Der Traum vom eigenen blühenden Garten ist zum Greifen nah. Sie müssen dafür kein ausgebildeter Gärtner sein. Viele robuste und wunderschöne Pflanzen verzeihen Anfängerfehler und belohnen schon mit wenig Aufwand mit üppigem Grün und leuchtenden Blüten. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die besten Gartenpflanzen für Anfänger und gibt Ihnen das nötige Wissen an die Hand, um erfolgreich loszulegen.
Vergessen Sie die Sorge, etwas falsch zu machen. Gärtnern ist ein Lernprozess. Mit der richtigen Auswahl an pflegeleichten Gartenpflanzen schaffen Sie eine Oase, die mit jedem Jahr schöner wird. Bevor Sie den Spaten ansetzen, lohnt sich manchmal ein Blick in den Boden. Wer weiß, welche alten Metallreste oder vergessenen Schätze unter der Grasnarbe schlummern. Mit einem Metallsuchgerät wie dem
wird die Bodenvorbereitung zur spannenden Entdeckungsreise.Die Grundlagen für den Gärtner-Erfolg: Standort und Boden
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer einfachen Gärtnerweisheit: die richtige Pflanze an den richtigen Ort zu setzen. Wenn eine Sonnenanbeterin im tiefsten Schatten steht, wird sie kümmern, egal wie gut Sie sie pflegen. Nehmen Sie sich kurz Zeit, Ihren Garten zu beobachten, bevor Sie Pflanzen kaufen.
Sonne, Halbschatten oder Schatten?
Beobachten Sie den Lauf der Sonne über Ihr Grundstück. Notieren Sie, welche Bereiche wie lange direktes Sonnenlicht bekommen.
- Volle Sonne: Mehr als 6 Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag, oft auf der Süd- oder Westseite des Hauses. Ideal für mediterrane Kräuter, Rosen und viele Stauden.
- Halbschatten: Zwischen 3 und 6 Stunden Sonne, oft gefiltert durch hohe Bäume oder am Vormittag bzw. Nachmittag. Ein idealer Standort für viele Blattschmuckpflanzen und Waldrandgewächse.
- Schatten: Weniger als 3 Stunden direkte Sonne, typischerweise an Nordseiten oder unter dichtem Baumbestand. Hier fühlen sich Farne, Funkien und Efeu wohl.
Den eigenen Gartenboden kennenlernen
Die Bodenbeschaffenheit entscheidet, wie gut Wasser und Nährstoffe gespeichert und an die Pflanzen abgegeben werden. Machen Sie den einfachen Fausttest: Nehmen Sie eine Handvoll feuchte Erde und formen Sie eine Kugel.
- Sandiger Boden: Fühlt sich körnig an, die Kugel zerfällt sofort. Er erwärmt sich schnell, speichert aber kaum Wasser und Nährstoffe. Verbessern Sie ihn mit Kompost.
- Lehmiger Boden: Lässt sich gut formen, ist aber nicht klebrig. Er gilt als idealer Gartenboden, da er Wasser und Nährstoffe gut hält.
- Toniger Boden: Ist klebrig und lässt sich zu einer glatten Wurst rollen. Er ist nährstoffreich, neigt aber zu Staunässe. Lockern Sie ihn mit Sand und Kompost auf.
Jeder Boden profitiert von einer guten Vorbereitung und gelegentlicher Nährstoffzufuhr. Im Westfalia-Shop finden Sie eine große Auswahl an Pflanzendünger & Blumendünger, um Ihren Pflanzen den besten Start zu ermöglichen.
Die richtige Pflanze am richtigen Platz.
Pflegeleichte Stauden: Die verlässlichen Dauerblüher
Stauden sind mehrjährige, krautige Pflanzen, deren oberirdische Teile im Winter meist absterben und die im Frühling neu austreiben. Sie bilden das Rückgrat vieler Beete und werden von Jahr zu Jahr prächtiger. Für Anfänger sind sie ideal, da sie robust sind und wenig Aufmerksamkeit benötigen.
Sonnenanbeter für trockene Standorte
Diese Pflanzen lieben die volle Sonne und kommen auch mit kurzen Trockenperioden gut zurecht.
- Fetthenne (Sedum): Ein wahrer Überlebenskünstler. Die Hohe Fetthenne blüht spät im Jahr und bietet Bienen und Schmetterlingen eine wertvolle Nahrungsquelle. Sie benötigt kaum Wasser und keine besondere Pflege.
- Storchschnabel (Geranium): Eine riesige Gattung mit unzähligen Sorten für fast jeden Standort. Der Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum) ist extrem robust, unterdrückt Unkraut und duftet aromatisch.
- Lavendel (Lavandula): Der Duft des Südens für Ihr Beet. Lavendel braucht einen sonnigen, trockenen Platz mit durchlässigem Boden. Ein Rückschnitt nach der Blüte hält ihn kompakt.
- Katzenminze (Nepeta): Bildet dichte, blauviolette Blütenwolken und zieht Bienen magisch an. Sie ist trockenheitstolerant und absolut pflegeleicht.
