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Spargel & Rhabarber: Erntezeit verlängern? So geht's!

Mit den richtigen Anbautechniken und sorgfältiger Pflege genießen Sie die Frühlingsboten deutlich länger.
Von der Westfalia Redaktion · Aktualisiert am 13.07.2026
Erstellt und geprüft von der Westfalia Redaktion.

Kurz erklärt: Die Erntezeit von Spargel und Rhabarber lässt sich durch gezielte Maßnahmen verlängern. Bei Spargel verfrühen Sie die Ernte mit Folien oder Vlies. Bei Rhabarber ermöglicht das Vortreiben unter Eimern und eine gestaffelte Ernte eine längere Genussphase. Der traditionelle Ernteschluss am 24. Juni bleibt jedoch entscheidend für die Pflanzengesundheit.

Kaum ein Gemüse läutet den Frühling so köstlich ein wie Spargel und Rhabarber. Doch ihre Saison ist kurz und endet für viele Gartenbesitzer gefühlt viel zu früh. Die gute Nachricht: Mit einigen cleveren Tricks und der richtigen Pflege können Sie die Erntephase dieser Delikatessen deutlich ausdehnen. Sie starten einfach früher in die Saison, anstatt die Pflanzen am Ende zu überlasten.

Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie durch gezielte Anbaumethoden die erste Ernte vorziehen und durch die richtige Pflege die Gesundheit Ihrer Pflanzen für die kommenden Jahre sichern. So genießen Sie das Beste aus Ihrem Garten + Outdoor Bereich, ohne die wertvollen Stauden zu erschöpfen.

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Warum enden die Erntezeiten für Spargel und Rhabarber so abrupt?

Die festen Enddaten im Erntekalender für Gemüse, insbesondere der Johannistag am 24. Juni, sind keine willkürlichen Bauernregeln. Sie basieren auf den biologischen Bedürfnissen der Pflanzen. Sowohl Spargel als auch Rhabarber sind mehrjährige Stauden, die nach der Ernte eine ausgiebige Regenerationsphase benötigen, um im nächsten Jahr wieder kräftig auszutreiben.

Beim Spargel (Asparagus officinalis) wachsen nach dem Erntestopp die verbleibenden Triebe zu feingliedrigem Spargelkraut heran. Über dieses Grün betreibt die Pflanze Photosynthese und speichert die gewonnene Energie in ihrem Wurzelstock, dem Rhizom. Würden Sie die Stangen bis in den Spätsommer stechen, rauben Sie der Pflanze diese lebenswichtige Energiereserve. Die Folge: ein schwacher Austrieb und dünne Stangen im nächsten Frühling.

Auch Rhabarber (Rheum rhabarbarum) benötigt die Sommermonate, um über seine großen Blätter Kraft zu tanken. Zusätzlich steigt ab Ende Juni der Gehalt an Oxalsäure in den Stielen deutlich an. Diese macht die Stangen nicht nur sehr sauer, sondern kann in größeren Mengen auch die Aufnahme von Mineralstoffen wie Kalzium im Körper hemmen. Der Erntestopp schützt also sowohl die Pflanze als auch Ihre Gesundheit.

Wer nach Johanni noch Spargel sticht, schädigt die Pflanzen nachhaltig. Sie brauchen die Zeit, um Reservestoffe für den Austrieb im nächsten Jahr einzulagern.

Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Spargelernte verlängern: Früher starten statt später aufhören

Der Schlüssel zu einer längeren Spargelsaison liegt nicht darin, den traditionellen Endtermin zu ignorieren, sondern den Startpunkt nach vorne zu verlegen. Durch die Erhöhung der Bodentemperatur können Sie die ersten Stangen Wochen früher stechen als bei einem unbehandelten Beet.

Die Macht der Wärme: Folien und Vlies nutzen

Die wirksamste Methode zur Verfrühung der Spargelernte ist die Abdeckung der Spargeldämme. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Schwarze Folie: Sie absorbiert die Sonnenstrahlen und erwärmt den Boden darunter stark. Das beschleunigt das Wachstum der Spargelstangen erheblich.
  • Schwarz-weiße Doppelfolie: Diese professionelle Folie ist vielseitig. Mit der schwarzen Seite nach oben erzielen Sie den maximalen Wärmeeffekt. Droht bei starker Sonneneinstrahlung eine Überhitzung, die zu hohlen Stangen führen kann, drehen Sie die Folie einfach um. Die weiße Seite reflektiert das Sonnenlicht und kühlt den Damm.
  • Gartenvlies oder Lochfolie: Diese Materialien schaffen einen leichten Treibhauseffekt und schützen die ersten zarten Spitzen vor Spätfrösten. Sie sind eine gute Alternative, wenn Sie keine komplett schwarze Abdeckung wünschen.

