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Naturnaher Garten & Balkon: Grundlagen für mehr Artenvielfalt

Mit heimischen Pflanzen, vielfältigen Strukturen und wenig Chemie schaffen Sie wertvolle Lebensräume für Tiere.
Von der Westfalia Redaktion · Aktualisiert am 16.09.2026
Erstellt und geprüft von der Westfalia Redaktion.

Kurz erklärt: Ein naturnaher Garten und ein artenreicher Balkon verbinden heimische Pflanzen, vielfältige Strukturen und wenig Pflegeaufwand. Blühpflanzen über mehrere Jahreszeiten liefern Nahrung, während Wasserstellen und Totholz Verstecke bieten. Verzichten Sie auf Pestizide, Torf und sterile Ordnung. So entstehen Schritt für Schritt Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel und Bodenorganismen.

Direkte Antwort: Ein naturnaher Garten und ein artenreicher Balkon verbinden heimische Pflanzen, vielfältige Strukturen und wenig Pflegeaufwand. Blühpflanzen über mehrere Jahreszeiten liefern Nahrung, während Wasserstellen und Totholz Verstecke bieten. Verzichten Sie auf Pestizide, Torf und sterile Ordnung. So entstehen Schritt für Schritt Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel und Bodenorganismen.

Biodiversität entsteht nicht durch ein einzelnes Insektenhotel. Es braucht Nahrung, Nistmöglichkeiten, Wasser, Schutz und einen Boden, in dem kleine Organismen leben können. Diese Elemente lassen sich sowohl in einem großen Garten als auch auf wenigen Quadratmetern Balkon umsetzen.

Ein naturnaher Garten sieht nicht ungepflegt aus. Er folgt anderen Regeln: Sie schneiden gezielt zurück, lassen reife Samenstände stehen und dulden Laub, trockene Stängel und kleine wilde Ecken. Auf dem Balkon ersetzen Töpfe, Kästen und vertikale Elemente den fehlenden Gartenraum.

Was bedeutet ein naturnaher Garten für die Biodiversität?

Ein naturnaher Garten berücksichtigt die Bedingungen vor Ort. Sonne, Schatten, Boden, Wind und verfügbare Feuchtigkeit bestimmen, welche Pflanzen gut wachsen. Sie wählen die Arten danach aus, statt den Standort mit viel Dünger, Wasser und Pflanzenschutz an die gewünschte Bepflanzung anzupassen.

Biodiversität umfasst nicht nur die Zahl der Tier- und Pflanzenarten. Dazu gehören auch die genetische Vielfalt innerhalb einer Art und die verschiedenen Lebensräume. Ein Garten mit Blumen, Hecken, offenem Boden, Laub und Totholz bietet mehr ökologische Nischen als ein Rasen mit immergrünen Ziersträuchern.

Vielfalt statt einzelner Blickfänge planen

Ein großer Sommerflieder kann im Sommer viele Schmetterlinge anlocken. Das reicht jedoch nicht, wenn im Frühjahr keine Blumen blühen oder die Raupen keine geeigneten Futterpflanzen finden. Planen Sie deshalb mehrere Pflanzenarten mit unterschiedlichen Blütezeiten und Wuchsformen.

  • Nahrung: Manche Blüten liefern Pollen und Nektar. Samenstände ernähren Vögel und andere Tiere im Herbst und Winter.
  • Fortpflanzung: Einige Wildbienen nisten im Boden, andere in markhaltigen Stängeln oder Hohlräumen. Schmetterlingsraupen benötigen bestimmte Futterpflanzen.
  • Schutz: Hecken, Laub, Gräser, Stauden und Totholz bieten Tieren Schutz vor dem Wetter und natürlichen Feinden.
  • Vernetzung: Mehrere kleine Flächen können als Trittsteine dienen, wenn sie mit anderen Gärten, Grünstreifen oder Bäumen in der Umgebung verbunden sind.

Vermeiden Sie eine Sammlung exotischer Einzelpflanzen ohne ökologischen Nutzen. Viele Zierpflanzen sehen attraktiv aus, bieten heimischen Insekten aber kaum zugängliche Nahrung. Ein vielfältig bepflanztes Beet mit geeigneten Wildstauden bringt meist mehr als ein perfekt dekorierter, aber artenarmer Pflanzkübel.

„Biologische Vielfalt umfasst die Vielfalt der Arten, die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der Ökosysteme.“

— Bundesamt für Naturschutz (BfN), Definition der biologischen Vielfalt

Wie viel Platz brauchen Sie?

