Der Geschmack einer sonnenwarmen, selbst geernteten Tomate ist unvergleichlich. Mit etwas Wissen und der richtigen Vorbereitung gelingt der Tomatenanbau auch in Ihrem Garten. Dieser Ratgeber führt Sie von der Auswahl der passenden Sorte über das korrekte Pflanzen bis hin zu wertvollen Pflegetipps, damit Sie eine reiche und aromatische Ernte einfahren.
Die richtige Tomatensorte wählen: Eine Frage des Geschmacks und des Platzes
Die Vielfalt an Tomatensorten ist riesig. Bevor Sie Tomatensamen kaufen oder Jungpflanzen auswählen, überlegen Sie, welche Eigenschaften Ihnen wichtig sind und wie viel Platz Sie zur Verfügung haben. Die Sorten unterscheiden sich in Wuchsform, Fruchtgröße, Geschmack und Robustheit.
Stabtomaten: Die Kletterkünstler für das Gemüsebeet
Stabtomaten sind die bekanntesten Vertreter. Sie wachsen unbegrenzt in die Höhe und benötigen eine stabile Rankhilfe. Sorten wie 'Harzfeuer' oder 'Moneymaker' sind Klassiker im Gemüsebeet. Sie liefern über einen langen Zeitraum hinweg Früchte, müssen aber regelmäßig ausgegeizt werden, also die Seitentriebe entfernt werden.
Buschtomaten: Kompakt und ideal für Topf und Balkon
Busch- oder Strauchtomaten wachsen, wie der Name andeutet, buschig und kompakt. Sie erreichen eine begrenzte Höhe und sind daher perfekt für den Anbau in Kübeln und Töpfen auf Balkon oder Terrasse geeignet. Das Ausgeizen entfällt bei den meisten Sorten. Besonders beliebt sind Balkontomaten wie 'Balkonzauber' oder Zwergsorten.
Wildtomaten: Robust und pflegeleicht
Wildtomaten sind die ursprüngliche Form der Tomate. Sie sind extrem robust gegenüber Krankheiten wie der Kraut- und Braunfäule und sehr pflegeleicht. Ihre Früchte sind klein, oft johannisbeergroß, aber überzeugen mit einem intensiven, süßen Aroma. Sie müssen nicht ausgegeizt werden und eignen sich auch für eine Kultur in Hängeampeln.
Der Standort ist das A und O für gesunde Tomaten. Ein warmer, sonniger und vor allem regengeschützter Platz, zum Beispiel an einer südlichen Hauswand mit Dachüberstand, beugt dem Befall mit der Kraut- und Braunfäule wirksam vor.
Der perfekte Standort: Wo Ihre Tomaten am besten gedeihen
Garten Tomaten sind Sonnenanbeterinnen aus südlichen Gefilden. Ihre Herkunft verrät bereits viel über ihre Bedürfnisse. Der richtige Standort ist entscheidend für gesundes Wachstum und eine reiche Ernte.
Sonne, Sonne und noch mehr Sonne
Tomaten benötigen mindestens sechs, besser noch acht Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag. Je mehr Sonne die Pflanzen bekommen, desto aromatischer und süßer werden die Früchte. Ein nach Süden oder Südwesten ausgerichteter Platz ist ideal.
Wind- und Regenschutz
Dauerhafte Nässe auf den Blättern ist der Hauptauslöser für die gefürchtete Kraut- und Braunfäule. Wählen Sie einen Standort, der vor Regen geschützt ist. Eine Hauswand mit Dachvorsprung, ein Tomatenhaus oder eine spezielle Tomatenhaube sind optimale Lösungen. Ein luftiger Platz sorgt dafür, dass die Blätter nach einem Schauer schnell wieder abtrocknen.
Nährstoffreicher und lockerer Boden
Der Boden sollte tiefgründig, locker und reich an Nährstoffen sein. Arbeiten Sie vor dem Pflanzen reifen Kompost oder einen organischen Langzeitdünger in das Beet ein. Ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 ist optimal. Bei schweren, lehmigen Böden hilft das Einarbeiten von Sand, um die Drainage zu verbessern.