Mit diesen Methoden lässt sich die Ernte je nach Witterung um zwei bis drei Wochen vorverlegen. Decken Sie die Dämme bereits Ende Februar oder Anfang März ab, um den Boden langsam aufzuwärmen.

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Der richtige Standort und die Vorbereitung im Herbst

Ein früher Erntebeginn fängt bereits bei der Planung des Spargelbeets an. Ein vollsonniger, nach Süden ausgerichteter Standort erwärmt sich im Frühjahr naturgemäß schneller. Wählen Sie außerdem einen Platz mit leichtem, sandigem Boden, der keine Staunässe zulässt. Schwere Böden erwärmen sich langsamer und können Wurzelfäule begünstigen.

Eine optimale Vorbereitung im Herbst legt den Grundstein. Arbeiten Sie reichlich reifen Kompost in den Boden ein. Dies verbessert nicht nur die Nährstoffversorgung, sondern auch die Bodenstruktur und dessen Fähigkeit, Wärme zu speichern. Ein gut vorbereiteter Boden ist die Basis für einen erfolgreichen Gemüse-Anbau im eigenen Garten.

Wichtiger Hinweis

Rhabarberblätter enthalten eine hohe Konzentration an Oxalsäure und sind giftig. Verwenden Sie ausschließlich die Stiele und kompostieren Sie die Blätter. Bei Verzehr der Blätter kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen.

Spargel richtig stechen und pflegen

Wenn die ersten Köpfe die Erde durchbrechen, beginnt die Ernte. Stechen Sie die Stangen vorsichtig mit einem langen Spargelmesser in etwa 20-25 cm Tiefe ab. Achten Sie darauf, das unterirdische Rhizom nicht zu verletzen, aus dem weitere Stangen wachsen. Nach der Ernte ist die Vorbereitung in der Küche der nächste Schritt. Mit einem guten Schäler wie dem

oder dem speziellen geht die Arbeit leicht von der Hand.

Rhabarber: So ernten Sie länger und schonen die Pflanze

Auch beim Rhabarber können Sie die Ernteperiode mit einfachen Mitteln verlängern. Hier setzen Sie ebenfalls auf einen früheren Start und eine clevere Erntestrategie, die die Pflanze nicht auslaugt.

Die Kunst des Vortreibens: Rhabarber verfrühen

Eine traditionelle Gärtnermethode, um Rhabarber früher zu ernten, ist das Antreiben oder „Bleichen“. Dazu stülpen Sie im späten Winter (Februar) einen großen, lichtundurchlässigen Behälter über die Rhabarberkrone. Das kann ein großer Eimer, ein Speiskübel oder ein spezieller Rhabarbertreibtopf aus Ton sein.

Durch die Dunkelheit und die sich darunter stauende Wärme wird die Pflanze zu einem frühen Austrieb angeregt. Sie bildet lange, zarte und besonders milde Stangen mit einer blassrosa Farbe. Diese können Sie bereits ernten, während die nicht abgedeckten Pflanzen im Garten erst langsam erwachen. Entfernen Sie die Abdeckung nach der ersten Ernte, damit die Pflanze wieder Licht für die Photosynthese bekommt.

Profi-Tipp

Geben Sie Ihrem Rhabarber nach der letzten Ernte eine Gabe reifen Kompost oder einen organischen Beerendünger. Die enthaltenen Nährstoffe, insbesondere Kalium, fördern die Winterhärte und sorgen für einen kräftigen Austrieb im Folgejahr.

Gestaffelte Ernte und die richtige Technik

Die Grundregel bei der Rhabarberernte lautet: Nehmen Sie nie mehr als die Hälfte der vorhandenen Stiele auf einmal. Die Pflanze benötigt die verbleibenden Blätter, um weiterhin Energie zu produzieren. Ernten Sie lieber regelmäßig kleinere Mengen.

Schneiden Sie die Stiele nicht ab. Fassen Sie einen Stiel tief unten an der Basis, drehen Sie ihn leicht und ziehen Sie ihn mit einem Ruck seitlich von der Pflanze weg. So entsteht eine saubere Wunde, die schnell verheilt. Schnittreste können leicht faulen und die Pflanze schädigen.

