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Siebenschläfer im Haus: Schonend & effektiv vertreiben

Ein Leitfaden, wie Sie die geschützten Nager tierfreundlich loswerden und Ihr Zuhause dauerhaft schützen.
Von der Westfalia Redaktion · Aktualisiert am 10.08.2026
Erstellt und geprüft von der Westfalia Redaktion.

Kurz erklärt: Siebenschläfer sind geschützt und dürfen nicht getötet werden. Um sie schonend zu vertreiben, identifizieren Sie zunächst die Zugänge. Vertreiben Sie die Tiere dann mit Gerüchen wie Pfefferminzöl oder durch Lärm. Versiegeln Sie anschließend alle potenziellen Eingänge gründlich mit Metallgittern, um eine Rückkehr dauerhaft zu verhindern.

Ein Poltern auf dem Dachboden mitten in der Nacht. Ein leises Kratzen in der Wand. Wenn Sie solche Geräusche hören, haben Sie vielleicht neue Mitbewohner. Oft handelt es sich dabei um Siebenschläfer. Diese kleinen Nager mit den großen Augen und dem buschigen Schwanz sehen niedlich aus, können im Haus aber erhebliche Probleme verursachen.

Bevor Sie jedoch zu drastischen Mitteln greifen: Siebenschläfer (Glis glis) stehen in Deutschland unter besonderem Schutz. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet es, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Der Fokus muss daher auf einer schonenden und tierfreundlichen Vertreibung liegen. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie die geschützten Tiere effektiv loswerden und Ihr Haus dauerhaft sichern.

Woran erkennen Sie einen Siebenschläfer-Befall?

Siebenschläfer sind nachtaktiv. Ihre Anwesenheit bemerken Sie daher meist erst durch die Spuren, die sie hinterlassen, oder die Geräusche, die sie verursachen, während Sie schlafen. Eine genaue Identifikation ist der erste Schritt zur richtigen Strategie.

Typische Geräusche und Spuren

Achten Sie auf untrügliche Zeichen. Nächtliche Geräusche aus dem Dachstuhl, der Zwischendecke oder den Wänden sind oft das erste Indiz. Sie hören lautes Poltern, schnelle Trappelgeräusche, Kratzen und Nagen. Manchmal geben die Tiere auch quietschende oder fiepende Laute von sich.

Tagsüber finden Sie die Beweise. Suchen Sie nach Kotspuren. Der Kot von Siebenschläfern ist oval bis wurstförmig und mit 1-2 cm Länge deutlich größer als der von Mäusen. Oft finden Sie auch angenagte Balken, Isolierungen oder Kabel. Nester aus zerfetztem Dämmmaterial, Blättern und Moos in geschützten Ecken sind ein sicheres Zeichen für einen etablierten Untermieter.

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Siebenschläfer, Maus oder Marder?

Die Geräusche eines Marders sind meist lauter und aggressiver, oft begleitet von Schreien bei Revierkämpfen. Marderkot ist größer, spiralförmig gedreht und enthält oft Reste von Federn oder Knochen. Mäuse hingegen sind leiser, ihr Trippeln ist feiner und ihr Kot ist reiskorngroß. Der buschige Schwanz des Siebenschläfers ist das eindeutigste optische Unterscheidungsmerkmal zu Ratten oder Mäusen.

Zusätzlicher Rat

Kombinieren Sie verschiedene Vertreibungsmethoden, um die Effektivität zu erhöhen. Nutzen Sie Gerüche zusammen mit akustischen Störungen. Die Tiere gewöhnen sich an eine einzelne Störquelle, doch eine Kombination aus mehreren Reizen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich einen neuen Unterschlupf suchen.

Warum sind Siebenschläfer im Haus ein Problem?

Auch wenn sie harmlos aussehen, richten die kleinen Nager mit der Zeit beträchtliche Schäden an. Ihre Aktivitäten gefährden nicht nur die Bausubstanz, sondern können auch ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko darstellen.

Schäden an Bausubstanz und Dämmung

Für den Nestbau zerlegen Siebenschläfer Dämmmaterialien wie Glaswolle oder Styropor. Dadurch entstehen Kältebrücken in Ihrer Dachisolierung, was Ihre Heizkosten in die Höhe treibt und Schimmelbildung begünstigen kann. Ihre Nagezähne machen auch vor Holzbalken, Gipskartonplatten und Folien nicht halt, was die Struktur des Dachstuhls schwächen kann.

Gefahr durch angenagte Kabel

Die größte Gefahr geht von angenagten Stromkabeln aus. Die Nager schärfen ihre Zähne an allem, was ihnen in die Quere kommt. Freiliegende stromführende Leitungen sind eine akute Brandgefahr durch Kurzschlüsse. Fällt der Strom in Teilen des Hauses aus oder flackert das Licht, sollten Sie sofort einen Elektriker rufen und die Leitungen überprüfen lassen.

