.
Die Fütterung ist ein wichtiger Beitrag, um Eichhörnchen durch die harten Wintermonate zu bringen. Sie sollte jedoch immer artgerecht und wohlüberlegt erfolgen.
Gefahr durch menschengemachte Hindernisse
Gärten können für Eichhörnchen auch Gefahrenquellen bergen. Offene Regentonnen, steile Mauern oder rutschige Oberflächen können zu tödlichen Fallen werden.
Achten Sie darauf, dass keine gefährlichen Hindernisse im Garten herumliegen. Kabel, scharfe Kanten oder offene Abgründe sollten gesichert oder abgedeckt werden.
Auch der Einsatz von Giften gegen Schädlinge oder Schnecken ist für Eichhörnchen extrem gefährlich. Sie nehmen oft das Gift direkt oder indirekt über ihre Beute auf.
Zusätzlicher Rat
Wenn Sie eine Futterstelle einrichten, platzieren Sie sie in der Nähe von Bäumen oder Büschen. Dies gibt den Eichhörnchen Deckung und ermöglicht eine schnelle Flucht bei Gefahr.
Eichhörnchenhaus: Ein sicherer Hafen
Ein speziell für Eichhörnchen konzipiertes Eichhörnchenhaus
bietet ihnen einen geschützten Nistplatz. Diese Häuser sind so gebaut, dass sie Kälte und Nässe abhalten. Sie bieten einen sicheren Ort zum Ausruhen und Aufwärmen.Stellen Sie das Haus idealerweise an einem ruhigen Ort in Ihrem Garten auf, geschützt vor starkem Wind und direkter Sonneneinstrahlung. Ein Baumstamm oder ein stabiler Ast sind gute Befestigungsmöglichkeiten.
Es gibt verschiedene Modelle von Eichhörnchenhäusern. Achten Sie auf eine gute Verarbeitung und ausreichend Platz für die Tiere. Ein Einstiegloch von etwa 5-7 cm Durchmesser ist optimal.
Auch ein Futterhaus
kann eine wertvolle Ergänzung sein, um die Futterstelle attraktiv und zugänglich zu gestalten.Ein gut platziertes Eichhörnchenhaus kann den Unterschied machen, ob ein Tier die kalte Jahreszeit übersteht oder nicht. Es bietet Schutz vor den Elementen und potenziellen Fressfeinden.
Wasser im Winter
Auch im Winter benötigen Eichhörnchen Zugang zu frischem Wasser. Schnee und Eis sind zwar vorhanden, aber oft nicht leicht zugänglich oder gefroren.
Stellen Sie eine flache Schale mit Wasser auf. Achten Sie darauf, dass diese nicht einfriert. Ein Stein in der Schale verhindert, dass die Tiere ertrinken.
Reinigen Sie die Wasserschale regelmäßig. Verschmutztes Wasser kann Krankheiten übertragen.
Was Eichhörnchen nicht essen sollten
Nicht jedes Lebensmittel ist für Eichhörnchen geeignet. Vermeiden Sie unbedingt gesalzene, gewürzte oder geröstete Nüsse. Auch Brot, Milchprodukte oder stark gezuckerte Lebensmittel sind schädlich.
Scharfe Kanten von Verpackungen oder Plastikreste im Futter können zu inneren Verletzungen führen. Achten Sie bei der Fütterung immer auf die Reinheit und Art des Futters.
Generell gilt: Weniger ist oft mehr. Bieten Sie naturnahe Kost an, die den natürlichen Ernährungsbedürfnissen der Tiere entspricht.
FAQs zu Eichhörnchen im Winter
- Müssen Eichhörnchen im Winter gefüttert werden?
- Eine Fütterung ist nicht zwingend notwendig, aber sehr hilfreich, besonders bei strengen Wintern oder Nahrungsknappheit. Sie ergänzt die natürlichen Vorräte.
- Welches Futter ist am besten geeignet?
- Ungesalzene und ungewürzte Nüsse wie Walnüsse und Haselnüsse, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne und ungezuckerte Haferflocken sind ideal.
- Wie oft sollte ich füttern?
- Täglich, wenn möglich. Achten Sie auf die Menge, damit das Futter nicht verdirbt. Entfernen Sie Reste am Abend.
- Wo stelle ich das Futterhaus am besten auf?
- An einem ruhigen Ort in der Nähe von Bäumen oder Büschen, gut geschützt vor Wind und Regen.
- Kann ich Eichhörnchen auch im Frühjahr helfen?
- Ja, auch im Frühjahr, besonders nach langen Wintern, kann Futter hilfreich sein. Achten Sie dann aber auf die Brutzeit der Vögel.
Mit einfachen Mitteln können Sie den Eichhörnchen das Überleben im Winter erleichtern. Ein gut ausgestatteter Tierbedarf-Bereich in Ihrem Garten kann so für die kleinen Nager zu einer Oase werden. Denken Sie daran, dass auch ein Gartenvlies oder eine Plane Schutz bieten kann, wenn sie strategisch eingesetzt wird, um beispielsweise gefährliche Zugänge zu sichern.
Die Unterstützung von Wildtieren im Garten ist ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz. Freuen Sie sich über die kleinen Besucher und genießen Sie ihren Anblick.