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Faszination Insekten: Nützlinge im Garten erkennen

Entdecken Sie die wichtigsten Nützlinge im Garten und schaffen Sie mit einfachen Maßnahmen einen lebendigen Lebensraum für Bestäuber und natürliche Schädlingsbekämpfer.
Von der Westfalia Redaktion · Aktualisiert am 15.09.2026
Erstellt und geprüft von der Westfalia Redaktion.

Kurz erklärt: Insekten im Garten erkennen Sie an ihrer Körperform, ihrem Verhalten, ihrem Aufenthaltsort und ihrer Rolle im Ökosystem. Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen, Wildbienen und Laufkäfer zählen zu den wichtigsten Nützlingen. Sie bestäuben Blüten oder helfen dabei, Blattläuse, Raupen und Schnecken in Schach zu halten. Beobachten Sie ein Tier erst, bevor Sie es entfernen oder ein Pflanzenschutzmittel einsetzen.

Kurzantwort: Insekten im Garten erkennen Sie an ihrer Körperform, ihrem Verhalten, ihrem Aufenthaltsort und ihrer Rolle im Ökosystem. Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen, Wildbienen und Laufkäfer zählen zu den wichtigsten Nützlingen. Sie bestäuben Blüten oder helfen dabei, Blattläuse, Raupen und Schnecken in Schach zu halten. Beobachten Sie ein Tier erst, bevor Sie es entfernen oder ein Pflanzenschutzmittel einsetzen.

Ein Garten lebt nicht nur von Blumen, Gemüse und Ziersträuchern. Zwischen Blättern, Blüten und Bodendeckern sind zahlreiche kleine Helfer unterwegs. Einige bestäuben Pflanzen, andere fressen Blattläuse, Raupen oder Schneckeneier. Viele bleiben unbemerkt, weil sie nur wenige Millimeter groß sind oder erst nachts aktiv werden.

Wer Nützlinge erkennen kann, greift gezielter ein. Lassen Sie eine kleine Blattlauskolonie zunächst als Nahrungsquelle bestehen, schützen Sie Wildbienen vor unnötigen Störungen und planen Sie Beete so, dass Insekten vom Frühjahr bis in den Herbst Nahrung finden. Das verändert die Gartenpflege: Nicht jedes angefressene Blatt braucht ein Mittel.

Wie erkennen Sie Nützlinge im Garten?

„Nützling“ ist keine feste biologische Kategorie. Der Begriff beschreibt eine positive Wirkung aus menschlicher Sicht, zum Beispiel die Bestäubung oder die natürliche Schädlingsbekämpfung. Unter bestimmten Umständen kann dieselbe Art auch an Pflanzen knabbern. Ohrwürmer fressen beispielsweise Blattläuse, bei knappem Nahrungsangebot aber auch weiches Obst oder Blütenblätter.

Fragen Sie sich deshalb nicht zuerst, ob ein Tier nützlich oder schädlich ist. Fragen Sie sich zunächst: Was sehe ich genau? Körperform, Flügel, Fühler, Beine, Farbe, Größe und Verhalten geben bessere Hinweise als ein einzelnes Merkmal.

Welche Merkmale helfen bei der Bestimmung?

Beobachten Sie das Insekt aus etwas Entfernung. Mit einer Lupe oder einem scharfen Foto erkennen Sie Details, die mit bloßem Auge nicht auffallen. Besonders aufschlussreich sind diese Beobachtungen:

  • Körperform: Ein Marienkäfer ist rund und gewölbt, während eine Marienkäferlarve länglich ist und deutlich erkennbare Segmente hat.
  • Flügel: Schwebfliegen haben nur ein Flügelpaar und schweben oft über Blüten. Käfer haben harte Flügeldecken, die in der Mitte zusammenstoßen.
  • Bewegung: Florfliegen flattern langsam, Laufkäfer laufen meist über den Boden und Schwebfliegen scheinen in der Luft stillzustehen.
  • Aufenthaltsort: Insekten, die Blattläuse jagen, sitzen oft direkt auf jungen Trieben oder an der Blattunterseite. Wildbienen suchen Blüten oder geeignete Nistplätze.
  • Spuren: Leere Häute von Blattläusen, kleine Fraßlöcher oder Gespinste können zeigen, welche Tiere im Beet aktiv sind.

