Inhaltsverzeichnis
- Die Wahl der richtigen Säge
- Sägetypen im Überblick
- Sicherheit beim Säge-Einsatz
- Die richtige Sägetechnik
- Pflege und Aufbewahrung
- FAQ: Astsägen
Die Wahl der richtigen Säge
Die passende Astsäge finden Sie nicht nach Zufall. Ihr wichtigstes Auswahlkriterium ist der Durchmesser der Äste, die Sie regelmäßig schneiden. Für dünne Zweige bis 5 Zentimeter reicht meist eine scharfe Gartenbaumschere.
Ab etwa 3 Zentimeter Aststärke beginnt der Einsatzbereich für Sägen. Klassische Handbügelsägen leisten zuverlässige Arbeit bis etwa 15 Zentimeter Durchmesser. Für alles darüber oder für schwer erreichbare Äste kommen andere Sägetypen ins Spiel.
Überlegen Sie, wo Sie hauptsächlich arbeiten. Enge Platzverhältnisse in der Krone verlangen nach einer kompakten Säge. Freie Zugänge erlauben den Einsatz kraftvoller Werkzeuge mit langem Blatt.
Investieren Sie in ein qualitativ hochwertiges Sägeblatt. Billige Zähne stumpfen schnell ab und führen zu ausgefransten Schnittwunden, die schlecht verheilen.
Arbeitshöhe und Reichweite
Arbeiten Sie oft auf der Leiter oder am Boden? Teleskopstangensägen verlängern Ihre Reichweite erheblich und erhöhen die Sicherheit. Sie müssen nicht mehr auf eine wackelige Leiter steigen, um hohe Äste zu erreichen.
Die maximale Arbeitshöhe einer Teleskopsäge setzt sich aus Ihrer Körpergröße, Ihrer Armlänge und der ausgefahrenen Stangenlänge zusammen. Achten Sie auf ein stabiles und dennoch leichtes Material der Teleskopstange.
Sägetypen im Überblick
Handelsübliche Astsägen unterscheiden sich in Antrieb, Form und Einsatzgebiet. Die drei Hauptgruppen sind Handsägen, Klappsägen und Sägen für Teleskopstangen.
Zusätzlicher Rat
Testen Sie vor dem Kauf den Griff. Er muss auch mit feuchten oder schwieligen Händen einen sicheren und ermüdungsfreien Halt bieten. Ergonomische Formen entlasten das Handgelenk.
Die Japanische Zug-Säge
Japanische Sägen schneiden auf Zug. Das dünne Blatt erzeugt einen schmalen Schnittspalt mit minimalem Kraftaufwand. Sie eignen sich hervorragend für präzise Schnitte im lebenden Holz.
Der Nachteil liegt in der Empfindlichkeit. Bei unsachgemäßer Handhabung brechen die feinen Zähne leicht. Sie eignen sich weniger für trockenes, hartes Altholz.
Die Europäische Stoß-Säge
Klassische Bügelsägen arbeiten auf Stoß. Sie sind robuster und durchsetzungsfähiger als Zug-Sägen. Das dicke Blatt verhindert ein Verbiegen beim Sägen unter Kraft.
Der breitere Schnittspalt kann bei lebenden Ästen die Wundheilung leicht verzögern. Für das Entfernen von Totholz oder das Zerkleinern von bereits gefälltem Holz sind sie ideal.
Wichtiger Hinweis
Tragen Sie beim Umgang mit scharfen Gartengeräten wie Astsägen stets geeignete Schutzhandschuhe. Sie schützen nicht nur vor Schnitten, sondern auch vor Schmutz, Splittern und dem Griff der Säge. Geeignete Produkte finden Sie in der Kategorie Arbeitsschutz & Sicherheit.
Klappsägen und Teleskopsägen
Klappsägen sind perfekte Begleiter für den spontanen Einsatz. Das eingeklappte Blatt ist geschützt und die Säge lässt sich gefahrlos transportieren. Achten Sie auf einen sicheren Verriegelungsmechanismus in geöffnetem Zustand.
