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Gartenkalender August: Nachkultur & Gründüngung für einen gesunden Boden

Nutzen Sie den Spätsommer, um Ihre Beete mit einer zweiten Ernte oder einer bodenverbessernden Gründüngung optimal für den Herbst und das nächste Jahr vorzubereiten.
Von der Westfalia Redaktion · Aktualisiert am 22.07.2026
Erstellt und geprüft von der Westfalia Redaktion.

Kurz erklärt: Im August bereiten Sie den Gartenboden für den Herbst vor. Leere Beete nutzen Sie für eine Nachkultur mit schnell wachsenden Gemüsesorten wie Feldsalat oder Radieschen. Alternativ säen Sie eine Gründüngung wie Phacelia oder Klee aus, um den Boden zu lockern, mit Nährstoffen anzureichern und Unkraut zu unterdrücken.

Der August markiert im Garten nicht das Ende, sondern einen wichtigen Wendepunkt. Die erste große Erntewelle ist vorüber, die Kartoffeln sind aus der Erde, die frühen Bohnen gepflückt. Zurück bleiben leere Beete und ein Boden, der über Monate Höchstleistungen erbracht hat. Jetzt stellen Sie die Weichen für den Herbst und das kommende Frühjahr. Sie haben zwei ausgezeichnete Optionen: eine späte Ernte durch Nachkultur oder eine aktive Bodenkur durch Gründüngung.

Dieser Gartenkalender für den August zeigt Ihnen, wie Sie die freigewordenen Flächen in Ihrem Garten + Outdoor Bereich optimal nutzen. Bereiten Sie Ihren Boden auf die kalte Jahreszeit vor und legen Sie den Grundstein für eine reiche Ernte im nächsten Jahr.

Warum ist der August entscheidend für die Bodenvorbereitung im Herbst?

Nach der Ernte von Starkzehrern wie Tomaten, Zucchini oder Kartoffeln ist der Boden ausgelaugt. Wichtige Nährstoffe sind verbraucht und die Bodenstruktur kann durch häufiges Betreten und Bearbeiten verdichtet sein. Liegt ein Beet brach, spülen spätsommerliche Regengüsse verbliebene Nährstoffe aus den oberen Bodenschichten aus. Gleichzeitig erobern Pionierunkräuter schnell die freie Fläche.

Der August bietet das perfekte Zeitfenster, um diesen Prozessen entgegenzuwirken. Der Boden ist noch warm, was die Keimung von Samen begünstigt. Sie nutzen diese günstigen Bedingungen, um entweder noch einmal schnell wachsendes Gemüse anzubauen oder dem Boden mit einer gezielten Gründüngung eine wohlverdiente Regenerationskur zu gönnen. Beides schützt den Boden, fördert das Bodenleben und bereitet ihn optimal auf die nächste Saison vor.

Gründüngung ist gelebter Bodenschutz. Sie füttert das Bodenleben, verbessert die Struktur und bereitet das Beet optimal auf die nächste Saison vor – eine Investition, die sich in jeder Ernte auszahlt.

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG)

Wie nutzen Sie freie Beete für eine zweite Ernte (Nachkultur)?

Die Idee der Nachkultur ist einfach: Sie nutzen die verbleibende Wärme des Spätsommers, um Gemüse mit kurzer Kulturdauer anzubauen. So ernten Sie bis in den späten Herbst oder sogar Winter hinein frisches Grün aus dem eigenen Garten. Diese Pflanzen sind meist Schwachzehrer und kommen gut mit den verbliebenen Nährstoffen im Boden zurecht.

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Welche Gemüsesorten eignen sich für die Aussaat im August?