Wer nur auf die Farbe achtet, zieht oft falsche Schlüsse. Eine schwarz-gelbe Schwebfliege kann einer Wespe ähneln, hat aber keinen Stachel. Viele Marienkäferarten sind gelb, orange, schwarz oder braun. Auch das Muster kann sich bei manchen Arten im Laufe ihres Lebens verändern.

„Insekten sind für das Funktionieren unserer Ökosysteme unverzichtbar.“

— NABU, Themenseite „Insekten“

Warum das Entwicklungsstadium wichtig ist

Viele Nützlinge sehen als Larve ganz anders aus als als ausgewachsenes Tier. Die Larve des Siebenpunkt-Marienkäfers ähnelt keinem Käfer. Sie ist dunkel, länglich und hat orangefarbene Flecken. Auf einem Blatt kann man sie leicht für ein schädliches Insekt halten, obwohl sie große Mengen Blattläuse frisst.

Auch Florfliegen durchlaufen eine auffällige Jugendphase. Ausgewachsene Tiere sind hellgrün, haben durchsichtige Flügel und goldfarbene Augen. Ihre Larven haben sichelförmige Mundwerkzeuge und machen aktiv Jagd auf Blattläuse. Lassen Sie diese Tiere auf dem Blatt, solange die Pflanze mit dem Schädlingsbefall zurechtkommt.

Bei Schmetterlingen lohnt sich ein genauer Blick auf die Pflanze. Raupen gehören zur Entwicklung des Schmetterlings, können aber Kohl, Obstbäumen oder Zierpflanzen erheblich schaden. Beurteilen Sie die Art und das Ausmaß des Befalls, statt jede Raupe sofort zu entfernen.

Welche Nützlinge finden Sie häufig im Garten?

Insekten im Garten übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Einige zersetzen organisches Material, andere jagen Tiere und wieder andere bestäuben Pflanzen. Die folgenden Arten begegnen Ihnen besonders häufig im Gemüsegarten, an Obstbäumen und -sträuchern, in Hecken und an blütenreichen Orten.

Welche Insekten helfen gegen Blattläuse?

Blattläuse sitzen bevorzugt an jungen Trieben, Knospen und Blattunterseiten. Dort finden Sie auch ihre natürlichen Feinde. Achten Sie nicht nur auf ausgewachsene Tiere, sondern auch auf Larven, Eier und Häutungsreste.

  • Marienkäfer: Ausgewachsene Tiere und Larven fressen Blattläuse. Die Larven sind meist dunkel und haben orange oder gelbe Zeichnungen.
  • Florfliegen: Vor allem die Larven jagen Blattläuse, Spinnmilben und kleine Raupen. Ihre Eier hängen oft an feinen Stielen über dem Blatt.
  • Schwebfliegen: Die ausgewachsenen Tiere bestäuben Blüten. Ihre oft unscheinbaren Larven leben auf Pflanzen und fressen Blattläuse.
  • Raubwanzen: Manche Arten saugen Blattläuse, Thripse und andere kleine Insekten aus. Sie sind oft länglich und bewegen sich schnell.

Ein blattlausfreier Garten ist kein realistisches Ziel und auch nicht nötig. Schon eine kleine Kolonie kann Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen anlocken. Kontrollieren Sie regelmäßig die Triebspitzen und greifen Sie erst ein, wenn eine Pflanze sichtbar leidet oder sich der Befall schnell ausbreitet.

Welche Nützlinge bestäuben Blüten?

Wildbienen, Hummeln, Honigbienen, Schwebfliegen und verschiedene Käfer transportieren Pollen. Wildbienen leben überwiegend allein und nutzen ganz unterschiedliche Nistplätze. Einige graben Gänge in sandigen Boden, andere nisten in Hohlräumen von Pflanzenstängeln oder in morschem Holz.

  • Wildbienen: Viele Arten sind klein, behaart und an sonnigen, geschützten Blüten aktiv. Sie stechen in der Regel nicht, solange Sie sie nicht bedrängen.
  • Hummeln: Ihr kräftiger Körper und die dichte Behaarung halten sie auch bei kühlerem Wetter aktiv. In kurzer Zeit besuchen sie viele Blüten.
  • Schwebfliegen: Ihre gelb-schwarze Zeichnung erinnert oft an eine Wespe. Das Tier schwebt in der Luft, hat keinen Stachel und landet gern auf offenen Blüten.
  • Blütenkäfer: Rosenkäfer und andere Käferarten fressen Pollen oder Nektar und verbreiten dabei Pollen.