Alleskönner für Sonne und Halbschatten
Diese Stauden sind flexibler, was die Lichtverhältnisse angeht, und gedeihen an vielen Plätzen im Garten.
- Frauenmantel (Alchemilla mollis): Bekannt für seine gelbgrünen Blütenwolken und die samtigen Blätter, an denen Wassertropfen wie Perlen abperlen. Er sät sich gerne selbst aus und füllt so Lücken im Beet.
- Funkien (Hosta): Die Königinnen des Schattens. Funkien überzeugen mit ihrer enormen Blattvielfalt in allen Grün-, Blau- und Gelbtönen, oft auch mehrfarbig. Sie brauchen feuchten Boden und Schutz vor Schnecken.
- Prachtspiere (Astilbe): Mit ihren federartigen Blütenrispen in Weiß, Rosa oder Rot bringt sie Leichtigkeit in halbschattige, feuchte Gartenecken.
Profi-Tipp
Viele Stauden wie Funkien oder Fetthenne werden nach einigen Jahren in der Mitte kahl. Graben Sie den Wurzelballen im Frühling oder Herbst aus und teilen Sie ihn mit einem scharfen Spaten. Die Teilstücke können Sie an neuen Stellen einpflanzen – so vermehren Sie Ihre Lieblingspflanzen kostenlos.
Einjährige Blumen: Schnelle Farbe für Beet und Balkon
Einjährige Pflanzen durchlaufen ihren gesamten Lebenszyklus innerhalb einer Saison. Sie keimen, blühen, bilden Samen und sterben dann ab. Sie sind perfekt, um Lücken zu füllen, mit Farben zu experimentieren oder Balkonkästen und Kübel üppig zu bepflanzen.
Beliebte Einjährige zur Aussaat
Diese Blumen können Sie ganz einfach direkt ins Beet oder in Töpfe säen.
- Kapuzinerkresse (Tropaeolum): Wächst rasant, rankt oder kriecht und hat leuchtende Blüten in Gelb, Orange und Rot. Blätter und Blüten sind essbar und schmecken leicht scharf.
- Sonnenblumen (Helianthus annuus): Der Klassiker für den Familiengarten. Es gibt riesige Sorten, aber auch kleine für den Topf. Einfach säen und beim Wachsen zusehen.
- Tagetes (Studentenblume): Extrem robust und blühfreudig bis zum ersten Frost. Ihr intensiver Geruch soll Fadenwürmer (Nematoden) im Boden vertreiben.
Vorgezogene Pflanzen für sofortige Wirkung
Wenn Sie nicht auf die Blüte warten möchten, kaufen Sie im Frühling vorgezogene Jungpflanzen.
- Geranien (Pelargonium): Der Star im Balkonkasten. Sie sind sonnenliebend, hitzetolerant und verzeihen es, wenn das Gießen mal vergessen wird.
- Petunien (Petunia): Bilden über Monate hinweg unzählige Trichterblüten. Sie benötigen allerdings regelmäßig Wasser und Dünger, um ihre volle Pracht zu entfalten.
Zusätzlicher Rat
Entfernen Sie bei Einjährigen wie Petunien oder Tagetes regelmäßig die verblühten Blütenstände. Dieser Vorgang, auch „Ausputzen“ genannt, verhindert die Samenbildung und regt die Pflanze an, immer neue Blüten zu produzieren. Das verlängert die Blütezeit oft um Wochen.
Sträucher und kleine Gehölze: Das Grundgerüst des Gartens
Sträucher geben dem Garten Struktur, Höhe und Tiefe. Sie sind eine einmalige Investition, die über viele Jahre Freude bereitet. Wählen Sie für den Anfang pflegeleichte Arten, die ohne komplizierte Schnittmaßnahmen auskommen.
Blühende Sträucher, die wenig Arbeit machen
- Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii): Wie der Name schon sagt, ist er ein Magnet für Schmetterlinge. Er wächst schnell und blüht im Sommer üppig. Ein kräftiger Rückschnitt im zeitigen Frühjahr fördert die Blütenbildung.
- Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla): Mit ihren großen, ballförmigen Blüten ein echter Blickfang. Sie bevorzugt halbschattige, feuchte Standorte. Bei saurem Boden blüht sie blau, bei neutralem bis alkalischem rosa.
- Forsythie (Forsythia): Läutet mit ihrer goldgelben Blütenpracht im zeitigen Frühling das Gartenjahr ein. Sie ist extrem robust und anspruchslos.
Immergrüne für das ganze Jahr
Immergrüne Pflanzen sorgen auch im Winter für Farbe und Struktur. Sie eignen sich hervorragend als Hecke oder Solitär.
- Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus): Wächst schnell, ist blickdicht und sehr schnittverträglich. Ideal für eine pflegeleichte Hecke.
- Glanzmispel 'Red Robin' (Photinia fraseri): Begeistert mit ihrem leuchtend roten Blattaustrieb im Frühling. Ein attraktiver Strauch, der Farbe ins Spiel bringt.