Das Entfernen der Blütenstände beim Rhabarber ist entscheidend. Die Pflanze investiert sonst ihre gesamte Kraft in die Samenbildung statt in die Entwicklung kräftiger Blattstiele für die nächste Saison.

Bayerische Gartenakademie

Pflege während und nach der Ernte

Rhabarber ist ein Starkzehrer und durstig. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Kompost hält den Boden feucht und liefert kontinuierlich Nährstoffe. Besonders nach der Erntezeit, wenn die Pflanze ihre Reserven wieder auffüllt, ist eine gute Versorgung mit Wasser und einem passenden Dünger entscheidend. Sollte Ihre Pflanze einen Blütenansatz bilden, brechen Sie diesen sofort heraus. Die Blüte kostet die Pflanze enorm viel Kraft, die sie besser in ihr Wurzelwachstum investieren sollte.

Zusätzlicher Rat

Alle acht bis zehn Jahre sollten Sie Rhabarberpflanzen im Herbst teilen. Das verjüngt den Stock, fördert das Wachstum und sichert hohe Erträge. Jedes Teilstück sollte mindestens eine kräftige Knospe haben.

Die Ernte genießen: Tipps zur Verarbeitung

Eine verlängerte Erntezeit bedeutet auch mehr Zeit für kulinarische Genüsse. Frischer Spargel hält sich, in ein feuchtes Tuch gewickelt, einige Tage im Kühlschrank. Die klassische Zubereitung ist das Kochen in einem hohen Topf. Ein spezieller Spargeltopf wie der

oder der edle aus Naturton gart die empfindlichen Köpfe schonend im Dampf, während die Stangen im Wasser kochen.

Rhabarber lässt sich hervorragend weiterverarbeiten. Ob als Kompott, Kuchenbelag, Marmelade oder erfrischender Sirup – seiner Verwendung sind kaum Grenzen gesetzt. Falls die Ernte üppiger ausfällt, können Sie die geschälten und in Stücke geschnittenen Stangen auch problemlos roh einfrieren und so den Genuss bis in den Winter hinein konservieren. Alles, was Sie für die Pflege Ihrer Pflanzen benötigen, finden Sie im Bereich Garten + Pflanzenzubehör.

Häufige Fragen

Warum darf man Spargel nur bis zum 24. Juni ernten?
Nach dem 24. Juni (Johannistag) benötigt der Spargel eine Regenerationsphase. Die Pflanze muss Triebe bilden, um durch Photosynthese genügend Energie in den Wurzeln für die Ernte im nächsten Jahr zu speichern. Eine spätere Ernte würde die Pflanze nachhaltig schwächen und den Ertrag drastisch reduzieren.
Kann ich die Rhabarber-Erntezeit einfach ignorieren?
Nein, das ist nicht ratsam. Ab Ende Juni steigt der Oxalsäuregehalt in den Rhabarberstangen stark an, was sie sehr sauer und in großen Mengen ungesund macht. Zudem braucht auch die Rhabarberpflanze Zeit, sich zu erholen und Kraft für die kommende Saison zu sammeln.
Wie treibe ich Rhabarber für eine frühere Ernte vor?
Stülpen Sie im späten Winter, etwa im Februar, einen großen, lichtdichten Eimer oder einen speziellen Rhabarbertopf über die Pflanze. Die Dunkelheit und die gestaute Wärme regen ein frühes Wachstum an. So können Sie die ersten zarten Stangen bereits einige Wochen vor der normalen Saison ernten.
Was ist der beste Standort für Spargel im Garten?
Spargel liebt Sonne und Wärme. Wählen Sie einen vollsonnigen Standort mit einem leichten, sandigen und tiefgründig gelockerten Boden. Staunässe verträgt Spargel überhaupt nicht. Eine gute Bodenvorbereitung im Herbst vor der Pflanzung ist der Schlüssel für einen erfolgreichen Anbau von Gemüse.
Meine Rhabarberpflanze blüht. Was soll ich tun?
Entfernen Sie die Blütenstängel sofort, indem Sie sie möglichst tief an der Basis herausbrechen oder abschneiden. Die Blütenbildung kostet die Pflanze sehr viel Kraft, die sie eigentlich für die Bildung kräftiger Stiele und die Einlagerung von Nährstoffen für das nächste Jahr benötigt.
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