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Kriechendes Unkraut im Rasen: Effektive Methoden zur Bekämpfung

So entfernen Sie Günsel, Ehrenpreis und Klee dauerhaft und fördern einen gesunden Rasen.
Von der Westfalia Redaktion · Aktualisiert am 31.07.2026
Erstellt und geprüft von der Westfalia Redaktion.

Kurz erklärt: Kriechendes Unkraut im Rasen bekämpfen Sie am erfolgreichsten durch eine Kombination aus mechanischer Entfernung, chemischen Mitteln gezielt gegen breitblättrige Unkräuter und vorbeugender Rasenpflege. Ziehen Sie Wurzelunkräuter wie Günsel per Hand oder mit einem Unkrautstecher. Verwenden Sie für großflächigen Befall selektive Rasendünger mit Unkrautvernichter. Die beste Vorbeugung ist ein dichter, kräftiger Rasen durch regelmäßiges Mähen, Vertikutieren und passende Düngung.

Kriechendes Unkraut im Rasen erkennen

Kriechendes Unkraut breitet sich flach über den Boden aus. Es bildet lange Triebe, die an den Knoten wurzeln. So erobert es schnell große Rasenflächen. Die häufigsten Vertreter sind Günsel, kriechender Hahnenfuß, Hornkraut und Weißklee.

Günsel (Ajuga reptans) zeigt oft bläuliche Blüten und bildet dichte Teppiche. Weißklee hat charakteristische dreiteilige Blätter und weiße Blütenbälle. Beide Arten verdrängen die Gräser durch ihre aggressive Ausbreitung.

Sie erkennen kriechendes Unkraut an der Wuchsform. Die Triebe liegen flach auf dem Boden. An den Blattknoten schlagen sie Wurzeln. Von diesen Knoten aus wachsen neue Pflanzen.

Warum ist kriechendes Unkraut so problematisch?

Kriechende Unkräuter nehmen den Gräsern Licht, Wasser und Nährstoffe weg. Sie ersticken den Rasen buchstäblich. Eine einzige Pflanze kann innerhalb einer Saison einen Quadratmeter bedecken.

Die flache Wuchsform übersteht tiefes Mähen oft unbeschadet. Die Gräser leiden, das Unkraut nicht. So entstehen mit der Zeit lückige, unschöne Rasenflächen.

Wie entferne ich kriechendes Unkraut mechanisch?

Die mechanische Bekämpfung ist die Basis. Sie entfernt das Unkraut physisch aus dem Rasen. Für kleine Flächen oder einzelne Pflanzen ist diese Methode ideal.

Graben Sie mit einem schmalen Unkrautstecher oder einem Messer tief neben der Hauptwurzel ein. Heben Sie die gesamte Pflanze an. Ziehen Sie vorsichtig, bis alle Wurzeln und Ausläufer folgen.

Bei kriechenden Unkräutern muss man Geduld haben. Ein zurückgelassener, fingerlanger Wurzelrest genügt, und die Pflanze treibt neu aus. Arbeiten Sie systematisch und gründlich.

Gartenmeisterin Sarah Bauer

Arbeiten Sie nach einem Regenschauer. Der feuchte Boden gibt die Wurzeln leichter frei. Füllen Sie die entstandenen Löcher sofort mit Erde und drücken Sie sie an.

Streuen Sie auf die kahlen Stellen Rasensamen aus. Halten Sie die Stellen einige Wochen feucht. So verhindern Sie, dass neues Unkraut die Lücke besiedelt.

Profi-Tipp

Markieren Sie befallene Stellen im Frühjahr mit kleinen Stöckchen. Nach dem ersten Mähen sehen Sie das kriechende Unkraut oft nicht mehr. Die Markierungen helfen Ihnen, systematisch vorzugehen.

Das richtige Werkzeug für die Handarbeit

Ein spitzer Unkrautstecher ist besser als eine breite Schaufel. Er verletzt den umliegenden Rasen weniger. Die

enthält praktische Handwerkzeuge.

Für größere Flächen mit oberflächennahen Ausläufern eignet sich ein Vertikutierer. Stellen Sie die Messer so ein, dass sie nur die Unkrautausläufer erfassen. Vertikutieren Sie im Frühjahr und Herbst.

Kriechendes Unkraut chemisch bekämpfen

Selektive Herbizide wirken nur gegen breitblättrige Pflanzen. Sie schonen Gräser. Verwenden Sie diese Mittel bei großflächigem Befall.