Auch Spinnen helfen bei der Schädlingsbekämpfung, sind aber keine Insekten. An der Zahl der Beine erkennen Sie den Unterschied: Insekten haben sechs, Spinnen acht Beine. Beide Gruppen gehören in einen naturnahen Garten.

Tipp vom Fachmann

Fotografieren Sie ein unbekanntes Tier zunächst auf der Pflanze, auf der Sie es gefunden haben. Blüte, Blatt und Standort liefern zusätzliche Hinweise. Für die Bestimmung sind meist eine Aufnahme von oben und eine von der Seite hilfreicher als eine Nahaufnahme des Kopfes.

Welche Bodenbewohner sind nützlich?

Laufkäfer verstecken sich tagsüber unter Steinen, Brettern, Laub oder dichtem Bewuchs. Nachts gehen viele Arten auf die Jagd. Sie fressen unter anderem Raupen, Insektenlarven und manchmal Schneckeneier. Ein dunkler, schnell laufender Käfer am Boden ist daher meist ein guter Grund, ihn zu beobachten und nicht zu entfernen.

Kurzflügler erkennen Sie an den verkürzten Flügeldecken, unter denen der Hinterleib sichtbar bleibt. Sie jagen kleine Bodentiere und leben in feuchten Bereichen mit Laub oder Kompost. Auch Ohrwürmer helfen gegen Blattläuse. Da sie aber weiches Obst bevorzugen, sind sie nicht in jedem Beet willkommen.

Wie unterscheiden Sie Nützlinge von Schädlingen?

Eine zuverlässige Beurteilung erfordert mehr als ein Farbfoto. Form, Entwicklungsstadium und Verhalten müssen zusammenpassen. Gelb-schwarz bedeutet nicht automatisch Wespe und grün nicht automatisch harmlos. Prüfen Sie auch, ob das Tier tatsächlich Pflanzengewebe frisst oder sich nur auf der Pflanze aufhält.

Die folgende Übersicht hilft bei einer ersten Einschätzung:

BeobachtungWahrscheinliche BestimmungWas Sie tun können
Längliche, dunkle Larve mit orangefarbenen FleckenMarienkäferlarveAuf der Pflanze lassen
Schlankes, grünes Tier mit durchsichtigen FlügelnAusgewachsene FlorfliegeBlüten und Unterschlupfmöglichkeiten anbieten
Gelb-schwarzes Tier, das an einer Blüte schwebtWahrscheinlich eine SchwebfliegeNicht einfangen
Käfer, der nachts unter Laub oder Steinen läuftOft ein LaufkäferBodenbedeckung erhalten
Kleine Tiere dicht an einem jungen TriebMöglicherweise BlattläuseAusmaß des Befalls und natürliche Feinde prüfen
Unregelmäßige Fraßlöcher in BlätternMehrere Ursachen möglichBlattunterseite und Umgebung prüfen

Warum die Farbe allein nicht entscheidend ist

Viele harmlose Schwebfliegen ahmen mit ihrer Zeichnung wehrhafte Wespen nach. An ihrer Bewegung und ihren Flügeln können Sie die Tiere unterscheiden. Eine Schwebfliege steht oft zitternd in der Luft und hat nur ein Flügelpaar. Eine Wespe fliegt zielgerichteter und hat die typisch längeren Fühler.

Bei Käfern ist die Larve oft der wichtigste Hinweis. Die Marienkäferlarve hat keine harten Flügeldecken und sieht stachelig oder warzig aus. Die Larve des Kartoffelkäfers sitzt dagegen oft in Gruppen auf Kartoffelpflanzen oder anderen Nachtschattengewächsen und verursacht typische Fraßschäden. Prüfen Sie deshalb immer auch die Wirtspflanze.

Wichtiger Hinweis

Auch biologische Pflanzenschutzmittel wirken nicht automatisch nur gegen Schädlinge. Verwenden Sie

ausschließlich gemäß den aktuellen Produktinformationen und niemals auf offenen Blüten oder wenn viele Bestäuber unterwegs sind. Prüfen Sie vorher, ob ein Eingreifen überhaupt nötig ist, und behandeln Sie nach Möglichkeit gezielt nur einzelne Pflanzen.

Wie beurteilen Sie mögliche Schäden?