Sie brauchen keine große Fläche, um Lebensräume zu schaffen. Ein sonniger Topf mit Thymian, eine flache Wasserschale und eine unaufgeräumte Ecke mit trockenen Stängeln verbessern die Bedingungen für viele kleine Arten. Entscheidend sind die Qualität der Elemente und ihre Vernetzung über die Jahreszeiten hinweg.

Im Garten können Sie verschiedene Bereiche unterschiedlich pflegen. Ein kurz gemähter Weg, eine gemähte Sitzfläche und ein seltener gemähter Rand ergänzen sich. Möchten Sie den Rasen nicht vollständig umgestalten, legen Sie zunächst eine Blumenfläche an und erweitern Sie sie später.

Passende Ideen für verschiedene Flächen finden Sie im Bereich Garten und Outdoor. Beginnen Sie mit dem Standort und nicht mit einer Einkaufsliste.

Wie schaffen Sie Lebensräume im Garten und auf dem Balkon?

Einen Lebensraum zu schaffen bedeutet, an einem Ort mehrere Bedürfnisse zu erfüllen. Tiere brauchen nicht nur Nahrung, sondern auch einen sicheren Platz zum Ausruhen, Überwintern oder zur Aufzucht ihrer Jungen. Ordnen Sie Pflanzen und Materialien so an, dass sonnige, schattige, trockene und feuchte Bereiche entstehen.

Prüfen Sie zuerst die Bedingungen vor Ort

Gehen Sie an verschiedenen Tagen durch den Garten oder beobachten Sie den Balkon. Notieren Sie, wann die Sonne auf den Standort scheint, wo Regenwasser stehen bleibt und welche Stellen schnell austrocknen. Achten Sie auch auf starken Wind, aufgeheizte Wände und die Tragfähigkeit des Balkons.

Diese Bestandsaufnahme hilft, Fehlkäufe zu vermeiden. Eine trockenheitsverträgliche Flockenblume gedeiht nicht dauerhaft in einem dunklen, nassen Topf. Eine Schattenpflanze verbrennt auf einem Südbalkon. Pflanzen, die zum Standort passen, brauchen weniger Wasser und bleiben kräftiger.

Verteilen Sie die Blütezeit über die Saison

Eine einzelne Blütezeit bietet nur kurz Nahrung. Kombinieren Sie frühblühende Blumenzwiebeln und Wildstauden mit Sommerblumen und spätblühenden Arten. So finden Insekten vom ersten warmen Frühlingstag bis in den Herbst Pollen und Nektar.

  • Für das Frühjahr eignen sich je nach Standort zum Beispiel Wildtulpen, Winterlinge, Lungenkraut und heimische Weiden.
  • Im Sommer bieten Dost, Natternkopf, Flockenblume, Malve, Wiesensalbei und verschiedene Kräuter Nahrung.
  • Für den Spätsommer und Herbst passen Fetthenne, Wegwarte, spätblühende Flockenblumen und heimische Astern.

Wählen Sie möglichst ungefüllte Blüten. Bei gefüllten Blüten sind die Staubblätter oft zu Blütenblättern umgebildet, sodass Insekten Pollen und Nektar schwerer erreichen. Auch Farben spielen eine Rolle, doch Blütenform, Blütezeit und Zugänglichkeit sind ebenfalls entscheidend.

Unterschlupf aus Holz, Laub und Steinen

Ein Stück Totholz ist kein Abfall. Käferlarven, Pilze und Mikroorganismen nutzen abgestorbene Äste, während Spinnen und andere Tiere in den Zwischenräumen leben. Legen Sie an einer trockenen, ruhigen Stelle einen kleinen Asthaufen an und achten Sie darauf, dass er nicht umkippen kann.

Laub unter Sträuchern schützt den Boden und dient vielen Tieren als Winterquartier. Ein Haufen aus Laub und dickeren Ästen kann Igeln Unterschlupf bieten, sofern er nicht direkt an einer Straße oder in einer Senke mit stehendem Wasser liegt. Eine niedrige Trockenmauer schafft warme Spalten für Insekten und andere kleine Tiere.

Offene Erde ist eine wertvolle Ergänzung. Viele Wildbienen graben ihre Nistgänge selbst in sandige, unbewachsene Stellen. Bedecken Sie nicht jede freie Fläche mit Rindenmulch, Vlies oder dichtem Bodendecker.