Tomaten pflanzen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Der beste Zeitpunkt, um Ihre Tomaten ins Freiland zu pflanzen, ist nach den Eisheiligen Mitte Mai. Dann ist die Gefahr von Spätfrösten in der Regel gebannt. Wenn Sie Ihre Pflanzen selbst aus Samen ziehen, beginnen Sie damit bereits im März auf einer hellen Fensterbank oder in einem Mini-Gewächshaus wie dem
.1. Jungpflanzen abhärten
Bevor die Tomatenpflanzen an ihren endgültigen Platz kommen, müssen Sie sie an die Außenbedingungen gewöhnen. Stellen Sie die Jungpflanzen über eine Woche lang tagsüber für einige Stunden an einen schattigen, windgeschützten Ort im Freien. Verlängern Sie die Dauer täglich und setzen Sie die Pflanzen langsam auch der direkten Sonne aus.
2. Das Pflanzloch vorbereiten
Heben Sie ein Loch aus, das deutlich tiefer ist als der Wurzelballen Ihrer Pflanze. Der Abstand zwischen den einzelnen Tomatenpflanzen sollte je nach Sorte 60 bis 80 Zentimeter betragen, damit die Luft gut zirkulieren kann. Geben Sie eine Handvoll Kompost, Hornspäne oder einen speziellen Tomatendünger in das Pflanzloch.
Profi-Tipp
Geben Sie eine zerkleinerte Eierschale oder etwas Urgesteinsmehl mit ins Pflanzloch. Das liefert zusätzliches Kalzium und beugt der Blütenendfäule vor, einer häufigen Mangelerscheinung bei Tomaten.
3. Die Tomate richtig einsetzen
Entfernen Sie die untersten Blätter der Jungpflanze. Setzen Sie die Tomate so tief in die Erde, dass der Wurzelballen und ein Teil des Stängels mit Erde bedeckt sind. Der vergrabene Stängelteil bildet zusätzliche Wurzeln (Adventivwurzeln), was die Pflanze standfester macht und die Nährstoffaufnahme verbessert. Füllen Sie das Loch mit Erde auf und drücken Sie diese leicht an.
4. Angießen und Stützen
Gießen Sie die frisch gepflanzte Tomate kräftig an. Stecken Sie direkt nach dem Pflanzen eine Rankhilfe, zum Beispiel einen Spiralstab oder ein stabiles Gitter, neben die Pflanze. So vermeiden Sie, später die Wurzeln zu beschädigen. Für den Anbau auf dem Balkon eignen sich spezielle Töpfe mit integrierter Rankhilfe und Wasserreservoir, wie der Anzuchttopf für Tomaten "Grow 1"
oder die größere Variante "Grow 2" .Die richtige Pflege für eine reiche Ernte
Nach dem Tomaten pflanzen beginnt die Pflegephase. Mit regelmäßigem Gießen, Düngen und Ausgeizen sichern Sie sich eine ertragreiche Saison. Das richtige Garten + Pflanzenzubehör erleichtert Ihnen dabei die Arbeit.
Richtig gießen
Gießen Sie Tomaten immer direkt am Wurzelbereich, niemals über die Blätter oder Früchte. Das Wasser sollte tief in den Boden eindringen können. Eine gleichmäßige Wasserversorgung ist entscheidend. Gießen Sie lieber seltener, dafür aber durchdringend. Der beste Zeitpunkt ist frühmorgens, dann kann die Pflanze das Wasser über den Tag gut aufnehmen.
Wichtiger Hinweis
Unregelmäßiges Gießen führt zu Stress für die Pflanze. Dies kann zum Aufplatzen der Früchte oder zur Entwicklung der Blütenendfäule führen. Vermeiden Sie Staunässe, da diese Wurzelfäule begünstigt.
Regelmäßig düngen
Tomaten sind Starkzehrer und benötigen viele Nährstoffe. Beginnen Sie mit der ersten Düngung etwa vier Wochen nach dem Auspflanzen, wenn die ersten Fruchtansätze sichtbar werden. Verwenden Sie einen organischen Pflanzendünger & Blumendünger oder spezielle Tomatendünger. Flüssigdünger wird dem Gießwasser beigemischt und alle ein bis zwei Wochen verabreicht.
Das Geheimnis des Ausgeizens
Bei Stabtomaten wachsen in den Blattachseln, also zwischen Haupttrieb und Blattstiel, kleine Seitentriebe. Diese sogenannten Geiztriebe sollten Sie regelmäßig ausbrechen. Das Ausgeizen konzentriert die Kraft der Pflanze auf den Haupttrieb und die Bildung großer, aromatischer Früchte. Brechen Sie die Triebe einfach mit den Fingern heraus, solange sie noch klein und weich sind.
Krankheiten und Schädlinge im Tomatenanbau
Selbst bei bester Pflege können Krankheiten oder Schädlinge auftreten. Ein wachsames Auge hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Der richtige Pflanzenschutz beginnt bereits mit der Prävention.