Beantworten Sie vor dem Eingreifen die folgenden drei Fragen:

  1. Wie stark ist der Befall? Ein paar Blattläuse oder angefressene Blätter verträgt eine kräftige Pflanze meist problemlos.
  2. Welche Pflanze ist betroffen? Junge Gemüsepflanzen reagieren empfindlicher als etablierte Sträucher. Bei anfälligen Kulturen ist eine engmaschigere Kontrolle sinnvoll.
  3. Welche natürlichen Feinde sind vorhanden? Finden Sie Marienkäfer- oder Schwebfliegenlarven oder Florfliegeneier, kann das Problem von selbst zurückgehen.

Gegen Schnecken hilft eine mechanische Barriere oft besser als ein Mittel mit breiter Wirkung. Ein 10-teiliges Set Schneckenschutz

kann empfindliche Beete schützen und gibt Ihnen mehr Spielraum, die Insektenwelt zu schonen. Der Schneckenschutz ist gegen Schnecken gedacht, nicht gegen Nützlinge.

Wie gestalten Sie einen insektenfreundlichen Garten?

Ein insektenfreundlicher Garten braucht keine große Fläche. Entscheidend sind unterschiedliche Strukturen, Blüten zu verschiedenen Jahreszeiten und Bereiche, die nicht ständig aufgeräumt werden. Ein akkurat geschnittenes Beet mit kurz gemähtem Rasen bietet deutlich weniger Nahrung und Schutz als ein Garten mit unterschiedlichen Höhen und kleinen Rückzugsorten.

Welche Pflanzen bieten vom Frühjahr bis zum Herbst Nahrung?

Planen Sie die Blütezeit wie einen Kalender. Früh blühende Zwiebelpflanzen, Weiden und heimische Sträucher liefern den ersten Wildbienen Energie. Im Sommer folgen Kräuter, Stauden und einjährige Blumen. Efeu, Fetthenne und Herbstastern ergänzen das Angebot im Spätsommer und Herbst.

  • Frühjahr: Krokus, Weide, Lungenkraut und Schlehe liefern Nektar und Pollen, wenn nur wenige andere Blumen blühen.
  • Sommer: Thymian, Wilder Majoran, Flockenblume, Schafgarbe und ungefüllte Rosen locken Bestäuber und Schwebfliegen an.
  • Spätsommer: Wilde Möhre, Sonnenhut, Fenchel und verschiedene Kräuter verlängern das Nahrungsangebot.
  • Herbst: Efeu, Fetthenne und spät blühende Astern versorgen Insekten mit Nahrung, bevor sie in die Winterruhe gehen.

Wählen Sie ungefüllte Blumen. Bei stark gefüllten Sorten liegen die Staubblätter oft unter zusätzlichen Blütenblättern verborgen. Insekten finden dann weniger Pollen und Nektar. Eine winterharte Bienen- und Schmetterlingsmischung wie

kann einen sonnigen Platz bereichern, wenn der Standort zu den Ansprüchen der Mischung passt.

Pflanzen Sie die Blumen nicht nur in ein einziges Beet. Blühende Kräuter am Weg, ein Strauch an der Terrasse und eine kleine Wildblumenfläche verbinden Lebensräume. Passendes Garten- und Pflanzzubehör erleichtert die Vorbereitung, Aussaat und Pflege.

Welche Nistplätze und Rückzugsorte brauchen Insekten?

Viele Wildbienen legen ihre Nester im Boden an. Lassen Sie deshalb sonnige, wenig bewachsene Stellen unbedeckt und decken Sie sie nicht vollständig mit Rindenmulch ab. Andere Arten nutzen Pflanzenstängel mit Mark oder hohle Stängel, morsches Holz, lose Steine und trockene Laubhaufen.

Ein Insektenhotel hilft nur bestimmten Arten. Gute Modelle haben sauber und glatt gebohrte Röhrchen mit unterschiedlichen Durchmessern und stehen an einem trockenen, geschützten Platz. Die Öffnungen zeigen idealerweise nach Süden oder Südosten, sind vor Regen geschützt und werden nicht von dichtem Laub verdeckt. Sehen Sie sich bei der Auswahl die Kategorie Insektenhotels an.

  • Lassen Sie im Herbst einige trockene Stängel bis zum Frühjahr stehen.
  • Stapeln Sie an einem ruhigen, sonnigen Platz ein kleines Stück unbehandeltes Totholz.
  • Lassen Sie Laub unter Hecken und Sträuchern als Winterquartier für bodenbewohnende Tiere liegen.
  • Halten Sie einige Stellen mit Sand oder Lehm für bodennistende Wildbienen frei.

Wie vermeiden Sie Störungen und unnötige Mittel?