Wählen Sie Sorten, die schnell keimen und wachsen. Die Tage werden bereits kürzer, daher ist Zeit ein kritischer Faktor. Folgende Kulturen sind für die August-Aussaat ideal:

  • Feldsalat: Der Klassiker für den Herbst. Er ist robust, frosttolerant und keimt bei den warmen Bodentemperaturen im August zuverlässig. Säen Sie ihn nicht zu tief.
  • Spinat: Herbstspinat wächst schnell und liefert noch vor dem Winter eine reiche Ernte. Achten Sie auf schossfeste Sorten.
  • Radieschen: In nur vier bis sechs Wochen sind Radieschen erntereif. Sie lockern mit ihren Wurzeln den Boden und sind perfekt, um kleine Lücken zu füllen.
  • Winterportulak (Postelein): Ein oft unterschätztes Wintergemüse. Es ist extrem frosthart und kann den ganzen Winter über geerntet werden. Der Geschmack ist mild-nussig.
  • Asiasalate: Sorten wie Mizuna oder Pak Choi wachsen rasant und bringen eine würzige Note in die Herbstküche. Sie sind kältetolerant, aber nicht vollständig winterhart.
  • Endivien und Zuckerhut: Für diese Salate wird es für eine Aussaat knapp. Kaufen Sie stattdessen kräftige Jungpflanzen im Fachhandel und setzen Sie diese direkt ins Beet.

Die richtige Vorbereitung des Beetes für die Nachkultur

Eine gute Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg. Entfernen Sie zunächst alle Reste der Vorkultur und jäten Sie gründlich Unkraut. Lockern Sie den Boden anschließend oberflächlich mit einem Grubber oder einer Harke. Eine tiefgründige Bearbeitung mit dem Spaten ist meist nicht nötig und würde das Bodenleben stören.

Arbeiten Sie eine dünne Schicht reifen Kompost oder einen milden organischen Dünger ein. Das genügt den meisten Nachkulturen. Mit den richtigen Gartenwerkzeugen geht diese Arbeit leicht von der Hand. Ziehen Sie Saatreihen, säen Sie das Saatgut aus und bedecken Sie es leicht mit Erde. Ein sanftes Andrücken sorgt für einen guten Bodenschluss. Anschließend wässern Sie die Aussaat gründlich.

Profi-Tipp

Um die Keimung bei sommerlicher Hitze zu beschleunigen, decken Sie die frisch gesäten Reihen mit einem feuchten Jutesack oder einem Brett ab. Entfernen Sie die Abdeckung sofort, wenn sich die ersten Keimlinge zeigen, damit diese ausreichend Licht bekommen.

Was ist Gründüngung und wie verbessert sie Ihren Gartenboden?

Gründüngung ist eine seit Jahrhunderten bewährte Methode zur natürlichen Bodenverbesserung im Herbst. Statt das Beet leer stehen zu lassen, säen Sie gezielt Pflanzen aus, die nicht geerntet, sondern später in den Boden eingearbeitet werden oder als Schutzschicht auf ihm verbleiben. Diese „grünen Helfer“ wirken wie eine Kur für Ihren Gartenboden.

Eine gute

enthält oft eine Mischung aus verschiedenen Pflanzen, die sich in ihrer Wirkung ergänzen. So erzielen Sie mit einer einzigen Aussaat vielfältige positive Effekte für Ihren Boden.

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Die Vorteile der Gründüngung im Detail

Die positiven Effekte einer Gründüngung sind vielfältig und wirken langfristig:

  • Bodenlockerung: Tiefwurzler wie Ölrettich oder Lupinen durchbrechen verdichtete Schichten und verbessern die Luft- und Wasserführung im Boden. Das erspart mühsames Umgraben.
  • Nährstoffanreicherung: Leguminosen wie Klee, Wicken oder Erbsen gehen eine Symbiose mit Knöllchenbakterien ein. Diese binden Stickstoff aus der Luft und machen ihn für nachfolgende Pflanzen verfügbar. Der ist ein exzellenter Stickstoffsammler.
  • Humusaufbau: Die Biomasse der Gründüngungspflanzen wird von Mikroorganismen zersetzt und in wertvollen Dauerhumus umgewandelt. Ein humusreicher Boden kann Wasser und Nährstoffe besser speichern.
  • Unkrautunterdrückung: Ein dichter Pflanzenbestand beschattet den Boden und lässt Unkrautsamen keine Chance zu keimen. Das reduziert den Jäteaufwand im nächsten Frühjahr erheblich.
  • Erosionsschutz: Die Pflanzendecke schützt die wertvolle Krume vor Verschlämmung durch starken Regen und Abtragung durch Wind.