Profi-Tipp

Lassen Sie im Herbst etwa ein Drittel der Staudenstängel stehen und schneiden Sie die übrigen erst im späten Frühjahr zurück. So bleibt der Garten gepflegt und bietet zugleich Insekten Überwinterungsplätze. Markieren Sie empfindliche Pflanzen, damit Sie die trockenen Stängel nicht versehentlich entfernen.

Wasser anbieten, ohne Fallen zu schaffen

Auch ein kleiner Teich kann wertvoll sein. Gestalten Sie den Uferbereich flach und verzichten Sie auf Fische, wenn Sie Amphibien und Wasserinsekten fördern möchten. Kontrollieren Sie Regenfässer mit offenem Zugang, denn steile, glatte Wände werden für hineingefallene Tiere zur Falle.

Mit einer passenden Gartenbewässerung versorgen Sie Pflanzen gezielt mit Wasser. Gießen Sie morgens oder abends im Wurzelbereich und vermeiden Sie häufiges oberflächliches Sprengen.

Kleine Flächen vertikal nutzen

Auf einem Balkon ist oft nur wenig Bodenfläche verfügbar. Nutzen Sie deshalb mehrere Ebenen: große Pflanzkübel auf dem Boden, Kästen am Geländer und Rankhilfen an der Wand. Kletterpflanzen wie Efeu oder heimisches Geißblatt bieten Struktur, brauchen aber einen ausreichend großen Topf und eine stabile Befestigung.

Eine Kombination aus Kräutern, Stauden und kleinen Sträuchern sorgt für mehr Vielfalt als einheitliche Balkonkästen. Thymian und Dost blühen, Rosmarin bringt Struktur und eine heimische Beerenpflanze kann zusätzlich Nahrung bieten. Berücksichtigen Sie das Gewicht nasser Blumenerde und sichern Sie alle Kästen und Töpfe gegen Wind.

Welche Pflanzen fördern die Biodiversität auf dem Balkon?

Für mehr Biodiversität auf dem Balkon sind Pflanzen wichtig, die Insekten tatsächlich nutzen können und die im Topf gut gedeihen. Heimische Pflanzen, die zum Standort passen, bilden dafür eine gute Grundlage. Wählen Sie lieber einige kräftige Pflanzen in ausreichend großen Töpfen als viele dicht stehende kleine Töpfe.

Heimische Blumen für verschiedene Jahreszeiten

Eine artenreiche Bepflanzung beginnt mit einem Überblick über die Lichtverhältnisse. Auf einem sonnigen Balkon trocknet Blumenerde schnell aus, während ein Nordbalkon Schatten und Feuchtigkeit vertragen muss. Die Pflanzenauswahl sollte zu diesen Bedingungen passen.

  • Sonnig und trocken: Thymian, Dost, Natternkopf, Färberkamille und verschiedene heimische Flockenblumenarten kommen mit wenig Wasser aus, sobald sie gut angewachsen sind.
  • Halbschatten: Glockenblumen, Walderdbeeren, Knoblauchsrauke und Taubnesseln bieten Blüten oder Früchte und vertragen weniger direkte Sonne.
  • Feuchter und schattig: Lungenkraut, Waldmeister und heimische Farne sorgen für Struktur. Achten Sie darauf, dass überschüssiges Wasser aus dem Topf ablaufen kann.
  • Für den Herbst: Fetthenne, heimische Astern und spätblühende Kräuter verlängern das Nahrungsangebot.

Vermeiden Sie stark gefüllte Blüten und Pflanzen, die in Ihrer Region invasiv werden können. Wählen Sie bei Saatgut heimische Mischungen, auf denen die enthaltenen Arten konkret angegeben sind. Die Bezeichnung „bienenfreundlich“ sagt allein wenig über Herkunft, Blütezeit und tatsächlichen Nutzen aus.

Torffreie Blumenerde und passende Töpfe

Torffreie Blumenerde schützt Moore und eignet sich für naturnahes Gärtnern. Mischen Sie bei Bedarf reifen Kompost oder geeignete organische Bestandteile unter die Blumenerde, statt über längere Zeit mineralischen Dünger zu verwenden. Nutzen Sie Töpfe mit Wasserablaufloch und Untersetzer, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Große Töpfe halten die Feuchtigkeit länger und bieten den Wurzeln mehr Platz. Helle Töpfe heizen sich in der Sonne weniger auf als dunkle Kunststofftöpfe. Eine Mulchschicht aus Laub oder grobem Pflanzenmaterial verringert die Verdunstung, sollte den Wurzelhals aber nicht dauerhaft bedecken.