Verzichten Sie auf durchgehende Beleuchtung in der Nacht. Kunstlicht stört Nachtfalter, Käfer und andere Insekten bei der Nahrungssuche und Fortpflanzung. Schalten Sie die Außenbeleuchtung aus, sobald Sie sie nicht mehr benötigen, oder verwenden Sie warmweißes, nach unten gerichtetes Licht mit Bewegungsmelder.

Mähen Sie eine Wiese nicht an einem Tag vollständig. Teilen Sie die Fläche auf und mähen Sie die Bereiche zu unterschiedlichen Zeitpunkten. So bleiben immer Blüten, Schutz und Ausweichmöglichkeiten erhalten. Für eine schonende Pflege finden Sie passendes Gartenwerkzeug; eine scharfe "Wunderschere"

eignet sich, um Stängel und Zweige gezielt zurückzuschneiden.

Gießen Sie morgens oder direkt am Boden, statt Blumen und Blätter längere Zeit nass zu sprengen. Eine flache Schale mit Steinen bietet Insekten eine sichere Trinkstelle. Die Steine müssen aus dem Wasser ragen, damit kleine Tiere nicht ertrinken. Mit passendem Gartenzubehör können Sie solche kleinen Elemente dauerhaft in den Garten integrieren.

Zusätzlicher Tipp

Räumen Sie im Herbst nicht alles auf einmal auf. Lassen Sie Laub unter Sträuchern liegen, schneiden Sie hohle Pflanzenstängel erst im Frühjahr zurück und lassen Sie einen Teil der Stauden stehen. Prüfen Sie lediglich, ob kranke Pflanzenteile entfernt werden müssen. Ordnung und Naturschutz lassen sich auf derselben Fläche miteinander verbinden.

„Die meisten Wildbienenarten leben solitär und bilden keine Kolonien.“

— Bundesamt für Naturschutz, Themenseite „Wildbienen“

Wie beobachten und bestimmen Sie Insekten zuverlässig?

Eine zuverlässige Bestimmung beginnt mit Ruhe. Fassen Sie das Tier nicht an und schütteln Sie die Pflanze nicht. Viele Insekten zeigen ihr typisches Verhalten nur für wenige Sekunden. Ein kurzer Moment an einer Blüte verrät oft mehr als ein gefangenes Insekt im Glas.

Welche Schritte führen zu einer zuverlässigen Bestimmung?

  1. Beobachten Sie zuerst, ob das Tier fliegt, springt, kriecht, saugt oder Pollen sammelt.
  2. Fundort notieren: Schreiben Sie auf, ob Sie das Insekt auf einer Blüte, unter einem Blatt, im Kompost oder auf dem Boden gefunden haben.
  3. Merkmale fotografieren: Machen Sie ein Foto von oben, eines von der Seite und eines von der Pflanze.
  4. Größe vergleichen: Legen Sie eine Münze oder ein Lineal neben das Tier, ohne es zu berühren. Maße helfen oft besser als Farben, ähnliche Arten voneinander zu unterscheiden.
  5. Auf das Entwicklungsstadium achten: Prüfen Sie, ob Sie ein Ei, eine Larve, eine Puppe oder ein ausgewachsenes Insekt sehen.
  6. Mehrmals beobachten: Kommen Sie nach einigen Stunden oder am nächsten Tag wieder. Verhalten und Anzahl ergeben zusammen ein zuverlässigeres Bild.

Notieren Sie bei Wildbienen auch die Blütenform und die Art, wie sie Pollen sammeln. Trägt das Tier Pollen an den Hinterbeinen, am Bauch oder ist gar kein Pollen zu sehen? Bei Schwebfliegen helfen Flugweise, Körperform und Flügelzahl bei der Bestimmung. Bei Käfern sind Fühler, Deckflügel und Lebensraum wichtige Merkmale.

Wann ist ein Eingreifen sinnvoll?

Greifen Sie ein, wenn eine Pflanze deutlich geschwächt wird, ein Befall schnell zunimmt oder sich eine Kultur in einer empfindlichen Entwicklungsphase befindet. Entfernen Sie dann zunächst einzelne, stark befallene Triebe, spülen Sie Blattläuse mit einem kräftigen Wasserstrahl ab oder verwenden Sie eine physische Barriere. Diese Maßnahmen schonen Tiere, die nichts mit dem Befall zu tun haben.