Produkte wie

enthalten Wirkstoffe, die über die Blätter aufgenommen werden. Die Unkräuter welken und sterben von der Wurzel her ab. Achten Sie auf die Anweisungen des Herstellers.

Wichtiger Hinweis

Verwenden Sie Unkrautvernichter nur gezielt und gemäß Packungsbeilage. Respektieren Sie Schutzabstände zu Gewässern. Behandeln Sie nicht bei windigem Wetter, um Abdrift auf Zierpflanzen zu vermeiden.

Die beste Wirkung erzielen Sie bei aktiv wachsenden Unkräutern. Das ist im späten Frühjahr oder Frühherbst der Fall. Die Temperaturen sollten über 15 Grad Celsius liegen.

Rasendünger mit Unkrautvernichter kombinieren

Kombipräparate sind effizient. Sie düngen den Rasen und bekämpfen gleichzeitig das Unkraut. Die Gräser werden gestärkt, die Konkurrenz geschwächt.

Diese Produkte finden Sie in der Kategorie Rasendünger mit Unkrautvernichter. Bringen Sie sie gleichmäßig mit einem Streuwagen aus. Anschließendes Wässern aktiviert die Wirkstoffe.

Vorbeugung: So stärken Sie Ihren Rasen

Ein dichter, gesunder Rasen ist die beste Abwehr. Kriechendes Unkraut hat dann keine Chance. Die richtige Pflege macht den Unterschied.

Mähen Sie regelmäßig, aber nicht zu tief. Eine Schnitthöhe von vier bis fünf Zentimetern ist ideal. So beschatten die Gräser den Boden und unterdrücken Unkrautkeimlinge.

Düngen Sie bedarfsgerecht. Ein Grunddünger im Frühjahr und ein Herbstrasendünger stärken die Gräser. Lassen Sie bei anhaltenden Problemen eine Bodenanalyse machen.

Zusätzlicher Rat

Verdichteter Boden begünstigt Moos und kriechendes Unkraut. Lüften Sie die Fläche einmal jährlich mit einer Grabgabel oder einem Aerifizierer. Füllen Sie die Löcher mit Rasensand. Das verbessert die Durchlässigkeit.

Die richtige Bewässerung gegen Unkraut

Gießen Sie selten, aber durchdringend. Eine wöchentliche Wassergabe von 15-20 Litern pro Quadratmeter ist besser als tägliches Oberflächenwässern. Die Wurzeln der Gräser wachsen tiefer.

Kriechendes Unkraut mit flachen Wurzeln profitiert von oberflächlicher Nässe. Tiefwurzelnde Gräser gewinnen bei der richtigen Strategie.

Spezielle Methoden für kriechenden Günsel und Klee

Günsel und Klee erfordern besondere Aufmerksamkeit. Sie sind besonders hartnäckig und breiten sich schnell aus.

Bei Günsel müssen Sie jeden Ausläufer erwischen. Die Pflanze speichert Energie in ihren Rhizomen. Selbst kleine Teile treiben wieder aus. Arbeiten Sie hier besonders sorgfältig mechanisch.

Gegen Weißklee hilft oft schon eine angepasste Düngung. Klee deutet auf Stickstoffmangel hin. Eine Gabe organischen Rasendüngers kann das Problem lösen, indem die Gräser gestärkt werden.

Rasenexperte Thomas Weber

Klee hat zähe Pfahlwurzeln. Ein Unkrautstecher ist unerlässlich. Chemische Mittel wirken gut, aber nur bei warmer Witterung und aktivem Wachstum.

Unkrautvlies als physikalische Barriere

Nach der Entfernung von kriechendem Unkraut können Sie Neubefall verhindern. Legen Sie ein Unkrautvlies aus. Das

ist dafür ideal geeignet.

Schneiden Sie das Vlies passend für die betroffene Stelle aus. Bedecken Sie den Boden. Schneiden Sie Kreuzschlitze für neue Gräser. Säen Sie durch die Schlitze Rasensamen ein. Das Vlies unterdrückt Unkraut, lässt aber Wasser durch.

Rasenkanten als Barriere einsetzen

Kriechendes Unkraut wandert oft aus Beeten in den Rasen ein. Verhindern Sie das mit einer physikalischen Barriere. Rasenkanten aus Metall oder Kunststoff bremsen die Ausbreitung.

Die

hilft Ihnen, eine saubere Grenze zu ziehen. Stecken Sie die schmalen Kanten etwa 15 Zentimeter tief in den Boden. Achten Sie auf einen dichten Abschluss.