In der Kategorie Garten- und Pflanzenbedarf finden Sie Zubehör für Pflanzkästen, Blumenerde und Pflanzenpflege. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Material, Maße und Wasserablauf zur jeweiligen Pflanze passen.

Mehr als Blumen: Nistplätze, Wasser und Dunkelheit

Ein Balkon kann Nahrung bieten, doch nicht jede Nisthilfe ist automatisch sinnvoll. Kaufen oder bauen Sie Modelle aus unbehandeltem Hartholz mit glatten Bohrgängen. Schilfhalme sollten sauber abgeschnitten und an beiden Enden sicher befestigt sein.

Hängen Sie Nisthilfen sonnig, trocken und regengeschützt auf. Sie brauchen eine freie Anflugschneise und sollten nicht direkt über einem häufig genutzten Sitzplatz hängen. Bodennistenden Wildbienen helfen Sie mit einer kleinen offenen Stelle aus festem Sand oder Lehm.

Wichtiger Hinweis

Verwenden Sie in einem naturnahen Garten keine Insektizide und setzen Sie keine Tiere aus Flaschengärten oder anderen Haltungssystemen im Freien aus. Nicht heimische Arten, Krankheiten und ungeeignete Materialien können heimische Populationen schädigen. Entfernen Sie außerdem Wasserstellen, wenn sie verschmutzt sind oder für Kinder und Haustiere nicht sicher stehen.

Wie gelingt ökologisches Gärtnern ohne großen Aufwand?

Ökologisch zu gärtnern bedeutet nicht, dass Sie jede Pflanze sich selbst überlassen. Beobachten Sie regelmäßig, greifen Sie gezielt ein und akzeptieren Sie kleine Fraßspuren. Ein Garten mit hier und da angefressenen Blättern kann ökologisch stabiler sein als eine makellose Fläche, die nur dank Pflanzenschutzmitteln so aussieht.

Pflanzen gesund halten und Schädlinge beurteilen

Kontrollieren Sie neue Pflanzen vor dem Einpflanzen und behalten Sie Triebspitzen, Blattunterseiten und den Boden im Blick. Einige Blattläuse dienen Marienkäferlarven, Florfliegen und Vögeln als Nahrung. Greifen Sie erst ein, wenn eine Pflanze deutlich geschwächt ist oder sich der Befall rasch ausbreitet.

  • Entfernen Sie stark befallene Triebspitzen mit einer sauberen Schere.
  • Spülen Sie Blattläuse bei kräftigen Pflanzen mit einem gezielten Wasserstrahl ab.
  • Fördern Sie Nützlinge mit Blüten, Laub und Totholz und verzichten Sie auf breit wirkende Mittel.
  • Geben Sie kranke Pflanzenteile nicht auf den Kompost, wenn sich der Krankheitserreger dort weiter ausbreiten könnte.

Eine abwechslungsreiche Bepflanzung und ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen verringern Pilzkrankheiten. Gießen Sie den Boden statt die Blätter und wählen Sie robuste Sorten. So sinkt der Pflegeaufwand über die Jahre.

Kompost verwenden und das Bodenleben fördern

Der Boden ist ein eigener Lebensraum. Regenwürmer, Springschwänze, Milben, Pilze und Bakterien zersetzen organisches Material und machen Nährstoffe verfügbar. Lassen Sie Laub unter Sträuchern und Bäumen liegen, bringen Sie sparsam reifen Kompost aus und graben Sie den Boden möglichst wenig um.

Eine Mulchschicht schützt vor dem Austrocknen und vor Temperaturschwankungen. Verwenden Sie gehäckselte Zweige, Laub oder gut verrotteten Kompost. Frisches Schnittgut sollte nicht dick auf feuchten Boden gelegt werden, da es faulen und den Luftaustausch behindern kann.

Torf gehört nicht in einen naturnahen Garten. Moore speichern Kohlenstoff und Wasser und bieten spezialisierten Arten einen Lebensraum. Prüfen Sie bei Blumenerde und Pflanzsubstrat, ob sie als torffrei oder torfreduziert gekennzeichnet sind.

Wasser sparen und gezielt gießen

Gießen Sie lieber seltener, dafür gründlich. Das fördert tiefere Wurzeln und macht Pflanzen widerstandsfähiger gegen kurze Trockenperioden. Junge Pflanzen und Kübelpflanzen brauchen häufiger Wasser, etablierte heimische Stauden oft weniger.

