Kurz erklärt: Sie tapezieren Wände und Decken in fünf Kernschritten: Vorbereiten der Fläche, Zuschneiden und Einkleistern der Bahnen, Anbringen der ersten Bahn, sauberes Ansetzen weiterer Bahnen und abschließendes Verstreichen der Nähte. Eine trockene, saubere und glatte Unterlage ist entscheidend für ein perfektes Ergebnis. Arbeiten Sie systematisch von einer Lichtquelle weg.
Wände und Decken tapezieren: Eine Schritt-für-Schritt Anleitung
Ein Raum verändert sein Gesicht durch neue Wand- und Deckenflächen. Tapeten bringen Struktur, Farbe und Stil. Die Arbeit erfordert Sorgfalt, aber keine Zauberei. Diese Anleitung führt Sie durch jeden Schritt.
Warum ist die Vorbereitung alles?
Das Ergebnis Ihrer Wände tapezieren Arbeit hängt zu 70 Prozent von der Vorbereitung ab. Eine mangelhafte Unterlage ruiniert selbst die teuerste Tapete. Alte Tapetenreste, Staub oder Risse führen zu Blasen, unebenen Nähten und vorzeitigem Ablösen.
Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme. Entfernen Sie alle alten Tapeten vollständig. Feuchten Sie Vliestapeten nicht ein, sondern reißen Sie sie trocken ab. Bei Papiertapeten hilft Wasser und ein Tapetenablöser.
Wichtiger Hinweis
Schimmel oder feuchte Stellen müssen Sie vor dem Tapezieren unbedingt sanieren. Finden und beheben Sie die Ursache der Feuchtigkeit. Tapezierarbeiten über Schimmel verschlimmern das Problem nur.
Nach dem Entfernen kommt das Glätten. Spachteln Sie Löcher und tiefe Risse mit einer geeigneten Spachtelmasse aus. Für große Flächen lohnt sich ein elektrisches Schleifgerät. Der finale Schritt ist das Grundieren. Tragen Sie einen Haftgrund oder Tiefengrund gleichmäßig auf. Diese Schicht staubt die Fläche ab, verbessert die Haftung und reguliert die Saugfähigkeit.
Die Zeit, die Sie in die Vorbereitung investieren, sparen Sie beim späteren Ausbessern und Ärgern um ein Vielfaches. Eine perfekte weiße Fläche ist der Traum jedes Tapezierers.
Wie messe und schneide ich Tapetenbahnen richtig zu?
Falsch zugeschnittene Bahnen kosten Material und Nerven. Messen Sie die Höhe der Wand von Fußleiste bis Decke. Addieren Sie für Verschnitt oben und unten je 5-10 Zentimeter. Legen Sie die Tapetenrolle auf den Tapeziertisch und markieren Sie die erste Bahnlänge.
Schneiden Sie mit einem scharfen Cuttermesser und einer Metalllineal. Achten Sie bei Mustertapeten auf den Rapport. Das ist der Abstand, in dem sich das Muster wiederholt. Sie müssen jede folgende Bahn so zuschneiden, dass das Muster an den Stoßkanten passt. Beginnen Sie daher immer an der gleichen Musterselle.
Profi-Tipp
Nummerieren Sie die Rückseiten der zugeschnittenen Bahnen mit Bleistift. Notieren Sie auch „oben“. Das verhindert Chaos und falsches Ankleistern, besonders bei Mustertapeten.
Für die Decke tapezieren gilt ähnliches. Messen Sie die Raumbreite rechtwinklig zur geplanten Tapezierrichtung. Die Bahnen für die Decke schneiden Sie mit dem gleichen Verschnitt zu. Arbeiten Sie hier besonders systematisch.
Welche Rolle spielt der Kleister?