Ein Nest oder ein einzelnes unbekanntes Insekt ist kein ausreichender Grund für eine Bekämpfung. Befindet sich ein Nest direkt neben Türen, Sitzplätzen oder Spielbereichen, ist besondere Vorsicht geboten. Halten Sie Abstand und lassen Sie die Situation bei Bedarf von einer Fachperson beurteilen, statt selbst in das Nest einzugreifen.

  • Beobachten: Lassen Sie einzelne Tiere und kleine Gruppen zunächst in Ruhe.
  • Mechanisch eingreifen: Entfernen Sie befallene Triebe oder schützen Sie Pflanzen mit einem Netz.
  • Gezielt behandeln: Verwenden Sie nur zugelassene Mittel und schützen Sie Blüten, Wasserstellen und aktive Bestäuber.
  • Nachkontrolle durchführen: Prüfen Sie nach einigen Tagen, ob der Schaden aufhört und Nützlinge zurückkehren.

Wie hilft ein kleines Gartentagebuch?

Nehmen Sie sich einmal pro Woche zehn Minuten Zeit für einen festen Beobachtungsrundgang. Notieren Sie drei blühende Pflanzen, drei beobachtete Insekten und auffällige Fraßspuren. Nach einigen Wochen erkennen Sie, welche Pflanzen besonders viele Bestäuber anziehen, wann Blattläuse auftreten und welche Nützlinge darauf reagieren.

So entsteht ein persönlicher Kalender für Ihren Garten. Im nächsten Jahr wissen Sie, wann die erste Wildbiene erscheint, welche Staude im Herbst noch blüht und in welchem Beet ein Unterschlupf fehlt. Dieses Wissen macht die Pflege gezielter und sorgt dafür, dass Insekten nicht nur vorübergehend in Ihrem Garten auftauchen.

Fazit: Sie erkennen Nützlinge durch Beobachtung und nicht, indem Sie sie vorschnell anhand ihrer Farbe oder aus dem Bauch heraus einordnen. Sorgen Sie für Blüten, offene Bodenstellen, Laub, Totholz und dunkle Verstecke. Verzichten Sie auf unnötige Eingriffe. So folgt Ihr Garten immer stärker natürlichen Kreisläufen.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich eine Marienkäferlarve?
Eine Marienkäferlarve ist länglich und dunkel, mit orangefarbenen oder gelben Flecken oder Streifen. Sie sieht nicht aus wie der runde ausgewachsene Käfer und bewegt sich aktiv über Blätter. Entfernen Sie sie nicht: Die Larve frisst zahlreiche Blattläuse und gehört zu den wirksamsten natürlichen Helfern im Garten.
Welche Insekten bestäuben Gartenpflanzen?
Wildbienen, Honigbienen, Hummeln, Schwebfliegen und viele Käfer verbreiten Pollen. Wildbienen sind oft schon bei kühlem Wetter aktiv, Hummeln fliegen auch bei niedrigen Temperaturen und Schwebfliegen besuchen offene Blüten. Pflanzen Sie verschiedene ungefüllte Blüten und verwenden Sie während der Blüte keine Pflanzenschutzmittel im Garten.
Wie locke ich Nützlinge in meinen Garten?
Sorgen Sie das ganze Jahr über für Nahrung, Wasser und Unterschlupf. Kombinieren Sie heimische, ungefüllte Blüten mit einer wilden Ecke, offenen Bodenstellen, Laub und abgestorbenen Pflanzenstängeln. Verwenden Sie keine chemischen Mittel mit breiter Wirkung, mähen Sie Teile des Rasens zu unterschiedlichen Zeiten und geben Sie Nützlingen Zeit, einen neuen Lebensraum dauerhaft zu besiedeln.
Sind alle Insekten im Garten nützlich?
Nein. Viele Arten sind weder eindeutig nützlich noch schädlich; ihre Wirkung hängt von ihrer Anzahl, der Pflanzenart und der Jahreszeit ab. Blattläuse können einzelne Triebe schwächen, dienen aber zugleich Marienkäferlarven als Nahrung. Bestimmen Sie das Tier und beurteilen Sie den Schaden, bevor Sie eingreifen.
Was sollte ich tun, wenn ich ein unbekanntes Insekt finde?
Fotografieren Sie das Tier von oben und von der Seite, ohne es zu berühren. Notieren Sie Pflanze, Fundort, Datum, Uhrzeit und Verhalten. Vergleichen Sie mehrere Merkmale statt nur die Farbe. Bei einem einzelnen Tier ist meist kein Eingreifen nötig; beobachten Sie die Population und mögliche Pflanzenschäden mehrere Tage lang.
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