Regenwasser eignet sich für die meisten Gartenpflanzen. Sammeln Sie es in einer abgedeckten Regentonne und verteilen Sie es mit einer Gießkanne oder einem geeigneten Schlauch. Mulch, große Töpfe und ein schattiger Standort für den Topf senken den Wasserbedarf zusätzlich.

Werkzeuge und kleine Beobachtungsprojekte

Zum Schneiden, Ernten und Entfernen einzelner kranker Triebe brauchen Sie keine große Auswahl an Werkzeugen. Eine scharfe, saubere Schere verhindert Quetschungen und lässt sich nach der Arbeit einfach reinigen. Für diese Aufgaben eignet sich die

, die Wunderschere für Haus und Garten.

Die Produkte

und , zwei Flaschengarten-Sets mit Beleuchtung, eignen sich als kompakte Lernprojekte zu Pflanzen, Feuchtigkeit und geschlossenen Kreisläufen. Sie ersetzen keinen Lebensraum im Freien und sind kein Aufenthaltsort für Wildtiere. Auf einem überdachten Balkon oder in Innenräumen zeigen sie Kindern und Erwachsenen, wie Pflanzen Wasser speichern und auf Licht reagieren.

Bei weiterem passenden Gartenbedarf wählen Sie Modelle, die gut in der Hand liegen und reparierbar oder langlebig sind. Weniger, aber zuverlässiges Werkzeug erleichtert die regelmäßige Pflege und vermeidet unnötigen Materialverbrauch.

„Naturnahe Gärten bieten Nahrung, Nistmöglichkeiten und Unterschlupf und werden so zu wichtigen Lebensräumen für viele Tierarten.“

— NABU, Informationen zu naturnahen Gärten

Wie pflegen Sie einen Naturgarten das ganze Jahr über?

Die beste Pflege richtet sich nach der Jahreszeit und dem Lebenszyklus der Tiere. Schneiden, mähen und aufräumen sollten Sie nicht nach einem festen Kalender. Schauen Sie zuerst, welche Pflanzen Samen tragen und welche Bereiche gerade genutzt werden.

Frühjahr: behutsam starten

Warten Sie mit dem vollständigen Rückschnitt vertrockneter Stauden, bis die ersten warmen Tage vorbei sind. In hohlen Stängeln können Insekten überwintern. Entfernen Sie nur Stängel, die Wege versperren, umknicken oder krank aussehen.

  • Kontrollieren Sie Wasserschalen, Nistkästen und Befestigungen.
  • Säen Sie passende Wildblumen auf offenen, vorbereiteten Boden.
  • Entfernen Sie invasive oder stark wuchernde Pflanzen, bevor sie Samen bilden.
  • Kompostieren Sie gesundes Schnittgut und verwenden Sie reifen Kompost sparsam.

Lassen Sie Frühblüher nach der Blüte einziehen. Schneiden Sie das Laub erst ab, wenn es vollständig vergilbt ist. Die Pflanze speichert darin Energie für die nächste Saison.

Sommer: beobachten statt ständig eingreifen

Mähen Sie den Rasen abschnittsweise. Wenn Sie alle Bereiche am selben Tag kurz mähen, verlieren Insekten plötzlich Nahrung und Schutz. Lassen Sie immer einen Teil länger stehen und wechseln Sie den ungemähten Bereich beim nächsten Mähen.

Gießen Sie Kübelpflanzen an warmen Tagen früh am Morgen oder am Abend. Entfernen Sie verblühte Blumen nur dort, wo die Pflanze sonst keine neuen Blüten bildet oder wo Sie keine Samenstände wünschen. Lassen Sie an Wildstauden möglichst viele Samenstände stehen.

Beobachten Sie, welche Pflanzen besucht werden. Notieren Sie Wildbienen, Schwebfliegen, Tagfalter, Käfer und Vögel. Diese einfache Liste zeigt, welche Blumen sich bewähren und wo Sie im nächsten Jahr nachbessern können.

Herbst und Winter: Nahrung und Schutz erhalten

Laub gehört unter Hecken, Sträucher und Bäume. Entfernen Sie es aus Sicherheitsgründen von Wegen, Treppen und Rasenflächen, verteilen Sie es anschließend aber unter Gehölzen. Vertrocknete Samenstände bieten Vögeln Nahrung und bilden zusammen mit Reif eine schützende Struktur.