Wählen Sie den vom Tapetenhersteller empfohlenen Kleister. Universal-Kleister eignen sich für viele Papiertapeten. Schwere Vinyl- oder Textiltapeten benötigen speziellen Schwerlastkleister. Mischen Sie den Kleister nach Packungsanleitung mit kaltem Wasser. Rühren Sie gründlich, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Lassen Sie die Mischung quellen.
Tragen Sie den Kleister auf der Rückseite der Tapetenbahn gleichmäßig und lückenlos auf. Bei Papiertapeten falten Sie die eingekleisterte Bahn nach der „Einweichmethode“: Erst die obere Hälfte mit Kleister nach innen falten, dann die untere. So zieht der Kleister gleichmäßig ein und die Bahn bleibt handlicher.
Vliestapeten werden nicht eingekleistert, sondern die Wand wird eingekleistert. Das ist der große Vorteil dieser Materialien: Sie können die Bahn trocken ansetzen und genau positionieren, bevor sie haftet.
Wie setze ich die erste Bahn perfekt an?
Die erste Bahn ist die Referenz für den ganzen Raum. Sie muss exakt senkrecht sein. Finden Sie mit einem Lot oder einer langen Wasserwaage eine vertikale Linie. Markieren Sie diese mit einem leichten Bleistiftstrich. Der Abstand von der Wandkante sollte etwa 20-30 Zentimeter minus der Tapetenbreite betragen.
Tragen Sie die erste, eingekleisterte und eingeweichte Bahn an. Setzen Sie die obere Kante mit wenigen Zentimetern Überstand an die Decke an. Lassen Sie die Bahn nach unten ab. Richten Sie die Kante am Lotstrich aus. Drücken Sie die Bahn mit der Tapezierbürste von der Mitte nach außen an. Arbeiten Sie Luftblasen stets zur Seite heraus.
Schneiden Sie den Überstand oben an der Deckenkante und unten an der Fußleiste mit einem Cuttermesser und einem Abstreichrakel sauber ab. Ein scharfes Messer ist hier unverzichtbar für einen sauberen Schnitt.
Zusätzlicher Rat
Für schwierige Ecken oder Fensterausschnitte schneiden Sie die Tapete zunächst großzügig an. Nach dem vollständigen Andrücken schneiden Sie exakt nach. So vermeiden Sie zu kurze Stücke.
Wie arbeite ich mich Bahn für Bahn vor?
Setzen Sie die nächste Bahn direkt an die erste an. Achten Sie darauf, dass die Kanten sich genau berühren, aber nicht überlappen. Bei Mustertapeten kontrollieren Sie das Musteransetzen. Rollen Sie die Naht mit einem Nähtroller sauber und fest. Das verhindert späteres Aufstehen der Kanten.
Bei der Decke tapezieren beginnen Sie am Fenster und arbeiten von der Lichtquelle weg. So werfen die späteren Nähte kaum Schatten. Die erste Deckenbahn kleben Sie parallel zur Fensterwand an. Arbeiten Sie mit einem Helfer. Eine Trittleiter ist essenziell.
zeigt, wie eine Deckenlampe später das Ergebnis krönt.Schwere Deckenbahnen sind anspruchsvoll. Falten Sie die eingekleisterte Bahn wie einen Akkordeon. Ihr Helfer hält ein Ende, Sie das andere. Setzen Sie den Anfangsteil an und entfalten Sie Stück für Stück, während Sie die Bahn mit der Bürste andrücken.
Wie gehe ich mit Ecken und Ausschnitten um?
Innen- und Außenecken erfordern eine spezielle Technik. Messen Sie in einer Innenecke den Abstand von der letzten kompletten Bahn bis zur Wand. Addieren Sie etwa 2 Zentimeter. Schneiden Sie eine Bahn auf dieses Maß plus Verschnitt zu.
Kleistern Sie diese schmale Bahn und setzen Sie sie so an, dass sie etwa 1-2 cm um die Ecke herumreicht. Die nächste volle Bahn der angrenzenden Wand startet dann in der Ecke und überlappt den schmalen Streifen. So vermeiden Sie ein Aufreißen in der Ecke.