Teleskopsägen sind unverzichtbar für die Baumpflege in der Krone. Das Sägeblatt sitzt am Ende einer ausziehbaren Stange. Hochwertige Modelle lassen sich schwenken, um den optimalen Schnittwinkel zu erreichen.
Sicherheit beim Säge-Einsatz
Sicherheit beginnt vor dem ersten Schnitt. Kontrollieren Sie die Standfestigkeit Ihrer Leiter. Stellen Sie sie auf festem, ebenem Grund auf und sichern Sie sie gegebenenfalls.
Prüfen Sie den Bereich unter dem Arbeitsplatz. Halten Sie Kinder, Haustiere und unbeteiligte Personen auf Abstand. Ein herabfallender Ast kann erhebliche Verletzungen verursachen.
Der häufigste Fehler ist, zu nah am Stamm zu schneiden. Lassen Sie den Astkragen stehen, denn in diesem Wulst befinden sich die Abwehrstoffe des Baumes, die die Wunde schnell abschotten.
Persönliche Schutzausrüstung
Minimale Ausstattung sind robuste Handschuhe und eine Schutzbrille. Die Brille schützt Ihre Augen vor aufgewirbeltem Sägemehl und zurückschlagenden Zweigen.
Bei Arbeiten über Kopfhöhe empfehlen sich ein Helm mit Gesichtsschutz und festes Schuhwerk. Tragen Sie eng anliegende Kleidung, die sich nicht in Ästen oder der Säge verfangen kann.
Profi-Tipp
Spannen Sie lange, dünne Äste vor dem Schnitt mit einer Schnur. So können Sie die Fallrichtung kontrollieren und verhindern, dass der Ast unkontrolliert herabschlägt und dabei andere Äste beschädigt oder Sie trifft.
Umgang mit Spannung im Holz
Besondere Vorsicht ist bei unter Spannung stehendem Holz geboten. Ein eingeklemmter Ast oder ein gespaltener Stamm kann die Säge einklemmen oder beim Entlasten zurückschlagen.
Sägen Sie solche Äste von außen nach innen in mehreren Etappen. Entlasten Sie die Spannung schrittweise. Verwenden Sie bei starker Spaltung oder großen Stämmen geeignete Bauwerkzeuge wie Keile.
Die richtige Sägetechnik
Ein sauberer Schnitt verheilt schnell. Setzen Sie die Säge zunächst nur mit leichtem Druck an. Führen Sie die ersten Züge aus, bis eine Kerbe entsteht.
Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen. Nutzen Sie die volle Länge des Sägeblattes und arbeiten Sie in einem gleichmäßigen, Ihrem Werkzeug angepassten Rhythmus.
Der Dreischnitt bei dicken Ästen
Verwenden Sie für Äste mit mehr als 10 Zentimetern Durchmesser die Dreischnitt-Methode. So verhindern Sie, dass der Ast unter seinem eigenen Gewicht abbricht und die Rinde bis zum Stamm herunterreißt.
Sägen Sie zuerst von unten etwa ein Drittel in den Ast. Platzieren Sie diesen Schnitt 20 bis 30 Zentimeter vom Stamm entfernt. Setzen Sie den zweiten Schnitt wenige Zentimeter weiter außen von oben an. Sägen Sie, bis der Ast abfällt.
Den verbliebenen Stummel entfernen Sie nun sauber mit einem letzten Schnitt direkt auf Astringhöhe. Dieser letzte Schnitt muss sauber und glatt sein.
Winkel und Ansatz
Schneiden Sie immer von oben nach unten. So haben Sie die beste Kontrolle über das Werkzeug. Halten Sie die Säge in einem leichten Winkel zur Arbeitsfläche.
Bei Teleskopsägen achten Sie darauf, dass das Blatt fest in der Aufnahme sitzt und der Verstellmechanismus der Stange arretiert ist. Sägen Sie mit kurzen, kontrollierten Bewegungen.
Pflege und Aufbewahrung
Reinigen Sie das Sägeblatt nach jedem Gebrauch. Entfernen Sie Harz und Sägemehl mit Spiritus oder einem speziellen Reiniger. Trocknen Sie das Blatt gründlich ab.