Lassen Sie Äste, Rindenstücke und morsches Holz an einem sicheren Ort liegen. Verbrennen Sie Laub- oder Reisighaufen nicht, wenn sie schon länger liegen. Tiere können solche Haufen als Unterschlupf nutzen.

Zusätzlicher Tipp

Führen Sie ein kurzes Gartentagebuch. Notieren Sie Blütezeiten, häufige Besucher, trockene Stellen und Pflanzen, die nicht gut gedeihen. Nach einer Saison sehen Sie, wo Sie Wasser sparen, eine heimische Art ergänzen oder eine zu dichte Bepflanzung auslichten können.

Woran erkennen Sie Fortschritte?

Mehr Artenvielfalt zeigt sich nicht nur an seltenen Tieren. Achten Sie auf unterschiedliche Blütezeiten, mehr Insektenarten, Spinnen in der Bepflanzung, Vögel auf Nahrungssuche und sichtbares Bodenleben. Auch ein geringerer Wasserbedarf, kräftige Pflanzen und weniger Schädlingsbefall sprechen für einen besseren Standort.

Fotografieren Sie dieselben Bereiche zu verschiedenen Jahreszeiten. So sehen Sie, ob im Frühjahr, Sommer und Herbst Blumen blühen. Vergleichen Sie außerdem die Zahl der Pflanzenarten und die Entwicklung der ungemähten oder nicht aufgeräumten Bereiche.

Ein Naturgarten entwickelt sich mit Ihren Beobachtungen weiter. Auf dem Balkon reichen für den Anfang drei sorgfältig ausgewählte Kübel, eine sichere Wasserschale und ein Bereich mit ungeschnittenen Stängeln. Im Garten können Sie das um eine blütenreiche Fläche, eine Hecke, eine Benjeshecke und einen vielfältigen Rasen ergänzen. Jede dieser Maßnahmen schafft Lebensraum.

Häufige Fragen

Welche Pflanzen eignen sich für einen Naturgarten?
Wählen Sie heimische Pflanzen, die zum Standort passen, etwa Salbei, Natternkopf, Wilde Möhre, Gelber Hartriegel, Hasel und heimische Obstsorten. Bevorzugen Sie ungefüllte Blüten, damit Insekten an Pollen und Nektar gelangen. Kombinieren Sie Frühblüher, Sommerblumen und spät blühende Arten, damit vom Frühjahr bis in den Herbst Nahrung verfügbar ist.
Wie mache ich meinen Balkon bienenfreundlich?
Verwenden Sie große Töpfe mit torffreier Blumenerde und heimischen Pflanzen mit ungefüllten Blüten. Kombinieren Sie Arten mit unterschiedlichen Blütezeiten, etwa Glockenblumen, Färberkamille und Thymian. Stellen Sie eine flache, standfeste Wasserschale mit Steinen auf. Verwenden Sie keine Insektizide und lassen Sie einige Stängel bis zum Frühjahr stehen.
Benötigt ein Naturgarten eine Blumenwiese statt eines Rasens?
Nein. Ein kurz gehaltener Rasen kann als Weg, Spielfläche oder Sitzplatz dienen, während Sie an den Rändern oder auf einzelnen Flächen Wildblumen säen. Mähen Sie abschnittsweise und lassen Sie Bereiche länger stehen. Entscheidend sind Blumen, Struktur und weniger Dünger – Sie müssen den Rasen nicht vollständig aufgeben.
Welche Nisthilfe eignet sich für Wildbienen?
Eine gute Nisthilfe besteht aus unbehandeltem Hartholz oder geeigneten Schilfstängeln mit glatten, sauberen Innenwänden. Die Bohrlöcher dürfen nicht ausfransen und sollten verschiedene Durchmesser haben. Bringen Sie die Nisthilfe an einem sonnigen, trockenen und stabilen Ort an. Ein kontinuierliches Blütenangebot und offene, sandige Bodenstellen für bodennistende Arten verbessern die Bedingungen zusätzlich.
Wie pflege ich einen Naturgarten im Herbst?
Räumen Sie nicht alles auf. Lassen Sie Laub unter Sträuchern liegen, schneiden Sie hohle Stängel erst im Frühjahr zurück und lassen Sie Totholz an einem sicheren Ort liegen. Entfernen Sie nur kranke Pflanzenteile und Material, das Wege versperrt. Lassen Sie teilweise heruntergefallenes Obst liegen, solange keine Fäulnis oder Schädlingsbefall an benachbarten Pflanzen droht.
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