Wichtiger Hinweis

Die Gefahr eines Kabelbrandes ist real. Schalten Sie bei Verdacht auf angenagte Leitungen die entsprechende Sicherung aus und kontaktieren Sie umgehend einen Fachmann. Experimentieren Sie nicht selbst an der Elektrik.

Lärmbelästigung und Hygiene

Der nächtliche Lärm kann den Schlaf empfindlich stören. Zudem hinterlassen die Tiere Urin und Kot, was nicht nur unangenehm riecht, sondern auch Decken und Wände verunreinigt. Auch wenn die Übertragung von Krankheiten auf den Menschen selten ist, stellen die Exkremente ein hygienisches Problem dar.

Abschreckende Gerüche, zum Beispiel von Räucherstäbchen, können die Tiere zum Auszug bewegen.

Naturschutzbund Deutschland (NABU)

Wie vertreiben Sie Siebenschläfer artgerecht und legal?

Da die Tiere unter Schutz stehen, sind Giftköder und Fallen tabu. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer zweistufigen Strategie: Erst vertreiben, dann aussperren. Handeln Sie überlegt und geduldig.

Schritt 1: Zugangspunkte finden

Bevor Sie die Tiere vertreiben, müssen Sie wissen, wie sie ins Haus gelangen. Beobachten Sie in der Dämmerung die Fassade, das Dach und den Keller. Siebenschläfer sind exzellente Kletterer und benötigen nur einen kleinen Spalt von wenigen Zentimetern, um hineinzugelangen.

Typische Schwachstellen sind:

  • Verschobene oder lose Dachziegel
  • Löcher in der Fassade oder im Dachkasten
  • Ungesicherte Lüftungsöffnungen
  • Spalten an Rollladenkästen
  • Risse im Mauerwerk
  • Durchführungen für Rohre und Kabel

Notieren Sie sich alle gefundenen potenziellen Eingänge. Diese müssen Sie später sorgfältig verschließen.

Schritt 2: Sanfte Vertreibungsmethoden anwenden

Machen Sie es den Tieren so ungemütlich wie möglich, damit sie freiwillig das Weite suchen. Beginnen Sie mit diesen Methoden, bevor die Tiere in den Winterschlaf gehen.

Hausmittel und Gerüche als Abschreckung

Der feine Geruchssinn der Nager ist Ihre beste Waffe. Platzieren Sie stark riechende Substanzen in der Nähe der Nester und Laufwege. Gut geeignet sind:

  • Pfefferminzöl oder Teebaumöl: Tränken Sie Wattebäusche oder Lappen damit und verteilen Sie diese auf dem Dachboden.
  • Essig oder Ammoniak: Stellen Sie offene Schalen auf oder nutzen Sie ebenfalls getränkte Lappen. Der stechende Geruch ist für die Tiere sehr unangenehm.
  • Cayennepfeffer oder Chilipulver: Streuen Sie es auf die Laufwege.

Erneuern Sie die Geruchsquellen alle paar Tage, damit die Wirkung nicht nachlässt.

Profi-Tipp

Um zu prüfen, ob die Siebenschläfer ausgezogen sind, streuen Sie etwas Mehl vor die bekannten Eingänge. Warten Sie einige Nächte. Sehen Sie keine neuen Spuren mehr im Mehl, sind die Tiere wahrscheinlich fort. Erst dann sollten Sie die Öffnungen permanent verschließen.

Akustische und optische Störungen

Siebenschläfer lieben Ruhe und Dunkelheit. Stören Sie diese Idylle gezielt. Ein altes Radio, das Sie tagsüber auf dem Dachboden laufen lassen, kann Wunder wirken. Auch Ultraschallgeräte, die Töne in einer für Menschen unhörbaren, für Nager aber sehr störenden Frequenz aussenden, sind eine Option. Helle Lichter oder blinkende LED-Ketten, die über einen Bewegungsmelder aktiviert werden, können die lichtscheuen Tiere ebenfalls vertreiben.

Wie verhindern Sie, dass die Nager zurückkehren?

Die Vertreibung ist nur die halbe Miete. Der wichtigste Schritt ist die Prävention. Nur wenn Sie das Haus lückenlos abdichten, haben Sie dauerhaft Ruhe. Eine gründliche Schädlingsbekämpfung im Sinne der Vorbeugung ist unerlässlich.

Alle Eingänge lückenlos verschließen

Sobald Sie sicher sind, dass die Tiere ausgezogen sind, müssen Sie handeln. Verschließen Sie alle zuvor identifizierten Löcher und Spalten. Verwenden Sie dafür bissfeste Materialien. Bauschaum ist ungeeignet, da sich die Nager dort einfach durchnagen.