Ein schöner Strauch kommt noch besser zur Geltung, wenn der Hintergrund stimmt. Ein alter Gartenzaun oder eine unansehnliche Schuppenwand lassen sich mit einem Farbanstrich schnell aufwerten. Mit einer Farbspritzpistole wie der
gelingt ein gleichmäßiger und schneller Farbauftrag.Die ersten Schritte: Pflanzung und Pflege
Sie haben die richtigen Pflanzen für Ihren Garten gefunden? Perfekt. Jetzt geht es ans Einpflanzen. Mit der richtigen Technik geben Sie Ihren neuen Schützlingen den besten Start ins Gartenleben.
Richtig pflanzen – so geht’s
- Wurzelballen wässern: Stellen Sie die Pflanze mitsamt Topf in einen Eimer Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
- Pflanzloch ausheben: Das Loch sollte etwa doppelt so breit und tief sein wie der Topf. Lockern Sie die Sohle des Lochs mit einer Grabegabel auf.
- Pflanze austopfen: Drücken Sie den Topf leicht zusammen und ziehen Sie die Pflanze vorsichtig heraus. Lockern Sie verfilzte Wurzeln am Rand des Ballens mit den Fingern etwas auf.
- Einsetzen und auffüllen: Setzen Sie die Pflanze so in das Loch, dass die Oberkante des Wurzelballens mit dem Erdniveau abschließt. Füllen Sie das Loch mit der ausgehobenen Erde, die Sie mit etwas Kompost mischen können.
- Andrücken und angießen: Drücken Sie die Erde um die Pflanze herum leicht fest und gießen Sie kräftig an. Das schließt die Erdlücken um die Wurzeln.
Ein Garten ist ein großartiger Lehrer. Er lehrt Geduld und sorgfältige Beobachtung; er lehrt Fleiß und Sparsamkeit; vor allem aber lehrt er uneingeschränktes Vertrauen.
Gießen, Düngen, Schützen
Nach dem Pflanzen ist die Pflege entscheidend. Gießen Sie neu gepflanzte Stauden und Sträucher im ersten Jahr regelmäßig, bis sie gut eingewurzelt sind. Später reicht es bei den meisten robusten Pflanzen aus, in langen Trockenperioden zu wässern. Sorgen Sie auch für den richtigen Pflanzenschutz, falls sich Schädlinge zeigen. Bei hartnäckigen Problemen finden Sie im Bereich Ungeziefer- + Pflanzenschutz passende Lösungen.
Gärtnern ist eine wunderbare, aber auch körperlich fordernde Tätigkeit. Umgraben, Pflanzen und Unkraut jäten halten fit. Wer sich gezielt auf die Gartenarbeit vorbereiten oder einen Ausgleich schaffen möchte, kann mit einem vielseitigen Fitnessgerät wie dem
die nötige Kraft und Ausdauer trainieren.Wichtiger Hinweis
Der häufigste Fehler bei Anfängern ist das Übergießen. Gießen Sie lieber seltener, dafür aber durchdringend, damit das Wasser tief in den Boden eindringt und die Wurzeln anregt, in die Tiefe zu wachsen. Ständige Nässe an der Oberfläche (Staunässe) lässt die Wurzeln faulen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Wann ist die beste Pflanzzeit?
- Die besten Pflanzzeiten für Stauden und Gehölze sind das Frühjahr (März/April) und der Herbst (September/Oktober). Dann ist der Boden feucht und nicht zu heiß oder kalt, sodass die Pflanzen gut anwachsen können. Sommerblühende Einjährige werden nach den letzten Frösten im Mai gepflanzt.
- Muss ich im ersten Jahr schon düngen?
- Wenn Sie beim Pflanzen gute Pflanzerde oder Kompost verwendet haben, ist eine zusätzliche Düngung im ersten Jahr meist nicht notwendig. Die meisten Pflanzen haben genug Nährstoffe für den Start. Ab dem zweiten Jahr freuen sich starkzehrende Pflanzen über eine Gabe Kompost oder Langzeitdünger im Frühling.
- Welche Werkzeuge brauche ich als Anfänger?
- Für den Start reicht eine Grundausstattung: ein stabiler Spaten, eine kleine Handschaufel, ein Rechen oder eine Harke, eine Gießkanne und ein Paar gute Gartenhandschuhe. Alles weitere, wie zum Beispiel Ast- oder Rosenscheren, finden Sie unter Gartenwerkzeuge.
- Was mache ich gegen Schnecken?
- Schnecken sind eine Plage, besonders bei jungen Pflanzen wie Rittersporn oder Tagetes. Helfen können das regelmäßige Absammeln in den Abendstunden, das Aufstellen von Bierfallen oder die Verwendung von ökologischem Schneckenkorn. Pflanzen wie Storchschnabel, Frauenmantel oder Lavendel werden von Schnecken meist gemieden.
- Kann ich auch auf dem Balkon gärtnern?
- Ja, absolut! Viele der genannten pflegeleichten Pflanzen eignen sich hervorragend für die Haltung in Kübeln und Töpfen. Achten Sie auf ausreichend große Gefäße mit Wasserabzugslöchern und hochwertige Kübelpflanzenerde. Besonders geeignet sind Lavendel, Katzenminze, kleine Gräser, Geranien und Kräuter.