So bleibt der Rasen klar definiert. Unkraut aus dem Beet kann nicht mehr einfach einwandern. Die Kanten erleichtern auch das Mähen.

Nachsaat als wichtigster Schritt

Jede Unkrautbekämpfung ist nur halb so wirksam ohne Nachsaat. Besäen Sie jede freie Stelle sofort. Nutzen Sie hochwertigen Rasensamen.

Für Sportplätze oder stark belastete Flächen eignet sich Sport- und Spielrasen. Diese Mischungen sind trittfest und regenerieren schnell.

Halten Sie die Nachsaat drei Wochen lang feucht. Schützen Sie die Fläche vor Vögeln mit einem leichten Vlies. Mähen Sie erst, wenn die neuen Gräser etwa acht Zentimeter hoch sind.

Langfristige Strategie für einen unkrautfreien Rasen

Bekämpfen Sie nicht nur die Symptome. Ändern Sie die Bedingungen, die das Unkraut fördern. Das ist die nachhaltigste Lösung.

Testen Sie den pH-Wert Ihres Bodens. Ein saurer Boden begünstigt Moos und bestimmte Unkräuter. Kalken Sie bei Bedarf mit Rasenkalk.

Düngen Sie regelmäßig, aber nicht übermäßig. Ein Überangebot an Nährstoffen kann bestimmte Unkräuter sogar fördern. Orientierten Sie sich am natürlichen Bedarf der Gräser.

Lüften Sie verdichtete Böden. Verwenden Sie Rasengitter auf stark frequentierten Wegen. Diese Produkte finden Sie unter Rasengitter.

Mit diesen Methoden gewinnen die Gräser die Oberhand. Kriechendes Unkraut wird zur Seltenheit. Ihr Rasen wird dichter, grüner und belastbarer.

Häufige Fragen

Welches ist das häufigste kriechende Unkraut im Rasen?
Häufige kriechende Rasenunkräuter sind Günsel (Ajuga), Weißklee, Hornkraut und kriechender Hahnenfuß. Günsel breitet sich über oberirdische Ausläufer schnell aus und verdrängt Gräser. Weißklee fixiert Stickstoff und zeigt oft einen mangelhaft gedüngten Rasen an. Die Bekämpfung erfordert bei allen Arten die vollständige Entfernung der Wurzeln.
Wie entferne ich kriechendes Unkraut dauerhaft ohne Chemie?
Entfernen Sie kriechendes Unkraut dauerhaft ohne Chemie durch konsequentes Ausstechen der gesamten Wurzel mit einem schmalen Werkzeug. Arbeiten Sie bei feuchtem Boden, damit die Wurzel komplett herausgeht. Decken Sie stark befallene Stellen nach der Entfernung mit einem Unkrautvlies ab und säen Sie neuen Rasensamen ein. Ein dichter Rasen ist der beste Schutz.
Wann ist der beste Zeitpunkt für Unkrautvernichter im Rasen?
Der beste Zeitpunkt für selektive Unkrautvernichter im Rasen ist das späte Frühjahr oder der frühe Herbst. Dann sind die Unkräuter aktiv im Wachstum und transportieren die Wirkstoffe optimal in die Wurzeln. Wenden Sie die Mittel an einem warmen, trockenen Tag an, wenn kein Regen für mindestens 6 Stunden prognostiziert wird. Der Rasen sollte nicht gemäht werden, kurz vor oder nach der Anwendung.
Kann ich Rasendünger und Unkrautvernichter gleichzeitig anwenden?
Ja, Kombiprodukte wie Rasendünger mit Unkrautvernichter vereinen beide Anwendungen. Sie düngen die Gräser und bekämpfen gleichzeitig breitblättrige Unkräuter. Dies ist besonders effizient im Frühjahr oder Frühherbst. Achten Sie auf eine gleichmäßige Ausbringung mit einem Streuwagen und wässern Sie den Rasen anschließend, damit der Dünger einwirken kann.
Warum kommt kriechendes Unkraut immer wieder?
Kriechendes Unkraut kehrt zurück, wenn die Ursachen nicht behoben werden: zu niedriger pH-Wert (Säure), Nährstoffmangel, zu kurzes Mähen oder Verdichtung. Lassen Sie eine Bodenanalyse durchführen und gleichen Sie Mängel mit Kalk oder speziellem Rasendünger aus. Mähen Sie nie unter 4 cm und lüften Sie verdichtete Flächen.
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