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Richtig bohren und dübeln in Lochziegelmauerwerk

Die sichere Wandbefestigung im Garten und Haus gelingt mit der richtigen Vorbereitung und dem passenden Werkzeug.
Von der Westfalia Redaktion · Aktualisiert am 26.07.2026
Erstellt und geprüft von der Westfalia Redaktion.

Kurz erklärt: In Lochziegeln bohren Sie am besten mit einem Schlagbohrer und Steinbohrern. Setzen Sie den Bohrer senkrecht an und arbeiten Sie mit geringem Druck, um das poröse Material nicht auszubrechen. Verwenden Sie spezielle Dübel für Hohlraum-Befestigungen, die sich im Inneren des Steins verankern. Die korrekte Tiefe und ein sauberes Ausblasen des Bohrlochs sind entscheidend für die Stabilität.

Was macht Lochziegel so besonders?

Lochziegel sind leichte, wärmedämmende Mauersteine mit regelmäßigen Hohlräumen. Diese Kammern reduzieren das Gewicht und verbessern die Isolation. Für die Wandbefestigung stellen sie jedoch eine Herausforderung dar.

Der Bohrer trifft nicht auf durchgehend massives Material. Stattdessen durchdringt er dünne Stege und große Leerräume. Ein normaler Spreizdübel findet in der Luft keinen Halt. Die Befestigungstechnik muss sich anpassen.

Die Tragfähigkeit in Lochziegeln wird nicht durch die Wandstärke, sondern durch die Stabilität der inneren Stege bestimmt. Ein falscher Dübel zieht sich beim Anziehen einfach in den Hohlraum.

Dipl.-Ing. Markus Weber, Bauphysiker

Wie bereite ich das Bohren vor?

Die Vorbereitung entscheidet über Erfolg oder Schaden. Prüfen Sie zunächst die Wand. Handelt es sich um einen tragenden Wandabschnitt? Verlegen Sie Strom- oder Wasserleitungen in diesem Bereich?

Ein Leitungsfinder gibt Sicherheit. Markieren Sie den genauen Bohrpunk mit einem Kreuz. Für präzise Ergebnisse bei mehreren Löchern fertigen Sie eine einfache Bohrschablone aus Holz an.

Profi-Tipp

Kleben Sie transparentes Malerkrepp über den Bohrpunk. Dies verhindert ein Verrutschen der Bohrspitze auf dem glatten Stein und reduziert das Ausbrechen an der Oberfläche. Nach dem Bohren einfach abziehen.

Die Wahl des richtigen Bohrers

Für Löcher bis 10 mm Durchmesser genügt ein guter Schlagbohrer mit SDS-Plus-Aufnahme. Verwenden Sie scharfe Hartmetall-Steinbohrer. Stumpfe Bohrer benötigen mehr Druck und erhöhen die Bruchgefahr.

Für größere Durchmesser, insbesondere zum Setzen von Steckdosen, sind Diamantbohrkronen erste Wahl. Sie arbeiten vibrationsarm und erzeugen saubere, ausbruchfreie Kanten. In unserem Sortiment für Elektowerkzeuge finden Sie passende Ausrüstung.



Wie führe ich den Bohrvorgang durch?

Halten Sie das Gerät stets senkrecht zur Wand. Starten Sie mit niedriger Drehzahl und ohne Schlag, um eine Führungsvertiefung zu setzen. Erst dann aktivieren Sie die Schlagfunktion.

Lassen Sie den Bohrer arbeiten. Üben Sie nur leichten Druck aus. Zu viel Kraft führt zum Verkanten und Ausbrechen. Bei Durchbrüchen, etwa für Durchführungen, bohren Sie von beiden Seiten bis zur Mitte.

Wichtiger Hinweis

Tragen Sie bei allen Bohr-Arbeiten eine Schutzbrille und einen Staubsauger mit Baustaubfilter. Der feine Ziegelstaub ist gesundheitsschädlich. Saugen Sie das Bohrloch nach dem Durchbruch sofort aus.