Besser sind:

  • Engmaschiges Drahtgitter oder Lochblech: Ideal für Lüftungsöffnungen oder größere Spalten.
  • Mörtel oder Spachtelmasse: Für Risse im Mauerwerk.
  • Blechstreifen: Zum Verschließen von Spalten an Holzbalken.

Überprüfen Sie auch das Hausabflussrohrsystem; offene Rohre können ebenfalls als Eingang dienen. Mit einer flexiblen Bürste wie der

Reinigungsbürste können Sie Rohre und schwer zugängliche Spalten vor dem Verschließen von Schmutz und Nistmaterial befreien. Nutzen Sie stabiles Gitter aus dem Bereich Gewächshaus Folie & Gitterfolie, um Öffnungen sicher zu versperren.
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Nahrungsquellen im Garten beseitigen

Ein reich gedeckter Tisch im Garten lockt die Tiere an. Machen Sie Ihr Grundstück unattraktiv. Ernten Sie Fallobst regelmäßig auf. Lagern Sie Müll in fest verschlossenen Tonnen. Sichern Sie Ihren Komposthaufen und füttern Sie Haustiere nicht im Freien. Auch offenes Vogelfutter kann Siebenschläfer anziehen.

Kletterhilfen am Haus entfernen

Siebenschläfer nutzen Fassadenbegrünung und nahestehende Bäume als Autobahn zum Dach. Schneiden Sie Äste, die das Haus berühren, großzügig zurück (mindestens 2 Meter Abstand). Entfernen Sie Efeu oder wilden Wein von den Wänden oder sichern Sie die oberen Bereiche mit glatten Blechmanschetten, die den Tieren keinen Halt bieten.

Die nachhaltigste Lösung ist immer die bauliche Absicherung. Nur wenn der Siebenschläfer keinen Weg mehr ins Haus findet, ist das Problem dauerhaft gelöst.

Deutscher Schädlingsbekämpfer-Verband (DSV)

Was tun, wenn nichts hilft? Professionelle Hilfe

Manchmal sind die Tiere hartnäckig oder das Haus ist zu unübersichtlich, um alle Eingänge zu finden. Wenn Ihre Bemühungen erfolglos bleiben, ist es Zeit für einen Profi. Wenden Sie sich an einen Schädlingsbekämpfer, der Erfahrung mit geschützten Arten hat und eine tierschutzgerechte Vergrämung anbietet.

Ein Fachmann kann die Situation genau analysieren, die Zugänge sicher identifizieren und hat die Genehmigungen und das Wissen, um die Tiere legal und schonend umzusiedeln. Nach der erfolgreichen Vertreibung ist eine gründliche Reinigung wichtig, um Geruchsspuren zu beseitigen, die andere Tiere anlocken könnten. Produkte wie das

Aparasit Schädlingsbekämpfungsspray können dabei helfen, die betroffenen Bereiche zu desinfizieren und für neue Nager unattraktiv zu machen.

Häufige Fragen

Sind Siebenschläfer gefährlich?
Siebenschläfer sind für Menschen in der Regel nicht direkt gefährlich. Sie sind scheu und meiden den Kontakt. Eine Gefahr geht jedoch von ihren Hinterlassenschaften und den Schäden aus, die sie verursachen, insbesondere durch angenagte Stromkabel, was zu Kurzschlüssen und Bränden führen kann.
Wann ist die beste Zeit, um Siebenschläfer zu vertreiben?
Die beste Zeit ist im späten Sommer oder frühen Herbst, nach der Jungenaufzucht und vor Beginn des Winterschlafs (etwa von September bis Mai). Vertreiben Sie die Tiere nicht während der Aufzuchtzeit im Sommer, um die Jungtiere nicht von der Mutter zu trennen.
Welche Gerüche mögen Siebenschläfer nicht?
Siebenschläfer haben einen empfindlichen Geruchssinn. Sie meiden intensive Düfte wie Pfefferminzöl, Essig, Chilipulver oder den Geruch von Mottenkugeln. Auch in Ammoniak oder Parfüm getränkte Lappen können helfen, die Tiere aus ihrem Versteck zu treiben.
Darf ich einen Siebenschläfer fangen und aussetzen?
Nein. Siebenschläfer stehen unter Artenschutz nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Das Fangen, Verletzen oder Töten der Tiere ist verboten und strafbar. Auch das eigenmächtige Umsiedeln mit Lebendfallen ist ohne Genehmigung nicht erlaubt.
Was kostet eine professionelle Siebenschläfer-Vertreibung?
Die Kosten variieren stark je nach Aufwand, Region und Größe des Objekts. Rechnen Sie mit Kosten ab 200 Euro aufwärts für eine Erstbegutachtung und einfache Maßnahmen. Komplexere Fälle mit umfangreichen Abdichtungsarbeiten können mehrere hundert bis über tausend Euro kosten.
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