Wichtiger Hinweis

Achten Sie auf die Fruchtfolge. Pflanzen Sie keine Gründüngung aus der gleichen Pflanzenfamilie wie Ihre geplante Hauptkultur im nächsten Jahr. Um Krankheiten wie die Kohlhernie zu vermeiden, säen Sie keine Kreuzblütler (z.B. Senf, Ölrettich) auf Beete, auf denen im Folgejahr Kohl angebaut werden soll.

Welche Pflanzen eignen sich als Gründüngung für den Herbst?

Man unterscheidet hauptsächlich zwischen zwei Arten von Gründüngungspflanzen, je nachdem, wie sie den Winter überstehen.

Nicht winterharte Gründüngung:

Diese Pflanzen frieren bei den ersten starken Frösten ab. Ihre abgestorbenen Reste bilden eine schützende Mulchschicht auf dem Beet, die das Bodenleben fördert und die Erde bedeckt hält. Im Frühjahr arbeiten Sie die Pflanzenreste einfach oberflächlich ein.

  • Phacelia (Bienenfreund): Ein Allrounder. Sie wurzelt tief, unterdrückt Unkraut, ist nicht mit unseren Gemüsepflanzen verwandt und bietet Bienen eine späte Nahrungsquelle.
  • Gelbsenf: Wächst extrem schnell und bildet in kurzer Zeit viel Biomasse. Ideal für eine späte Aussaat.
  • Buchweizen: Gedeiht auch auf ärmeren Böden und schließt Phosphor auf, der für andere Pflanzen schwer verfügbar ist.

Winterharte Gründüngung:

Diese Pflanzen überdauern den Winter und wachsen im Frühjahr weiter. Sie bieten einen ganzjährigen Bodenschutz. Im Frühling müssen Sie sie vor der Samenreife abmähen und in den Boden einarbeiten. Planen Sie eine Wartezeit von zwei bis drei Wochen ein, bevor Sie die neue Kultur pflanzen.

  • Winterroggen: Bildet ein massives Wurzelsystem, das den Boden exzellent lockert und stabilisiert.
  • Inkarnatklee: Als Leguminose ein hervorragender Stickstoffsammler.

Wie legen Sie eine Gründüngung im August richtig an?

Das Anlegen einer Gründüngung ist unkompliziert. Mit wenigen Schritten verwandeln Sie ein leeres Beet in eine grüne Oase für Ihren Boden.

  1. Beet abräumen: Entfernen Sie alle Pflanzenreste der Vorkultur und jegliches Unkraut sorgfältig.
  2. Boden lockern: Harken Sie die Oberfläche des Beetes durch, um ein feinkrümeliges Saatbett zu schaffen. Eine Sauzahn oder ein Grubber eignen sich perfekt dafür.
  3. Saatgut ausbringen: Verteilen Sie die Samen breitwürfig und so gleichmäßig wie möglich über die gesamte Fläche. Halten Sie sich an die Mengenangaben auf der Verpackung, damit der Bestand nicht zu dicht wird.
  4. Leicht einarbeiten: Harken Sie das Saatgut flach in die oberste Bodenschicht ein. Die Samen sollten nur leicht mit Erde bedeckt sein.
  5. Andrücken und wässern: Ein leichtes Andrücken mit der Rückseite der Harke oder einem Brett sorgt für den nötigen Bodenschluss. Gießen Sie die Fläche anschließend gründlich mit einer feinen Brause an, um die Samen nicht wegzuschwemmen.

Die Pflege beschränkt sich in der Regel auf das Wässern bei anhaltender Trockenheit, bis die Pflanzen einen dichten Teppich gebildet haben. Weiteres Garten + Pflanzenzubehör kann Ihnen bei der Pflege helfen.

Zusätzlicher Rat

Lassen Sie abfrierende Gründüngung über den Winter als Mulchdecke auf dem Beet liegen. Die Regenwürmer ziehen die Pflanzenreste nach und nach in den Boden und wandeln sie in wertvollen Humus um. Die Reste können Sie im Frühjahr ganz einfach unterharken.