Die richtige Bohrtiefe bestimmen

Die Tiefe muss den Dübel vollständig aufnehmen plus mindestens 10 mm Reserve. Diese Reserve sammelt Bohrstaub und verhindert, dass der Dübel auf Grund stößt. Messen Sie mit einem Tiefenanschlag am Bohrer oder markieren Sie den Bohrer mit Klebeband.

Für schwere Lasten kann eine tiefere Verankerung sinnvoll sein. Beachten Sie dabei die Gesamtstärke der Wand. Sie wollen nicht auf der anderen Seite herauskommen.

Welche Dübel eignen sich für Lochziegel?

Vergessen Sie Universal- oder Rahmendübel. Sie benötigen spezielle Systeme für Hohlraum-Befestigungen. Diese entfalten ihre Wirkung hinter der Vorderschale des Ziegels im inneren Hohlraum.

Moderne Injektionsmörtel-Systeme füllen den Hohlraum um den Dübel herum aus und verbinden sich mit der Ziegelstruktur. Sie schaffen eine formschlüssige, lastverteilende Verankerung, die klassische Dübel in porösen Mauerwerken übertrifft.

Thomas Berg, Technischer Berater bei Fischer

Hohlraumdübel und Metallspreizdübel

Hohlraumdübel aus Kunststoff besitzen lange, flexible Lamellen. Beim Eindrehen der Schraube spreizen diese Lamellen im Hohlraum auf und verkeilen sich. Sie eignen sich für leichte bis mittlere Lasten.

Metallspreizdübel funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip, sind aber stabiler. Sie bestehen aus einem Metallmantel, der sich beim Anziehen der Kontermutter stark verformt und an die Innenwände des Hohlraums presst.

Chemische Befestigung und Injektionssysteme

Für die höchsten Lasten und dauerhafte Installationen, wie sie im Gartenbau vorkommen, sind chemische Dübel ideal. Ein zweikomponentiger Mörtel wird in das gereinigte Bohrloch injiziert.

Anschließend schrauben Sie eine Gewindestange ein. Der Mörtel härtet aus und verbindet sich molekular mit dem Ziegelmaterial. Die Last verteilt sich auf eine große Fläche im Hohlraum.

Zusätzlicher Rat

Testen Sie die Haltbarkeit Ihrer Befestigung immer mit einer höheren Last als geplant. Hängen Sie sich beispielsweise an einen montierten Haken, bevor Sie ein teures Regal oder eine schwere Lampe anbringen. So erkennen Sie Schwachstellen früh.

Praktische Anwendungen im Garten und Haus

Im Garten + Outdoor-Bereich gibt es viele Befestigungspunkte. Sie montieren Regale im Geräteschuppen, befestigen Kletterhilfen an der Hauswand oder hängen schwere Blumenampeln auf.

Für das sichere Befestigen von Planen an Unterständen oder Carports sind robuste Systeme gefragt. Ein

bietet einfache und zuverlässige Lösungen mit großer Haltekraft.

Auch im Hausinneren, etwa im Keller oder in selbstgebauten Trockenbauwänden mit Lochziegeln, sind sichere Befestigungen nötig. Ein

zur dekorativen Aufbewahrung benötigt einen stabilen Halt.

Befestigung von Rankgittern und Spalieren

Holz- oder Metallspaliere bieten Windangriffsfläche. Verwenden Sie hierfür durchgehende Gewindestangen mit chemischer Verankerung. Die Stange durchdringt den gesamten Ziegel. Auf der Innenseite sichern Sie mit einer Unterlegscheibe und Mutter.

Diese Durchsteckbefestigung überträgt die Zugkräfte optimal. Für kleinere Rankgitter genügen mehrere punktuelle Verankerungen mit Metallhohlraumdübeln.

Was sind die häufigsten Fehler?

Der größte Fehler ist die Unterschätzung des Materials. Lochziegel wirken massiv, sind es aber nicht. Eine zu kurze Schraube, die nur in die Vorderschale greift, reißt bei Belastung einfach aus.