Ein leicht geöltes Blatt rostet nicht. Tragen Sie einen dünnen Film Maschinenöl oder spezielles Werkzeugöl auf. Achten Sie darauf, dass der Griff sauber und frei von Schmutz bleibt.
Bewahren Sie Ihre Säge trocken und geschützt auf. Für Klapp- und Bügelsägen eignen sich spezielle Scheiden aus Kunststoff oder Stoff. Hängen Sie Teleskopsägen möglichst auf, damit sich die Stange nicht verbiegt.
Zusätzlicher Rat
Lagern Sie Ihre scharfen Gartengeräte getrennt von anderen Gegenständen. Ein praktischer Werkzeugkoffer oder eine Wandhalterung schützt die Schneiden und verhindert Unfälle beim Hantieren.
Das Schärfen der Säge
Ein stumpfes Sägeblatt macht die Arbeit mühsam und gefährlich. Es verlangt mehr Kraftaufwand und rutscht leichter ab. Das Schärfen einer Astsäge überlassen Sie am besten einem Profi.
Spezialisierte Werkstätten haben die richtigen Feilen und Halterungen, um jeden Zahn präzise nachzuschleifen. Der regelmäßige Service verlängert die Lebensdauer Ihres Werkzeugs erheblich.
Saisonale Vorbereitung
Am Ende der Gartensaison ist der richtige Zeitpunkt für eine Grundreinigung und Einlagerung. Überprüfen Sie alle beweglichen Teile wie Scharniere bei Klappsägen oder Verstellmechaniken bei Teleskopsägen.
Fetten Sie diese Stellen sparsam. Entfernen Sie vor der neuen Saison das Konservierungsöl vom Blatt. Überprüfen Sie die Schärfe, bevor Sie mit anspruchsvollen Schnitten beginnen.
FAQ: Astsägen
- Kann ich mit einer Astsäge auch Brennholz machen?
- Ja, für das Zerkleinern von bereits gefällten Stämmen zu Brennholz sind robuste Bügelsägen gut geeignet. Für häufigen und umfangreichen Einsatz ist eine Motorsäge jedoch effizienter und weniger kraftraubend. Schauen Sie dafür in unsere Kategorie Elektrowerkzeuge.
- Wie oft muss ich meine Handsäge schärfen lassen?
- Das hängt von der Häufigkeit der Nutzung und der Härte des Holzes ab. Bei regelmäßigem Gebrauch im Privatgarten ist ein Service alle ein bis zwei Jahre ratsam. Sie merken den Schärfeverlust an erhöhtem Kraftaufwand und ausgefransten Schnittkanten.
- Was ist besser: ein gezahntes oder ein geschliffenes Sägeblatt?
- Gezahnte Blätter (hartmetallbestückt) bleiben sehr lange scharf und eignen sich für trockenes und nasses Holz. Geschliffene Blätter lassen sich nachschärfen und erzeugen oft einen glatteren Schnitt. Für den gelegentlichen Gebrauch im Garten sind hochwertige gezahnte Blätter eine wartungsarme Lösung.
- Ab welcher Aststärke sollte ich eine Säge verwenden?
- Spätestens ab einem Durchmesser von 3-4 Zentimetern. Dünnere Zweige können Sie mit einer kräftigen Baumschere durchtrennen. Eine Säge arbeitet sauberer und verbraucht weniger Kraft, je dicker der Ast wird.
- Kann ich eine Teleskopsäge auch für Hecken verwenden?
- Nein. Teleskopsägen sind für das Durchtrennen einzelner Äste konzipiert. Für Hecken sind Heckenscheren mit langen Klingen das richtige Werkzeug. Ein praktisches Set mit verschiedenen Scheren finden Sie hier: .
Die richtige Astsäge macht Baumpflege effizient und sicher. Ein gutes Set aus verschiedenen Werkzeugen deckt alle Arbeiten ab. Ein umfassendes Gartengeräte-Set wie das
bietet einen guten Einstieg. Für den gezielten Astschnitt ist eine spezialisierte Astschere wie die die bessere Wahl. Warten Sie Ihre Werkzeuge regelmäßig, dann begleiten sie Sie viele Jahre.