Was geschieht mit der Gründüngung im Winter und Frühling?

Der Umgang mit der Gründüngung im Frühjahr hängt davon ab, ob Sie eine abfrierende oder eine winterharte Sorte gewählt haben. Bei abfrierenden Pflanzen wie Phacelia oder Senf erledigt der Frost die meiste Arbeit für Sie. Die erfrorene Pflanzenmasse bleibt als Schutzschicht auf dem Beet liegen.

Winterharte Pflanzen wie Winterroggen müssen Sie im Frühling aktiv bearbeiten. Mähen oder schneiden Sie den Aufwuchs ab, bevor die Pflanzen zur Blüte kommen und Samen bilden. Lassen Sie das Schnittgut einige Tage auf dem Beet anwelken. Anschließend arbeiten Sie es flach in den Boden ein. Warten Sie nun etwa zwei bis drei Wochen, bevor Sie das Beet neu bepflanzen. In dieser Zeit beginnt die Verrottung und die im Grünschnitt gebundenen Nährstoffe werden für die neuen Pflanzen verfügbar.

Humus ist das Kapital des Gärtners. Jede organische Maßnahme, von der Kompostgabe bis zur Gründüngung, ist eine Einzahlung auf dieses Konto, das über Jahre hinweg Zinsen in Form von gesunden Pflanzen und stabilen Erträgen abwirft.

Bioland e.V.

Der August ist mehr als nur ein Erntemonat. Er ist Ihre Chance, aktiv in die Gesundheit Ihres Gartens zu investieren. Ob Sie sich für eine späte Ernte oder eine bodenverbessernde Gründüngung entscheiden: Jede Maßnahme, die den Boden bedeckt und nährt, ist ein Gewinn. Sie beenden die Saison nicht mit leeren Beeten, sondern mit einer klugen Vorbereitung, die sich im nächsten Gartenjahr reichlich auszahlen wird.

Häufige Fragen

Was kann man im August noch säen?
Im August können Sie schnellwachsende Kulturen wie Feldsalat, Spinat, Radieschen, Mairübchen und Winterportulak säen. Auch Salate wie Endivie oder Zuckerhut eignen sich gut. Für eine Bodenkur ist die Aussaat von Gründüngungspflanzen wie Phacelia oder Senf ideal, um die Beete fit für das nächste Jahr zu machen.
Wie lange muss Gründüngung wachsen?
Eine nicht winterharte Gründüngung sollte mindestens 6-8 Wochen wachsen, bevor der erste Frost kommt. Winterharte Sorten wachsen bis in den späten Herbst, überwintern und werden im Frühling, etwa 2-3 Wochen vor der neuen Aussaat, in den Boden eingearbeitet.
Ist Gründüngung besser als Mulchen?
Gründüngung und Mulchen sind zwei unterschiedliche, aber sich ergänzende Methoden. Gründüngung verbessert den Boden aktiv von innen durch Wurzeln und Nährstoffanreicherung. Mulch schützt die Bodenoberfläche vor Austrocknung und Erosion. Abfrierende Gründüngung wird im Winter zu einer natürlichen Mulchschicht.
Muss ich den Boden vor der Gründüngung düngen?
Nein, in der Regel nicht. Gründüngungspflanzen sind meist anspruchslos. Ihr Zweck ist es, Nährstoffe im Boden zu binden oder (im Fall von Leguminosen) sogar neuen Stickstoff zu produzieren. Eine Düngung ist daher kontraproduktiv und nicht notwendig.
Welche Gründüngung bei Kohlhernie?
Bei Problemen mit Kohlhernie sollten Sie unbedingt auf Kreuzblütler wie Senf oder Ölrettich verzichten. Diese können die Krankheit fördern. Wählen Sie stattdessen Pflanzen aus anderen Familien, zum Beispiel Phacelia (Bienenfreund), Buchweizen, Perserklee oder eine spezielle Gründüngungsmischung ohne Kreuzblütler.
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