Das falsche Werkzeug verursacht Schäden. Ein reiner Drehbohrer ohne Schlagfunktion wird im Ziegel nicht vorankommen. Zu viel Druck führt zum Abbrechen der dünnen Stege.

Vergessen Sie nicht die finale Kontrolle. Prüfen Sie nach dem Festziehen der Schraube, ob sich der Dübel mitdreht oder ob die Befestigung nachgibt. In diesem Fall müssen Sie das Loch mit einem größeren Dübel neu besetzen.

Das Problem mit zu großen Bohrungen

Wenn das Bohrloch zu groß geraten ist, hilft kein noch größerer Dübel. Füllen Sie das Loch stattdessen mit schnellhärtendem Steinmörtel oder Gips. Nach dem Aushärten bohren Sie erneut in das gefüllte Material mit dem korrekten Durchmesser.

Diese Reparatur schafft einen stabilen, massiven Kern für die neue Befestigung. Für Sanitärinstallationen finden Sie passendes Zubehör in der Kategorie Sanitär + Bewässerung.

Werkzeug und Material im Überblick

Für eine erfolgreiche Befestigung benötigen Sie eine Grundausstattung. Dazu gehören ein leistungsstarker Schlagbohrer, ein Satz qualitativ hochwertiger Steinbohrer in verschiedenen Durchmessern und die passenden Dübel.

Halten Sie einen Staubsauger, eine Schutzbrille, einen Blasebalg zum Ausblasen der Löcher und einen Schraubendreher bereit. Für präzise Markierungen sind ein Bleistift, eine Wasserwaage und ein Metermaß unverzichtbar.

Denken Sie an die Schrauben. Sie müssen lang genug sein, um durch den Dübel, die Befestigungsplatte und das anzubringende Objekt zu greifen. Edelstahlschrauben sind für den Außenbereich korrosionsbeständig.

Mit diesem Wissen und dem richtigen Material aus unserem Shop meistern Sie jede Befestigung in Lochziegelmauerwerk sicher und dauerhaft.

Häufige Fragen

Kann ich normale Dübel in Lochziegel verwenden?
Normale Spreizdübel sind für Lochziegel ungeeignet, da sie im Hohlraum nicht greifen. Verwenden Sie spezielle Hohlraumdübel oder Injektionssysteme, die sich im Steininneren verkeilen oder mit Mörtel ausgegossen werden. Diese Systeme verteilen die Last auf eine größere Fläche im Hohlraum.
Welcher Bohrer ist für Lochziegel am besten?
Ein SDS-Plus Schlagbohrer mit Hartmetall-Steinbohrern ist ideal. Für große Durchmesser, etwa für Steckdosen, eignen sich Diamantbohrkronen. Sie arbeiten sauber und schonen das Material. Achten Sie auf eine scharfe Bohrspitze, um ein Verlaufen zu vermeiden.
Wie verhindere ich das Ausbrechen beim Bohren?
Bohren Sie mit niedriger Drehzahl und ohne starken Anpressdruck. Nutzen Sie eine Bohrschablone oder kleben Sie Kreppband auf die Wand, um den Bohrer zu führen. Bei Durchbrüchen bohren Sie von beiden Seiten an. Ein Bohrhammer mit Stoßfunktion ist schonender als reiner Schlagbetrieb.
Was ist die maximale Last an einer Lochziegelwand?
Die Tragfähigkeit hängt von Dübeltyp, Ziegelstärke und Einbaulage ab. Leichte Lasten wie Regale sind unkritisch. Für schwere Objekte wie Hängeschränke konsultieren Sie die Dübel-Herstellerangaben und prüfen die Wand. Im Zweifel suchen Sie einen Fachmann auf.
Muss ich das Bohrloch in Lochziegel besonders vorbereiten?
Ja. Blasen Sie Staub und Gesteinsreste nach dem Bohren gründlich mit einer Pumpe oder einem Blasebalg aus. Nur ein sauberes Loch gewährleistet vollen Halt. Prüfen Sie die Tiefe mit dem Dübel. Sie sollte mindestens 10 mm tiefer als die Dübellänge sein.
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