Bei Steckdosen und Lichtschaltern schalten Sie unbedingt den Strom ab. Tapezieren Sie über das Bauteil. Fühlen Sie die Position mit der Hand. Drücken Sie die Tapete fest an die Ränder. Schneiden Sie dann mit dem Cuttermesser ein X in die Mitte und trimmen Sie die überstehenden Dreiecke sauber ab.
Was ist nach dem Tapezieren zu tun?
Lassen Sie den Kleister vollständig durchtrocknen. Dieser Prozess dauert je nach Raumklima und Material mindestens 24 Stunden. Vermeiden Sie Heizungsluft oder Zugluft, die einseitig trocknet.
Nach dem Trocknen kontrollieren Sie alle Nähte. Eventuell nachstehende Kanten können Sie mit speziellem Tapetenkleister nochmals ankleben. Kleine Blasen stechen Sie mit einer Spritze auf, spritzen Kleister hinein und drücken sie glatt.
Abschließend streichen Sie die Decken- und Fußleisten. Schützen Sie Ihre neue Tapete mit Malerkrepp. Nutzen Sie hochwertige Acrylfarben. Nach getrockneter Farbe können Sie Möbel zurückstellen und die neue Raumwirkung genießen. Ein Gartenstuhl wie der
lädt nach getaner Arbeit zur Pause im Freien ein.Für Ihre nächsten Heimwerkerprojekte finden Sie praktische Aufbewahrungslösungen wie den
in unserer Kategorie für Betriebsbedarf. Ordentlich sortiertes Werkzeug erleichtert jedes Vorhaben.Häufige Fragen
- Kann ich direkt über alte Tapete tapezieren?
- Nein. Alte Tapeten müssen restlos entfernt werden. Sie bilden eine unebene, instabile Unterlage. Neue Tapeten halten darauf nicht zuverlässig und Blasen oder Ablösungen sind vorprogrammiert. Eine glatte, trockene Grundfläche ist Pflicht.
- Wie bereite ich eine Decke richtig zum Tapezieren vor?
- Die Decke muss staubfrei, trocken und tragfähig sein. Spachteln Sie Risse und Löcher mit Tiefengrund und Spachtelmasse aus. Bei stark unebenen Decken ist eine Elektrowerkzeug wie ein Schleifer sinnvoll. Tragen Sie zum Schutz vor Schimmel einen speziellen Decken-Grundierungsanstrich auf.
- Welches Werkzeug brauche ich unbedingt zum Tapezieren?
- Essenziell sind: Tapeziertisch, Kleisterpinsel/Rolle, Tapeziertisch, Wasserwaage, Cuttermesser, Tapezierbürste, Nähtroller, Abstreichrakel und eine stabile Trittleiter. Für das Vorarbeiten benötigen Sie Spachtel, Schleifwerkzeug und eine Rolle für den Tiefengrund.
- Wie verhindere ich Blasen unter der Tapete?
- Arbeiten Sie mit ausreichend, aber nicht zu viel Kleister. Verteilen Sie ihn gleichmäßig. Setzen Sie die Bahn von der Mitte nach außen mit der Bürste an und drücken Sie Luftblasen stets zur Seite heraus. Eine trockene Unterlage und korrekte Einweichzeit der Tapete sind weitere Schlüsselfaktoren.
- Wie lange muss Tapetenkleister trocknen?
- Die Trocknungszeit hängt von Raumklima, Tapetenart und Kleister ab. Vinyl- oder Raufasertapeten trocknen oft in 12-24 Stunden durch. Vermeiden Sie Zugluft und heizen Sie den Raum mäßig. Prüfen Sie die Trockenheit an unauffälligen Stellen, bevor Sie mit Malerarbeiten an Deckenleisten beginnen.
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