Braun- und Krautfäule (Phytophthora infestans)
Dies ist die häufigste und gefährlichste Tomatenkrankheit. Sie zeigt sich durch braunschwarze Flecken an Blättern und Stängeln, später auch an den Früchten. Vorbeugung ist der beste Schutz: regengeschützter Standort, ausreichender Pflanzabstand und Gießen nur von unten. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile sofort und entsorgen Sie sie im Hausmüll, nicht auf dem Kompost.
Blütenendfäule
Zeigen sich am Blütenansatz der Früchte wässrige, später schwarze und eingesunkene Flecken, leidet die Pflanze unter Blütenendfäule. Ursache ist ein Kalziummangel in der Frucht, der meist durch eine ungleichmäßige Wasserversorgung ausgelöst wird. Achten Sie auf konstante Bodenfeuchtigkeit.
Zusätzlicher Rat
Pflanzen Sie Basilikum oder Tagetes zwischen Ihre Tomaten. Basilikum soll das Aroma der Tomaten verbessern und die Weiße Fliege abwehren, während Tagetes (Studentenblumen) schädliche Nematoden im Boden reduzieren können.
Ernte und Lagerung: Der krönende Abschluss
Der Moment der Ernte ist die Belohnung für all Ihre Mühe. Vollreife Tomaten erkennen Sie an ihrer sortentypischen, kräftigen Farbe. Sie fühlen sich leicht weich an und lösen sich mit einer leichten Drehung vom Stiel.
Richtig ernten und nachreifen lassen
Ernten Sie regelmäßig, um die Pflanze zur Bildung neuer Früchte anzuregen. Gegen Ende der Saison, wenn Fröste drohen, können Sie auch noch grüne Tomaten ernten. Wickeln Sie diese einzeln in Zeitungspapier oder legen Sie sie an einen warmen, dunklen Ort. Dort reifen sie innerhalb einiger Wochen nach.
Tomaten enthalten den Farbstoff Lycopin. Er gibt ihnen nicht nur ihre rote Farbe. Im menschlichen Körper wirkt Lycopin als Antioxidans. Es schützt die Zellen vor schädlichen Einflüssen. Gut zu wissen: In verarbeiteten Tomatenprodukten wie Tomatenmark oder -saft ist der Gehalt an Lycopin besonders hoch, da es durch das Erhitzen für den Körper besser verfügbar wird.
Tomaten lagern
Lagern Sie reife Tomaten niemals im Kühlschrank. Dort verlieren sie schnell ihr köstliches Aroma. Ein luftiger Platz bei Zimmertemperatur ist ideal. So bleiben sie mehrere Tage frisch und geschmackvoll.
Häufig gestellte Fragen zum Tomatenanbau
- Warum rollen sich die Blätter meiner Tomaten ein?
- Das Einrollen der Blätter kann verschiedene Ursachen haben. Oft ist es eine Schutzreaktion der Pflanze auf starke Sonneneinstrahlung, Hitze oder unregelmäßige Wasserversorgung. Solange die Blätter grün und gesund aussehen, besteht meist kein Grund zur Sorge. Überprüfen Sie die Bodenfeuchtigkeit und sorgen Sie bei Bedarf für leichte Schattierung während der Mittagshitze.
- Wie oft muss ich meine Tomaten gießen?
- Das hängt stark vom Wetter, dem Standort und der Pflanzengröße ab. Eine pauschale Regel gibt es nicht. Fühlen Sie mit dem Finger die Erde: Ist sie in einigen Zentimetern Tiefe trocken, ist es Zeit zu gießen. Im Hochsommer kann tägliches Gießen notwendig sein, besonders bei Pflanzen in Töpfen.
- Kann ich Tomaten jedes Jahr an dieselbe Stelle pflanzen?
- Sie sollten das vermeiden. Tomaten sind anfällig für bodenbürtige Krankheiten. Halten Sie eine Anbaupause von mindestens vier Jahren auf derselben Fläche ein. Durch diesen Fruchtwechsel verhindern Sie, dass sich Krankheitserreger im Boden anreichern und den Boden einseitig auslaugen.
- Was genau bedeutet "ausgeizen"?
- Ausgeizen bezeichnet das Entfernen der kleinen Seitentriebe, die in den Blattachseln (zwischen Haupttrieb und Blattstiel) wachsen. Dies ist vor allem bei hochwachsenden Stabtomaten wichtig. Es lenkt die Energie der Pflanze in die Entwicklung der Haupttriebe und die Fruchtbildung, was zu größeren und aromatischeren Tomaten führt.